Wahrheit für die betrogene Frau?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von imschatten 15.11.10 - 23:26 Uhr

Angenommen eine Frau und ein Mann hatten eine Affäre über ein Jahr hinweg, sich alles, intime und sensible Dinge anvertraut...sich sehr nahe gestanden. Er ist verheiratet. Aber die Affäre wurde so eng, dass er hin- und hergerissen war zwischen beiden Frauen, über Monate hinweg. Im letzten halben Jahr mit beiden Frauen keinen Sex mehr hatte, weil er niemanden weiter betrügen wollte.

Dann, vor wenigen Wochen, hat die Ehefrau die Affäre aufgedeckt..und eine Welt ist für sie zusammengebrochen. Ein Ideal, alles Vertrauen in die Zukunft. Und das, obwohl sie schon immer extrem eifersüchtig war und von Anfang an gespürt hat, dass etwas nicht stimmt, weil ihr Mann so anders war, weit weg, distanziert, viel Streit. Ihren Mann mehrfach konfrontiert hat damit, er hätte eine Affäre. Er hat immer geleugnet.

Nun hat ihr Mann Angst dass sie sich etwas antut. Sie fragt und will verzweifelt Details, aber er kann und will diese nicht geben...behauptet, es wäre eine reine Sex-Geschichte, nur zweimal. Um sich und sie zu schützen, sagt er. Er hat den Kontakt zu seiner Affäre abgebrochen. Weil er das alles nicht mehr ertragen kann und ihr nicht auch noch weiter weh tun will.

Noch ist nicht klar ob er und seine Frau zusammenbleiben werden, weder von seiner noch von ihrer Seite aus. Aber was ist richtig? Seiner Frau niemals die volle Wahrheit zu sagen, dass er sich verliebt hat in diese andere Frau, dass sie wie eine Droge für ihn war und alles so intensiv und vertraut. Dass er unglücklich war in der Ehe und hin- und hergerissen und im Zweifel. Sie im Glauben zu lassen, dass alles sei nur Sex gewesen, nichts tiefes. Ist das nicht unfair? Weil sie ihre Zukunft auf dem aufbaut was er sagt..und er belügt sie. Falls sie zusammenbleiben, dann will sie eine Paartherapie - spätestens dann wird doch alles klar werden und umso schmerzhafter die Erkenntnis, dass er weiter gelogen hat.

Oder hilft er ihr damit für den Moment, in der ersten Verzweiflung...auch damit sie sich nichts antun. Und wird die Lüge vielleicht niemals ans Licht kommen und sie werden wieder glücklich?

Was meint ihr? Was halten die betrogenen Ehefrauen unter euch für fair?

Beitrag von witch71 15.11.10 - 23:42 Uhr

Bei so viel Lügerei und Schönrederei würde ich als Geliebte (hypothetisch) mir nicht so einen Kopf um die Ehefrau machen, sondern mich eher fragen, was von dem ganzen Mist er mir jetzt als Wahrheit auftischt, um auch bei mir so "sauber" wie möglich da zu stehen, wie er es bei seiner Frau gerade tut.

Der Typ wäre mir keinen Gedanken mehr wert und seine Ehefrau hat mich dann doch (hypothetisch) schon über ein Jahr lang nicht gejuckt. Wieso sollte mir ihr Wohlergehen denn dann jetzt am Herzen liegen?

Ich finde diese Gedankengänge auf eine gewisse Art pervers, ehrlich gesagt..

Beitrag von siehtsoaus 15.11.10 - 23:47 Uhr

sieht so aus als würde der betrügender man hier schreiben...

und sich nicht darstellen wollen.....

Beitrag von witch71 16.11.10 - 07:40 Uhr

Ja, die Einzige, die ich als Schreiberin ausschliessen konnte, war die Ehefrau.

Allerdings musste ich dann den Ehegatten auch ausschliessen, denn es kann ja nun nicht wirklich sein, dass er allerernstlich fragt, ob er seiner Frau die volle Wahrheit sagen soll. Will er wirklich eine weitere gute Beziehung zu seiner Frau auf neuen Lügen und Heimlichkeiten aufbauen? Das konnte ich mir auch nicht vorstellen..

Also dachte ich, am Ehesten käme noch die Geliebte in Frage, die sich vielleicht sogar erhofft, wenn die Frau die volle Wahrheit erfährt, löst sie die Beziehung zu ihrem Mann gänzlich.

