2,5 jahre, extrem schwierig, bockig, macht was sie will...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von poulette 29.11.10 - 18:21 Uhr

meine kleine (im januar 2,5 jahre) bringt mich immer mehr zur verzweiflung.. ich hatte ja schonmal gepostet, weil sie uns und andere öfter haut.

heute waren wir in einem geschäft, sie wollte eine kette haben, ich habe sie wieder zurückgelegt und dann ging eine heftige krise bei los, sie schrie, tobte, heulte.. ich nahm sie auf dem arm, redete gut zu, dass sie doch schon so viele ketten hat, das man nicht immer alles haben kann, was man will etc... dann schlug sie mehrmal auf mich ein und riss mir ein büschel haare raus.. ich stand grad an der kasse und war echt den tränen nah..

was macht man in dem fall? die leute haben mich ale kritisch angeschaut, so als ob ich meine tochter nicht im griff hab, was teils sogar stimmt :(

sie ist wirklich schwierig, macht absichtlich "dummheiten" wie zb mit buntstiften die wand anmalen, in blumenvasen pinkeln, mit absicht getränke ausschütten etc..

ich weiss auch echt nicht, wie ich sie bestrafen soll. und wenn ich sie nicht bestrafe, denkt sie wohl, das könne man ja alles mit mir machen...
ich versuche oft ruhig zu bleiben, sage ihr, dass man das und das nicht darf ... manchmal brüll ich sie auch an, ....

ich weiss echt nicht mehr weiter... :(

ansonsten bekommt sie echt viel wärme und geborgenheit von mir, ich respektiere sie und versuche oft, sie zu verstehen. sie wird noch gestillt und wir schlafen im familienbett... manchmal denke ich mir, dass genau das unser fehler ist... :(

ich hab manchmal echt angst, dass das immer so weiter geht und sie sich mir gegenüber als teenager genauso verhalten wird, mich schlägt, wenn ich was verbieten will, sie mich nicht respektiert :(

Beitrag von oh-ein-erzieher 29.11.10 - 19:17 Uhr

Das klingt stark nach ''verfrüther Trotzphase'';-)

Ich wünsche dir gute Nerven, du wirst sie gebrauchen.;-)#winke

Beitrag von njmuench 29.11.10 - 19:42 Uhr

Wieso versuchts du überhaupt ihr das zu erklären. Sie ist noch nicht in einem alter, wo sie das versteht... scho gar nicht, dass sie bereits genug ketten zuhause hatte.... sie will diese und pasta...

Auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, dass man noch stillt in dem Alter #schock#, glaube ich nicht, dass es damit zu tun hat. Ich glaube einfach, dass ist der Beginn der Trotzphase... Da muss wohl jeder von uns durch #liebdrueck

Ich würde in einer solchen situation einfach 'nein' sagen und sie bitten die kette zurück zu geben (natürlich wird sie das nicht #augen) und dann ihr die Kette wegnehmen. natürlich folgt die reaktion, aber auf diese würde ich nicht gross mit erklärungen eingehen... sie ist dafür eindeutig noch zu jung. du überforderst sie damit total...

viel #klee

Beitrag von akti_mel 29.11.10 - 19:46 Uhr

Hallo!

So ein Quatsch. #kratz Meine Tochter ist genauso alt und versteht sehr wohl, dass sie schon viele Ketten daheim hat. (oder was auch immer)
Man muss vielleicht in manchen Situationen nicht groß diskutieren mit dem Kind, aber einfach mit "nein" abspeisen find ich ziemlich grausam. Schade, dass Du Kinder so unterschätzt.

Und: Wir stillen übrigens auch noch. Was der #schock da sollte, kannst Du mir ja gerne erklären.

M.

Beitrag von poulette 29.11.10 - 19:53 Uhr

also ich denke schon, dass man alles erklären soll, warum man das und das macht. ich denke auch, dass die kleinen das in dem alter schon verstehen... sie hat mir eben nochmal im bett erzählt, dass ich die kette nicht gekauft hab, dann ist sie nochmal aufgestanden und hat sich ihr armband geholt, welches wir letztens in dem geschäft gekauft haben..

ich will ihr ja auch nix gross erklären in dem moment, aber ihr geschrei einfach so ignorieren konnte ich ja auch nicht.. sie soll ja schon verstehen, warum das so ist..

ich hoffe einfach mal, dass das nur ein phase ist... #schwitz so schwierig war unsere grosse (jetzt bald 4,5) nicht.


Beitrag von akti_mel 29.11.10 - 19:49 Uhr

Hallo!

Ich kann Dir leider nicht wirklich helfen. Bei uns ist das hin und wieder ähnlich. Ich finde, Du reagierst da schon ganz gut. Wir stillen auch noch und schlafen auch gemeinsam, aber ich bin mir sicher, dass das damit nichts zu tun hat. Sonst wäre das bei ungestillten Kindern in dem Alter sicher anders, ist es aber nicht. Das ist ganz einfach die Autonomiephase. Für uns Eltern nicht immer einfach, aber für die Kinder ungemein wichtig. Und wichtig ist auch, dass Du sie mit ihrem Kummer nicht allein lässt.

