Weihnachten, Ostern usw. im Städt. Kindergarten??

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jennifer2003 16.11.10 - 14:05 Uhr

Hallo!
Meine Frage richtet sich an die Eltern, deren Kinder im Städtischen Kindergarten sind. Werden im Kindergarten trotzdem die christlichen Hauptfeste, also zumindest Weihnachten, Ostern, vielleicht auch z.B. St. Martin besprochen und gefeiert? Oder überhaupt gar nicht?
Würde mich über Infos freuen, danke!!!
Jenni

Beitrag von kruemlschen 16.11.10 - 14:20 Uhr

Hallo,

mein Sohn geht in eine städt. Kinderkrippe und bei uns werden auch die christlichen Hauptfeste besprochen/gefeiert, allerdings nicht mit dem christlichen Hintergrund.

So kommt eben an Ostern der Osterhase, dafür basteln die Kinder Osternester in der Krippe, zum Thema Weihnachten kommt der Nikolaus und bringt gefüllte Socken (er stellt den Sack aber nur vor die Tür damit sich die Kinder nicht fürchten), außerdem backen die Kinder gemeinsam Plätzchen und es gibt einen Adventsnachmittag und an St. Martin gibts den Laternen Umzug und das Thema Teilen wird anhand der St. Martinsgeschichte besprochen.

Über Jesus und Co. verliert da allerdings niemand ein Wort und das finde ich auch gut so, dafür gibt es schließlich kirchliche Träger mit eigenen Einrichtungen.

Gruß K

Beitrag von anyca 16.11.10 - 14:32 Uhr

"Über Jesus und Co. verliert da allerdings niemand ein Wort und das finde ich auch gut so, dafür gibt es schließlich kirchliche Träger mit eigenen Einrichtungen. "

Und was denken die Kinder dann, was Weihnachten eigentlich gefeiert wird? Man muß ja nichts von alledem glauben, aber es gehört doch zum Allgemeinwissen ...

Beitrag von ichclaudia 16.11.10 - 14:46 Uhr

Das lernen die doch im religionsunterricht in der Schule, oder ? Sorry, aber mein Sohn weiss, dass man Weihnachten und Ostern feiert. Nach einem Warum hat er noch nie gefragt. Wenn er danach fragen würde, würde ich es ihm sicher erklären! Aber noch freut er sich daran, dass man Weihnachten feiert, und es ist ihm völlig egal, warum..Hauptsache wir sind alle zusammen und feiern ein bissi..

Beitrag von anyca 16.11.10 - 15:15 Uhr

"Das lernen die doch im religionsunterricht in der Schule, oder ?"

Konfessionslose Kinder nicht.

"Aber noch freut er sich daran, dass man Weihnachten feiert, und es ist ihm völlig egal, warum..Hauptsache wir sind alle zusammen und feiern ein bissi.."

Da habe ich einen höheren Anspruch an frühkindliche Bildung. Dein Sohn ist FÜNF, meine Tochter wußte mit 2,5 schon, warum wir Weihnachten feiern.

Beitrag von ichclaudia 16.11.10 - 21:14 Uhr

Dafür kennt mein Sohn sämtliche Verkehrszeichen, bewegt sich sicher im Straßenverkehr u.a. Das ist mir viel wichtiger ! Und wie schon gesagt: Wenn er danach fragt, werde ich ihm Fragen auch beantworten !
Übrigens: Mit 2 hat mein Sohn das erste Mal "Mama" gesagt, weil er eine Sprachentwicklungsverzögerung hat ! Die ersten vollen Sätze kamen nach langer Therapie und ärztlicher Behandlung mit 3 1/2 Jahren !!!!! Da interessiert mich nicht wirklich, ob er weiss, was Weihnachten ist, wenn er es noch nichtmal aussprechen kann #aha

Beitrag von kruemlschen 16.11.10 - 14:47 Uhr

"Und was denken die Kinder dann, was Weihnachten eigentlich gefeiert wird? Man muß ja nichts von alledem glauben, aber es gehört doch zum Allgemeinwissen ..."

Unser Kindergarten traut es den Eltern zu, ihren Kindern das nötige Allgemeinwissen zu vermitteln.
Ein Kindergarten ist doch schließlich keine Bildungseinrichtung.

Außerdem gibt es in unserer Einrichtung auch muslimische und jüdische Kinder, sogar Zeugen Jehovas, was glaubst Du was da los wäre wenn der Kindergarten den Kindern eine "Christlichegesinnung" vermitteln würde wo es doch eine STÄDTISCHE Einrichtung ist?

