Urlaubsanspruch bei Elternzeit ab Juli

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Beitrag von mama_in_baden 14.02.06 - 15:14 Uhr

Hallo,

vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.
Hatte letztes Jahr gleich nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet und bin dann am 1. Juli in Elternzeit gegangen.

Normalerweise habe ich 30 Tage Urlaub.
Wieviel steht mir nun für 2005 zu 15 oder 30 Tage Urlaub.

Ich kenne die Regelung, dass man vollen Jahresurlaubsanspruch hat, wenn man zum 31. Juli oder später kündigt.
Wie verhält es sich in meinem Fall?

Gruß
Angela :-D

Beitrag von maeuschen06 14.02.06 - 15:22 Uhr

Hallo,

wenn du vom 1.1.-30.06. gearbeitet hast, dann beträgt dein Urblaubsanspruch 50%, dh. 15 Tage. Urlaub gibt es nur für die Zeit, in der man auch gearbeitet hat (Ausnahme: Krankheit).

Es ist übrigens falsch, dass man vollen Urlaubsanspruch hat, wenn man zum 31.07. oder später kündigt. Urlaub gibt es nur anteilig.

LG

Beitrag von mama_in_baden 14.02.06 - 15:40 Uhr

Hallo,

sorry, aber bei zwei meiner Kollegen war das so. Hängt wahrscheinlich vom Tarifvertrag ab.
Im Netz habe ich dazu nur was bei BAT gefunden.

So einfach ist es mit der Urlaubsberechnung eben nicht.

Gruß
Angela


Urlaubsberechnung

Für Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnis im Laufe des Urlaubsjahres beginnt oder endet, beträgt der Urlaubsanspruch 1/12 für jeden vollen Beschäftigungsmonat. Ergibt sich bei der Berechnung ein Anspruch auf den Bruchteil eines Urlaubstages, wird dieser Anspruch, wenn er 0,5 oder mehr beträgt, aufgerundet.

Beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis im ersten Halbjahr aufgrund einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder wegen Erreichung der Altersgrenze besteht ein Anspruch auf die Hälfte des Jahresurlaubs. Liegt aber der Zeitpunkt in der zweiten Jahreshälfte, besteht ein Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.

Beitrag von maeuschen06 14.02.06 - 17:26 Uhr

Okay, bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit gibt es in der zweiten Jahreshälfte den ganzen Urlaub. Ist ja auch aufgrund einer Krankheit. Aber in anderen Fällen gibt es eben nur 1/12 pro gearbeiteten Monat.

Beitrag von sonne_1975 14.02.06 - 17:34 Uhr

Es ist falsch! Bei Kündigung steht auch der volle Urlaubsanspruch zu, wenn man in der zweiten Jahreshälfte gekündigt hat. Steht im Gesetz!!! Nur wenn explizit im Tarif/Arbeitsvertrag anders steht, ist es anteilig.
Ich hatte den Fall schon zweimal, die Kündigung war jeweils zum 01.10. und da wollte mir die Personalabteilung auch nicht glauben, bis ich ihnen das Gesetz vorgelegt habe. Ich selbst habe das von einem Rechtsanwalt erfahren.

Aber Elternzeit zählt nicht zum Ausscheiden, deswegen stehen dir m.E. doch nur 15 Tage zu.

Gruss. Alla

Beitrag von sonne_1975 14.02.06 - 17:38 Uhr

Habe extra gegoogelt:

"§ 5
Teilurlaub
(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens
des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer
a) für Zeiten eines Kalenderjahres, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in
diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt;
b) wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet;
c) wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahres aus dem
Arbeitsverhältnis ausscheidet."

D.h., dass in allen anderen Fällen der volle Urlaubsanspruch gilt.

Gruss. Alla

Beitrag von mama_in_baden 15.02.06 - 12:36 Uhr

Hi,

danke für die Info.
Manchmal kennt sich ja nicht mal die Personalabteilung richtig aus :-)

Gruß
Angela

Beitrag von anja2006 14.02.06 - 19:43 Uhr

Hallo Angela,
die Sache mit dem vollen Urlaubsanspruch ab Juli ist meines Wissens nicht gesetzlich, sondern meist tariflich geregelt (Bsp.: Metallindustrie, dort ist es so), hier hängt es halt dovon ab, in was für einem Unternehmen Du arbeitest und ob es an einen solchen Tarifvertrag gebunden ist. Sollte es so sein, stehen Dir 30 Tage zu, da Du ja auch nicht gekündigt hast, sondern in den Mutterschutz gegangen bist, dies ist keine Beendigung des Arbeitsverhätnisses!
Schau mal in Deinen Arbeitsvertrag, ob man sich dort irgendwo auf Tarife bezieht.

Viel Glück und viele Grüße

Anja

Beitrag von mama_in_baden 15.02.06 - 12:42 Uhr

Hi Anja,

arbeite in der Bauindustrie.
Hatte die Info bekommen, dass ich 15 Tage Urlaub habe, also anteilig. Den habe ich darum abgebaut bis Ende Juni.

Nun ist auf der neuen Abrechnung ein Resturlaub von noch 15 Tagen angegeben.

Die wissen wirklich selber nicht, was an Urlaub gewährt werden muss.
Jetzt kann ich mir die 15 Tage nur auszahlen lassen oder bis nach der Elternzeit aufheben (bis dahin gibt es dann aber wohl kein Urlaubsgeld mehr #kratz )

Gruß
Angela

Beitrag von anja2006 15.02.06 - 12:58 Uhr

Hallo Angela,
Dein Arbeitgeber ist nich verpflichtet, Dir den Urlaub auszuzahlen - dies gilt nur bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wenn er nicht mehr abgebaut werden konnte. Eine Auszahlung währe demnach freiwillig. Er muß Ihn Dir allerdings tatsächlich im Anschluß an die Elternzeit gewähren - viele Mütter steigen dann danach gleich mit dem Urlaub wieder ein, beginnen also später. Für die Urlaubstage gelten dann aber alle Bedigungen, wie in dem Jahr, aus dem er stammt. Also die Tage basieren auf der Stundenanzahl, die Du gearbeitet hast und Dir steht auch das Urlaubsgeld für die Tage zu. Ich nehme an, es wurde bei Euch nicht einmal im Jahr, sondern jeweils im Monat des Urlaubes gezahlt.

Du solltest das mal so nebenbei erwähnen, wenn Du mit Deinem Arbeitgeber korrespondierst.

Viele Grüße
Anja

Beitrag von mama_in_baden 15.02.06 - 13:23 Uhr

Hi Anja,

du kennst dich ja wirklich gut aus #freu

Da kann man sich über die Infos aus der PA wirklich ärgern. Dass ich meinen Urlaub noch nach der Elternzeit nehmen kann, wurde mir auch mitgeteilt. Es hieß aber dann, eventuell ohne Urlaubsgeld (also wie im jeweiligen Jahr gehandhabt).

Auszahlen (wenn sie es machen würden...) ist eh nicht so mein Ding.
Tja, da heißt es dann überlegen, ob ich dort je wieder anfange ...
Hätte ich das mit den 15 Tagen gleich gewußt, hätte ich einfach meine Elternzeit erst ab 1.8.05 genommen und den Urlaub noch schön abgebaut ...

Grüßle
Angela