Meine Tochter hat Skoliose

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Beitrag von engel62 13.09.06 - 21:05 Uhr

Hallo, letzte Woche wurde bei meiner Tochter (15) 60%ige ieSkoliose diagnostisiert. Morgen haben wir einen Termin zum Ganzkörper-Röntgen. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird sie ein Korsett tragen müssen. Hat jemand von euch Erfahrung damit? Danke euch für alle Antworten!#schock

Beitrag von schokobine 13.09.06 - 21:26 Uhr

Hallo,

ich habe zwar selber keine Erfahrungen mit einem Korsett, aber eine Mitschülerin damals hatte eins, auch wegen Skoliose. Sie war aber noch viel jünger, als sie es bekam und ich glaube, sie mußte es tragen, bis sie ausgewachsen war.

Es ist sicher schöner, wenn man sowas nicht tragen muß - aber ein großes Problem war das damals für sie - glaube ich - auch nicht..... Jedenfalls hat man ihr nichts angemerkt. Wenn sie nicht allen erzählt hätte, dass sie ein Korsett trägt, hätten die meisten das auch gar nicht mitbekommen. War ja immer unter der Kleidung - und sie war immer schön schlank! ;-)

Ich weiß gar nicht mehr, ob sie damit auch Sport gemacht hat... #kratz Sorry, ist einfach zu lange her... #hicks

Wie gesagt - ich hatte nie den Eindruck, dass sie dadurch sehr eingeschränkt ist. Aber am Anfang ist es sicher erst mal sehr gewöhnungsbedürftig.

Meine Schwester hatte übrigens auch Skoliose. Wurde auch schon sehr früh festgestellt, da reichte dann tägliche Krankengymnastik.

LG Sabine

Beitrag von engel62 13.09.06 - 21:33 Uhr

Meine Tochter ist auch sehr schlank, aber eben hat sie Bilder eines Korsetts gesehen und war sofort maulig!! Hoffentlich hält sie das durch!
Danke für deine schnelle Antwort und wenn du noch irgendwas in Erfahrung bringst, kannst du mich über VK anschreiben???#danke

Beitrag von celestine84 14.09.06 - 12:34 Uhr

Hallo, bin Krankenschwester und arbeite in einer Schwerpunktklinik für Skoliose und Rückenmarksverletzungen.
Ich kann Dir sagen wie eine Skoliose in der Klinik behandelt wird.
Die Patienten kommen, dann werden Röntgenbilder gemacht. Häufig werden schwere Skoliosen operiert, d.H. die Wirbelsäule wird eröffnet und kleine Stangen mit Schrauben an der WS befestigt, die diese dann aufrichten.
Oft ziehen die Patienten vor der OP Cortrell. Das ist etwas wo die Pat. "eingeschnallt"werden und die WS so durch Strecken gelockert wird.
Nach der OP bekommen Pat. ein Korsett, was mindestens ein halbes Jahr lang getragen werden muss. Je nach dem wie hoch oder wie tief an der WS operiert wurde, darf der Pat. sitzen oder nicht. Wenn nicht heisst das nur liegen oder stehen, mit speziellen "Technicken".
Denn die WS darf nicht verdreht werden, da sonst ein Stabbruch die Folge sein könnte.
Ich will Euch allerdings keine Angst machen, es hört sich alles schlimmer an wie es ist.

In Eurem Fall würde ich erstmal auf die Bilder warten und mit einem Orthopäden in ruhe sprechen.
Ein Korsett und KG sind auf jeden Fall angenehmer als eine OP.
Am Anfang ist es natürlich ungewohnt mit einem Korsett, es schnürt ein, drückt, etc.
Aber ich denke ,Sie wird sich daran gewöhnen!
Ein gesunder Rücken ist sehr wichtig, je nach dem was sie später einmal machen möchte.
Sollte Sie jedoch operiert werden müssen, schreib mich mal über meine VK an, kann unsere Klinik nur empfehlen. Ist die beste Klinik im Europa, es kommen sogar Patienten aus Arabien oder Indonesien extra eingeflogen!
Auch Berühmtheiten lassen sich dort behandeln.

Ich wünsche Euch viel Glück und wartet erstmal ab!

Liebe Grüsse Cel #sonne

Beitrag von engel62 14.09.06 - 18:53 Uhr

Danke für deine schnelle Antwort. Waren heute beim Röntgen und anschl. beim Orthopäden. Also, im LWS-Bereich 27 Grad-Krümmung und im BWS-Bereich 32 Grad-Krümmung. Er hat uns jetzt eine Ü zur Uni gegeben. Wahrscheinlich wird sie eine Woche stationär dort aufgenommen, weil sie ein Korsett vom Hals bis zum Becken braucht. Die HWS ist auch schief! Die stat. Aufnahme darum, weil das Korsett 2 - 3 mal am Tag kontrolliert werden muss.

