Nur noch Mutter und Trottel vom Dienst ???

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von krina78 04.02.06 - 13:40 Uhr

Hallo,

ich muss heute echt mal meinen Frust hier ablassen!
Ich bin seit 5 Jahren mit meinen Mann zusammen, wir haben einen 2jährigen Sohn, und vor seiner Geburt standen wir Beide fest im Berufsleben.
Nach 2 Jahren Erziehungsurlaub musste ich meinen Job als Leiterin einer Einzelhandelsfiliale kündigen, da wir hier ohne Omas und Opas Leben, und wir die Betreuung unseres Kindes nicht abdecken konnte. Einer Verringerung meiner Arbeitsstunden willigte meine Firma nicht ein.
So, nun habe ich mir 10 Jahre den Arsch aufgerissen um nun daheim zu hocken und Hausfrau zu spielen.
Ich bin nurnoch dafür da meinen holden Mann den Rücken frei zu halten. Und wenn ich mich mal drüber aufrege wird mir gesagt, das schließlich er der Alleinverdiener ist.
Ich glaube echt ich spinne, er war nie bereit seine Arbeitszeit so zu regeln das ich wenigstens ein paar Stunden arbeiten kann, und nun so.
Mir fällt sein über 2 Jahren nur noch die Decke auf den Kopf. Wenn mein Mann von Arbeit kommt, gibts nur Zoff. Er redet nur von seinen Problemen auf Arbeit, und nach mir fragt kein Mensch. Er traut sich garnicht danach zu fragen, weil er genau weiß das ich unzufrieden und total genervt bin, und da er weiß, das er da auch Schuld dran hat, geht er jeden Gespräch aus dem Weg.
Ich habe so unbändige Wut auf ihn, das ihn anspringen könnte wenn ich nur sehe!
Wir haben überhaupt keinen Ausgleich mehr um etwas Energie zu tanken. Von unseren Sexleben will ich garnicht erst anfangen.
Man, ist das denn das Los einer Mutter und Ehefrau?
Das kann doch nicht alles gewesen sein?

Ich bin so unglücklich, das ich manchmal einfach meine Sachen packen will und ALLEINE abhauen will.
Soll er doch mal zusehen, wie er mit Kind und Job und Haushalt klar kommt.
Mir tut im nächsten Moment nur wieder mein Kleiner leid!

Liebe Grüße,
Krina

Beitrag von gh1954 04.02.06 - 14:05 Uhr

Ich verstehe, dass du Frust hast.

Aber warum schreibst du:

>>> Ich habe so unbändige Wut auf ihn, das ihn anspringen könnte wenn ich nur sehe! <<<

Du kannst nicht arbeiten gehen, weil die Betreuung eures Kindes (noch) nicht zu regeln ist und weil deine Firma sich nicht auf eine Stundenreduzierung eingelassen hat.

Wo liegt da die Schuld deines Mannes?

>>> er war nie bereit seine Arbeitszeit so zu regeln das ich wenigstens ein paar Stunden arbeiten kann, ...<<<

Hätte er denn überhaupt die Möglichkeit dazu?
In deiner Firma ging das doch auch nicht.

>>>So, nun habe ich mir 10 Jahre den Arsch aufgerissen um nun daheim zu hocken und Hausfrau zu spielen. <<<

Na, irgendwas müsst ihr euch doch gedacht haben, als ihr beschlossen habt, ein Kind in die Welt zu setzen.
Die Frage der Kinderbetreuung wird euch doch sicherlich nicht erst bewußt geworden sein, nachdem das Kind da war.

Wäre eine Tagesmutter keine Lösung für dich gewesen? Auch wenn das nicht gerade billig ist, hättest du die Möglichkeit gehabt, "rauszukommen" und den Anschluß nicht zu verlieren.
Wobei ich dich so einschätze, dass du auch großen Wert auf selbstverdientes Geld legst, was ich sehr gut verstehen kann.

Gruß
geha

Beitrag von krina78 05.02.06 - 12:05 Uhr

Hallo,

vor der SSW und auch während war die Betreuung unseres Kindes ganz anders besprochen. Jeder sollte ein Jahr zu Hause bleiben, und danach war die Stundenverteilung streng geplant.

