keine kraft mehr fürs nächtliche oft-stillen

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von tanteju78 06.09.06 - 11:35 Uhr

Hallo,

ich weiss echt nicht mehr, was ich machen soll. Seit 3 Wochen möchte mein Kurzer nun wieder alle 1,5 bis 2 Std gestillt werden, sonst schläft er auch nicht wieder ein, auch wenn er kaum Hunger hat.

Davor hatte ich wenigsten 3 Std Stillabstand nachts, so dass ich wenigstens etwas Schlaf bekommen habe, nun aber fühl ich mich tagsüber nur noch müde und bin schlecht drauf, weil ich nur noch ganz oberflächlich schlafe--- immer wenn der Tiefschlaf im Anmarsch ist, werde ich zum Stillen "gerufen" vom kleinen.

Er schläft schon bei mir im Bett, weil ich dann wenigstens nicht aufstehen muss, aber das hilft auch nicht viel

Was kann ich tun, damit die Stillabstände nachts wieder grösser werden? Er muss ja nicht durchschlafen, das verlange ich ja gar nicht, immerhin ist er erst 5,5 Monate alt. Aber stillen alle 1,5-2 Std ist mir nachts echt zuviel.

habt ihr Tipps für mich (oder wenigstens Trost :-))?

LG,
Ju

Beitrag von kleine_kampfmaus 06.09.06 - 12:05 Uhr

Hi Ju,

kenn ich nur zu gut. Maxi macht das genauso, er will sobald er in den Halbschlaf kommt an die Brust. Ansonsten findet er nicht mehr in den Tiefschlaf zurück. Meist trinkt er nicht sondern nuckelt nur, aber wach bin ich trotzdem. Obwohl er bei mir im Bett schläft, aber ich schlafe dabei auch nicht wirklich ein ;-)

Tipps hab ich leider auch keine, weiß mir ja selber keine Rat außer: Abwarten und hoffen, dass es sich irgendwann gibt :-)

LG
Kleine Kampfmaus + Maximilian (19.04.06)

Beitrag von tanteju78 06.09.06 - 16:14 Uhr

"abwarten und hoffen"

ja, darin übe ich mich seit fast 6 Monaten ;-)

naja, vielleicht ja wieder "es ist bloss eine phase..."

Beitrag von anna61077 06.09.06 - 14:42 Uhr

Hallo Ju #liebdrueck,

ich kann dir leider keinen Tipp geben,aber wollte dich damit trösten,dass es bei uns seit Wochen auch so geht.

Die Nacht sieht bei uns in etwa so aus:

19.30 Stillen und ins Bettchen gehen
20.30 kurz beruhigen-geht meist mit streicheln
22.00 Stillen
24.00 Stillen
2.00 Windel wechseln-da ausgelaufen(obwohl die gute Papers aktiv fit) und stillen
4.00 Beruhigen und meist im Fliegergriff durch die Gegend laufen,da er dann Blähungen hat#augen
7.30 Stillen und bis 9.00 schlafen

#gaehn Bin auch echt übermüdet, aber halte es lieber noch ne Weile aus,bis mein Kleiner von allein seinen Rytmus verlängert,als "Jedes-Kind-kann-schlafen-lernen" zu machen#schwitz

Hab übrigends vor einer Woche den Mittagsbrei eingeführt,vielleicht bessern sich ja die Schlafenszeiten mit dem Abendbrei#kratz

Drück dir die Daumen,dass es bald besser klappt mit dem Schlafen


Liebe Grüße
Anna

Beitrag von tanteju78 06.09.06 - 16:16 Uhr

Hallo Anna,

schreien lassen möchte ich ihn auch nicht! Bloss immer dieses Abwarten, dass es von selber wird... Naja, bin auch neidisch auf die Mütter im verwandenkrei, deren baby natürlich schon 4-6 Std durchschlafen, obwohl jünger...

naja, immerhin steh ich also nicht alleine da nacht für nacht :-)

LG,
Ju

Beitrag von monique_15 06.09.06 - 15:11 Uhr

Huhu,

darf ich bei eurem Club der Schlaflosen mitmachen? ;-)
Letzte Woche wollte Adrian die Brust nachts gar nicht mehr loslassen. Das war ziemlich unbequem und hat außerdem zu leicht wunden Brustwarzen geführt.

