Verzweifelt! -Wie komme ich vom Fläschchen füttern zum voll Stillen bei 3 Wochen altem Baby? Wird an

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von lana7 27.02.06 - 12:27 Uhr

Hallo!

Wie schaffe ich es, dass meine Kleine von der Brust satt wird? Nach einer halben Stunde ist sie immer noch nicht satt.

Dazu gibt es eine kleine Vorgeschichte: Im Krankenhaus war ich gezwungen mit Flasche zuzufüttern. Mit Milchpumpe habe ich meine Milchproduktion inzwischen gut angekurbelt, so dass wir keine Zusatznahrung mehr brauchen. (Obwohl ich den richtigen Milcheinschuss nie hatte.) Sie bekommt meine Milch per Flasche.

Ich möchte sie aber gern voll stillen. Inzwischen ist sie schon so kräftig, dass sie eine halbe Stunde von der Brust trinkt. Aber sie ist danach nie satt und quängelt weiter. Sie trinkt dann nochmal zwischen 30 ml und 60 ml Flasche bis sie zufrieden ist. Wenn ich nach dem Füttern den Rest abpumpe, dann habe ich noch genug Milch. Kann es an meiner Brust liegen, dass sie die Milch zu schwer rauskriegt?

Wer hat ähnliches durch? Hat das Stillen dann noch geklappt? Müßte ich sie vielleicht öfter anlegen? Jetzt hat sie einen Rhythmus zwischen 3 und 4 Stunden. Aber was mache ich dann mit ihr, in der Zwischenzeit wo sie noch nicht satt ist und schreit?

Bin dankbar für jeden Tip! Denn die jetzige Prozedur (Stillen, Fläschchen geben, abpumpen) ist so zeitraubend, dass ich bald an Schlafmangel zu Grunde gehe.

Liebe Grüße

Beitrag von lanzaroteu 27.02.06 - 13:10 Uhr

hallo!

fuer ein drei wochen altes baby find ich 3-4 stunden ziemlich lang. versuch sie oefter anzulegen, also dann wenn sie hunger hat (was oft alle halbe stunde sein kann).
trinken aus der flasche ist fuers baby wesentlich einfacher als an der brust.
hast du denn eine hebamme mit die dir helfen koennte?
sonst: www.lalecheliga.de die helfen einem super

das klappt bestimmt
lg ute

Beitrag von zwillinge2005 27.02.06 - 13:20 Uhr

Hallo Lana7,

meine Zwillies musste ich auch von der Flasche auf die Brust "umgewöhnen". Unsere Stillmahlzeiten haben zu Beginn häufig eine Stunde pro Kind gedauert. Da Du Dir sicher bist, dass Du genug Milch hast (habendie meisten, aber nicht alle glauben es auch) lass sie einfach so lange nuckeln wie sie möchte. Wir haben auch zunächst noch Mumi mit der Flasche nachgegeben, aber die Kinder trinken das eher nicht aus Hunger, sondern aus Gewohnheit.
Leg sie einfach sooft an wie sie möchte. Solange sie gut gedeiht bekommt sie genug Milch. Gequengelt haben meine am Anfang auch, wenn ich sie von der Brust genommen habe.

LG, Andrea

Beitrag von mtamara 27.02.06 - 13:40 Uhr

Hallo!

Wir hatten ähnliche Probleme, bis auf das, dass ich mich im Krankenhaus durchsetzen konnte, meinem Sohn keine Fertignahrung zu geben - das wollten die nämlich auch (bzw. eine der Hebammen).

Die Prozedur Abpumpen, Fläschchen geben, sterilisieren, richten, Milch aufwärmen, Baby weint, immer wieder Anlegen, etc. haben wir auch durch und es war ERMÜDEND... echt krass.

Ich kann dir eines sagen - habe diesbezüglich vorhin auch schon gepostet:

Elia ist mit dem heutigen Tag genau 4 Wochen alt und letzte Woche dachte ich, er saugt noch das letzte Fünkchen Verstand aus mir raus, wenn es so weitergeht.
Er kam jede Stunde, wenn nicht sogar mehrmals innerhalb einer Stunde - und ich verzweifelte fast.

Das war genau die erste Woche, in der ich ausschließlich stillte (ach ja: und daheim musste ich dann tatsächlich doch manchmal zufüttern, war dann auch blöd).
Ich denke, in dieser Woche kamen zwei Sachen zusammen:
Zum Einen die ausschließliche Stillerei, die für uns beide neu war und zum anderen ein Wachstumsschub - das hat dann bewirkt, dass er ständig Hunger hatte. Zudem hat Elia ein sehr ausgeprägtes Saugbedürfnis.
Seit ca. 2 Tagen hat sich das aber normalisiert und wir haben im Moment einen 2-Stunden-Rhythmus (manchmal, wenn er schläft länger).

Warum erzähle ich das alles?

Ich könnte mir vorstellen, dass der vermehrte Hunger bei deiner Tochter nur vorübergehend ist und du sie nach Bedarf anlegen solltest.

