Wir sind so verzweifelt, Sohn (5) (sorry, sehr lang)

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von beni76 05.11.10 - 09:34 Uhr

Hallo liebe Urbianer

Ich muss mal mit jemandem reden, mir die Last von der Seele schreiben:

Unser Sohn wird am 23.11. 5 Jahre alt und macht uns zur Zeit sehr viele Sorgen :-(

Er ist schon immer ein wehleidiges Kind gewesen mit eher wenig Selbstvertauen, und sehr ausgeprägten Trotzphasen, aber im Moment artet es aus!

Er akzeptiert unsere Regeln überhaupt nicht mehr, er macht was er will...
Es ist immer nur wichtig, dass es ihm gut geht, sobald das nicht der Fall ist (z.B. jetzt spielt mal niemand mit Dir, weil wir grade 2 Stunden gespielt haben)
sagt er: Oh Mensch, das ist unfair!!! Mault ohne Ende rum, muss dann "gezwungen" werden auch mal alleine was zu tun!
Aber ohne mindestes 10 Minuten Gemaule und Gemotze, bis ich ihm irgedeine Strafe androhe, macht er das nicht, was ich von ihm möchte!

Er kann gut alleine spielen, wenn wir ihn dazu "zwingen" aber er motzt halt nur rum!

Dann weint er wegen ALLEM, ich verzwifel langsam! Ich kann dieses Gebrülle wirklich nicht mehr ertragen :-(
er schreit locker 20 Min. wenn er sich z.B. ein wenig weh getan hat #schrei (und es tat 100% nicht so dolle weh)
er lässt sich aber auch nicht trösten,
er hört nicht auf, wenn wir ihn in sein Zimmer schicken
und "schimfen" bringt auch nichts, er schreit und schreit und schreit :-(

Er brüllt jeden Tag (und ich meine wirklich zur Zeit JEDEN TAG) mindestens 1 Stunde, das ist doch nicht normal, oder??? Was hat er denn???? Depressionen?
holt er sich negative Aufmerksamkeit?
hat er eine verzerrte Wahrnehmeung?
Ich zweifel langsam an meinem "Können" als Mama, ich weiss nicht mehr, wie ich damit umgehen soll!!!

Auch fängt er sofort an zu weinen, wenn etwas nicht nach seinem Willen läuft, er schreit und schreit und schreit!!! Wir sagen ihm dann immer, dass er normal mit uns sprechen kann, dass wir ihn so nicht verstehen!
Er kann in dem Moment nicht richtig sprechen, nur weinerlich oder richtig mit weinen #schmoll

Dieses Geweine und diese extreme Unzufriedenheit frisst uns langsam auf #heul wir tun so Vieles, damit es hier schön ist zu Hause und trotzdem ist hier immer nur Stress!
Jeden Morgen Stress beim Anziehen, sobald er Mittags zu Hause ist, ist wieder Stress,zieht sich im Kiga nur unter Zwang an, trödelt ohne Ende rum, motzt gleich, weil irgendwas nicht richtig ist, fordert gleich irgendwas von mir, ohne mir überhaupt "Moin" gesagt zu haben!

Zu Hause geht es gleich weiter, weil er Fernsehen möchte, nach 30 Min fernsehen ist er unzufrieden, weil es zu Ende ist und dann ist der ganze Nachmittag ein Spiessrutenlauf, weil er jeden Moment wieder ausflippen kann oder anfängt zu weinen wegen irgendwas, weil er was fordert, das nicht gleich bekommt oder gar nicht bekommt!

Was haben wir denn bitte falsch gemacht???
Meiner Meinung nach, probieren wir es mit liebevoller Konsequenz, ziehen auch unsere Regeln durch, erklären ihm auch Vieles, probieren ruihg zu bleiben (was uns selbstverständlich leider nicht immer gelingt und es wird auch zunehmend schlechter weil wir so angespannt sind) aber so kann es doch nicht weitergehen #zitter!

Mein Mann sagt, dass wir härter durchgreifen müßen, dass wir ihn sobald er weint (wegen nichts) ins Zimmer bringen und dass wir diese ewige Unzufriedenheit auch mit Strafen quittiren sollten!
(wie gesagt, er bekommt positive Aufmerksamkeit von uns, es fehlt ihm auch sonst an keinen wichtige Dingen)
Er meint, dass er einfach zuviel bekommt und uns jetzt tyraniesiert!

