Abschied vom 3. Wunschkind - wir bleiben zu Viert

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von emestesi 01.05.11 - 19:28 Uhr

Hallo ihr Lieben,

nach meiner FG im Februar 2010 in der 6. Woche haben wir uns damals im April entschieden, es nochmal zu versuchen und haben uns ein Jahr Zeit gegeben, ob sich unser Wunschbaby Nr. 3 nicht doch noch bei uns einfinden möchte.

Leider hat es nicht sollen sein. Zum Einen war es dadurch erschwert, dass mein Mann unter der Woche in weit-weit-weg arbeitet und wir uns nur am WE sahen, zum Anderen dadurch, dass ich mittlerweile schon 37 bin und meine Hormonwerte auch nicht mehr die Besten sind.

Nun ist auch der letzte Zyklus ohne positives Endergebnis abgeschlossen. Mein Mann und ich haben uns dieses Wochenende intensiv darüber ausgetauscht, ob wir nun wirklich aufhören oder es noch weiter versuchen wollen. Wir haben uns dazu entschlossen, unser Sehnen und Wünschen an unser drittes Kind zu beerdigen. Es sollte einfach nicht mehr sein. Wir beide wissen, wenn wir es darauf anlegen würden, käme eine Kinderwunschbehandlung auf uns zu und das wollen wir beide nicht mehr. Diese Belastung hatten wir bei Emelén auf uns genommen und wissen, mit wieviel Stress und Enttäuschung diese einher geht. Dies wollen wir nicht mehr, zumal wir zwei gesunde Kinder haben, die unsere Aufmerksamkeit und Verantwortung vollauf beanspruchen, wir beide berufstätig und er halt unter der Woche auch nicht da ist.

So lassen wir nun unser Wunschbaby ziehen ... Ich bin sehr, sehr traurig darüber, aber es sollte wohl so sein. Ich bin froh und dankbar darüber sein, zwei gesunde, glückliche Kinder zu haben, einen ausfüllenden Beruf und ein schönes Zuhause. Das ist sehr viel mehr, als viele Andere haben. Aber leicht fällt es mir nicht. Besonders jetzt, wo mein Mann wieder zu seinem Job unterwegs ist und ich ihn nur noch per Telefon sprechen kann. Es fällt mir gerade so schwer, gute Miene zu zeigen und meine Kinder nicht spüren zu lassen, was in mir vorgeht. Aber da werde ich durchgehen.

Gibt es hier noch Jemanden, der ebenfalls Abschied vom KiWu 2, 3, 4 usw. nehmen muss bzw. musste? Wie geht es euch dabei und wie schnell findet man wieder in seinen (All-)Tag zurück? Wie schafft man es, sich wirklich von diesem Gedanken- und Wunschkind zu verabschieden?

Danke fürs Zulesen und Danke für jeden gutgemeinten Tipp,
eure Emestesi

Beitrag von sumalie72 01.05.11 - 19:37 Uhr

Hallo

Warum muesst ihr es so offiziel machen? Verstehe ich jetzt gar nicht. Du bist 37, nicht 47.

Lass es doch einfach auf euch zukommen. Verhuetet nicht und seht was passiert. Wenn du schwanger wirst, dann super, wenn nicht, dann auch gut.

Vielleicht wenn man die ganz Sache etwas lockerer angehen wuerde, dann wuerde es auch klappen.

Wie du schon gesagt hast, du hast 2 gesunde Kinder, deshalb verstehe ich nicht warum ihr euch unter so ein Druck setzt.

Gruss
Heike

Beitrag von emestesi 01.05.11 - 19:56 Uhr

Hallo Heike,

wir haben uns diese Grenze gesetzt, weil wir uns eine Grenze setzen wollten. Ich persönlich möchte nicht überraschenderweise mit 39 oder 40 Jahren wieder schwanger werden, da ich jetzt in einem Alter bin, wo ich mein Leben gern etwas mehr planen möchte. Genauso mein Mann. Wir haben uns diese Zeit gelassen, die ja nun auch nicht wenig war. Und jetzt wollen wir halt wieder nach vorn schauen. Wir sind eben nicht mehr Mitte Zwanzig oder Anfang Dreißig, wo man auch mal sagen kann: "Schauen wir mal, wie es so kommt." Wir beide haben zwei aussichtsreiche Karriereaufstiegsschancen im Job, unser Leben ist eingerichtet und ausgerichtet auf die Zukunft innerhalb einer Familie so wie sie jetzt ist und wir wollen als Eltern auch nicht ein gewisses Alter überschritten haben.

