Mein Leben ödet mich an!

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von wannabemami 11.02.06 - 12:41 Uhr

Bin ich damit hier überhaupt richtig?.....
Am besten fasse ich mal kurz zusammen, wo mein Problem liegt, sonst wird hier ein Roman draus ;o)

Ich bin vor 4 Jahren wegen eines Jobs (war arbeitslos) weggezogen
-> ich mag diese neue Stadt nicht
-> mir fehlt unheimlich die Nähe zu meiner Familie
-> ich find ehier keine neuen Freunde
-> meine Woche besteht nur noch aus Arbeit und Haushalt
-> ich habe kein wirkliches Hobby was mich ausfüllt

Wie ihr seht binich mit meinem Leben vollkommen unzufrieden. Zur Ziet bin ich an einem Punkt wo ich meine Unzufriedenheit sogar schon mit mieser Laune an meinem Freund auslasse- aber er kann doch nix dafür!!!

Was kann ich denn nur tun um wieder etwas glücklicher zu werden? Ich bin so verzweifelt, das sich schon überlegt habe mal zu einen Psychologen zu gehen, aber der kann meine Probleme ja auch nicht lösen, das kann ja nur ich allein.

Habt Ihr Tipps für mich???? Wäre Euch darüber sehr dankbar!!!

Beitrag von mutterschaf 11.02.06 - 13:42 Uhr

Hö? Ja, wieso unternimmst Du denn nix? Ich kenne ja Deine Hobbys und Interessen nicht, aber es gibt doch im Internet zig Seiten, auf denen man Kontakte zu anderen Leuten knüpfen kann. Gegen Heimweh kann man ja leider nix machen. Und gegen eine fremde Stadt auch nicht. Ich denke, da braucht man einfach Zeit um sich einzugewöhnen. Aber wenn Du erstmal Freunde gefunden hast, ist das Heimweh sicher nicht mehr ganz so stark und die fremde Stadt nicht mehr ganz so fremd. Guck doch mal bei friendscout oder so. Vielleicht findest Du dort Anschluss. Dass von alleine nix passieren wird, weisst Du selber. Alles Gute! #bla

Beitrag von eineve 11.02.06 - 18:20 Uhr

wie isses mit dem punkt der nur ganz allein mit dir zutun hat? freunde dich mit dir selber neu an. finde deinen standpunkt und sei ehrlich zu dir selber.

wegen job weg gezogen? - dann sei doch ehrlich und mache DAS dafür verantwortlich was dafür verantwortlich ist und geh sämtliche möglichkeiten der änderung durch.

oder ist es bequemer weiterhin zu leben: weil nämlich ich nen job brauch - nur deshalb und ausschliesslich - wozu soll ich dann her gehen und positives darin sehen und oder erkennen wollen - bin ja schliesslich gezwungen worden...

deine worte klingen so, wie wenn du vorher dir nur wg job den kopf gemacht hast aber nicht überlegt hast was für neues mögliches unbekanntes auf dich zu kommt. strampel dich frei.

ich weiss von mir - das ich nicht wegen einem job in eine stadt ziehe die ich freiwillig nicht betrete UND die beziehung mit einem mann ist da auch kein grund für mich. da kanns mir hier wo ich LEBE noch so schlecht gehen. ok - bei mir ist es eben halt auch bestimmung :-D habs ausprobiert... vorsätzlich wg stelle hier bereit zu sein weg zuziehen - nix nada - daher bestimmung bei mir.

Beitrag von aggie69 13.02.06 - 15:01 Uhr

Ich liebe mein Leben!

-Wegen meiner Arbeit habe ich hier kaum Freunde bzw. Gleichgesinnte, die mein Hobby teilen. Also, habe ich mir Brieffreunde mit gleichen Hobbies gesucht

- Ich habe ein Katze - die ist gut für die Seele

- Ich male in meiner Freizeit und mache viel Handarbeiten

- Mir ist es egal, in welcher Stadt ich lebe. Mein Heim muß gemütlich sein. Was draußen ist , ist mir egal

- Ich habe einen lieben Mann, der mich nimmt, wie ich bin.

- Ich lebe zwar in der gleichen Stadt, wie meine Familie, habe aber zu viel mit mir selbst zu tun und sehe sie nicht oft. Wenn jemand von ihnen HIlfe braucht, bin ich da - und umgekehrt gilt das Gleiche aber jeder hat sich sein Leben eingerichtet

Warum versuchst Du nicht irgend ein neues Hobby? Gibt es denn nichts, was Dich interessiert?