Aber ich weiss nicht, ob das der richtige Weg ist, ich weiss nicht, ob dieses Negative, das viele Geheule das kein Selbstvertauen haben und die Ängste doch irgendwie krankhaft sein können :-(

Ich habe mir eben einen Gesprächstermin beim Kinderarzt geholt, der ist aber erst am 30. November! Ohne mein Sohn, werde da alleine mal drüber reden!

Ich kann nicht mehr, diese angespannte Situation zu Hause macht mich völlig fertig #heul :-(

Sorry, das ich so durcheinander geschrieben habe, ich stehe ich völlig neben mir :-(
Ich möchte es doch nur schön haben#schmoll

Lg
#blume beni


Beitrag von starshine 05.11.10 - 10:26 Uhr

Oh man, wie schwierig!

Bei mir hat in solchen Zeiten immer geholfen, dass ich meinen Kindern erklaert habe wie ich mich gerade fuehle (in kindgerechten Worten) und dass ich einen Weg mit ihnen finden moechte, dass das wieder anders wird. Ich habe ihnen auch offen erzaehlt, dass es aus solchen Situationen verschiedene Wege raus gibt (Strafen etc.), dass mir das aber auch nicht gefaellt und ich so eigentlich nicht leben moechte.

Ich habe meine Kinder eben immer ernst genommen und sie dazu erzogen auch mich ernst zu nehmen.

Bei uns hat diese Vorgehensweise immer geholfen und wir haben alles wieder auf die Reihe bekommen (sogar 1.5 Jahre Waschzwang meiner Grossen!). Ich habe noch nie Strafen eingesetzt.

Versuch einen Weg zu ihm zu finden und nimm ihn ernst und beziehe ihn in Deine Gedankengaenge mit ein - vielleicht nuetzt es was :-)

Viel Kraft!

Beitrag von lisasimpson 05.11.10 - 10:40 Uhr

das hört sich aber serh viel nach "zwingen" an.
was ich rauslese geht es in eurer Familie drum, daß immer andere über ein anders Familienmitglied entscheiden
"zwingen sich anzuziehen, zwingen ,daß er alleine spielt, zwingen dir guten morgen zu sagen, zwingen normal zu sprechen, zwingen ins zimmer zu gehen, ..- er "zwingt euch zu schreien, dazu mit ihm zu spielen, den fernsehkonsum zu regulieren, fordert von dir...)

Ich glaube euch würde es helfen, wenn jeder verantwortung für sich selsbt übernimmt.
Ihr als erwachsene solltet damit anfangen.
DU entscheidest, ob, wann und wie lange du spiels,t schimpfst, hilfst, auf forderungen eingehst...
Im gegenzu darf er entscheiden- wo er ist, wie er drauf ist, was er macht, wenn du nicht mit ihm spielen möchtest usw.

alles was nicht im verantwortungsbereich des einzelnen liegen kann (wann wird gemeisam gegessen, wie lange darf am tag ferngehsehen werden usw..)
wird gemeinsam besprochen.
bestenfalls werden diese familienregeln auf ein plakat gemalt, so daß er weiß, was von iohm erwartet wird (sehr begrenzt. also wirklich nur dort, wo es um klare regeln geht)
die andere zeit ist er für sich selsbnt verantwortlich.
IHR seid nicht verantwortlich dafür ,daß er gut drauf ist, lieb, träüllernd oder höflich.
ER ist nicht dafür verantworlich ob ihr schimpft, ignorieret, bestens gelaunt sei, spielen wollt oder sonstwas.

das wäre ehrlich gesagt, der erst schritt.
wenn ihr das schafft, eure verantowrtlichkeiten klar zu soprtieren, dann wirst du wieder entspannte sein können, ihm beim anziehen helfen ,wenn er das gerne hätte (und nicht, um einen anfall zu vermeiden- oder umgekehrt es zu lassen ,weil du deien macht demonstreiren willst), er wird erfahren, daß er so in orndung ist, wie er nun mal ist.
ob er sich nun langweilt wenn niemand mit ihm spielt, weint oder brüllt- das ist seien entscheidung un liegt in seienr verantwortung.
du mußt ihn dafür weder strafen noch loben:)

