Kann eine Beziehung so kaputt machen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von depri 06.11.10 - 12:42 Uhr

Mein Mann und ich sind seit 7 Jahren zusammen und seit 5,5 Jahren verheiratet.
Wir haben ein 6-jähriges Kind.

Mein Mann ist Spieler und spielt ca. 1 mal im Monat. Dabei gehen so € 150 bis € 400,-- drauf.
Das belastet mich sehr, wir haben sowieso ein nicht so hohes Einkommen, so dass das Geld richtig fehlt.
Er möchte keine Therapie machen, für ihn ist das alles i.O.

Sex haben wir auf Wunsch meines Mannes hin so ungefähr alle 10 Tage. Ich habe keine Lust mehr auf Sex, arrangiere mich aber damit, weil ich ihn ja auch verstehen kann.

Zärtlichkeiten, Umarmungen usw. gibt es so gut wie gar nicht mehr.

Mein Mann ist nur gestreßt, viel am motzen und verbreitet schlechte Stimmung.

Dennoch kann man sagen, dass wir uns unterm Strich gut verstehen. Es gibt immer mal Phasen, da albern wir rum, da ist es harmonisch

Ich selbst bin chronisch krank und habe lange geglaubt, dass ich unter Depressionen leide.
Nun wurde mir aber gesagt, das meine eheliche Situation mich zu dem macht, was ich jetzt bin.

Ist so etwas möglich? Kann das einen so runterziehen?
Ich komm überhaupt nicht mehr aus dem Quark, bin den ganzen Tag totmüde, erledige nur noch das Nötigste.

Beitrag von Hilf dir selbst 06.11.10 - 12:54 Uhr

Das ist möglich.
Im Grunde verstehe ich deine Frage nicht, du führst eine schlechte Ehe, leidest unter der Spielsucht, der Uneinsichtigkeit und Gleichgültigkeit deines Mannes, aber unterm Strich versteht ihr euch gut?
Das redest du dir ein, um das Leben mit ihm überhaupt noch ertragen zu können.
Sieh zu, dass du aus dieser Ehe rauskommst, deinem Mann gefällt der Ist-Zustand, er wird nichts ändern wollen.
Wenn dir dieser Schritt zu radikal vorkommt, lege ich dir eine Therapie ans Herz, damit du deine Gedanken, Wünsche und Befindlichkeiten aussprechen und ordnen kannst.

Beitrag von carrie23 06.11.10 - 12:54 Uhr

Natürlich, wenn du sagst das Geld fehlt richtig und du weißt es sind wieder bis zu 400 Euro die er verprasst kann einen das depressiv machen denn man macht sich einen Kopf wie man das und das finanzieren soll, wie man leben soll usw.
Gut, die meißten Spieler spielen wesentlich häufiger als einmal im Monat, aber wenn ich weiß dass das Geld nicht reicht kann ich nicht spielen gehn.
Ich geh zb wahnsinnig gerne shoppen, welche Frau nicht, aber wenn ich weiß das Geld reicht nicht kann ich mir auch nix kaufen denn ich muss Anschaffungen machen, meine Familie ernähren usw.
ICH würde ja die Notbremse ziehe und ihm ein Ultimatum setzen, aber ich bin auch jemand der bei solchen Dingen kein Pardon kennt.
Hast du es schon mal probiert ihm die Pistole auf die Brust zu setzen?

So in der Art "Wenn er meint er braucht keine Therapie ist das für dich ok, aber das Spielen hat jetzt ein Ende oder du trennst dich und er darf dann gucken wie er den Unterhalt für das Kind bestreitet, da du nicht mehr gewillt bist Angst vor dem finanziellen Ruin zu haben"

lg carrie

Beitrag von sichersicher 06.11.10 - 13:13 Uhr

ich glaube Du kannst Dir die Frage schon selbst beantworten oder?


LG
sichersicher

Beitrag von bobbyteufel 06.11.10 - 13:17 Uhr

Hallo du,

eine Sucht ist eine Sucht egal in welcher Form. Wenn sie nicht bekämpft wird, wird sie alles zerstören und die Partner oder Fanilie in Co Abhängigkeit treiben.
Allerdings muß dein Mann erst am boden sein um zu begreifen das er eine Therapie machen muss. Denn wenn er es nicht wirklich will, dann hat eine Therapie keinen sinn. Aber du kannst für dich etwas tun indem du eine Selbsthilfegruppe für Angehörige besuchst da wird man dir helfen einen Weg für dich zu finden.

Die schlechte Laune deines Mannes die du beschreibst sind
Entzugserscheinungen weil er das Bedürfnis hat zu spielen und nicht kann.

Ich bin zawar kein Therapeut aber ich bin selber Spieler der schon 2 Therapien hinter sich hat. Die Spielsucht ist meiner meinung auch die mit am gefährlichste Sucht für Angehörige weil man nicht sehen kann ob ein Partner spielt oder nicht. Dafür müßte man den Partner zu 1000% kennen und das sind die wenigsten.

Ich gebe dir hiermit eindringlich den Rat dir Hilfe zu holen da sonst du eher am Boden bist als dein Mann.

LG
Ralph

Beitrag von wie lange noch warten 06.11.10 - 13:23 Uhr


Hör auf mit dem Selbstmitleid. Schütze dich und vor allem dein Kind!!! Ändere diesen Zustand. Wenn du Angst hast oder dir nicht weißt zu helfen, dann lass dich beraten (Familienberatungsstellen, Psychologen) Notfalls heimlich. Spieler werden Spieler bleiben, sofern sie sich keine Hilfe holen bzw. diesen Zustand als normal empfinden; ihn also bagatellisieren.
Übrigens bieten die Suchtberatungsstellen auch Beratung und Hilfe für die Partner der Betrroffenen an.

Warte nicht zu lange und lass dich nicht noch mehr finanziell, physisch und psychisch herunterziehen!!!

Beitrag von melka1972 06.11.10 - 21:23 Uhr

Die Antwort ist JA!!!!
Ich habe genau das gerade durch. Zwar keine Spielsucht dafür chronische Lügerei.
Ich bin nicht mehr ich gewesen. Kein Selbstvertrauen mehr, eine total frustrierte Mutter, ich schaffte meine Haushalt nicht mehr, Magenproblem, Migräne, Schlafstörungen, ich wusste nicht mal mehr, wann ich das letzte Mal herzlich gelacht hatte.
Hier und da mal ein nettes Wort richtete mich schon auf!!
Wir haben uns nun aber getrennt, weil ich einfach am Ende war. Das ist mal gerade eine Woche her und was soll ich sagen: Es geht täglich bergauf. Ich sitze hier und fühle mich sauwohl. Es gibt noch viel zu regeln usw. Aber ich spüre einfach nur Erleichterung, dieser Stressfaktor ist einfach aus meinem Leben verschwunden!!
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Du musst da raus!! Du schaffst das. Ich habs auch geschafft und mein Ego war wirklich am Ende!!
Alles, alles Liebe und Guten von Melanie