Beitrag von imschatten 16.11.10 - 10:50 Uhr

Ich bin weder noch - eine Frau, kenne alle drei, habe das ganze von der Geliebten und ihm erfahren, unabhängig voneinander.

Wie weit beide ehrlich sind, kann ich nicht wirklich sagen...aber ich sehe, dass sie schrecklich unglücklich sind. Sie sind alle hilflos auf ihre Art und man kann als Außenstehende irgendwie nichts tun....nur fand und finde ich aus eigener Erfahrung, dass ohne Vertrauen und Ehrlichkeit keine Beziehung funktionieren kann. Aber ich zweifele eben, ob dies in diesem Fall der richtige Weg ist.

Beitrag von nightwitch 15.11.10 - 23:53 Uhr

Hallo,

ich denke, er sollte ihr ALLES so erzählen wie es wirklich gewesen ist.
Wenn er noch eine Chance mit der Ehefrau haben will - und diese auch - dann ist absolute Ehrlichkeit absolute Pflicht.

Irgendwann kommen auch die unschönen Details ans Tageslicht. Und sei es nur, weil die Ex-Geliebte nen moralischen bekommt und ihr alles steckt. Oder aus lauter Boshaftigkeit alles weitertratscht (so nach dem Motto: wenn er mich nicht will, soll er sie auch nicht haben bzw wenn es mit ihr komplett aus ist, kommt er vielleicht zu mir zurück).

Ich würde dann die komplette Wahrheit hören wollen, eben um mir ein umfassendes Bild machen zu können und darauf dann meine Entscheidungen zu stützen.

Aber eins sei dem Mann gewiss: er müsste ganz lange sehr kleine Brötchen backen.
Ich denke sogar, dass ich ihm nicht verzeihen könnte.

Gruß
Sandra

Beitrag von ******************* 16.11.10 - 00:09 Uhr

wenn mein mann mich so betrogen hätte, und mir auch noch ankommen würde alles wie es war zu erzählen

dann,

würde ich ihm einen kik geben aus!

boah ne ey krassss

die arme frau er soll sich von ihr trennen anstatt noch mehr weh zutun...

Beitrag von Auch betroffen 16.11.10 - 00:18 Uhr

Liebe / Lieber Unbekannte(r),

Wahnsinn das so bei Dir zu lesen, denn ich bin in im Moment in fast der gleichen Situation. Ich (männlich) habe vor zwei Wochen ebenfalls eine fast einjährige Außenbeziehung beendet und leide seitdem wie noch nie in meinem Leben.

Da ich nicht weiß, welche der drei Rollen (Mann, Ehefrau, Geliebte) Du einnimmst, fällt es mir sehr schwer Dir individuell zu raten. Bist Du der Mann, der die Außenbeziehung beendet hat, solltest Du Dich zunächst nach den Beweggründen für Deine Entscheidung fragen. Aus dem Posting erschließen sie sich für mich auf jeden Fall nicht. Willst Du Deine Ehe wirklich noch retten, und zwar so, dass auch du wieder in ihr zufrieden leben kannst, muss denke ich alles auf den Tisch.

Zwei sehr hilfreiche Bücher sind "Wenn Liebe fremd geht" von Ulrich Clement mit sehr hilfreichen Anleitungen für den Umgang mit dem Ende einer Außenbeziehung und "Wer Liebe lebt" von Hans Jellouschek, das mir sehr stark Mechanismen in Partnerschaften aufgeziegt hat.

LG von
Auch betroffen

Beitrag von pieda 16.11.10 - 08:43 Uhr

Hallo,

draf ich dich ganz kurz nach deinen Beweggründen fragen,wieso Dir das passiert ist fast 1 Jahr lang?Nur sexueller Natur,oder doch verliebt,wenn ja--Warum?
Hast Du es Deiner Frau gebeichtet?

#danke

Beitrag von leiden 16.11.10 - 09:27 Uhr

Hallo auchbetroffen,
du schreibst, du leidest gerade wie noch nie in deinem Leben. Mich würde interessieren, wieso du die "Außenbeziehung" beendet hast, wenn du sie offenbar so liebst? Oder würdest du genau so leiden, wenn du deine Ehe beendet hättest und mit deiner "Außenbeziehung" eine richtige Beziehung eingegangen wärst? Was waren deine Beweggründe, gerade diese und keine andere Entscheidung zu treffen?

LG

Beitrag von imschatten 16.11.10 - 11:09 Uhr

Hallo "Auch betroffen",

ich stehe außen, bin eine Frau..die vielleicht aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen von zwei der Betroffenen ins Vertrauen gezogen wurde.

