Jeden Abend Angst vorm Einschlafen

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von boni11 23.11.10 - 17:28 Uhr

Hallo, ich habe Probleme mit meinem 8-Jährigen Sohn. Jeden Abend wird das Theater größer, dass er nicht einschlafen kann.

Er hat schon immer recht wenig Schlaf gebraucht, so dass 21.00 Uhr Einschlafzeit bei uns die Regel ist /bzw. war. Inzwischen wird es oft halb 11, bis er zum Schlafen kommt.

Ins Bett muss er gegen 20.00 Uhr und darf dann noch lesen.

Wir haben auch unsere Rituale, die wir einhalten, aber vielt zu oft kommt nach einer Stunde, wo ich denke, er schläft schon längst, ein Ruf aus dem Kinderzimmer.

Der Tenor ist eigentlich immer: Ich will ja schlafen, aber ich habe solche Angst. Auf nachfragen habe ich bisher nur herausgefunden, dass er Angst vorm Dunkeln hat (bei ihm im Zimmer brennt aber eine - meiner Meinung nach viel zu helle- Lampe) und vor dem Alleinsein. Wir müssen immer die Tür ganz weit aufmachen, was ich nicht so toll finde, da wir ein offenes Treppenhaus haben und er so den Ton vom Fernseher mitbekommt. Und das ist ja nicht immer alles für Kinderohren gemacht.
Aber meinen letzten Versuch, die Tür zu schließen, habe ich bald aufgegeben, da er nach 2 Minuten so geweint hat, dass er nur noch bei uns zu beruhigen war.

Es geht schon eine ganze Weile so mit den Einschlafproblemen und auch mit der Angst, aber jetzt weiß ich bald nimmer weiter. Vor allem macht es ihm auch richtig viel aus, dass er nicht einschlafen kann. Er ist total unglücklich.
Wenn er bei seinem kleineren Bruder im Zimmer schläft, gibt es keine Probleme (zumindest keine mit der Angst ;-) ) .
Aber das will er nicht wirklich. Und auf die Dauer machen die zwei nur Unsinn und schlafen auch nicht.

In der Schule läuft es gut. Er spielt wohl mal am PC, aber eher solche Kniffelspiele. Fernsehen, ja, aber auch sehr eingeschränkt.
Ich kann es bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Bin auch ein Schisser, habe das aber nie vor meinen Kindern thematisiert. Habs z.B. nicht gerne, wenn mein Mann über Nacht weg ist.

Versuche es jetzt mal mit Notfalltropfen von Bach.

Vielleicht hat ja jemand irgendeinen Rat für mich. Auch auf die Frage: Würdet ihr zum Arzt gehen? Ich habe das mal gesagt, dass wir zum Doktor gehen, aber das will er nicht.
Ich habe auch schon gefragt, ob jemand ihm was gemacht hat, ob er was gesehen hat..... Alles wurde mit nein beantwortet.

Hoffe, jemand hat einen kleinen Tipp.

Danke fürs Lesen.

Boni

Beitrag von seluna 23.11.10 - 17:52 Uhr

Hallo,
versuche es mal mit Umstellen des Bettes und evtl ein zwietes Nachtlicht.
Ein CH zum Einschlafen, manches mal können die Geräusche aus dem CD Spieler die Angst mildern und er hört nicht soviel von eurem Fernseher.
Meiner Nichte hat ein Betthimmel geholfen, der beschützt sie jede Nacht.

Wäre jetzt so meine Idee.

Beitrag von boni11 23.11.10 - 17:55 Uhr

Danke für deine Antwort. CDs haben wir auch schon versucht. Hierbei bin ich auch komplett auf Schlaflieder umgestiegen, obwohl wir eigentlich auch keine zu "Spannenden" CDs haben.

Bett umstellen werde ich auf jeden Fall mal in Betracht ziehen. Ob er nen Betthimmel "cool" genug findet? Mal sehen.

Jedenfalls vielen Dank!