Kurz vor Ende meines Jahres stand die Firma meines Mannes kurz vor dem Konkurs. Er wurde letztendlich nur behalten, weil ich dann das 2te Jahr auch zu Hause blieb.
Meine Firma fand das weniger toll, daher dann auch die Probleme mit der Stundenreduzierung.

Natürlich lege ich großen Wert auf selbst verdientes Geld.
Ich denke das das jede Frau tut die vor einem Kind finanziell unabhängig war.
Außerdem geht es ja nicht nur um das eigen verdiete Geld.
Man will auch wieder etwas leisten, sich was erarbeiten, sich geistig gefordert fühlen, und das bin ich nun mal zu Hause nicht.

Gruß krina

Beitrag von scullyagent 04.02.06 - 14:04 Uhr

Ja, genauso ist es mir gegangen!! Nur ich bin schon nach einem Jahr Zuhause ausgeflippt.

Wir lebten auf dem Land, großes Haus, ein Baby und nur ein Auto, mit dem mein Mann arbeiten fuhr.

Nach Rücksprache mit meinem Mann bin ich dann 14-tage alleine in Urlaub gefahren. Nach Tunesien. " Wochen nur Strand, Meer und 4-Sterne-Service. Ich war wie neu geboren.

Wenn es irgentwie geht, dann brich aus. Denn nach meinem Urlaub war das Verständniss meines Mannes für "das bischen Haushalt & Baby" um einiges gewachsen.

Scully

Beitrag von krina78 04.02.06 - 14:11 Uhr

Dann bewundere ich dich wirklich für deinen Mut!
Ich wünsche mir nichts mehr, als endlich wieder zu mir zu finden, Kraft zu tanken.
Aber ich weiß nicht wie!
Wenn ich zu meinen Eltern oder auch zu Freunden fahren würde, würde ich immer denken die halten mich für eine schlechte Mutter, weil ich mein Kind "allein" lasse. Außerdem hätte ich keine Lust jeden erklären zu müssen, warum mein "armer" Mann nun alles alleine bewältigen muss.
Und den Mut alleine in den Urlaub zu fahren habe ich leider nicht!

Gruß krina

Beitrag von monique_15 04.02.06 - 17:45 Uhr

Hi Krina,

erst mal #liebdrueck. Puh, ich kann wirklich mit dir fühlen.

Ein wichtiger Punkt ist: Dein Mann MUSS unbedingt mal zwei Wochen lang alleine den Haushalt und das Kind versorgen - sonst wird er nie verstehen, wie du lebst. Wenn man das nur "von außen" betrachtet, macht man(n) sich keinerlei Vorstellung davon!

Ich war damals nur die ersten sechs Monate alleine daheim, und mein Mann ist ein ganz emanzipierter, der sich noch nie vor Hausarbeit, Windelnwechseln etc. gescheut hat. Dann bin ich zwei Tage pro Woche wieder arbeiten gegangen (wir teilten uns ab dem siebten Monat die Elternzeit). Und selbst mein Kerl, der genau wusste, was Hausarbeit bedeutet, hatte echt totale Muffe vor dem ersten Tag allein mit dem Baby daheim. Er war völlig geschafft! Das muss man einfach erleben, um es zu verstehen.
Ich wiederum war total glücklich, mal was Anderes zu sehen als nur Milch, Brei, Babymassage usw. Natürlich hab ich meine Kleine die ganzen acht Stunden während der Arbeit immer schrecklich vermisst, aber dennoch hätte ich das Arbeitengehen nicht wieder aufgeben wollen - es tat mir sehr gut. Und damit tat es unserer ganzen Familie gut!

Unsere Partnerschaft braucht das wirklich, dass wir beide das teilen: Jeder weiß, was der Job so bedeutet und welchen Stress man dort erlebt - aber auch, dass es durchaus schön ist, mal rauszukommen. Und umgekehrt weiß jeder von uns, was es bedeutet, sich daheim um Küche und Kind zu kümmern. So haben wir gegenseitig viel mehr Verständnis. Und eine gemeinsame Gesprächsbasis.

Wenn du deine Beziehung retten willst, musst du also was gegen deinen Frust unternehmen. "Ich trau mich nicht" gilt nicht! Es ist WICHTIG.