Am abend würde ich in eienr ruhigen minute all das besprechen, was GUT gelaufen ist unjd was dir gut gefallen hat mit ihm!

lisasimpson

Beitrag von beni76 05.11.10 - 11:17 Uhr

hallo lisasimpson

danke erstmal für deine antwort!
vielleicht habe ich es auch irgendwie falsch formuliert, aber wenn ich mit ihm gespielt habe und ihm dann sage, so jetzt möchte ich etwas für micht tun, oder mit seiner schwester spielen, dann schimpft und motzt er solange, oder stört mich oder uns, bis ich ihn irgendwie "zwingen" muss, diese Entscheidung zu akzeptieren :-( er akzeptiert es so mit netten worten einfach nicht, wenn er mal "nicht dran" ist!
Und wenn wir irgendwo losgehen, dann muss er doch schuhe anziehen, oder nicht #kratz ich habe ihn auch schon ohne schuhe mitgenommen, aber ist das dann der richtige weg?
ich helfe ihm auch gerne, wenn er mich darum bittet, darum geht es gar nicht!
ich finde dieses zwingen auch nicht schön, aber irgendwie klappt es anders gar nicht mehr :-(

Klar darf er traurig sein, klar ist er dafür verantwortlich, aber er ist nicht traurig, er ist unzufrieden und ich weiss nicht warum :-(

Menno ich habe nie gedacht, dass ich so verzweifelt sein könnte!

Lg

#blume beni

Beitrag von lisasimpson 05.11.10 - 11:38 Uhr

hallo beni,

meine anregung sollte auch nicht als kritik an deinen bemühungen aufgefasst werden.
Ich bin mir bewußt daüber, daß du ihn nicht "gerne zwingst", dennoch läuft das bei euch schon ganz schlön eingespielt ab.
er übernimmt keine verantwortung dafür, was er tun kann, wenn "zu ende gespielt ist" (hierbei weise ich vielleicht nochmal auf das Thema "übergnänge hin.- habe ich heute schon einer anderne te erklärt im kiga forum. übergänge sind für Kinder oft schwierig. ob das der übergang vom schlafen zu wachen oder umgekehrt ist, der übergang von zu hause zum kiga, von fernsehen zum lesen, vom drinnen speieln zu rausgehen, vom bespielt werden von mama zum selsbt spielen usw..- dein sohn hat da offenbar das ritual des jammerns, weinens, störens für sich entdeckt, wie er diese übergänge meistert.
was du machst ist dann: du übernimmst die verantwortung für ihn.
Das ist in aller regel gut und richtig (ich bin da ein großer verfechter von:)- ABER bei euch hat das bizarre formen angenommen:)

Bereite deinen sohn gut auf übergänge vor (wir spielen noch 5 minuten)- aber ich glaube aus deinem text herauszulesen ,daß du ein sehr strukturierter mensch bist und das eh schon machst- bereite ihn 2,3 mal darauf vor, was dann zu ende geht und besprecht ganz in ruhe, was er dann tu kann.
du kannst ihn gerne dabei unterstützenm, herauszufinden, was er gerne tun möchte- aber gib es ihm nicht vor. geh von dem "zwingen weg.

die schuhe naziehen ist eine klare regel (die ihr gemeinsam vereinbaren sollt:
regel 8: wenn wir das haus verlassen ziehen wir uns an. Wer um hilfe bittet, bekommt sie" könnte so eine regel heißen und er darf dazu schuhe, jacke und mütze ausschneiden und auf euer plakat kleben.

er braucht sicherheit
sicherheit, daß es klare regeln gibt
sicherheit, daß er so sein darf wie er ist (und ja- er wird am anfang noch öfter heulen und noch lauter und wird es ausreizen bis zum geht nicht mehr).
aber- je mehr du ihn loben wirst für das was gut läuft, je wengier DU (ihr als eltern/ perseonen) ihn zwingt- (sondern er sich an den regeln orienteirn kann- je psoitiver euer kontakt untereinander ist, desto wengier wird es werden.
gebt euch eine woche in der ihr damit rechnet, daß sein schreien absolut ätzend werden wird.
gebt euch eine woche, in der ih NICHT darauf reagiert. aber SOFORT wenn er etwas macht, was ihr euch von ihm wünscht. lobt ihn was dsa zeug hält, den ganzen tag (und sprecht ihn nicht EIN MAL auf das weinen/ heulen/ brüllen an)

versucht eure verantwortung "loszulassen" dafür, daß er mit dem brüllen aufhören soll.
das wird noch länger seine strategie bleiben, aber ihr werdet nach einer woche erhebliche fortschritte sehen.