Momentan kommt er wieder "nur" alle 1-2 Stunden... aber ich hab sooo den Husten und bin soooo müde und soooo am Ende #heul.
Im Pekip gucken mich alle immer nur mitleidig an und jammern stundenlang, wenn ihre Kinder mal in einer Nacht 2 oder 3 Mal wach wurden. Ha. Weicheier. :-p

Bei seinem Schlafrhythmus ist auch noch zusätzlich unpraktisch, dass er etwa 30 bis 40 Minutennach dem Einschlafen (auch tagsüber) nochmal wach wird. Dann beruhigt ihn fast immer nur die zweite Brust. Tätscheln und hochnehmen oder Ähnliches hilft nicht. Ich komm mir langsam vor wie am Baby festgewachsen.
Mein Mann würde mir ja helfen, aber er kann bei dieser Tittensucht echt nix ausrichten...

Boah, danke euch fürs Zuhören #blume
Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist, oder?

LG, Monique

Beitrag von tanteju78 06.09.06 - 16:28 Uhr

Hallo Monique,

"Tittensucht" trifft es wohl exakt. Mein Kleiner lässt sich ja schon tagsüber von niemandem ausser mir trösten (da aber auchmal ohne brustnuckeln)

Auch mein mann würde gerne helfen. Vorallem, wenn ich ihn wie gestern abend heulend auf der arbeit anrufe und ihm sage, dass ich nicht mehr kann, weil der kleine kurz nachdem ich eingeschlafen war schon wieder an die brust wollte. Und da die sozusagen noch nicht wieder "gefüllt" war und der milchspendereflex eh neuerdings recht spät einsetzt hat mein sohn dann nur noch gebrüllt...

naja, aber es stimmt schon: wenn man daran denken kann, dass man nicht die einzige übernächtigte brust ist, das hilft ein wenig!

Cu,
Ju

Beitrag von monique_15 06.09.06 - 17:49 Uhr

Tja, die Hoffnung, dass das noch besser wird, können wir wohl begraben #schmoll. Ich denke, es wird erst "besser", wenn wir zufüttern und dann einfach so die Milchmahlzeiten weniger werden. Aber bis man so viel zufüttert, das dauert ja auch 'ne Weile.
Tief durchatmen. Wir schaffen das bisschen auch noch. Sind ja schon sooo weit gekommen. Viele andere hätten schon längst abgestillt (dabei muss es mit Flaschenmilch ja gar nicht besser werden).

Meine Tochter damals war auch total verfressen, aber sie hat die Mumi wenigstens anstandslos aus der Flasche getrunken, da konnte mein Mann auch mal 'ne (Nacht)Schicht übernehmen. Jetzt wäre das leider nicht möglich. Adrian ist von der Flasche nicht begeistert.

Heute Mittag, als ich mich ganz besonders grippig und erledigt fühlte, saß ich heulend auf dem Sofa. Da hat mein Mann #herzlich sich den Kleinen und die Große geschnappt und ist zuerst zur Kindermusik und dann (mit Stillpause daheim) auch noch zum Kinderturnen gefahren. War das schön ruhig hier! (Naja, bis auf die Handwerker...).
Momentan lauere ich, ob Adrian durchhält ohne Muttermilch, bis zum Ende der Turnstunde. Falls nicht, bin ich da aber binnen 10 Minuten hingefahren, das wird er auch mal überleben. Ich bin echt dankbar für diese Pause heute.

Nach dem Vollbeschäftigungsprogramm wird meine Tochter sicher nachher anstandslos ins Bett wanken, hehe. Und der Kleine? Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt...

Ich wünsch uns eine ruhige Nacht (mit Babys, die einfach mal 3 Stunden ruhig an einem Stück schlafen - ohne Brust im Mund).
LG, Monique

Beitrag von katinka2204 06.09.06 - 15:47 Uhr

Hallo,

Trost kann ich Dir geben, einen Tipp leider nicht. Du bist nicht alleine!
Bei uns ist es genauso. Leonie kommt tags fast garnicht und dafür Nachts ständig. Im Bett beruhigen und leise Singen reicht ihr auch nicht mehr. Immer muss ich herhalten.
Leonie hat bereits durchgeschlafen, also kann sie es auch! Muss halt abwarten wann sie es wieder macht. zur Zeit schläft sie auch bei mir im Bett.

Halte von dieser Brechmethode auch nicht viel, auch wenn ich in ganz schlimmen Nächten schon sehr Fluche!

lg. und weiterhin viel durchhalte Vermögen.

Katinka mit einer nun schlafenden Leonie.

Beitrag von tanteju78 06.09.06 - 16:30 Uhr

Hallo Katinka,

nee, schreien lassen würde ich auch nicht, deshalb habe ich ja auf andere Tipps gehofft. Aber es tröstet ein wenig, wenn man weiss, dass es anderen auch genauso geht!