Punkt zwei: Deine Firma hätte dir die Teilzeitarbeit eigentlich nicht verbieten können. Du hast einen Rechtsanspruch darauf (es sei denn, es sprechen "dringende betriebliche Gründe" gegen die Teilzeit, und so was muss eine Firma erst mal vor dem Arbeitsgericht begründen können). Aber das nur so nebenbei - ist ja jetzt eh zu spät.

Männer bringen gerne noch das Argument vor "ich verdiene aber doch viel mehr als du" - aber wenn du Filialleiterin warst, kann das eigentlich so gravierend nicht sein. Also: Warum schaust du dich nicht mal nach einer Möglichkeit für den Neueinstieg um?
Das Recht auf reduzierte Arbeitszeit gilt nämlich für deinen Gatten genauso wie für dich. Wenn du dir einen Job suchst, dann kann er mal ein paar Stunden weniger arbeiten. Er wird doch einsehen, dass es für dich total wichtig ist - und letztlich auch für eure gemeinsame Ehe?
Glücklich sein kann er ja momentan wohl kaum, also müsste er doch ein Interesse daran haben, eine Lösung zu finden, die euch beide etwas zufriedener macht.

Und von wegen "Kind alleine lassen". Wenn ich so einen Mist höre, könnte ich echt explodieren. Wer macht denn deinem Mann Vorwürfe, wenn ER sein Kind 50 Stunden pro Woche "alleine" lässt?? Leute, wir leben im dritten Jahrtausend, nicht im finsteren Mittelalter! Dein Mann wollte doch auch ein Kind, oder? Dann soll er sich gefälligst darum kümmern. Kinder brauchen Mütter UND Väter.

Ganz ehrlich: Ich wäre nicht zum zweiten Mal schwanger, wenn mein Mann nicht AUCH dieses Kind wollen würde. Und dass er dieses Kind haben will, bedeutet für ihn ganz selbstverständlich, dass er sich auch darum kümmern wird - und zwar nicht nur, indem er das Konto auffüllt.

Puh, jetzt hab ich aber #bla #bla
Ein Thema, das immer wieder mein Gemüt erhitzt. So vielen Frauen, die ich kenne, geht es ähnlich wie dir. Wenn ihr euch nicht wehrt, wird sich da nie was ändern.

Also, ich an deiner Stelle würde mal fürs erste einen Babysitter organisieren und dann in Ruhe und ganz sachlich ein Gespräch mit meinem Mann führen. Er muss erfahren, wie du dich fühlst, und dass du so sehr leidest, dass du sogar Fluchtgedanken hast.
Dann würde ich ihn fragen, ob er Vorschläge hat.
Wenn nicht, solltest du ein, zwei Vorschläge in Petto haben. Vielleicht wirklich zuerst mal: Eine Woche im Wellness-Hotel für dich alleine. Das ist ja im Grunde kein "Urlaub allein", denn du bist beschäftigt mit all den Anwendungen und triffst auf reichlich Gleichgesinnte (z.T. auch alleine dort). Dann kannst du ein bisschen durchatmen und Abstand gewinnen und hast vielleicht auch neue Ideen für deine Zukunft.
Als nächstes würde ich an deiner Stelle nach einem Job suchen. Muss ja nicht viel sein, aber so, dass du jede Woche mal für ein paar Stunden raus kommst und auch eine Form von Bestätigung erhältst.

Wenn du nichts unternimmst, wird deine Ehe kaputt gehen. Du projizierst nämlich momentan all deinen Frust komplett auf deinen Mann. So lange du also nichts gegen deinen Frust tust, hat der Arme nicht die geringste Chance...

Ich drück dir dolle die Daumen und wünsche dir Kraft - und gute Ideen!

Lieben Gruß,
Monique die Quasselstrippe

Beitrag von krina78 05.02.06 - 11:56 Uhr

Hallo Monique,

danke erstmal für deine Antwort. In vielen Dingen hast du Recht.
Es ist nicht so das mein Mann sich nicht um unser Kind kümmert. Er nimmt ihn jeden Abend für ein bis zwei Stunden so das ich in der Zeit Ruhe habe. Leider nutze ich diese zeit meist um unerledigte Arbeiten zu erledigen. Selbst Schuld...