wenn ihr das durchhaltet
1. regeln auf papier bringen, so daß er sie "lesen" kann
2. so wenig druck wie möglich von EUCH ausgehen lassen
3. so viel lobt wie nur irgend möglich
4. nicht auf das heulen reagiert
und
5. ihn sanft begleitet bei den übergängen,
dann wird euer familienleben anfangen sehr viel entspannter zu werden.

jeder erfolg, den ihr registriert wird ein schritt sein, den ihr alle gehen könnt- jeder erfolg wird euch ruhiger, enspannte mache nund ihnauch.

Im moment dreht sih de kreisel gerade andersherum.
jeder mißerfolg, den ihr wahrnehmt ist ein mißerfolg für die ganze familie und zieht jeden weiter runter und der kreisel dreht und dreht sich.

haltet also den kreisel an- und fangt an zu üben, ihn in die andere richtung zu drehen.
das gelingt am anfang vielleicht nicht sofort, immer und perfekt- aber mit ein bißchen übung wird das klappen

lisasimpson

Beitrag von beni76 05.11.10 - 12:43 Uhr

danke für deine vielen tipps, ich werde mich heute abend mit meinem mann nochmal an den pc setzen und probieren ein paar sachen umzusetzen!
ich habe deinen text nicht als kritik aufgefasst, manchmal fällt es mir bloß schwer, etwas zu schreiben, damit das gegenüber das auch vesteht!

loben tun wir ihn auch oft, das kann er nur ganz schlecht annehmen, lenkt meistens sofort ab oder tut so, als ob er es gar nicht gehört hat #kratz auch eine eigenartige Eigenschaft für so ein junges Wesen, wie ich finde! Normalerweise freuen sich Kinder immer über Lob und sind stolz....

Lg
#blume beni

Beitrag von lisasimpson 05.11.10 - 13:06 Uhr

"loben tun wir ihn auch oft, das kann er nur ganz schlecht annehmen, lenkt meistens sofort ab oder tut so, als ob er es gar nicht gehört hat!

ja- keine sorge- er hört es und er nimmt es wahr und es ist für ihn ungemein wichtig.

Er wird es euch auch rückmelden (wenn ihr anfangt diese eine woche durchzuziehen- und abens NOCHMAL alles mit ihm besprecht was GUT gelaufen ist, wo ihr stolz gewesen seid und was er super gemeistert hat)

laßt euch nicht entmutigen, dadruch daß er nicht sofort reagiert- er braucht gaaaanz viel lob und muß sich da erst viiiel sicheer werden, daß kein "ja aber.." nachkommt:)

lisasimpson

Beitrag von nana141080 05.11.10 - 16:22 Uhr

Kinder wollen nicht "oft" gelobt werden. Sie wollen gesehen werden!

beispiel:

Du sitzt mit einer alten Freundin bei ihr. Sie hat schön gekocht und ihr redet nett. Sie sagt: es ist toll das wir mal wieder etwas zusammen essen"
Und du antwortest: " du hast toll gekocht.Schmeckt gaaanz toll!"

Dann sagt man das ihr aneinander vorbeigeredet habt! Jeder sieht das, der euch zugehört hat!

Wenn ein Kind die Rutsche hochklettert und ruft: "Mama, schau her"
Dann will das Kind nicht hören: "TOLLLLL,prima machst du das.Klasse kannst du klettern und rutchen!" sondern einfach GESEHEN werden.

Man kann z.B. sagen" wow, bist du weit oben"! Oder man winkt einfach!

Aber nicht nur das loben was das Kind eh SELBSTVERSTÄNDLICH kann ;-)
Verstehst du? Das Kind ist dann so irritiert wie deine Freundin es wäre wenn du ihr so antwortest!