Durchhalten!

M.

Beitrag von poulette 29.11.10 - 20:55 Uhr

alleine gelassen hab ich sie mit ihrem kummer nicht, aber in dem moment, wo ich an der kasse stand, mit ihr auf dem arm und sie anfing auf mein gesicht zu schlagen, zu kratzen und an meine haare zu ziehn, da hab ich sie etwas grob in ihren kinderwagen zurückgesetzt und sie da wohl "alleinegelassen". als wir aus dem geschäft waren, hab ich ihr nochmal alles erklärt, auch, dass ich traurig bin etc... dann hat sie mich geküsst..

wie hättest du in dem moment reagiert im geschäft? alle augen waren wirklich nur auf uns gerichtet.. .. #gruebel

Beitrag von christianeundhorst 29.11.10 - 19:56 Uhr

Hallo Du,
also Deine Tochter verhält sich ganz normal und gesund! Keine Sorge! Klar hat sie ihren eigenen Willen und es wäre schlimm wenn sie den nicht versuchen würde durchzusetzen.
Was mir auffällt an Deinem Posting ist Deine Kommunikation mit ihr............

"redete gut zu, dass sie doch schon so viele ketten hat, das man nicht immer alles haben kann, was man will etc..."
"sage ihr, dass man das und das nicht darf ... manchmal brüll ich sie auch an, .... "

Was wichtig ist wenn Du mit Deinem Kind sprichst - gerade bei Verboten oder wenn Du ihr sagen willst, daß sie etwas nicht tun soll etc ist: Sprich in "ICH-Botschaften"! Das heißt, sag nicht:"Du hast doch schon so viele Ketten. Man kann halt nicht alles haben " oder so, sondern: "ICH finde, daß Du schon sehr viele Ketten hast. Ich verstehe daß Dir diese hier gut gefällt,a ber ich möchte sie heute nicht kaufen." oder "Ich möchte nicht, daß Du die Wände anmalst, weil es nicht mehr richtig abgeht und dann hässlich aussieht" "Ich möchte nicht, daß Du in die Blumenvase Pipi machst, weil das stinkt und eklig ist" ( Frage dazu: Wie kommt sie da dran? Stell doch die Vasen ausser Reichweite ) usw.
Meine Erfahrung ist, daß Kinder darauf viel lieber hören und solcherart geäußerte Wünsche viel eher befolgen. Lies mal Jesper Juul "Grenzen, Nähe, Respekt" und "Nein aus Liebe" Das hat mir sehr geholfen!!!

"ich weiss auch echt nicht, wie ich sie bestrafen soll. und wenn ich sie nicht bestrafe, denkt sie wohl, das könne man ja alles mit mir machen... "

Ich habe mein Kind noch nie bestraft und halte gar nix von Strafen. Das einzige was ein Kind dabei lernt ist aus Angst vor der Strafe etwas nicht zu tun. Ich ziehe es vor, daß mein Kind lernt aus Respekt vor den Wünschen eines anderen etwas nicht zu tun. Das geht sehr gut, wenn man entsprechend miteinander umgeht und seine Kommunikation verbessert - siehe Jesper Juul.

"sie wird noch gestillt und wir schlafen im familienbett... manchmal denke ich mir, dass genau das unser fehler ist... :( "

Ganz bestimmt nicht! Frieda schläft auch im Familienbett und wird gestillt, aber so verhält sie sich nicht - obwohl auch sie wütend ist wenn sie etwas nicht darf ( ich aber auch ;-)). Euer "Fehler" ist die Kommunikation. Lies mal die Bücher und versuche ausschliesslich in ICH-Botschaften zu kommunizieren. Du wirst sehen das hilft! Dein Kind liebt Dich und möchte engen Kontakt zu Dir. Wenn Du sagst daß DU etwas nicht magst oder so dann hat es für Dein Kind eine wesentliche Bedeutung. Wenn Du sagst:"Du sollst das nicht" interessiert es Dein Kind nicht denn sein Wille ist gesunderweise groß. Doch seine Liebe zu Dir ist größer, so daß ein "ICH will das nicht" von Dir viel größere Wirkung hat.

Hast Du noch Fragen?