Ich finde deinen Begriff der "Außenbeziehung" sehr interessant und für diesen Fall treffend...denn das sagt mehr aus über das was wohl war.
Ich werde deine Buch-Tipps an ihn weiterleiten, vielen Dank dafür. Aber bist DU dir denn sicher in deiner Entscheidung? Warst DU nun völlig ehrlich zu deiner Frau..und war das der richtige Weg auch für sie und für eure Beziehung (sofern du das jetzt schon abschätzen kannst..)?

Ich bin schon mal den anderen Weg gegangen, habe weiter gelogen, mich dann aber für den Geliebten entschieden. Und bin mir nicht sicher, ob das richtig war.

LG
im Schatten

Beitrag von haenschen 16.11.10 - 20:08 Uhr

Hallo Pieda, leiden und im Schatten,

es war viel mehr als nur sexuelles Erleben. Wenn Ihr möchtet könnt Ihr mich über die VK kontaktieren.

LG
Haenschen

Beitrag von asimbonanga 16.11.10 - 00:35 Uhr

Hallo,
ich bin keine betrogene Ehefrau----war aber mal eine.
Die Wahrheit muss auf den Tisch--Paartherapie ist schon mal sehr gut um diese heftige Krise zu meistern.
Der Mann sollte mit einfachen, klaren Worten sagen, das er sich verliebt hat .Wie sich das Ganze entwickelte und warum er dafür so empfänglich war.Dann sagt er ,das er gemerkt hat das er sie, seine Frau, mehr liebt, um sie kämpfen will und einen Neuanfang wünscht.
Wenn der Mann davon ausgehen muss , sie könnte sich etwas antun, sollte die Ehefrau sich sofort fachliche Hilfe holen.Mehr möchte ich dazu nicht abschreiben.
Insgesamt klingt alles unausgegoren und wage---------


L.G.

Beitrag von ippilala 16.11.10 - 01:27 Uhr

Wenn er ihr nicht die Wahrheit sagt, lügt er zusätzlich in Bezug auf das weitere Zusammebleiben mit seiner Frau.

Oder wie will er "ob er und seine Frau zusammenbleiben werden, weder von seiner" erklären, wenn er nicht, sagt dass mehr lief?

Will er sagen, dass er auf Grund des zweimaligem bedeutungslosem Sex` sich nicht mehr seiner Gefühle sicher ist?

Er sollte dringend mit der Wahrheit rausrücken.

Und das nächste mal erst seine Eheprobleme lösen und nicht gleich einer anderen Frau in die Arme fallen.

Beitrag von hezna 16.11.10 - 07:42 Uhr

Mir stellt sich folgende Frage:

Hat der Mann sich für seine Frau entschieden, weil er befürchtet, sie könne sich etwas antun? Oder weil er sie für die bessere Wahl hält?

Kann man die erste Frage mit "ja" beantworten, wird die Geschichte eh den Bach runter gehen, denn spätestens, wenn seine Frau auf dem Weg der "Besserung" ist, wird ihm wieder einfallen, wie schön es mit der Geliebten war. Und er wird leiden, was wiederum seiner Frau auffallen wird, denn offenbar hat sie ein feines Gespür für seine Stimmungen. Das Ganze dürfte somit mächtig in die Hose gehen.

Kann man die zweite Frage mit "ja" beantworten denke ich nicht, das die ganze Wahrheit auf den Tisch muß. Seine Ehefrau leidet momentan genug, warum soll man sie mit allen Einzelheiten belasten?
Der Fakt des Fremdgehens besteht so oder so, egal aus welchen Motiven er entstanden ist.

In einer Paartherapie wird sicherlich nicht die Affaire durchleuchtet sondern der Grund, weshalb es dazu kommen konnte. Mangelnde Liebe zur Ehefrau, Lust an etwas Neuem oder weil grundsätzlich Dinge im Eheleben schief laufen?

Fair wäre, das der Ehemann sich absolut klar zu seiner Frau bekennen kann. Und alles daran setzt, seine Ehe wieder auf Normal Null zu bringen.
Kann er das nicht, wird das Ganze ein Eiertanz.


Gruß Hezna #klee

Beitrag von pumukel75 16.11.10 - 08:43 Uhr

Ich denke mal, es ist für alle drei der Beteiligten wichtig die Wahrheit zu wissen um damit umzugehen.
Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, das es für die Ehefrau weniger verletzend ist, davon auszugehen das es sich um eine reine Sexbeziehung des Mannes gehandelt hat.
Gefühle sind halt nicht so ohne weiteres abstellbar...
Und egal ob der Mann sich für die Geliebte oder Ehefrau entscheidet, jeder sollte genau Wissen warum wieso und weshalb das alles zustande gekommen ist.