Zum Einen ist, wie Ute schon geschrieben hat, ein 3-4 Stunden Rhythmus für ein Baby mit dem Altern, das unsere haben wirklich lange, also kann sie echt einfach noch Hunger haben und es wäre ein Weg, von der Flasche wegzukommen, wenn du sie 2-3 Tage einfach öfters anlegst, auch wenn sie vielleicht noch nicht danach verlangt (Elia ist auch ein sehr ruhiges Baby und er meldet sich erst im allerletzten Moment, wenn er kurz vor dem Verhungern ist #augen, ich lege ihn also auch manchmal an, bevor er weint),

zum anderen kann es sein, dass deine Tochter auch ein großes Saugbedürfnis hat und Mamis Brust einfach gerne genießt, gerade jetzt in dem Alter.

Ich würde ihr - okay, ich habe leicht reden, da ich es hinter mir habe - einfach ein paar Tage etwas öfter die Brust geben und sie so lange trinken lassen, wie sie will - versuch es ohne Flasche. Wenn sie nach einer halben Stunde wieder was will, dann leg sie wieder an.

Nach 2 Tagen sollte sich das Problem relativiert haben. Entweder weil du dann genügend Milch hast (sollte das der Grund sein), oder aber weil deine Tochter das bekommen hat, was sie im Moment so dringend braucht.

War das jetzt eine Hilfe oder leeres Gelaber? Klugscheißen ist nicht schön, wollte ich auch nicht, ich weiß nur wirklich, was du gerade durchmachst und wie fertig das einen macht und ich möchte dich gerne animieren, das durchzuziehen und die Flasche einfach wegzulassen.
Das war das, was ich Montag vor einer Woche gemacht habe - seitdem hat Elia keine Flasche mehr gesehen und jetzt nach einer Woche weiß ich - ja, es war hart, aber es war der richtige Weg.

Bla bla bla

Sorry für die Länge.

Viele liebe Grüße und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass ihr zusammen findet. Wir stehen am Anfang unserer Stillbeziehungen und vielleicht ist das auch nicht das letzte Problem, das durchzustehen ist, aber es wird immer leichter und auch schöner.

Miri

Beitrag von mtamara 27.02.06 - 14:30 Uhr

Hallo nochmal ;-) ,

habe gerade deine Antwort auf meinen Beitrag gelesen, wollte das nur mitteilen, dass ich nicht unhöflich bin, sondern nur langsam.

Aber wenn du meinen Beitrag gelesen hast, dann hast du ja von meiner Euphorie mitbekommen, die ich heute habe.
Einfach rieeesen Freude nach 4 Wochen Leid, Qual, Schmerzen.

Es ist bestimmt nicht das letzte Problem, aber es war garantiert eines, wenn nicht DAS Schlimmste.

Wir schaffen das #liebdrueck,

Miri - die heute die Welt umarmen könnte

Beitrag von lana7 27.02.06 - 16:07 Uhr

Hallo Miri!

Hab vielen lieben Dank für die ausführliche Beschreibung wie es bei dir so lief. Das hilft mir sehr. Ich werde es noch ein bißchen versuchen. Aber da hast du echt was geleistet - alle 2 Stunden!!!

Ich habe meine Maus gerade 1 stunde lang trinken lassen. Danach war sie müde. Aber nach wenigen Minuten brüllte sie wieder nach Essen.
Vielleicht machen wir ja noch was falsch? Vielleicht schluckt sie nicht richtig an der Brust, denn es läuft ihr immer ziemlich viel aus dem Mund. Aus der Flasche läuft es ja fast von alleine in den Mund.

Wie lange trank Elia am Anfang? und wie lange braucht er jetzt zum satt werden? War er denn zwischendurch auch mal satt, so dass du ihn zufrieden von der Brust nehmen konntest?

Liebe Grüße

Beitrag von mtamara 27.02.06 - 16:20 Uhr

Von einer Zeit kann ich nur ab letzter Woche reden, da alles davor nur ein heilloses Chaos war - erinnere mich kaum noch an Details der ersten 2 Wochen nach der Geburt.

Aber letzte Woche trank Elia - ich hab es sogar 2 Tage lang aufgeschrieben, ob es mir nur so krass vorkommt - des Öfteren bis zu einer Stunde oder fast ne Stunde. Und danach weinte er meistens bald wieder.

Jetzt ist er nach 20, manchmal auch 30 Minuten satt.

Wenn ihr viel Milch aus dem Mund läuft, dann kann es sein, dass dein Milchspendereflex sehr stark ist und du am Anfang extrem viel Milch "ausschüttest" (wie formuliert man das überhaupt #kratz). Da hilft es, den Erstdruck zu nehmen - entweder durch Ausstreichen oder 1-2 Minuten Abpumpen.