Boni

Beitrag von janamausi 23.11.10 - 20:01 Uhr

Hallo,

das mit dem Bett umstellen finde ich eine gute Idee und würde es auch mal ausprobieren.

Hast Du es auch mal ausprobiert, dass er später ins Bett geht? Wenn er erst so gegen 21 Uhr einschläft (bzw. eingeschlafen ist), finde ich 20 Uhr relativ früh um ins Bett zu gehen. Vielleicht kannst Du den Abend umgestalten, in dem er erst später (also erst gegen 21 Uhr) ins Bett geht und das Buch im Wohnzimmer liest?

Wenn Du es so schlimm findest und er aber nicht zum Arzt will, würde ich mal alleine (und auch ohne Wissen deines Sohnes) mit dem Arzt reden. Evtl. kann er dir ein paar Tips geben.

LG janamausi

Beitrag von boni11 24.11.10 - 08:29 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich will ihn eigentlich nicht länger im Wohnzimmer lassen bzw bei uns.

Das hat einerseits ganz egoistische Gründe. Ich möchte irgendwann auch mal mit meinem Mann reden, ohne das eines unserer 3 Kinder anwesend ist. Dann gibt es die seltenen Abende, wo ich was im Fernsehen schauen möchte.

Außerdem zeigt mir die Erfahrung, dass es sich dann alles noch mehr verschiebt. Ich habe ja nichts dagegen, wenn er liest, weil er nicht einschlafen kann. Das ist ja auch ok für ihn.

Schlimm wirds immer erst dann, wenn das Leselicht aus ist und er nicht mehr durch das Buch abgelenkt ist.

Heute nacht habe ich ihn bei seinem kleinen Bruder einquartiert. Das ging dann gut.

Vielleicht müssen wir doch ein Schlaf- und ein Spielzimmer machen. Aber die zwei streiten auch echt viel.

Naja, ich hoffe, es wird wieder besser. Mit einem Arzt ohne ihn zu reden, habe ich mir auch schon überlegt.

Danke jedenfalls,

Boni

Beitrag von janamausi 24.11.10 - 14:35 Uhr

Hallo,

ich kann dich schon verstehen, dass Du auch gern den Abend mit deinem Mann verbringen willst. Aber evtl. wird so, der Kreislauf unterbrochen, also er verbringt Zeit mit Mama und Papa oder zumindest mit euch im Raum und nicht alleine im Zimmer und geht dann erst in sein Zimmer, wenn es wirklich Schlafenszeit ist und evtl. würde er dann einfach vor Müdigkeit schnell einschlafen ohne sich vorher lange Gedanken zu machen...

Meine Tochter hatte mal mit 4 Jahren so eine Phase (also Angst vor dem alleine einschlafen im dunklen Zimmer). Der Kiga hat mir ein Buch ausgeliehen und wir haben es zusammen gelesen und es hat super geholfen.

Vielleicht gibt es ja auch für ein Sohn ein altersgerechtes Buch...und evtl. kann dir der Arzt ja da einen Tip geben.

LG janamausi

Beitrag von erstes-huhn 24.11.10 - 09:37 Uhr

Hast du deinen Sohn mal gefragt, was ihr beide gegen die Angst machen könnt?
Manchmal haben die Kinder da gute Ideen.

Mein Sohn sagte, er braucht eine "Absperrung" - da haben wir jeden Abend ein Seil vor die Tür gemacht. Und siehe da, es ging viel besser.

Setzt euch mal zusammen und überlegt etwas. Wichtig ist etwas zu finden, das deinen Sohn mit trägt, also das er mitentscheiden darf was passiert.

Beitrag von boni11 24.11.10 - 09:42 Uhr

Ja, wir haben das schon besprochen. Aber er sagt dann immer, er will nicht alleine sein. Das ist seine Angst, dass er alleine ist und schlecht träumt.

Ich habe ihn gefragt, ob er denn oft schlecht träumt und er sagte, er hätte 2 mal einen Traum gehabt, wo ihn jemand packt. Das ist ja jetzt nicht soooo häufig.