Beitrag von celestine84 14.09.06 - 20:40 Uhr

Na das ist doch eine relativ gute Nachricht.
Aber warum hat denn niemand schon vorher etwas festgestellt??
Deine Tochter ist laut deiner VK schon 15 Jahre alt. Wenn ein Arzt das vorher mal festgestellt hätte, wäre es durch KG garnicht erst so schlimm geworden.
Meistens wird es erst festgestellt wenn es fast zu spät ist.
Hat Sie denn auch Schmerzen im Rücken oder Taubheitsgefühl in den Fingern etc.?

Liebe Grüsse Cel #sonne

Beitrag von engel62 14.09.06 - 21:21 Uhr

Meine Tochter ist noch nie krank gewesen, hat noch nie Antibiotikum odfer Fiebertbl. nehmen müssen. Die letzte Untersuchung beim Kinderarzt war vor 1, 5 Jahren zur Jugenduntersuchung. Da hat er nichts festgestellt. Und wir haben einen sehr guten KA, der in ganz Düsseldorf bekannt ist. In diesem Jahr waren wir auch nicht im Urlaub - daher habe ich sie nicht im Bikini gesehen, meistens ging sie mit Freunden ins Freibad. Und daheim läuft sie jetzt in dem Alter auch nicht mehr nackelig vor mir rum. Mache mir schon selber tierische Vorwürfe, aber der Ortho meinte, den Schuh soll ich mir nicht anziehen. Meine Tochter hat vor 2 Jahren die Periode bekommen und dann wohl eine pubertärenWchstumsschub mitgemacht. Daraus hat sich die Skoliose entwickelt. Aber trotzdem.....
Danke, falls eine OP ansteht, schreibe ich dich auf jedem Fall an. Steht das Angebot dann noch???

Beitrag von celestine84 15.09.06 - 13:14 Uhr

Natürlich steht das Angebot dann noch!
Meld Dich einfach bei mir ok?

Ich drücke Euch alle Daumen daß es nicht zur OP kommt#klee

Liebe Grüsse Cel #sonne

Beitrag von f.j.neffe 14.09.06 - 20:41 Uhr

Vor 1 Jahr war in einer Fliege-Sendung ein 14jähriges Mädchen mit Skoliose. Der anwesende Orthopädie-Professor behauptete, da gebe es nur die OP, und machte der Mutter Vorwürfe, dass sie das Kind noch nicht habe operieren lassen. K.D.Ritter wurde gefragt, ob er mit Autosuggestion helfen könne; der Herr Professor ärgerte sich darauf, dass solche Leute noch frei herumlaufen dürften, die die Betroffenen von der rechtzeitigen OP abhalten.
Herr Ritter bildete darauf einen Arzt in Autosuggestion aus und der berichtete alsbald, dass sich die Skoliose einer 11jährigen Patienten schon durch einmalige suggestive Ansprache um 1 DRittel gebessert habe. Das Kind spürte, wie es in ihm arbeitete und man konnte das auch von außen beobachten.
Das bewirken aufrichtende Worte.
Es ist eine ungeheuere Schlamperei, dass die Wirkung niederdrückender Worte schlicht missachtet wird.
Durch missionarische Erpressungsversuche werden manche Skoliosen (und nicht nur die) noch viel schlimmer.
In einem DORN-Seminar waren zwei Schwestern über 20 Jahre. Bei der älteren wich die Brustwirbelsäule bis unters Schulterblatt aus. Das schaut so schlimm aus, dass sich zunächst keiner hinlangen traut. Man könnte ja was kaputtmachen! Die Kräfte, die auf diese verbogene und verdrehte Wirbelsäule allein durch das Tun ihrer Besitzerin Tag für Tag wirken sind um ein Vielfaches stärker als eine sanfte und einfühlsame Behandlung. Die Wirbelsäule ließ sich ziemlich leicht in die Gerade schieben und blieb zunächst auch dort. Natürlich hält das nicht auf ewig, aber dafür gibt es die Dorn´schen Selbsthilfe-Übungen, die täglich mehrmals zu Hause zu machen sind. Sie sind es, weswegen Dorn sagen kann, er habe mit schweren Skoliosen die größten Erfolge.
Zur Behandlung gehört natürlich auch eine sorgfältige Beratung und dazu gehören auch die seelischen Aspekte; immer wieder kann man beoachten, dass die Wirbelsäule ausweicht, wenn sich das Kind von einem jüngeren Geschwister auf die Seite gedrängt fühlt. Wenn wir die gesamte Realität auf allen Ebenen zur Kenntnis nehmen, ist auch ganz leicht zu verstehen, dass sich ein so komplexes Problem nicht durch ein Metallstaberl im Kreuz lösen lässt; da gehört schon wesentlich mehr dazu.
Ich gebe ggf. gern weitere Auskunft über Möglichkeiten der Autosuggestion und der Dorn-Methode. Mit herzlichem Gruß
Franz Josef Neffe