Bei mir WIRD es jetzt nicht einfach so mehr mit dem schwanger werden klappen. Ich habe nur noch ein überschaubares Maß an befruchtbaren Eizellen (hatte entsprechende Hormontests) und nicht mehr jeden Zyklus einen ES. Wenn wir es darauf anlegen wollen, käme ich nicht um eine KiWu-Behandlung drumherum. Das wollen wir uns ersparen. Ich weiß selbst, wie anstrengend diese Zeit ist und wie belastend, je länger sie dauert. Ich kann nicht mehr danach gehen: "Wenn's es klappt, dann klappt es - wenn nicht, dann nicht". Diese Zeit haben wir uns ein Jahr lang gegeben. Dies war unsere Grenze. Jetzt ist sie da und überschritten. Und ich bin traurig. Aber es ist nun so wie es ist. Hätten wir uns keine Grenze gesetzt würde der Zyklus aus Hoffen, Bangen, Frust immer weiter und weiter gehen. Das wollten wir beide nicht. Erst recht keine KiWu-Behandlung.

LG Emestesi

Beitrag von hannih79 02.05.11 - 13:47 Uhr

"Wenn's es klappt, dann klappt es - wenn nicht, dann nicht". Diese Zeit haben wir uns ein Jahr lang gegeben. Dies war unsere Grenze. Jetzt ist sie da und überschritten. Und ich bin traurig. Aber es ist nun so wie es ist. Hätten wir uns keine Grenze gesetzt würde der Zyklus aus Hoffen, Bangen, Frust immer weiter und weiter gehen. Das wollten wir beide nicht. Erst recht keine KiWu-Behandlung. "

Das sehe ich nicht so..... alleine dadurch, dass ihr euch eine zeitliche Grenze gesetzt habt, habt ihr euch psychisch unter Druck gesetzt, dass es jetzt klappen MUSS , oder eben garnicht mehr.

Das macht ( leider ) beim großen KiWu ( den ihr ja anscheinden habt ) eine Menge aus, und führt häufig dazu, dass es dann eben NICHT klappt.
Das sollte man nicht unterschätzen.


Auch ich würde an eurer Stelle die Verhütung weg lassen, und ohne Druck und große Planung die nächsten Jahre abwarten.

Und wie gesagt, 2 Kinder habt ihr..... warum dieser Stress ?
Lasst es auf euch zukommen !!

Alles Gute

Beitrag von derhimmelmusswarten 01.05.11 - 20:59 Uhr

Das sehe ich aber auch so.

Beitrag von hannih79 02.05.11 - 13:48 Uhr

Mehr ist dazu nicht zu sagen #sex ;-)

Beitrag von jule2801 01.05.11 - 22:18 Uhr

Hallo,

ich habe jemanden im engeren Bekanntenkreis, der auch unfreiwillig Abschied nehmen musste von dem weiteren Kinderwunsch. Es hat sehr, sehr lange gedauert bevor sich der Gedanke innerlich gesetzt hatte.

Sie sagte mir mal, dass diese Wunde tief sitzt aber dass es irgendwann besser wird.

lg Jule!

Beitrag von imzadi 01.05.11 - 23:08 Uhr

Wenn dann mal fertig bist mit dem Selbstmitleid kümmer dich einfach um die vorhandenen Kinder und du hast genug zu tun.

Beitrag von kess79 02.05.11 - 09:25 Uhr

Das ist ja mal eine nette, aufbauende Antwort!

Beitrag von heiroew 02.05.11 - 19:48 Uhr

Ohje Ohje
Wie unerträglich unreif ist der Kommentar.
Schon mal was von Empathie gehört?
Das was Du damit erreichst ist ne glatte Führung beim Niveaulimbo!
Tiiiieeef!

Beitrag von kess79 02.05.11 - 09:31 Uhr

Hallo Emestesi,

Ich zwar nicht in Deiner Situation, kann mir aber vorstellen wie es in Dir aussieht.

Jetzt ist eure Entscheidung mehr oder weniger entgültig und damit musst Du erstmal zurechtkommen. Für mich war/ist es auch schwer vorstellbar irgendwann keinen Kinderwunsch mehr zu haben und mit der Familienplanung abgeschlossen zu haben.

Die Frage ist ja, womit kommt ihr besser zurecht. Jetzt wirklich abzuschliessen wo ihr euch eigentlich so sehr ein 3. Kind wünscht oder euch doch noch eine letzte kleine Chance durch KiWu Behandlung zu geben? Andererseits soll es vielleicht (aus welchen Gründen auch immer) einfach so sein.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du bald mit der Situation und Entscheidung gut zurecht kommst und glücklich bist. Falls nicht, solltet ihr eure Entscheidung vielleicht doch nochmal überdenken. Nicht das Du irgendwann denkst "Warum habe ich nicht alles versucht?"