Gestern habe ich nochmal lange mit ihm geredet und er sagte, er hat Angst, dass die Dunkelheit ihn packt.
Ich nehm das schon sehr ernst, denn es belastet ihn ja auch. Hoffe, es legt sich irgendwann mal wieder.

Boni

Beitrag von erstes-huhn 25.11.10 - 19:39 Uhr

Schlage ihm vielleicht vor ein Moskotonetz um sein Bett zu machen, dadrunter sollte dann eine kleine Lampe stehen.

Das Netz hält dann die Dunkelheit fern?!

Manchmal sind es echt einfache Dinge, die helfen. Vielleicht sagt er, dass er das nicht glaubt, aber doch bereit ist es zu versuchen. Dann kann diese Netz ja von "innen" gestalten mit nachtleuchtenden Sternen (oder so), die vor der Dunkelheit schützen.

Und: Ja, das würde ich auch sehr ernst nehmen.

Viel Glück.

Beitrag von schmidt1975 24.11.10 - 12:53 Uhr

Hallo Boni,

mein Sohn (9) hatte ähnlich wie dein Sohn Ängste beim Einschlafen und auch nachts kam er immer zu mir ins Schlafzimmer. Anfang dieses Jahres wurde es so schlimm, daß wir uns zu eine psychologischen Behandlung entschlossen haben. Diese läuft jetzt über ein halbes Jahr und es ist jetzt viel besser geworden. Er kommt zwar nach wie vor noch nachts zu mir, aber die Angst beim Einschlafen ist viel besser geworden.

Beitrag von boni11 24.11.10 - 13:57 Uhr

Hallo,

wow ein halber Jahr psychologische Behandlung- das ist ja schon recht lange, oder?

Gab es bei deinem Sohn denn irgendeinen Auslöser oder etwas, woran man seine Angst festmachen konnte?

Das irritiert mich einfach, dass es immer wieder so extrem ist- ohne dass er jetzt vorher in der Nacht einen Alptraum hatte.

Ich denke, er hat Angst vor der Angst- aber wirklich weiter hilft mir das auch nicht.

Jedenfalls bin ich schon mal beruhigt, dass er offenbar kein Ausnahmefall ist.

Meine Schwägerin macht gerade eine Ausbildung zur Logopädin und hat in ihrer Schule mal eine Psychologin gefragt. Die meinte wohl, dass das in dem Alter sehr häufig vorkommt und sich auch wieder gibt.

Aber wenn die Zwerge so leiden, dann will man ja nicht einfach abwarten.

Danke für deinen Beitrag.

Boni

Beitrag von cheesy80 24.11.10 - 13:43 Uhr

Liebe Boni,

ich kann Deine Sorgen nachvollziehen.#liebdrueck
Mein Sohn (7 Jahre) hat seit ein paar Monaten das gleiche Problem.
Selber abendlicher Ablauf wie bei Euch. Dein Beitrag hätte von mir stammen können...
Bin nun mit ihm bei einer Psychologin gewesen und diese gab mir den Tip, so einen indianischen Traumfänger zu kaufen und ihn mit meinem Sohn vor´s Fenster zu hängen.
Meine Mutti hatte auch eine super Idee: vor anderhalb Wochen hat sie ihm einen großen, gefährlich aussehenden Plüschtiger geschenkt und der beschützt ihn nun nachts vor den bösen Träumen und passt auf ihn auf.

Ich will ehrlich sein-unser Problem ist damit noch nicht weg, aber es ist auf jeden Fall schon besser geworden und er braucht nicht mehr ewig zum Einschlafen-auch sind seine schlechten Träume schon weniger geworden.:-)

Er macht nun eine psychologische Kurzeittherapie und ich hoffe, dass es ihm damit besser geht. Mir tut mein Schatz so leid, zumal er morgens dann immer so schwer aus dem Bett kommt, wenn er deshalb so schlecht und wenig geschlafen hat.

Wenn Du magst, können wir ja über PN in Kontakt bleiben?!

LG Andrea