Baby trinkt schlecht an der Brust - bitte auch Hebi Gabi

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von elllly 11.09.06 - 17:28 Uhr

Hallo,

seit der Geburt unseres Sohnes Eduard hat das Stillen nicht gut geklappt. Im Krankenhaus bekam ich wegen Flachwarzen ein Stillhütchen. Eduard konnte daran saugen, aber hat oft auch geschrien und es war schwierig ihn anzulegen. Immer wieder haben die Schwestern versucht mir beim Anlegen zu helfen, aber es hat eben oft gar nicht gut geklappt. Als die Milch dann einschoss sollte ich abpumpen und gab die Milch per Fläschchen.
Kurz vor der Krankenhausentlassung hatte Eduard noch wieder abgenommen und wog dann 2980 Gramm (Geburtsgewicht 3310 Gramm). Meine Hebamme zuhause riet mir dann Pre-Nahrung zuzufüttern. Bisher bin ich von dem Zufüttern auch nicht mehr wieder los gekommen. Eduard ist jetzt etwas mehr als drei Wochen alt.

Wir versuchten ein Brusternährungsset (in Kombination mit dem Stillhütchen) einzusetzen, um Eduard mehr an die Brust zu gewöhnen. Er hat dadurch dann auch besser an der Brust mit dem Stillhütchen gesaugt. Meine Milch wurde aber nicht mehr und auch Eduard war nicht von der Brust satt. Eine Stillprobe ergab, dass er trotz einer Stunde an beiden Brüsten mit Stillhütchen saugen nur insgesamt ca. 20 Gramm getrunken hatte.

Daher habe ich dann das Stillhütchen komplett verbannt (denn was soll die ganze Mühe, wenn er dabei so gut wie keine Milch bekommt). Mit dem Brusternährungsset an der natürlichen Brustwarze konnte Eduard aber nicht richtig an der Brust saugen. Er schrie und schrie, obwohl ja Milch durch den Schlauch in seinen Mund kam. Aber da die Brustwarze ganz anders gesaugt werden muss, als das Stillhütchen kam Eduard nicht damit zu recht.

Jetzt habe ich auch das Brusternährungsset weggelassen und Eduard vor einigen Tagen an die natürliche Brust angelegt. Tatsächlich hat er die Brust dann in den Mund bekommen und auch gesaugt. Bis er zum Saugen kommt gibt es aber leider viel Geschrei. Nun ist es uns einige Male gelungen, an der Brust zu stillen. Aber leider nicht ohne das anfängliche Geschrei.

Ich frage mich, ob das der richtige Weg ist, denn ich mache mir Sorgen, ob ich meinen kleinen Eduard nicht geradezu an die Brust zwinge, wenn er immer so schreit. Das Schreien macht mich ganz hilflos und der Kleine tut mir so leid. Ich will ihm doch kein Leid antun und frage mich, ob es nicht widerum ungesund oder belastend für den Kleinen ist, wenn das Stillen immer mit Geschrei beginnen muss. Ich möchte ihn keinesfalls quälen! Was soll ich tun?

Sollte ich evtl. doch besser ganz auf Flaschenfütterung umstellen, denn an der Flasche trinkt er gut und ist ausgeglichen? Außerdem bin ich ja sowieso schon auf die Flaschenfütterung #flasche angewiesen und Zufüttern muss ich auch.

LG

Elke und #schrei Eduard (3 Wochen)

Beitrag von sandra0779 11.09.06 - 18:11 Uhr

hallo elke

ich habe auch eine odyssee des stillens hinter mir. bekam im kh keine unterstützung und auch hier zuhause nicht. bis ich tom voll stillen konnte war er 3 wochen alt. ich hatte zwischendrin schon abgestillt. er bekam auch flaschennahrung nach dem stillen, bis er dann eine saugverwirrung bekam. er konnte nicht mehr aus der flasche trinken, ab da habe ich voll gestillt und die flaschen weggelassen. ich bin jede woche mit ihm zum wiegen gefahren um zu sehen, ob er zunimmt.
ich bin froh, dass ich nun vollstillen kann. ich würde dir empfehlen kontakt zu einer stillberaterin aufzunehmen. sie hat mir auch sehr geholfen in der zeit.

bitte gib nicht auf

sandra

Beitrag von sweety_78 11.09.06 - 18:34 Uhr

Ich kann Dein Problem gut nachvollziehen. War bei mir zwar nicht ganz so schlimm, ich hatte aber auch die Probleme mit Stillhütchen/doch kein Stillhütchen etc.

Das ist ganz schön belastend, wenn man sein Kind so "quält". Aber bei uns klappt das jetzt super. Ich versuche es immer zuerst ohneStillhütchen, und wenn das nicht klappt, mach ich das Stillhütchen dran.

Ich würd es einfach weiter versuchen. Muttermilch ist doch das Beste für dein Goldstück :-) Nur nicht verzweifeln !!!

Der Kleine kann doch mit der Zeit kräftiger saugen, so dass es auch mit Stillhütchen klappt. Und deine Milch wird bestimmt auch noch mehr (war bei mir so). Und bis dahin kannst du ja weiter zufüttern.

Ich drück dir ganz doll die Daumen :-) !!!