Beitrag von anyca 16.11.10 - 15:20 Uhr

"Ein Kindergarten ist doch schließlich keine Bildungseinrichtung. "

Dann habt ihr den falschen Kindergarten, selbstverständlich ist ein Kindergarten eine Bildungseinrichtung! Hier in Berlin müssen (!) alle (!) Kindergärten das "Berliner Bildungsprogramm" durchführen.

"Außerdem gibt es in unserer Einrichtung auch muslimische und jüdische Kinder, sogar Zeugen Jehovas, was glaubst Du was da los wäre wenn der Kindergarten den Kindern eine "Christlichegesinnung" vermitteln würde wo es doch eine STÄDTISCHE Einrichtung ist?"

Was lernen sie denn für "Gesinnung", wenn sie lernen, warum man Weihnachten feiert? Sie sollen ja nicht beten im städtischen Kindergarten, aber grundlegende Allgemeinbildung bekommen!
Übrigens hoffe ich, daß man auch in Eurem KiGa Teilen, gewaltlosen Umgang miteinander, soziale Einstellung etc. lernt - oder was verstehst Du unter "christlicher Gesinnung"?

Beitrag von kruemlschen 16.11.10 - 15:48 Uhr

Nein, ich denke wir haben genau den richtigen Kindergarten (bzw. die richtige Kinderkrippe ;-) ) denn in unserer Einrichtung steht SPIELEN und SPAß im Vordergrund und nicht lernen.

Es ist mir wirklich egal welche "Gesinnung" andere Kinder lernen bzgl. des Weihnachtsfestes oder sonstigen christlichen Feiertagen, dass liegt ganz im Ermessen der Eltern und nicht des Kindergartens.
Spätestens wenn die Kinder in die Schule kommen werden sie im Religionsunterricht oder in Ethik die nötige Allgemeinbildung vermittelt bekommen.

Eine "christliche Gesinnung" bezieht sich logischerweise auf den christlichen Glauben und nicht auf ethische Werte, wie kommst Du denn darauf das zu vermischen?

Beitrag von anyca 16.11.10 - 16:09 Uhr

"in unserer Einrichtung steht SPIELEN und SPAß im Vordergrund und nicht lernen. "

Und Du glaubst, das ist in Berliner Kindergärten anders? Warum soll es keinen Spaß machen, Experimente mit Wasser zu machen, einen Tag ohne Strom auszukommen, afrikanische Instrumente zu basteln etc.? Lernen heißt ja nicht stundenlang stillsitzen und zuhören.

"Eine "christliche Gesinnung" bezieht sich logischerweise auf den christlichen Glauben und nicht auf ethische Werte, wie kommst Du denn darauf das zu vermischen? "

Weil es genau um diese ethischen Werte geht in unserem explizit christlichen Kindergarten.

Beitrag von kruemlschen 16.11.10 - 16:38 Uhr

Ich frage mich schön langsam ob Du Langeweile hast oder einfach nur provozieren möchtest.

FAKT ist, die Konzeption einer städtischen Kindertageseinrichtung beinhaltet KEINE Vermittlung von Religion jedweder Art, dass finde ich gut und richtig so, nicht mehr und nicht weniger habe ich der TE gesagt.

Wenn Du das Bedürfnis hast anderen Deine Religion näher zu bringen, dann darfst Du dazu gerne einen neuen Beitrag eröffnen, aber versuche nicht mir eine Diskussion aufzudrücken über ein Thema dass mir gelinde gesagt am Allerwertesten vorbei geht.

Ich freue mich für Dich, wenn Du mit Deinem Kindergarten zufrieden bist, ich bin es mit meinem ebenso.

Beitrag von anyca 16.11.10 - 16:51 Uhr

"Wenn Du das Bedürfnis hast anderen Deine Religion näher zu bringen, dann darfst Du dazu gerne einen neuen Beitrag eröffnen"

Wo bitte habe ich denn missioniert? Ich habe nirgendwo gesagt, daß irgendwer Christ sein oder werden sollte oder gar müßte. Aber es ist doch absurd, Kindern bewußt zu verschweigen, warum Weihnachten gefeiert wird. Und wenn dann über Nikolaus oder Martin geredet wird, aber nicht über Jesus (alles historische Personen!), dann wird es noch mal absurder.