Aber wenn ich von unserer Geschichte ausgehe, dann rate ich dir, mal zu versuchen, ob deine Tochter viel Saugen muss/will.
Schnuller ist eine Möglichkeit, dein Finger ist eine andere, du kannst in eine Stoffwindel einen Knoten in die Ecke machen und sie nuckeln lassen, oder eine Nuckelpuppe besorgen (das habe ich jetzt gemacht). Vielleicht ist es nämlich kein Hunger mehr, sondern wirklich nur Saugbedürfnis.
Aber warte noch ein paar Tage ab, das wird vielleicht auch wieder leichter.

War sie denn vor z.B. einer Woche anders? Ich meine, ist ihr Verhalten extrem verändert im Moment?

LG, Miri

P.s.: Was meintest du mit der Frage?
-> War er denn zwischendurch auch mal satt, so dass du ihn zufrieden von der Brust nehmen konntest?

Beitrag von lana7 27.02.06 - 17:08 Uhr

Hallo Miri!

Also trank Elia auch 1 Stunde lang und mehr. Dann scheint das erstmal normal zu sein. Dann werde ich das mit meiner Maus auch durchziehen. Ich denke, dann ist es bei uns genauso und wir schaffen das auch wie ihr beide.

Ihr Verhalten ist nicht anders als sonst. Das heißt, sie wird immer munterer. Im Gegensatz zum Krankenhaus, da hatte sie Neugeborenengelbsucht und schlief ständig. - Scheinbar haben wir ähnliches durch. Die ersten 2 Wochen waren auch bei mir Chaos pur. - Sie ist ein sehr friedliches Baby. Schläft, liegt gern bei Mami und Papi im Arm und ist glücklich, wenn ihre Wangen gestreichelt werden.
Das mit dem Saugbedürfnis werde ich mal beobachten. Vielleicht versuche ich es mal mit einem Nuckel nach dem trinken.

Zum PS: Ich meinte damit, ob du ihn irgendwann beruhigt von der Brust nehmen konntest oder hat er nach wenigen Minuten wieder geschrien, weil er Hunger hatte. Denn wir gesagt, meine Maus hat eine Stunde getrunken und dann wieder wie am Spieß geschrien bis sie die Flasche bekam. Und die hat sie hintergezischt als hätte ich sie tagelang hungern lassen...

Dank deiner Erfahrungen bin jetzt beruhigter. Ich werde es weiter versuchen und bestimmt schaffen wir es ohne Flasche. Denn die Milch ist ja da.

Liebe Grüße

Beitrag von sparrow1967 27.02.06 - 21:00 Uhr

Ein kleiner Tipp:
Laß eine Hebi mal auf deine Anlegetechnik schauen. E skann durchaus sein, dass deine Kleine nicht richtig andockt und deshalb einfach nicht satt wird.
Ich mußte unserem Junior Anfangs die Warze kleinfalten und in den Mund schieben, damit er auch den Warzenvorhof mitnahm und nicht nur die Brustwarze ;-). Die Lippen müssen ..hm...wulstig nach außen sein und sich wie ein großes O um deine Brustwarze legen. Schwer zu beschreiben....
Sie müssen also den Mund praktisch voll haben .

Fiel mir nur gerade so ein...

sparrow


Beitrag von mtamara 28.02.06 - 12:47 Uhr

Hallo Lana,

ich antworte dir noch - hab grad nur den Kopf nicht frei.

Bis dann,

Miri

Beitrag von sparrow1967 27.02.06 - 21:03 Uhr

*grins* Das Grinsen, das Du im Gesicht hast, während du übers Stillen schreibst...kann man sogar sehen ...ähm...lesen ;-).Klasse!


sparrow

Beitrag von waltraud07 28.02.06 - 09:57 Uhr

Hallo Lana,
meine Kleine ist inzwischen schon 7 Monate alt, aber ich habe ähnliches erlebt wie Du.
Wobei ich sagen muß, daß ich 3-4 Stunden-Abstände für ein 3 Wochen altes Baby klasse finde.
Meine Kurze hat sich auch nach 3 Monaten fast immer nach 2, max. nach 2,5 Stunden gemeldet, nur nachts nach 3-4 Stunden. Das war schon sehr anstrengend. Als die Abstände dann noch kürzer wurden, Richtung 1,5 bis 2 Stunden, da habe ich dann angefangen zuzufüttern. Habe sie jedes Mal erst an der Brust trinken lassen und ddann Flaschenmilch gegeben. Das hat ihr prima gefallen und ich war auch glücklich, da die Abstände größer wurden.
Wir haben diese Kombi-Lösung bis vor 1 Woche "durchgezogen", jetzt ist sie abgestillt und bekommt nur noch Flaschenmilch als Milchnahrung.

Nicht verzweifeln! Die ersten 8 Wochen sind wirklich hart, aber danach hat man selbst sich wieder etwas gefangen, wird lockerer und dann geht es auch mit dem Stillen und dem Schlafen besser!

Viele Grüße und gute Nerven wünscht

Claudia mit Tabea