Vielleicht wäre ein Besuch beim Psychiater wirklich gut für Dich? Er kann Dir bei Deinen Problemen sicher nicht helfen aber vielleicht schafft er es, Dir die Augen zu öffnen und zeig Dir, wie schön das Leben ist
Du hast Arbeit, hast ein Zuhause und verdienst Geld. Es gibt viele Leute, die das nicht von sich behaupten können und trotzdem sind sie glücklich.


Du haßt Deine augenblickliche Situation - warum? Was schert Dich die Stadt drum herum? Du lehnst diese Stadt einfach ab. Geh doch mal mit offenen Augen durch die Straßen! Sicherlich gibt es auch dort ein paar schöne Ecken - man muß sie nur finden.
Und sicherlich sind Deine Nachbarn nette Leute. Hast Du schon mal mit ihnen gesprochen ?

Beitrag von weisheitszahn 14.02.06 - 08:24 Uhr

Hallo wannabemami, das kenne ich, das ging mir so ähnlich wie dir als ich nach Berlin gezogen bin. Fremder Dialekt, die Mentalität ist anders, die Leute hörten sich für mich an als würden sie ständig streiten, weil sie so schnell und viel quasseln. Die Umgebung ist anders, selbst der Wald und die Böden im Umland sind nicht so wie ich es gewöhnt war. Man muß alles neu kennen lernen, ob das der Laden ist, in dem man künftig einkaufen wird, welcher Händler einen nicht übers Ohr haut, wie die Verkehrsmittel hier fahren usw. Mein Mann hat da einiges mit mir mitgemacht, für ihn war nicht alles fremd und seine Familie und Freunde sind nicht hunderte von Kilometern weg.

Also mich hat das zeitweise fast völlig aus der Bahn geworfen und es ist mir schwer gefallen, mir hier neue Kontakte zu suchen. Erstens weil ich die Berliner nicht besonders mochte und auch weil natürlich die Hoffnung, neue Freunde zu finden, für den Anfang zu hoch gegriffen ist. Das was man an Vertrautem zurückgelassen hat kann man nicht einfach ersetzen. Vielleicht war ich auch unfair gegenüber neuen Bekanntschaften, irgendwie nahm ich es ihnen unbewußt vielleicht übel, daß in mir nicht die Vertrautheit aufkommen konnte die ich meinen Freunden in der Heimat gegenüber empfunden habe.

Jedenfalls, ich denke man ist in einer neuen Lebensumgebung erst mal ziemlich überfordert von den vielen, vielen neuen Eindrücken, ich habe das über lange Zeit als absolute Reizüberflutung empfunden. Wenn man dann ungerecht gegenüber dem Partner wird und depressive Anwandlungen hat und sich nicht mehr aufraffen kann, dann ist das normal, setze dich deswegen nicht noch zusätzlich unter Druck. Mir hat geholfen, daß ich zusammen mit meinem Mann Termine vereinbart habe, an denen wir gezielt Ausflüge in die Umgebung gemacht haben. Dann haben wir angefangen, jede Woche um die selbe Zeit schwimmen zu gehen, nach einer Weile kennt man die Gesichter und fängt an, die Leute zu grüßen. Damit hat man noch keine Bekanntschaften geschlossen, aber man fühlt sich nicht mehr ganz so fremd. Dann hilft mir auch jetzt noch sehr, daß ich ganz bewußt angefangen habe, kleine Gewohnheiten zu etablieren. Bestimmte Dinge immer zur gleichen Zeit tun, wie zum Beispiel möglichst um die gleiche Zeit zum Bäcker oder in die Apotheke gehen. Das schafft ein kleines Bißchen Vertrautheit. Und ich habe zwar Hobbies, aber die eigentlich alle mehr für mich alleine wie Lesen oder Handarbeiten. Deshalb habe ich mir in der Volkshochschule einen Kurs gesucht, der mich einigermaßen interessiert hat, auch da hat man die Möglichkeit, mit Leuten in Kontakt zu kommen, die zunindest EIN Interesse mit einem teilen. Ganz wichtig war da für mich, daß mein Mann nicht dabei ist. Gerade wenn man sich fremd fühlt fängt man an, den Partner als ständigen Ansprechpartner für alles zu "benutzen", das schafft Spannungen. Es ist wichtig, auch etwas zu haben, das der Partner nicht kennt und worüber man ihm sozusagen "Neues" erzählen kann.