Beitrag von kruemlschen 16.11.10 - 17:01 Uhr

Du magst es nicht gut heißen und auch nicht verstehen, aber Weihnachten, Ostern, St. Martin, Nikolaus, etc. sind inzwischen auch gesellschaftlich anerkannte Familien-/Gemeinschaftsfeste OHNE den christlichen Hintergrund dabei zu beachten.

Und in einer Kinderbetreuungseinrichtung OHNE religiösen Träger ist es eben nicht nur nicht absurd, sondern sogar wichtig diese Feste ohne den religiösen Hintergrund zu behandeln, damit es den Eltern überlassen bleibt den Kindern ihren Glauben zu vermitteln, oder eben auch nicht.

Und weil Du das nicht gut findest/absurd findest hast Du Dich eben für eine christliche Einrichtung entschieden und andere, die es gut finden haben sich für eine städt. Einrichtung entschieden. Ist doch ganz einfach und einer Diskussion nicht wert.

Beitrag von anyca 16.11.10 - 17:13 Uhr

Ich glaube, Du verstehst nicht, worum es mir geht. Es geht um Wissen um unsere Geschichte, unser kulturelles Erbe, nicht um persönlichen Glauben. Letzteren muß jeder mit sich selber abmachen.

Mir ist durchaus bewußt, daß man Weihnachten als allgemeines Familien-Rentier-Kekse-Weihnachtsbaum-Geschenke-Fest feiern kann, und ich finde es sehr schön, daß das eben auch Muslime, Juden, Hindus, Atheisten mitmachen können. Trotzdem finde ich es erschreckend, wenn ich eben in meiner Arbeit erlebe, daß auch ältere Kinder gar nicht mehr wissen (!), was die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten ist. Dann haben sie nämlich auch nicht mehr die Wahl, wie sie Weihnachten für sich interpretieren wollen.

Beitrag von kruemlschen 16.11.10 - 17:16 Uhr

Ich verstehe das schon und ja, ich bin da total Deiner Meinung, trotzdem sehe ich das nicht als Aufgabe des Kindergartens an, sondern als Aufgabe der Eltern und der Schule.

Beitrag von sonne_1975 16.11.10 - 17:19 Uhr

Weisst du denn, was die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten ist?

Es war ein Wintersonnenwendenfest, deswegen hat die Kirche Weihnachten auf diese Tage gelegt, damit Menschen ihre alte Feste so vergessen und auf neue umschwenken.

Oder wie kommt es sonst, dass Mariaempfängnis im August war?;-)

Klar, soweit müssen es die Kinder natürlich nicht wissen.

Aber ich finde nicht, dass Kindergartenkinder, die nicht gläubig sind, schon wissen müssen, woher Weihnachten kommt.

Beitrag von anyca 16.11.10 - 16:13 Uhr

Zu früh abgeschickt, daher noch ein Nachtrag:

"Spätestens wenn die Kinder in die Schule kommen werden sie im Religionsunterricht oder in Ethik die nötige Allgemeinbildung vermittelt bekommen. "

Das ist die Theorie. Ich arbeite in der außerschulischen Bildungsarbeit und die Kids, die "nur" Ethik haben, haben leider in der Praxis sehr oft NULL Ahnung von IRGENDEINER Religion bzw. es geht alles quer durcheinander. Und zwar bei Fünfzehnjährigen!

Beitrag von ichclaudia 16.11.10 - 14:20 Uhr

Hallo,

bei uns werden am Nikolaustag die Hausschuhe der Kinder gefüllt, es findet eine kleine Adventsfeier mit Eltern statt (meist rund um den 3. Advent). Besprochen wird da nichts so wirklich. Es wird halt für die Kinder schön gestaltet..Es werden Plätzchen gebacken, es wird Tannenbaumschmuck gebastelt...Das wars dann im Wesentlichen. Kurz vor Ostern werden evtl. nochmal ein paar ausgepustete Eier bemalt. (Ist in den letzten 3 Jahren einmal vorgekommen).

Bin mal gespannt, wie es bei den anderen ist..

LG Claudia

Beitrag von loonis 16.11.10 - 14:49 Uhr




Ja klar ,hier werden diese Feste gefeiert ...
sie gehen ins Weihnachtsmärchen,backen demnächst Plätzchen ,gehen
ins EKZ in d.Backstube ,wir haben eine Weihnachtsfeier,
sie basteln viel ....der Nikolaus kommt auch.