Ansonsten hat dir Lisasimpson schon viel gutes geschrieben (wenn auch schwer lesbar ;-) )

LG Nana

Beitrag von gismomo 06.11.10 - 12:18 Uhr

Hallo beni,

ich kann das, was lisasimpson geschrieben hat, bestätigen. Mein ältester Sohn war in dem Alter ganz ähnlich. Ich habe gemerkt, dass für ihn klare Strukturen sehr wichtig sind. Er tut sich heute noch schwer damit, wenn er sich etwas anders vorgestellt hat, als es nachher dann auch tatsächlich ist, oder wenn z.B. das Martinslaufen jedes Jahr gleich abgelaufen ist und dann im kommenden Jahr eine Änderung ist - das bringt ihn völlig aus dem Konzept und er reagiert dann leider sehr unangemessen darauf.

Es ist besser geworden, unter anderem deshalb, weil ich gelernt habe, anders mit ihm umzugehen.

Er kommt z.B. sehr gut damit klar, wenn ich ihm morgens sage, wie der "Tagesplan" heute aussieht. Er merkt sich das und macht dann auch Dinge, die er ungern tut, ohne Murren. Würde ich allerdings spontan nachmittags zu ihm sagen: "So, und jetzt machen wir noch ein paar Matheaufgaben zur Übung", wäre das Geschrei groß. Wenn ich ihm aber morgens sage: "Bald schreibst du ja einen Mathetest, deshalb planen wir heute im Tagesplan nach den Hausaufgaben eine Viertelstunde Matheübung mit ein", ist das gar kein Thema. Ich achte auch darauf, dass er feste Termine hat, die nach Möglichkeit immer gleich ablaufen. Das tut ihm gut. Z.B. ein Schwimmkurs am immer selben Tag und zur gleichen Uhrzeit, etc.

Bei meinem Sohn fahre ich besser, wenn ich ihn zu möglichst wenig zwinge (dann ist der Ofen aus und gar nichts geht mehr für die nächsten drei Stunden), sondern vorab mit ihm alles bespreche und erkläre, was ich erwarte und warum. Dann kann er sich darauf einstellen und da er ein intelligentes und vernünftiges Kind ist, klappt das meistens und er sieht ein, warum ich das und das möchte. Trotzig und "unmöglich" benimmt er sich meistens dann, wenn ihm alles zu viel ist und er emotional überfordert ist. Wenn ich aber DANN mit ihm rede, wenn er emotional ausgeglichen ist und Situationen im Gespräch vorweg nehme, verhält er sich so, wie ich es möchte.

Dass du mit deinem Kinderarzt sprechen möchtest, finde ich gut und richtig!

lg
K.

Beitrag von juniorette 05.11.10 - 11:02 Uhr

Hallo,

"z.B. jetzt spielt mal niemand mit Dir, weil wir grade 2 Stunden gespielt haben"

ZWEI Stunden?!?!?!?! #schock

Ich habe noch nie mit meinem Sohn 2 Stunden am Stück gespielt #schwitz
Ich wüsste gar nicht, was man 2 Stunden am Stück spielen kann,
Außer natürlich nacheinander viele verschiedene Spiele, aber da habe ich meinem Sohn immer nach ca. einer halben Stunde gesagt, dass ich jetzt eine Pause brauche, und wir danach weiterspielen.

Wenn gesundheitlich mit eurem Sohn alles in Ordnung ist (was ich ja nicht beurteilen kann), würde ich meinen, dass ihr ihn bisher immer zu sehr im Mittelpunkt habt stehen lassen und euch zu sehr seinen Bedürfnisse untergeordnet habt. Zwei Stunden lang Mama-Bespaßung am Stück hat es bei mir nie gegeben.

"Was hat er denn???? Depressionen?
holt er sich negative Aufmerksamkeit?
hat er eine verzerrte Wahrnehmeung? "

Über diese Befürchtungen deinerseits solltest du mit eurem Kinderarzt sprechen. Der wird dich im Ernstfall schon zu den entsprechenden Spezialisten verweisen. Aber machst du ja am 30.11.

"Ich möchte es doch nur schön haben"

Ich kann verstehen, dass du verzweifelt bist, aber wenn man Kinder hat, ist nicht immer nur alles "schön".

LG,
J.