Naja mir fällt noch einiges ein, mein Eingewöhnungsprozeß ist bestimmt noch eine Weile nicht abgeschlossen aber ich fühle mich nicht mehr so verzweifelt wie nach dem ersten Jahr hier. Versuche möglichst kleine Etappen zu machen und versuche auch zu akzeptieren daß vorläufig deine Umgebung nicht vertraut ist und auch nicht so schnell vertraut werden kann.

Wenn du magst melde dich nochmal, vielleicht gibt es ja noch mehr Leute hier im Forum die erzählen können wie sie sich in eine neue Umgebung eingelebt haben. #liebdrueck

Beitrag von tajmahal 14.02.06 - 09:41 Uhr

Hi wannabe,

@aggie69 >>Ich liebe mein Leben! <<

Wie schön für dich, bade dich weiter in deiner Süffisance.

Wenn ich mir die postings zu deinem Problem durchlese, kommt mir das so vor als würde ein Psychologe zu seinem depressiven Klient sagen:

"Flenn nicht rum, tu was."

Mitleid verteile ich nicht sehr gerne, was du haben kannst ist Anteilnahme, die hilft dir sicher mehr.
Das Umfeld in dem man lebt bestimmt die persönliche Befindlichkeit doch erheblich mit, da kann ich dich absolut verstehen. Wo es einem nicht gefällt ist man halt auch nicht glücklich. Oder zumindest nicht so glücklich wie man sein könnte.
Heimweh vergeht nun mal wirklich nach einer Weile und die modernen Kommunikationsmittel (Email, Telefon etc.) können dir doch auch helfen den Kontakt zu deinen Lieben zu pflegen, um dein Heimweh zu lindern.

-> meine Woche besteht nur noch aus Arbeit und Haushalt

Also das hängt für mich in direktem Zusammenhang mit

-> ich find ehier keine neuen Freunde

Wenn du halt nur noch den Routinemüll um die Ohren hast kannst du dir halt auch keine Freunde suchen!?
Und wenn dann das dazukommt

-> ich mag diese neue Stadt nicht

Sitzt man wirklich in der Falle.

-> ich habe kein wirkliches Hobby was mich ausfüllt

Was hast du gerne gemacht als dich noch keine Kinder, Haushalt und Beruf so in Anspruch genommen haben, dass du dich selbst verloren hast?
Da gibt es doch bestimmt was, da bin ich mir sicher. Du musst es nur wieder entdecken.

>>Wie ihr seht binich mit meinem Leben vollkommen unzufrieden.

Allerdings, das sieht man.

>>Was kann ich denn nur tun um wieder etwas glücklicher zu werden?<<
und
>>sich schon überlegt habe mal zu einen Psychologen zu gehen, aber der kann meine Probleme ja auch nicht lösen, das kann ja nur ich allein.<<

Kannst du glaube ich im Moment nicht, denn

>>Ich bin so verzweifelt, <<

Du hörst dich an als würdest du in einer wirklich tiefen Krise stecken und deswegen brauchst du auch jemand der dir mal unter die Arme greift.
Das muss ja nicht gleich ein Psychologe sein, aber das kannst nur du selbst entscheiden.
Wie steht es mit deinem Freund? Der sollte dich doch gut kennen und verstehen.
Oder eine gute alte Freundin. Manchmal kann man ja auch besser über seine Probleme mit anderen reden als dem Lebenspartner.Vielleicht kannst du mit der Emails schreiben telefonieren, gegenseitig besuchen.

Ich glaube du brauchst jemanden der dir nahe steht und dem du vertrauen kannst, und nicht mal kurz gegoogelt und jeder Nase dein Problem aufs Auge gedrückt.

In der akuten Situation in der du dich befindest würde dir eine oberflächliche Bekanntschaft auf die Schnelle wenig(eher gar nicht) weiterhelfen. Freundschaften aufzubauen dauert nun mal seine Zeit, und die hast du im Moment ja nicht, weil deine Probleme viel zu drängend sind.

Ich weiß wie es an den Kräften zehrt, wenn man seine eigene Existenz nicht mehr akzeptiert, bzw. so nicht mehr akzeptieren will, und für einen persönlich die Sonne nicht mehr scheint.
Ich wünsche dir, dass du diesen Punkt in deinem Leben mit oder ohne Hilfe bewältigen kannst, neue Freunde findest und wieder lachen kannst.

Viel Glück und Alles Gute

tajmahal