Beitrag von pieda 16.11.10 - 08:49 Uhr

Hallo,

ich bin für die absolute Wahrheit,so schlimm es auch gewesen sein mag!!!
Bin selber eine Betrogene,und es gibt nichts Schlimmeres,als dann auch noch für dumm verkauft zu werden,alles wird geleugnet,alles verharmlost,schöngeredet....

DAS ist einfach mies....
Einfach auch mal dazu stehen,wenn man Mist gebaut hat,einfach den arsch in der Hose haben---ich finde das ist beinahe das MINDESTE,was der Partner dann noch tun kann!

Lg,P.#blume

Beitrag von manavgat 16.11.10 - 09:18 Uhr

So ein Mega-Arschloch ist einfach ....


.... ohne Worte!


Einen Kachelmann braucht keine Frau.


Gruß

Manavgat

Beitrag von backtoblack 16.11.10 - 09:31 Uhr

brauchen sicher nicht, aber HABEN. und das ist das Dilemma. es kann doch nicht ein Drittel oder vermutlich mehr der frauenriege hoppladihopp im jahrestakt das handtuch werfen und die männer vor die tür setzen.

Beitrag von manavgat 16.11.10 - 10:34 Uhr

1. wieso nicht?


2. macht Versuch klug und Frau schaut beim nächsten Mann vielleicht genauer hin...

Gruß

Manavgat

Beitrag von backtoblack 16.11.10 - 14:32 Uhr

1. Im Jahrestakt?
2. Sieht man das bei genauerem Hinsehen denn? Grade klügere sind da sehr dreist...

Beitrag von manavgat 16.11.10 - 14:34 Uhr

jetzt wird es philosophisch.


Ja, ich denke schon, dass mit Lebensalter auch die Weisheit steigt.

... wenn dafür auch leider so manches andere abnimmt, blos nicht das Gewicht

#zitter


Gruß

Manavgat

Beitrag von backtoblack 16.11.10 - 15:13 Uhr

Hm, aber macht es dann noch Sinn genauer hinzuschaun?
;)

Beitrag von litalia 16.11.10 - 09:29 Uhr

ich hoffe für die ehefrau die kraft und die intelligenz zu besitzen diesen ekelhaften vollpfosten zu verlassen.


wenn der mann auch nur einen hauch von rückrad hat dann tut er seiner frau einen gefallen und VERLÄSST SIE.

es wäre eine zumutung wenn sie ihr leben weiterhin mit ihm verbringen muss nur weil sie nicht von ihm los kommt.

wenn ihm seine ehefrau ein klein wenig was wert ist (ist sie ihm aber nicht!) dann verlässt er sie und gibt ihr die chance ein besseres leben mit einem besseren mann, der sie wirklich liebt und achtet, führen zu können.

Beitrag von seelenspiegel 16.11.10 - 10:21 Uhr

Mit Ehrlichkeit fährt man auf lange Sicht immer am besten.....das gilt übrigens für alle Beteiligten.

Was soll das bitte für eine Beziehungsgrundlage sein, wenn er nur aufgrund von Schuldgefühlen zu seiner Frau zurückgeht, weil sie einen Teil der Wahrheit aufgedeckt hat, ihr aber weiterhin den Hintergrund verschweigt, und das eigentlich genauso schlimm ist, wie aktiv zu lügen?

<<<Weil er das alles nicht mehr ertragen kann und ihr nicht auch noch weiter weh tun will. >>>

Eine Runde Mitleid !?

Ein ziemlich feiges und unreifes Verhalten, das man nicht noch weiter kommentieren muss.



Sobald sich sein "schlechtes Gewissen" wieder beruhigt hat, genauso wie die Situation, wird er wieder den Kontakt zu seiner Affaire oder jemand neuem suchen als wäre überhaupt nicht passiert.

<<<Im letzten halben Jahr mit beiden Frauen keinen Sex mehr hatte, weil er niemanden weiter betrügen wollte. >>>

Wer lügt sich denn da nun was vor?

So jemand schränkt den Kontakt nur dann ein, wenn negative Konsequenzen zu erwarten/befürchten sind. Sei es nun dass die Ehefrau misstrauischer wurde, oder die Affaire anfing mehr zu fordern als er eigentlich investieren wollte.

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