Alles Liebe
Kerstin

Beitrag von litalia 02.05.11 - 12:53 Uhr

ich verstehe nicht wieso ihr den wunsch jetzt so ofiziell begrabt? weil aufgeben einfacher ist?

lasst es doch einfach so wie es ist. ihr könnt euch ein 3. kind vorstellen. also verhütet doch einfach nicht, wie bisher?

hört auf ständig auf jeden zyklus zu warten sondern macht "es" einfach wie ihr lust und laune habt. vielleicht wirst du ja noch schwanger, vielleicht auch nicht .

du bist 37.... könnte ich mir in dem alter noch ein kind vorstellen würde ich nix "begraben" weil ein jahr üben nichts gebracht hat sondern es einfach weiter "draufanlegen"

wer weiß, vielleicht klappt es.... dieses jahr, nächstes jahr oder eben garnicht. das weiß man vorher nicht.

Beitrag von greeneyes 02.05.11 - 16:13 Uhr

Wir hatten uns auch im September 2010 von unserem Wunschkindgedanke verabschiedet, da es wegen meinem PCO und seinen langsammen #schwimmer ewig nicht klappte!

Doch wie Gott so wollte, wurde ich genau am 10.10.10 schwanger!! Ganz ohne Medis! Ein großes Wunder da wir vorher wirklich alles versucht hatten und nicht klappte!

LG

Beitrag von greeneyes 02.05.11 - 16:17 Uhr

Von daher den Wunsch nicht aufgeben, sondern einfach nur den Drang nach dem SS werden aufgeben!! Alles andere kommt dann von alleine!

Lg

Beitrag von marion2 02.05.11 - 19:44 Uhr

Hallo,

1 Jahr? Das ist alles?

So lange braucht manche 20jährige um schwanger zu werden.

Gruß Marion

Beitrag von danyela25 03.05.11 - 07:27 Uhr

Hallo!
Also ich kann euch vollkommen verstehen.Ich wollte immer 3 oder 4 Kinder,bin jetzt mit dem 2.schwanger.Da beide SS absolut komplikationsreich sind haben wir uns auch entschieden kein weiteres zu bekommen.Der körperliche und psychische Streß ist einfach zu viel.Ich werde mich im Juni nach dem KS sterilisieren lassen.Ich habe für diese Entscheidung sehr lange gebraucht aber es ist das Beste.Ich finde es super dass ihr euch so viel Gedanken darüber macht und hoffe dass ihr zu eurer Entscheidung stehen könnt,egal was andere sagen.
Ihr schafft das!

LG dany

Beitrag von bianka33 03.05.11 - 11:59 Uhr

Hallo Emestesi,

da mich zur Zeit auch die Frage nach einem evtl. dritten Kind bewegt, kann ich Deine Situation gut nachvollziehen. Ich bin noch ein Stückchen älter und ein evtl. drittes Kind käme wohl erst, wenn ich ca. 41 bin.

Ich schwanke in meinem Gefühl diesbezüglich sehr hin und her und daher könnte ich mir auch vorstellen, daß es irgendwann darauf rauslaufen könnte, daß wir uns wie Ihr einen zeitlichen Rahmen setzen und dann das Schicksal entscheiden lassen (wurde übrigens beim ersten nur mit hormoneller Hilfe und beim zweiten mal spontan schwanger, aber wie das mit über 40 aussieht weiß ja keiner).
Einen zeitlichen Rahmen würden wir uns wohl auch setzen - allerdings halt ein wenig später als ihr. Ganz ohne so einen Rahmen könnte es ja auch passieren, daß man mit Ende 40 oder 50 noch mal ss wird - kurz vorm Wechsel - das wär auch nicht mein Ding und überhaupt wären dann die kids vom Alter schon sehr weit auseinander.

Es wird wohl einige Zeit dauern bis man sich von dem Kiwu-gedanken verabschieden kann, wichtig ist dabei bestimmt, daß man sich seiner Entscheidung sicher ist und beide gleich denken.

LG
Bianka#blume

Beitrag von rain72 04.05.11 - 14:05 Uhr

Hallo,
ich kann ja irgenwie verstehen, dass man irgendwann einen Schlusspunkt setzten möchte. Aber Ihr habt Euch vorher auch extrem unter Druck gesetzt. Denn in Deinem Satz "und haben uns ein Jahr Zeit gegeben" steckt aus meiner Sicht ein deutlicher Widerspruch. 1 Jahr (!) ist in Deinem Alter (sorry, ist nicht bös gemeint, bin auch ein Jahr älter ;-)) ein wirklich sehr ehrgeiziges Ziel, also nix mit "Zeit geben". Wenn Du mal google bemühst wirst Du feststellen, dass es bei Frauen um die 40 im Schnitt (!) zwei Jahre bis zum Erfolg dauert. Wenn Dein Mann auch noch auswärts arbeitet und Ihr Euch nur selten gesehen habt, dann wäre es ja fast ein Sechser im Lotto gewesen, wenn es geklappt hätte....
LG
rain