Beitrag von engel62 14.09.06 - 21:23 Uhr

Danke. Na klar kannst du mich weiterhin auf dem Laufenden halten. Auch über meine VK!!!
Ich danke dir nochmals sehr!!
Karin

Beitrag von zaza00 15.09.06 - 09:05 Uhr

Hallo,

ich bin mittlerweile fast 30 Jahre alt und habe mit 12 Jahren eine Skoliose diagnostiziert bekommen. Die Verscheibung war damals 28 Grad linkskonvex.
Ich habe mich mit meinem jungen Alter gegen den Willen meiner Mutter gegen ein Korsett gewehrt, da ich Leistungsturnerin war (daher habe ich auch die Wirbelsäulenverkrümmung...) und den Sport unter keinen Umständen aufgeben wollte.

Dies habe ich bis heute schon mehrmals arg bereut, da ich auch die Krankengymnastik nicht regelmäßig gemacht habe - habe also alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.

Heute leide ich unter ständigen Rückenschmerzen, (die Verkrümmung ist mittlerweile auf 32 Grad angewachsen) kann nicht lange stehen, gehe somit auch nicht gerne abends weg und habe teilweise auch beim liegen oder langen sitzen Schmerzen.

Bitte versuch Deine Tochter davon zu überzeugen, dass Sie die vergleichsweise kurze Zeit Ihres Lebens, die Sie mit dem Korsett verbringen muss, hinter sich bringt. So kannst Du sie vor einem Leben unter ständigen Rückenschmerzen bewahren!

Ich wünsche Euch alles Gute und viel Energie beim Korsett tragen!
Liebe Grüße,
Sonja

Beitrag von reiterin1983 15.09.06 - 15:32 Uhr

Hi Sonja,
ich hab mit 11 Jahren ein Korsett bekommen und es getragen bis
ich 18 war! Die Eingewöhnungszeit war sehr schwer, da nichts mehr so geht wie früher! Ich hatte ein Korsett bis zum Becken was auch beim laufen net grad toll war! Am Anfang kommt es sehr häufig zu Druckstellen aber das lässt nach ein paar Monaten nach!
Ich wurde damals für eine Woche stationär aufgenommen bis ich soweit war alleine klarzukommen mit anziehen, Schuhe binden,
Hautpflege, Krankengymnastik usw! An das Korsett hab ich mich sehr schnell gewöhnt, auch wenn ich oft Schmerzen hatte und am Anfang starke Druckstellen! Ich fands viel schlimmer, dass ich so eingeschränkt war! Ich musste das Korsett 23 Stunden am Tag tragen d.h nur zum waschen ausziehen! Mit Freunden ins Freibad oder Kleider shoppen geht net! (Hab mit Korsett 2 Kleidergrößen mehr gebraucht u so modische enge Sachen gingen gar net weil enganliegendes erstens total blöd aussah und zweitens durch die ständige Reibung am Korsett die Kleider ständig Löcher kriegen!
Aber wenn deine Tochter einen starken Willen hat dann schafft sies auch! Ist zwar echt hart, vor allem wenns mal Rückschläge gibt (bei mir war mal 7 Monate absoluter Stillstand da hat sich aber auch net ein mm verschoben das ist schon frustrierend)
Aber es ist echt auszuhalten auch wenn man dass als Kind oder
Jugendlicher manachmal nicht glaubt! Ich hatte damals 39° und damals hat der Arzt gesagt wahrscheinlich kommen wir um eine Op net rum! Heute hab ich nur noch 14 ° und halte es seit 5 Jahren!

Drück deiner Tochter ganz fest die Daumen dass sie dass alles schafft !

Gruß Isabel

Beitrag von engel62 16.09.06 - 20:26 Uhr

Ich möchte mich bei euch allen, die ihr mir geantwortet habt, bedanken!! Mal schauen, was alles so auf uns zukommen wird.
Nochmals herzlichen Dank!! #danke