LG Kerstin

Beitrag von wemauchimmer 16.11.10 - 15:41 Uhr

Selbstverständlich werden diese Feste (inkl. St. Martin) von langer Hand vorbereitet und gefeiert.
Der Unterschied zwischen städtischen und kirchlichen Einrichtungen bei uns ist, daß in letzteren ein Gemeindevorstand oder -vorsteher das Sagen hat und dessen mehr oder weniger zeitgemäße Vorstellungen von Kindererziehung und Familienleben bestimmen halt den Kindergartenalltag. Er entscheidet, was angeschafft wird von den durch die Eltern erwirtschafteten Zusatzeinnahmen, er entscheidet, ob und wie oft es Mittagessen oder Nachmittagsangebote gibt, die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern spielen dabei keinerlei Rolle.
Da fahren wir in unseren städtischen Kindergärten doch weitaus besser und demokratischer oder sagen wir "kundenorientierter". Es gibt weit weniger geplante und ungeplante Schließtage und die Erzieherinnen werden weitaus besser fortgebildet.
Sicher mag es auch sehr gute kirchliche Einrichtungen geben, aber hier sind die allgemeinen Qualitätsstandards doch recht verschieden.

Beitrag von almalach 16.11.10 - 16:15 Uhr

Einspruch - das mag von Kita zu Kita unetrschiedlich sein.

Hier müssen sich alle Kitas anhand der Qualitätssicherung prüfen lassen - egal ob freier Träger oder Stadt/Kommune:

- Aus- und Fortbildung der MitarbeiterInnen/Engagement nach Dienstschluss
- Bildungsplan/Bildungsangebote
- Projekte und andere Angebote (Musik, Sport, ...)
- Elternarbeit (Abende, Gesprächsangebote, ....)
- Feste und besondere Veranstaltungen
- Schließzeiten/Jahresplan
- .....

Ich mag solche Pauschalisierungen nicht!

Mit Grüßen aus Leipzig!

Beitrag von wemauchimmer 16.11.10 - 16:31 Uhr

Ich hab ja nicht pauschalisiert, sondern von unserer Stadt geschrieben. Hier kenne ichs durch langjährige Arbeit im Gesamtelternbeirat (in dem alle Elternbeiräte aller Kindergärten vertreten sind) halt etwas genauer. Da staunen wir "städtischen" halt oft, wenn wir hören, was bei den "kirchlichen" so alles zugemutet wird.

Die Stadt hat klare Vorgaben bezüglich der Fortbildung der Mitarbeiter, und da sie auch bei kirchlichen Trägern fast die gesamten Kosten tragen muß, setzt sie diese dort auch durch, allerdings meist gegen großen Widerstand des jeweiligen Trägers und mit erheblicher zeitlicher Verzögerung, und das wird dann dort sehr oft auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen - sprich: durch Schließtage.

und ja, sicher, ich bin überzeugt, es gibt auch sehr gute kirchliche Einrichtungen und sehr schlechte städtische, aber natürlich denke ich auch, daß die Verhältnisse hier nicht grundsätzlich anders sind als anderso, und die Eingangsfrage hört sich für mich so an, als wäre etwas Aufklärungsarbeit über die grundlegenden Unterschiede zwischen städtischen und kirchlichen Trägern angebracht, und die sind meiner Meinung nach eben nicht darin zu suchen, welchen Stellenwert Weihnachts- oder Osterfeste einnehmen.
LG

Beitrag von kallindra 16.11.10 - 16:37 Uhr

Hi Jenni,

bei uns werden die Fest gefeiert, aber ohne den wirklichen christilichen Hintergrund, Osterhase, Plätzchen, Laternen und sowas sind normal, mehr nicht.

Im städtischen Hort hiess St.Martin sogar nur noch "Lichterfest", finde ich schade....

Kallindra

Beitrag von jennifer2003 17.11.10 - 14:58 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten, das war sehr hilfreich!
Hintergrund meiner Frage war daß wir umziehen, bisher sind meine Kinder im katholischen Kindergarten. Da am neuen Wohnort aber die Plätze sehr rar sind habe ich auch im Städtischen angemeldet. Leider hatte ich vergessen zu fragen wie die Feiertage gehandhabt werden und ich wollte deswegen nicht nochmal anrufen... :)
Dann bin ich aber beruhigt, ich hatte schon befürchtet daß es im Städtischen dann nur Halloween gibt. ;)
Lieber Gruß
Jenni