Beitrag von sunflower.1976 05.11.10 - 11:23 Uhr

Hallo!

Lisasimpson hat einen tollen Beitrag geschrieben, finde ich.

Noch etwas, was mir spontan bei Deinem Beitrag einfällt: Vielleicht sucht Dein Sohn wirklich Aufmerksamkeit über sein Weinen. Ihn noch für seine Unzufriedenheit zu strafen - also ins Zimmer bringen - würde ich nicht. Dann steht das Weinen wieder im Vordergrund. Und was ist, wenn er sich heftig wehrt? Wollt ihr ihn dann ins Zimmer schleifen/zerren? Das fände ich für alle Beteiligten ehrlich gesagt ziemlich erniedrigend, v.a. für Euren Sohn.
Zusätzlich zu Lisasimpsons Tipps würde ich vielleicht auf das Weinen nicht mehr so stark eingehen bzw. mich nicht mehr so davon beeinflussen lassen. Hat er sich leicht (!) wehgetan...kurz trösten (ehrlich trösten und nicht genervt, weil er "schon wieder weint") und ihn dann aber machen lassen (ohne irgendwelche Kommentare.

Ich habe den Eindruck, dass sich bei Euch alles um Euren Sohn dreht (so kommt Dein Text jedenfalls bei mir an - sorry). Kinder wollen ernst genommen werden und ein vollwertiges Mitglied der Familie sein. Das heißt nicht, dass das Kind die gleichen Rechte hat wie die Erwachsenen, aber es will "gleichwürdig" behandelt werden. Wird Euer Sohn bei alltäglichen Tätigkeiten mit einbezogen? Damit meine ich nicht unbedingt tägliche Pflichtaufgaben, sondern gemeinsame Aktivitäten wie kochen, backen, gemeinsam eine "Groß-Aufräum-Aktion" machen, zusammen putzen (auch wenn das Ergebnis anschließend nicht so toll ist), gemeinsam im Garten arbeiten o.ä. Also einfach als gemeinsame Aktion. Viele Kinder mögen es, etwas geschafft zu haben und nicht nur "bespielt" und "bespaßt" zu werden.
Mein großer Sohn dreht schnell auf, wenn sich alles um ihn und seinen Bruder dreht (ist z.B. bei den Großeltern so, was ja auch okay ist). Er liebt gemeinsame sinnvolle Aktivitäten und ist dann einfach ausgeglichener, als wenn sich alles um ihn dreht und er bestimmen kann, was läuft. Das verunsichert ihn und zeigt das dadurch, dass er immer mehr fordert, nicht hört usw. Ich merke dann aber, dass er unzufrieden ist und ein bißchen mehr Lenkung von uns braucht. Nicht durch Zwang und Strafen sondern einfach dadurch, dass ich meine Verantwortung als Erwachsene übernehme und den Tagesablauf z.B. strukturiere, mich nicht in Machtkämpfe einlasse usw.

LG Silvia

Beitrag von beni76 05.11.10 - 12:39 Uhr

hallo Silvia

danke auch für Deinen Beitrag!
Ja, er bekommt viel Aufmerksamkeit durch sein Weinen, weil wir uns wohl tatsächlich in dieser Abwärtsspirale befinden :-(

Und das allergrößte Problem: er lässt sich ja nicht trösten #heul
Ich weiss nicht, wie ich dieses Wein-Problem durchbrechen soll!?
Alles was wir bisher versucht haben, um das Weinen zu reduzieren, hat nicht geklappt :-(
Wir haben versucht es zu ignorieren, mit trösten, mit schimpfen, reden.... es bringt alles nichts.... er schreit und weint und weint! Und er hat uns damit "im Griff"

Und ja, wir machen vieles zusammen, er mag gerne im Haushalt helfen, liebt backen oder kochen, er macht gerne wäsche oder schaut dabei zu, er darf bei Aktionen helfen, auch wenn es nicht so schön wird ;-)

Unser Tagesablauf ist durchaus strukturiert, er kennt auch unsere Regeln, aber es hält sich einfach oft nicht daran... er verspricht uns, dass er sich lieb umzieht, wenn er erst die Geschichte hören darf und wir gehen den "Deal" ein, vertauen ihm und äussern das auch. Und was macht er, er macht ein Riesentheater, zieht sich nicht um, liegt auf dem Boden, er wäre zu müde, er hätte keine Lust... Quintessenz: das nächste Mal gibt es die Geschichte wieder danach! Das machen wir ja mittlerweile fast nur noch so und trotzdem gibt es immer öfter Theater!
Wir möchte ihm ja auch die Chance geben, sich zu beweisen, dass er sowas kann, aber kann es in den seltesten Fällen!