Er geht täglich früh gegen 5.30Uhr aus dem Haus und ist so gegen 17.30Uhr wieder zu hause. Da besteht für mich leider nicht die Möglichkeit noch ein wenig arbeiten zu gehen. Ich habe es wirklich versucht.

Geplant war in der Schwangerschaft, das jeder von uns 1 Jahr Elternzeit nimmt. Kurz vor dem Ende meines Jahres stand die Firma meines Mannes kurz vor dem Konkurs.
Es wurden 80% aller Beschäftigten entlassen.
Er bleib, und aus Angst doch noch entlassen zu werden bat er mich auch das 2te Jahr zu Hause zu bleiben.
Tja, was sollte ich tun?
Mein Mann arbeitet als Entwicklungsingenieur und verdient einiges mehr als ich. Außerdem konnte auch ich mir nicht sicher sein nach den 3 Monaten Kündigungsschutz nicht doch entlassen zu werden.

In den Urlaub würde ich schon gerne mal alleine fahren, aber ich trau mich nicht. #hicks

Liebe Grüße,
Krina

Beitrag von floridasunshine 04.02.06 - 20:34 Uhr

Seit dem unsere Tochter geboren wurde (vor 9 Jahren) mache ich imm ereine Woche im Jahr alleine Urlaub und er auch! Das ist manchmal 'wie die Flucht ergreifen'. Hilft aber. Abschalten, ausspannen - und NUR ich. Klasse!

Beitrag von kneppe 05.02.06 - 14:22 Uhr

Hi,

lass Dich erstmal #liebdrueck . Wir Frauen haben als Mutter einfach die A...karte. Das ist seit je her so, und wird sich auch nie ändern #schmoll. Das erstmal vorweg.
Mein Sohn ist 2 1/2, und ich kenne diese Auseinandersetzungen, die Du mit Deinem Mann hast nur zu gut. Aber: Du darfst Deinem Mann nicht die ganze Schuld daran geben. Das Deine Firma Dir keinen teilzeitjob anbieten kann ist nicht seine Schuld. Klar, irgendwer muss schuld sein, das kenne ich, und in dem Fall ist es eben der Partner. Als Hausfrau hat man da ja auch nicht viele Alternativen ;-)
Ich denke, nach 2 Jahren ist das irgendwo normal, dass so eine Phase kommt. Bei mir kam sie kurz nach der Geburt, als ich erstmal kapieren musste, dass das jetzt mein neues Leben ist (schwere Zeit, wie Du bestimmt weisst), und dann kam die Phase nach etwa 1 1/2 Jahren wieder, als ich mich fragte, ob das jetzt alles gewesen ist. Ich sehnte mich danach, mein Gehirn mal wieder auszulasten. Versteh mich nicht falsch, ich liebe meinen Sohn über alles, und wäre z.B. auch nicht bereit, ihn irgendwohin abzuschieben oder so. Ich bin so auch relativ zufrieden, nur überfallen mich eben auch ab und zu solche Gefühlsschwankungen.
Zum Glück habe ich einen verständnissvollen Mann, der sich in meine Situation reinversetzt hat.
Im NOvember 05 habe ich dann angefangen stundenweise wieder zu arbeiten, und zwar dann, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt.
Er kommt, wir machen kurz "Übergabe" und dann gehe ich los. Ich gehe Montag und Donnerstag für je 2-3 Stunden arbeiten, und blühe richtig auf. Ich fühle mich kein bisschen überfordert mit Haushalt Kind und Arbeit, sondern genieße die Zeit ausserordentlich. Es macht einfach alles wieder mehr Spaß seit ich wieder etwas mehr gefordert werde.

Versuche doch einfach mal, ganz normal mit Deinem Mann zu reden. Er muss verständnissvoller werden, und sich nicht in seiner Rolle als "Alleinverdiener" suhlen. Teilt euch abends die Kinderversorgung ein, und such doch einfach mal in der Zeitung einen Stundenjob, der vereinbar ist mit eurem Familienleben.

ICh weiss, dass ist nicht leicht, aber das ist wahrscheinlich die einzige Lösung, damit Du wieder zufriedener bist.
Ausserdem kommt Dein Kind doch auch bald in den Kindergarten. Bis dahin schaffst Du es auch noch. Jetzt hast Du schon 2 Jahre geschafft!