Danke,
Ju

Beitrag von sparrow1967 06.09.06 - 17:19 Uhr

Babybalkon! Dann brauchst dich nur umdrehen zum stillen.

Du wirst die nächste ZEit keinen Tiefschlafphase mehrhaben, weil du immer mit einem Ohr beim Krümel bist... also schlaf dann, wenn der Kleine schläft- tags und nachts. Nur so kommst du an ne Mütze voll Schlaf.

sparrow

Beitrag von tanteju78 07.09.06 - 10:45 Uhr

hm, als er ein paar wochen lang einen drei-stunden-Rhytmus hatte (er macht das stillen tag und nacht immer im selben abstand), hatte ich schon das gefühl, richtig in den schlaf zu kommen. Er hat sich zu der zeit auch immer zum stillen gemeldet, wenn gerade eine MEINER schlafphasen zuende war, so dass das wachwerden leichter war und auch das einschlafen danach.

naja, wenn man dann mal etwas wieder tagsüber oder morgens länger (dank ehemann :-)) schlafen konnte, dann hat man auch wieder hoffnung, dass es irgendwann besser wird...

LG,
Ju

Beitrag von brigitte77 06.09.06 - 22:24 Uhr

Hi Ju,

leider kann auch ich dir keinen ultimativen Tipp geben. Denn hätte ich den, würd ich darüber ein Buch schreiben und den Renner damit machen. ;-)

Ich schließe mich hiermit der Aussage von Sparrow an. Leg dich auch tagsüber hin, wenn es möglich ist. Ich hab das auch schon desöfteren gemacht und das tut gut. #freu

Hier ein kleiner und vorallem wissenswerter Auszug von der LLL-Beraterin Biggi Welter zu dem Thema. Die ist echt klasse! #pro

>> Es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von sechs bis zehn Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder eben das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte.

Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ...
Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet.

Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten.

Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten.

Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. <<

Und so weiter und so fort! Falls du weiterlesen möchtest, hier der Link: http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=76223&forum=129

Unter anderem kann ich dir das Buch von William Sears "Schlafen und Wachen" empfehlen. Das kann man sich auf der Homepage von La Leche Liga bestellen. Wirklich ein gutes Buch und sehr interessant!

Mein Sohn ist von Anfang an ein schlechter Schläfer gewesen und mir hat es gut getan, zu wissen, was eigentlich in ihm vorgeht. Er schläft übrigens auch in unserem Bett, weil Stillen im Bett soo praktisch ist und, weil er es soo sehr braucht (von Geburt an). Wir haben noch Abstände von 3-4 Std. aber ich mach mich jetzt schon drauf gefasst, das er irgendwann öfters kommt..... eben wegen oben genanntem.

Ich denke, da hilft nur viiieeeeel Geduld! Und denken wir dran..... eines Tages schlafen wir wieder ohne Babys. Garantiert! Jeder wird ja groß und die meiste Zeit in unserem Leben werden wir das Bett für uns haben. Da denk ich mal, halten wir die paar Monate schon noch aus. ;-) Ich weiß, ist leicht gesagt. Ich kenns ja auch! Aber wir packen das schon!

Liebe Grüße und alles Gute! #klee

Biggi#freu mit Benjamin (5 Monate alt)

Beitrag von tanteju78 07.09.06 - 11:12 Uhr

hallo Biggi,

danke für deine Antwort und den Text. Jetzt, wo ich dank meines mannes heute morgen wenigstens noch ein Stündchen Schlaf dranhängen konnte und wenigstens ETWAS wacher bin, fällt die Hoffnung, dass es irgendwann wieder besser wird auch wieder leichter.

Dass er durchschläft, davon träume ich nichtmal annähernd ;-)

Nur die 3-4 Luxus-Wochen, in denen er einen 3-Std-Rhytmus hatte (sein ryhtmus ist tag und nacht immer gleich) waren echt so erholsam! Er hat sich immer dann gemeldet, wenn eine MEINER schlafphasen vorrüber war, so dass das aufwachen fürs stillen und das einschlafen danach so leichter war.

Naja, da ich mit sicherheit kein "auch mal schreien lassen"-Programm machen werde (hei, das würde eh er gewinnen ;-)) und es scheinbar ja vielen ähnlich geht, ohne dass irgendwie abhilfe geschaffen werden kann, werden wir da wohl durch müssen.

"Es ist nur eine Phase und wird vorrübergehen" ;-)

LG,
Ju