Sweety mit Phoebe Sophie (7 Wochen)

Beitrag von cldsndr 11.09.06 - 18:36 Uhr

Hallo Elke,

das ist wirklich schwierig. Ich hatte mit Liam ähnliche Probleme - die Mumi mochte er schon, aber die Brust hat er nur angeschrien. Wenn ich ihn dann mal an die Brust gekriegt hatte, wog er nach 1 Stunde "Stillen" das Gleiche wie vorher, wenns hoch kam waren mal 10ml in dem Kerlchen.
Ich habe, und ich möchte betonen, daß das meine Entscheidung für mich war, 1 Monat lang abgepumpt, die Minimengen gesammelt und ihm 1-2 Flaschen Mumi pro Tag geben können. Dafür mußte ich allerdings alle 2 Stunden an die Pumpe (Nachts alle 4). Dann war ich so am Ende das ich ganz auf Pre-Milch umgestellt habe - seitdem ist Frieden. Für uns war das also richtig.

Ich finde Du mußt für Dich selbst in Ruhe entscheiden, wie Du weitermachen möchtest. Die Mumi ist natürlich besser (sie enthält zwar mehr Schadstoffe, dafür aber auch Immunstoffe), es ist aber auch wichtig für Deinen Kleinen, daß seine Mutter Zeit und Kraft für ihn hat. Ich würde Dir auch empfehlen nichts "übers Knie zu brechen". Wie Du auch weitermachst, Du mußt für Dich wissen das Richtige getan zu haben.

Liebe Grüße
Claudia

Beitrag von siegfrieda 11.09.06 - 18:44 Uhr

Liebe Elke,

Du quälst Deinen kleinen Mann doch nicht! Er hat es nun mal schwer mit dem Trinken an der Brust, das ist doch nicht Deine Schuld. Ich hatte mit meinem Sohn die gleiche Tortur 8 Wochen lang bis es klappte. Wenn er es mal gelernt hat und selbst merkt, dass er es kann und es nicht mehr so anstrengend für ihn ist, wird das Stillen wie am Schnürchen klappen und es wird Schluss sein mit dem Geschrei. Aber Du musst selbst wissen, wie lange Deine Nerven noch mitmachen. Hast Du Unterstützung durch eine Stillberaterin?

Beitrag von muriel347 11.09.06 - 20:34 Uhr

bleib dran. du quälst ihn nicht. er muss das halt lernen.

versuch mal vor dem anlegen die brust zu erwärmen mit warmen umschlägen und vlt. bringst du durch sanftes ausstreichen die milch schon ein bisschen in gang. dann ist es für ihn ein bisschen leichter.

er kapiert das bestimmt noch und wird ein richtiger brustsauger.

#liebdrück Muriel

Beitrag von elllly 18.09.06 - 10:40 Uhr

Hallo,

danke euch allen für die aufmunternden Antworten.

Eine Woche später möchte ich Euch (und allen die diese Diskussion später wegen ähnlicher Probleme lesen) einen kurzen Bericht über unsere derzeitigen Fortschritte geben. Ich bin sehr froh, dass Eduard, wie ja bereits geschildert, ohne Stillhütchen an der bloßen Brust trinkt. Mittlerweile macht er das auch immer besser und er findet jetzt die Brustwarze meist ohne Geschrei.

Mir wurde empfohlen, Eduard oft zu tragen und ihn nachts nah bei mir zu haben: An unser Bett hatten wir schon vor der Geburt von Eduard ein Stillbett (Babybay) angebaut, darin schläft er aber meist liegt er dann doch in meinem Bett nah bei mir. Ins Tragetuch nehme ich ihn auch täglich und halte ihn ansonsten so oft wie möglich auf dem Arm oder meinem Schoß.

Auch die Stillpositionen haben sich verbessert, so kann ich Eduard seit einigen Tagen im Arm in der Wiegeposition einfacher anlegen und benötige kein Stillkissen mehr zur Unterstützung.

Weil das Stillen also immer besser wird, habe ich bereits weniger zugefüttert (z.B. gestern nur 200 g in 24 h). Um mich nicht wieder so sehr zu stressen, wie noch vor einiger Zeit, bin ich nicht wieder auf das Brusternährungsset umgestiegen, sondern gebe die Zusatznahrung per Flasche (allerdings mit dem Spezialsauger von Mam, ähnlich wie von Avent). Es fällt Eduard jetzt nicht mehr schwer sich von Flasche auf Brust umzustellen, zumal die Flaschenmahlzeiten auf zwei oder drei pro Tag reduziert werden konnten und die Brustmahlzeiten 8 bis 10 in 24 h betragen.

Noch kurz zum BES (Brusternährungsset): Für uns war es nicht sehr erfolgreich, weil Eduard von der bloßen Brustwarze auch trotz sofortiger Milch per Schlauch irritiert war, sie nicht fand und nicht wusste, wie er sie fassen sollte und dann schrie. Erst nachdem ich ihn ohne BES und ohne Stillhütchen anlegen konnte, merkte ich, dass er zuvor niemals richtig an der Brust gesaugt hatte, erst jetzt fühlte sich das Saugen stärker und intensiver an. Am BES fand ich zudem nachteilig, dass das Kind oft an den Schläuchen mit den Händchen zog, dass die Milch teils vorbei lief und die Kleidung von Kind und mir bekleckert wurde, dass man es nicht im Liegen verwenden konnte.

LG


Elke