Das ist jetzt aber lange geworden...

LG Melanie mit Maik 2 1/2

Beitrag von reethi 05.02.06 - 22:04 Uhr

Hallo Krina,

oh ja... wer kennt das nicht als Mutter...
Bei mir war es genauso... Ich habe dann, als der Kleine 21/2 war das Glück gehabt 10 Stunden die Woche arbeiten gehen zu können. Es war zwar nur eine Aushilfsarbeit, aber ehrlich gesagt war es ja auch nicht die Arbeit selber, sondern das rauskommen was mir Auftrieb gegeben hat. Wenn das bei Euch nicht möglich ist, dann überleg doch mal was Dich sonst interessieren würde, damit Dein Kopf arbeitet. Hast Du mal über ein Fernstudium nachgedacht?
Und hast Du mal darüber nachgedacht, ob es eine Möglichkeit für Dich gibt, wenn Dein Kleiner im nächsten Jahr in den Kindergarten kommt? Mach doch da schon mal Pläne! Dann hast Du ein Ziel und weisst dass es sich auch wieder ändern wird. Und wie gesagt muss es ja kein Fulltime-Job sein.
Und ansonsten kann ich Dir auch nur sagen: Ein Urlaub alleine ist wirklich prima und durchaus zu realisieren!! Und lass Dir auch nicht einreden, dass es nicht geht, weil Dein Kleiner noch zu klein ist... Und wenn Dein Mann das nicht machen kann, kannst Du den Kleinen in der Zeit nicht zur Oma geben?
Viele Grüsse
Neddie

Beitrag von trollmama 06.02.06 - 07:57 Uhr

Hallo!
Ehrlich gesagt, habe ich Schwierigkeiten, Dein Problem zu verstehen.
Wenn Du Dich geistig unterfordert fühlst, wer um Himmels Willen hindert Dich daran, abends, nachdem Dein Mann von der Arbeit kommt, z. B. an einem Volkshochschulkurs teilzunehmen?
Wer um Himmels Willen hindert Dich daran, Dich ehrenamtlich zu engagieren (ja, das geht auch mit Kind)?
Wer um Himmels Willen hindert Dich daran, Dir selbständig Bücher u. ä. zu besorgen, um Dich zu Hause weiterzubilden?
Wer um Himmels Willen hindert Dich daran, einen Babysitter zu finden (im Notfall per Zeitungsanzeige), damit Du und Dein Mann Euch einen schönen Abend machen könnt?
Mach nicht andere für Deine Schwierigkeiten verantwortlich, sondern schau einfach mal in den Spiegel.
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von kloos 06.02.06 - 15:20 Uhr

Hallo Krina,

ich bin schon seit über 3 Jahren zu Hause. Musste auch mein Job aufgeben, da mein Mann mehr verdiente. Es war uns aber von vorne rein klar. Ich kann dich gut verstehen. Die ersten 2 Jahre erging mir nicht anders wie dir. Mittlerweile tue ich etwas dagegen. Ich kann meine Arbeit nocht nicht annehmen. Aber ich kann mir anderweitig etwas suchen wo ich etwas abwechslung habe. Ich habe mich im Fitnessstudio angemeldet, das ich auch bis zu 3 mal die Woche besuche. Ich reagiere mich da auf dem Laufband ab. sehe andere Menschen und führe auch andere Gespräche als den ganzen Tag nur da-da oder bla-bla. Ich muss sagen, das es mich weiter gebracht hat. Such dir Hobbys. Wenn dein Kind schläft beschäftige dich damit. Oder melde dich auch im Fitnesscenter an, die meisten beieten auch Kinderbetreung an, da kannst du das Kind mitnehmen. Krabbelgruppen waren nie mein Ding. Da dreht sich wiederum alles ums Kind und frustrierte Mütter. Ich habe noch für mich die Acrylmalerei entdeckt, wenn Kind schläft male ich.

Versuch es oder fahr wenigstens mit einer Freundin für ein Wochenende weg. Da kannst du etwas Energie auftanken und abschalten.

Alles gute,

Tanja

Beitrag von sabby2311 06.02.06 - 16:52 Uhr

Hi Krina!

Ja, so geht es auch mir oft.