Alles Liebe Dir und willkommen in der Autonomie- oder Trotzphase ( die gar nicht verfrüht ist )

Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 29 Monate

Beitrag von poulette 29.11.10 - 20:12 Uhr

hmm, ich werde mal darauf achten, wie ich mit ihr kommuniziere.. eigentlich rede ich schon oft mit "ich"... bei dem heutigen beispiel hab ich ihr das auch so ähnlich gesagt, also dass ich sie verstehen kann, dass die die kette schön findet, aber das ich sie nicht kaufen kann. ....

meinst echt das geht, so ganz ohne strafen? ich hab halt echt angst, dass sie mir mal auf der nase rumtanzt, was sie ja teils schon macht. ...

also wir hatten mal so eine grosse blumenvase auf dem couchtisch, die war gross genug, um sich draufzusetzen... aber das teil ist auch letzten runtergefallen und ist nun kaputt...

ansonsten zerreist sie absichtlich ihre kinderbücher, haut absichtlich ihre schwester (oft ohne grund) oder uns...

oder wenn ich ihr sage, dass sie das und jenes nicht machen soll, dann macht sie es absichtlich. zb wollte sie unbedingt heute auf der heimfahrt im auto vom einkauf einen joghurt in der hand behalten. ich sagte, "aber nur, wenn du ihn nicht aufmachst, du darfst ihn zu hause essen. (damit sie nicht im auto kleckert, ich auch keinen löffel dabei hab ..) und wenn sie ihn aufmacht, werde ich ihn ihr abnehmen. und was macht sie? sie macht ihn auf und hält ihn etwas versteckt, aber guckt mich mit frechen augen an... dann hab ich ihn ihr natürlich wie versprochen abgenommen und dann war das geschrei wieder gross..... nur mal wieder so ein (im vergleich zu den anderen sachen ) noch harmloses) beispiel...

soll man wirklich gar nicht bestrafen?

Beitrag von hippogreif 29.11.10 - 21:10 Uhr

Ich bin etwas anderer Meinung.
Die Frage ist, was genau Du mit Strafe meinst.
Wenn die Strafe völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist, dann bewirkt sie auch nichts. Beispiel: Kinderbuch zerrissen -> Kind bekommt Fernsehverbot
Wenn die Strafe jedoch als logische Konsequenz erfolgt, dann ist sie meiner Meinung nach sinnvoll und auch WICHTIG! Bsp: Buch zerrissen: -> Buch wird weggenommen und Kind darf Bücher vorerst nur unter Beaufsichtigung ansehen
Ich finde ja die Ausführungen des Postings oben drüber sehr nett, aber ich persönlich glaube nicht, dass man mit "nur" Ich-Botschaften weit kommt.
Ich finde es wichtig, dass man mit seinem Kind liebevoll und verständnissvoll umgeht, aber auch Konsequenz zeigt und dem Kind beibringt, dass sein Handeln oder Nichthandeln Konsequenzen hat.
Kippt es absichtlich immer wieder den gefüllten Becher um, dann bekommt es eben vorerst keinen mehr sondern erstmal nur einen tropfsicheren Trinklernbecher.
Oder haut es absichtlich die Schwester, dann sagt man eben laut und bestimmt "Nein, das tut weh!" und verläßt den Raum. Dann muß sie eben (für kurze Zeit) allein spielen.
Und wenn sie Dich selbst haut, dann halte ihre Hand fest und sag laut "Nein, das tut der Mama weh!" und laß sie stehen und wende Dich von ihr ab oder steh auf und geh aus dem Zimmer.
Und wenn sie einen Wutanfall an der Kasse bekommt, dann bezahl schnell oder laß im Notfall alles unbezahlt im Geschäft zurück und geh mit ihr zum Auto zurück. Erklär ihr ein- oder max. 2x etwas in kurzen verständlichen Sätzen, aber dann handele auch.
Sie ist durchaus in einem Alter, wo sie lernen kann und muß, dass es bestimmte Grenzen gibt und das ihr Handeln Konsequenzen hat.
Aber wie gesagt: die Reaktion deinerseits muß im Zusammenhang mit der Handlung der Tochter stehen und für sie logisch und nachvollziehbar sein.

Beitrag von ephyriel 29.11.10 - 20:34 Uhr

Hallo,
es gibt bestimmt viele gute Ratgeber, ob Bücher, hier oder sonst wo.

Doch leider gibt es auch die die nur noch aus Büchern erziehen und gar nicht mehr sie selbst sind.
Ich finde mein Kind sollte schon MICH wie ich nun mal wirklich bin kennen lernen und nicht irgendeinen Erziehungsberater der ein (vieleicht sogar gutes) Buch geschrieben hat.
Man kann viel lernen und auch für sich umsetzten. Auch von der älteren Generation genau so wie aus einem Guten Buch, einem guten Gespräch...

Aber man sollte sich selber schon auch immer treu bleiben...

Und ich denke wenn DEIN Geduldsfaden am Ende ist, dann ist es auch ok das Dein Kind spüren zu lassen.

Als meine Kinder anfingen zu hauen, beissen, Haare zu ziehen... War MEINE Grenze erreicht! Und ich hab das selbe mit ihnen gemacht (klar hab ich sie nicht blutig gebissen oder derb gehauen aber doch immerhin...).
Und siehe da! Es hat ziehmlich schnell geendet. Denn es tut weh! Und zwar auch den Zwergen...

So jetzt können gern welche mit Steinen oder Kiseln schmeissen, ich bin Steinschlagresistent!
Meine Meinung ist man sagt etwas so und so oft... Aber beim weh tun hört der Spass dann auf!
LG
Billa