Mal schauen, ich werde mir die Beiträge heute Abned mit meinem Mann durchlesen und dann hecken wir einen Schlachtplan aus!

Lg
#blume beni


Beitrag von sunflower.1976 05.11.10 - 13:17 Uhr

Hallo!

Ihr könnt sein Weinen aus meiner Sicht nicht aktiv durchbrechen. Er muss es wollen und das geht, wenn er Euch damit nicht mehr manipulieren kann. Ihr reagiert für ihn nicht vorhersehbar (Zitat: "Alles was wir bisher versucht haben, um das Weinen zu reduzieren, hat nicht geklappt
Wir haben versucht es zu ignorieren, mit trösten, mit schimpfen, reden...."). Er bewirkt also etwas bei Euch und spielt damit Macht aus...eine Macht, die ein Kind sehr verunsichern kann.

Wegen des Ausziehens...vielleicht hilft eine Sanduhr. Es gibt welche mit unterschiedlichen Zeiten bei Jako-o. Vereinbar mit ihm, dass es z.B. zwei Geschichten gibt, wenn er sich innerhalb der Zeit auszieht. Trödelt er, ist eben nur noch Zeit für eine kurze Geschichte (die würde ich aber niemals als weiteres Durckmittel einsetzen, wenn sie zum Gute-Nacht-Ritual gehört). Lass Dich dann nicht auf große Diskussionen ein und geh auch nicht auf ein eventuelles Heulen ein, höchstens am Rande, ohne Dich wirklich beeinflussen zu lassen.

Versteh mich nicht falsch...ich bin immer dafür, dass ein Kind getröstet wird, wenn es traurig ist, sich wehgetan hat usw. Das ist für mich aber ein Unterschied zu dem, was Du beschreibst.

Bei meinen Kindern hilft es auch, wenn ich ihre Gefühle in Worte fasse. Wenn mein großer Sohn gerne noch eine weitere Fernsehsendung schauen würde, das aber nicht darf und er deswegen schmollt, sage ich z.B. "Du bist sauer, weil Du gerne noch eine Sendung geschaut hättest". Meistens kommt dann irgendwas wie: "Jaaa! Das war zu kurz!!!" Das greife ich auf und sage: "Die Sendung ging so schnell vorbei und du würdest gerne noch eine sehen." usw. usw. Nach kurzer Zeit hat sich das Thema Fernsehen dann erledingt und alle sind zufrieden.

LG Silvia

Beitrag von marion2 08.11.10 - 19:43 Uhr

Hallo,

ihr behandelt ihn wie ein #Baby. Also benimmt er sich auch so.

Lass den Fernseher aus. Fernsehen macht viele Kinder aggressiv. Um leidigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen: "Der Fernseher ist kaputt" (Stecker ziehen!)

Versuch statt mit langen Erklärungen mit kurzen klaren Ansagen.

Wenn er sich morgens nicht anzieht, grinse ihn an, zücke einen Beutel, packe seine Sachen und biete ihm an SO loszugehen. Gut wäre natürlich, wenn du ihn ganz ruhig und sachlich darauf hinweist, dass es besser wäre, sich anzuziehen ;-) Spätestens vor der Tür wird er einlenken. Ist ja schrecklich kalt zurzeit.

LG Marion

Beitrag von bobiene 10.11.10 - 14:35 Uhr

Hallo,
unsere Grosse (4,5) hat so Extremphasen,wenn Sie wächst.
Weinerlich,hysterisch,launisch,zickig.
Sie ist dann auch schneller müde,isst mehr und klagt über Beinschmerzen.
Liebe Grüße, Yvonne mit Lilly und Matilda

Beitrag von beni76 10.11.10 - 20:26 Uhr

Hmmm, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht #kratz

Danke, vielleicht gibt es bei uns ja auch so eine Verbindung...

Lg
#blume beni