Ich frage mich so oft ob das nun mein Schicksal ist nur weil ich Mutter, Hausfrau und Ehefrau bin und für ein Bisschen mehr Haushaltsgeld auch noch 6 Tage im Monat arbeiten gehe und selbstständig dafür sorge, dass unsere Tochter gut untergebracht ist.

Mein Mann verdient zwar nicht schlecht, aber scheinbar auch nicht gut genug und gerät mit seinem Konto ständig ins Minus - Jetzt führt er Haushaltsbuch und weiß wenigstens wofür er das geld ausgibt.

Ich bin heilfroh, dass ich noch ca 350 Euro im Monat dazu verdiene aber auch das nur bis zum 31.3. dann ist mein Vertrag beendigt.

Sehe mich schon als ganz arme Frau, wenn ich für jeden Cent betteln muss und er entscheiden kann, was ich nun kaufen darf oder nicht.

Er hat in der ganzen Zeit für unsere Tochter keinen Cent ausgegebn und weiß gar nicht was WIndeln, Nahrung und Kleidung kosten - er wird sich umsehen müssen oder unsere Kleine hat eben keinen Stoff meihr am Leib.

Ich habe ihm alle Kosten - soweit möglich abgenommen, den Haushalt so gut wie möglich erledigt und bin für unsere Tochter da und dennoch mache ich alles nicht gut genug und wehe dem, ich äußere mal meinen Unmut, dann versteht er gar nicht was ich will.

Er selbst bekommt zu Hause nicht die einfachsten Dinge in den Griff, WENN er mal was tut.

Kinder sind eben Privatvergnügen und dafür zahlt keiner - hat leider nicht jeder das große Los Großeltern in der Nähe zu haben - die fehlen uns auch, bzw. deren Nerven.


Lg Sabby mit Anna-Lena (13 Monate) und #ei (16.SSW)

Beitrag von flautando 06.02.06 - 23:21 Uhr

Hallo Krina,

Deine Gedanken teilen sicher viele Frauen mit Dir!!! Da die Männer meistens mehr verdienen, entfällt der Erziehungsurlaub auf die Mutter. Die finanzielle Sicherung lässt sich nur mit dem höheren Gehalt realisieren, das macht die Sache nicht wirklich einfach!

Ein Gedanke brennt mir auf der Seele: Du klingst so, als hättest Du bereuht, Mutter geworden zu sein, mit so viel Isolation hast Du vielleicht nicht gerechnet. Aber sieh bei allem, was Du zu Deiner Entlastung unternimmst: sei froh, dass Du ein Kind hast und es SELBST versorgen kannst / darfst (sollte nicht daran hindern, trotzdem in den Beruf zurückzukehren). Es gibt erschreckend viele Frauen, die ihre Kinder nicht versorgen dürfen, obwohl sie nichts mehr sein wollen als Mama. Der unschätzbare Wert der Mutterschaft wird Dir sicher erst bewußt, wenn Dein Kind größer ist. Auch wirst Du möglicherweise erkennen, dass Du im Gegensatz zu Deinem Mann einen gewaltigen Vorsprung hast: DU hast die Entwicklung Deines Kindes selbst miterlebt. ER hat sich alles von Dir erzählen lassen müssen. Versuche, auch das positive in Deiner Situation zu sehen!

Die Vorrednerinnen hatten schon tolle Tipps für Dich. Da Du ja Verantwortlichkeit und Selbständigkeit im Beruf gewohnt bist, kann ich mir vorstellen, dass Du für viele Arbeitgeber interessant bist. Ich habe hier im Urbia-Magazin vor einigen Monaten einen Bericht gesehen, der aufgezeigt hatte, dass Frauen in der Zeit ihrer Mutterschaft Qualitäten entwickeln, die für die Arbeit in einer Führungsposition äußerst wichtig sind.

Vielleicht überlegst Du ja sogar Selbständigkeit? Möglicherweise arbeitest Du auch halbtags wieder, wenn Dein Knirps versorgt ist (Kiga, Schule)? Sieh Deine Situation als Herausforderung, phantasievoll Dein Leben zu gestalten!

Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, Dich zu verwirklichen, aber auch, dass Du den unschätzbaren Wert vom Mutter-sein-dürfen nie aus den Augen verlierst!

Deine Flautando