Wie hoch dürfen die Heizkosten bei ALG2 sein?

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Beitrag von _elisa 14.09.06 - 10:24 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
ich weiß nicht so ganz, ob es einfach nur einen Pauschalbetrag für Heizkosten im ALG2 gibt, oder ob es nach dem tatsächlichen Verbrauch geht?
Wie hoch dürfen denn die Heizkosten in einem 4-Personen-Haushalt sein?
#danke im voraus.
Elisa

Beitrag von malawia 14.09.06 - 10:27 Uhr

Das ist unterschiedlich. Es geht danach wie groß die Wohnung ist und wieviel pro qm gezahlt werden. Normalerweise sind das 1 € bis 1,20 € pro qm. Je nachdem wo man wohnt. Als ich noch ALG II bekam, waren es bei uns 1 € pro qm.

Beitrag von malawia 14.09.06 - 10:32 Uhr

Also die nehmen die reale Höhe und schauen ob es zur Größe der Wohnung passt. Also maximal dann eben die 1 € - 1,20 € pro qm je nachdem wo du wohnst.
D. h. wenn du z. B. eine 80 qm Wohnung hast und bei euch 1 € pro qm als angemessene Heizkosten gelten, und du 60 € pro Monat zahlst, dann übernehmen die auch die Höhe. Hast du aber eine 80 qm Wohnung und zahlst z. B. 90 € monatlich, dann übernehmen die es nicht ganz, sondern eben nur maximal 80 €.

Beitrag von steyanir 14.09.06 - 10:39 Uhr

Hallo Elisa,

kann man das überhaupt so pauschal bestimmen.

Wir leben zu dritt (noch) in einer 75 qm großen Wohnung.
Wir zahlen 90 €uro Heizkosten pauschal, die auch anstandslos übernommen wurde.

Wir bekommen zwar ergänzend Hartz IV, haben aber leider auch 3 Monate beide Hartz IV bekommen müßen. Da wurde auch die komplette Miete mit der Heizkostenpauschale übernommen.

Allerdings ist unsere Gesamtmiete auch echt gering. Wir bezahlen warm 365, 65 Euro. Vielleicht spielte das ja auch ne Rolle mit.

LG von Irina, Yannick (5) und Baby-Girl inside 28. SSW

Beitrag von malawia 14.09.06 - 10:42 Uhr

Dann ist bei euch der Richtwert 1,20 €, denn 75 * 1,20 € sind 90 €.

Beitrag von steyanir 14.09.06 - 10:48 Uhr

Hallo malawia,

hatte das so noch nicht ausgerechnet.

Wir hatten aber auch weniger angesetzt bekommen vom Vermieter, und wollten wegen der drohenden hohen Nachzahlung etwas mehr bezahlen. Da die Preise so dermaßen gestiegen sind.

Vom Amt aus, wurde das dann auch bewilligt. Wir hatten vorher 75 Euro bezahlt, und nun eben die 90 Euro.

Ich hatte vor der Erhöhung um Berechnung und Genehmigung gebeten beim Amt, wurde auch ruck zuck bewilligt. Aber es gab keine Begründung dazu. Nur eben, das es okay ist, wenn ich dann vom Vermieter einen entsprechenden Vermerk bringe, das die Heizkosenpauschale höher gesetzt wird.

Gruß Irina

Beitrag von _elisa 14.09.06 - 11:06 Uhr

Dankeschön für Eure Antworten.
Hatte grade beim Jobcenter angerufen. Bin schon wieder am rumheulen, weil der Sachbearbeiter mich so blöd angemacht hat, weil er so viel Arbeit hat usw. Ich hasse diese Bettelei, aber ich kann ja nicht immer mehr Schulden machen...
Viele Grüße
Elisa

Beitrag von junimond.1969 14.09.06 - 13:15 Uhr

Erstens: Anfangs werden auch unangemessene Kosten übernommen. Man muss Euch aber "belehren", dass Ihr wirtschaftlicher heizien müsst. Bei der nächsten Abrechnung werden dann nur noch angemessene Kosten berücksichtigt.

Zweitens: Anhand vieler Abrechnungen kann man den Durchschnittsverbrauch im Haus ermitteln - wir in FFM sind sogar gehalten, dies zu tun, wenn es eine entsprechende Abrechnung gibt, um so eine individuelle Angemessenheit zu ermitteln. So kann es bei entsprechendem Zustand des Gebäudes (alte Fenster etc.) schon auch sein, dass mehr als dieser Richtwert von 1,- bis 1,20 € anerkannt werden muss.

Drittens: Bei Klein(st)kindern kann man auch Mehrverbrauch anerkennen, insbesondere im Altbau, bei Erdgeschosswohnungen...

Viertens: Aus meiner beruflichen Erfahrung - wir SB sind schlicht arbeitstechnisch NICHT in der Lage, neben den offenen Sprechtagen, die viele ARGEN haben, auch noch quasi Sprechtag am Telefon abzuhalten. Anfangs war ich erbost, wenn Kollegen Kunden am Telefon radikal abwimmelten und auf Terminvorsprache oder aber schriftliche Anfrage verwiesen. Nun weiß ich aber, dass man einfach die ganze Arbeit nicht schafft, wenn man auch noch am Telefon teils mehrere Stunden am Tag (ist wirklich so, wenn man sich auf jeden Anruf ausführlich einlässt) Infos gibt etc. Zum Termin ausmachen oder bei einem wirklich dringlichen Problem ist anrufen OK, ausführliche Beratung am Telefon darf man bitte nicht erwarten. Dazu ist bei im Schnitt 200 bis 250 Leistungsfällen (ich werde nun an die 260 an meine Nachfolgerin übergeben, denn ich wechsele auf eine höherdotierte Stelle), die viele von uns haben, schlicht nicht die Zeit!

Gruß
JM