Hat jemand Ahnung von geerbten Immobilien??? Lang

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Beitrag von jansmama 14.09.06 - 22:32 Uhr

Hallo,

im Juni ist mein lieber Opa gestorben. 9 Wochen später ist ihm meine geliebte Oma gefolgt. #heul #heul #heul
Nun bin ich Alleinerbin von zwei Häusern (Einfamilienhaus und Wochenendhaus) und etwas Geld. #schock

Meine Frage nun:
Darf ich, obwohl das Testament noch nicht eröffnet ist und ich demnach auch noch keinen Erbschein habe, das Wohnhaus meiner Großeltern "entrümpeln"? D.h. Keller ausräumen, Kleider vernichten usw.

Mein Vater hat es sehr, sehr eilig, in dieses Haus einzuziehen, obwohl er in der Erbfolge übersprungen wurde und er vor 15 Jahren eine Verzichtserklärung für das Erbe sowie für seinen Pflichtteil unterschrieben hat. Lt. Anwalt kommt er aus dieser Verzichtserklärung auch nicht mehr heraus. Er hat also keinerlei Ansprüche. Leider sieht er das nicht so ganz ein. #kratz

Jetzt wollte mein Vater für kommendes Wochenende einen Container bestellen (selbstvertändlich auf MEINE Kosten) und den Keller entrümpeln sowie die Kleidung meiner Großeltern wegschmeißen. Auch soll ich mich drum kümmern, dass die Möbel aus dem Haus kommen. :-[

Er und meine Stiefmutter haben es so furchtbar eilig mit allem.

Ich bin so wahnsinnig enttäuscht von meinem Vater.
Ich muss noch erwähnen, dass das Verhältnis meiner Eltern zu meinen Großeltern nicht sehr gut war. Ich habe seit 1991 (nach dem Tod meiner Mutter) im Haus meiner Großeltern gelebt und bin erst ausgezogen, als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war (2003). Seit dem bin ich fast jede Woche zu Besuch gekommen, obwohl ich jetzt 50 km weit weg wohne.
Meine Eltern haben sich in den letzten 15 Jahren nur zu Weihnachten und zu Geburtstagen blicken lassen und haben immer schön die Hand aufgehalten. :-[ Selbst wenn mein Vater mal Rasen gemäht hat oder meinen Opa zum Arzt gebracht hat, hat er Geld dafür bekommen und auch angenommen.
Erst als mein Opa starb, standen sie vor der Tür und haben sich um meine Oma gekümmert. Ich glaube meine Stiefmutter war froh, dass mein Opa nicht mehr da war.
Sie haben sich dann 7 Wochen (davon war meine Oma 1 Woche im Krankenhaus) um meine Oma gekümmert und sie mit ihrem Gekümmere so eingeängt, dass sich meine Oma am Telefon bei mir ausgeheult hat. Sie wollte sogar das Haus verkaufen und sich eine kleine Wohnung in der Innenstadt nehmen.
Dann ist meine Oma leider auch gestorben. Und seit dem tuen sie vor allen und vor jedem als wären sie der beste Sohn und die beste Schwiegertochter aller Zeiten gewesen. Trauern und weinen vorm Bestattungsunternehmer und Pastor. Kaum sind beide weg, wird laut gelacht und Scherze gemacht. Wenig später wird schon ausgemessen, welche Möbel an welche Stelle der Wochnung passen.

Ich könnte kotzen. Vor allem weiß ich gar nicht, wie sie dieses Haus (ca. 200 qm Wohnfläche und 1000 qm Grundstück) finanzieren wollen. Sie leben beide von der Rente meiner Stiefmutter: € 750,00 im Monat. Mein Vater bekommt kein Geld, erst in 3 Jahren ca. € 500,00 Rente. Ich selbst kann es auch nicht halten. Ich bin z. Zt. im Erziehungsurlaub und verdiene kein Geld. Auch mein Mann verdient gerade soviel, dass wir leben können.

Meine Gedanken sind zur Zeit nur bei dieser Sache. Ich kann mich schon gar nicht mehr über meine zwei Kinder freuen. Von meinem Kleinen habe ich noch gar nichts gehabt. Der ganze Ärger fing an, als er gerade mal 10 Wochen alt war. Seit dem bin ich ein Nervenbündel und kurz vor einem Magengeschwür.

Kann mir jemand helfen oder einen Tip geben, wie ich meine Eltern bremsen kann.
Ich kann bald nicht mehr und bin kurz davor alles zu verkaufen (was meinem Vater das Herz brechen würde).

Bitte helft mir!!! #danke
Andrea

Beitrag von deichhexe 14.09.06 - 23:23 Uhr

Halt sie dir für den Moment einfach vom Hals indem du auf die Testamenteröffnung verweist.
Danach holst du dir den Erbschein. Damit bist du Erbe und sagst zuerst mal ganz deutlich NEIN zu allen Forderungen deines Vaters.

Lass dich nicht hetzen und nicht unter Druck setzen. Wenn man mit den Nerven am Ende ist, macht man Fehler.
Überleg in aller Ruhe, was du mit dem Erbe dann machst.
Je nachdem, ob es belastet ist, kannst du es vielleicht vermieten oder selbst bewohnen?
Vermietung an Familienmitglieder ist allerdings manchmal etwas schwierig, falls du dabei an deinen Vater denkst. Da würde ich mich beraten lassen.

Beitrag von 123kathy 14.09.06 - 23:23 Uhr

Warte erstmal mit dem Entrümpeln, bis alles geregelt ist. Ein Problem scheint aber zu sein, dass Dein Vater da schon fröhlich im Haus herumwerkelt - hindere ihn daran, indem Du erstmal ganz schnell das Schloß auswechselst und alles Weitere abwartest.
Dann rechnet Ihr mal in Ruhe aus, wie Ihr mit dem Geld hinkommt. Wohngeld kann man evl. sogar für das eigene Haus bekommen. Vielleicht könnt Ihr ja auch ein Teil des Hauses als Wohnung oder Ferienwohnung (weiß ja nicht, wo das Haus ist und in welchem Zustand es sich befindet) vermieten.
Willst Du überhaupt in dem Haus wohnen???
Wenn Dir das Haus gehören würde und Dein Vater drin wohnt, müsstest Du mit denen einen ordentlichen Mietvertrag machen - Du musst ja immerhin für das Haus zahlen (finde es eine ziemliche Frechheit, dass Du den Container zahlen sollst....). Aber für mich klingt das Ganze nicht gerade nach harmonischen Familienbeziehungen - ich meine, Du musst wissen, was Du machen willst, aber ich glaube, dass Du ziemlich Ärger bekommen wirst, wenn Dein Vater einzieht und Du Hausbesitzerin bist.
Dein Vater hat wohl nicht genug Erspartes, um das Haus zu kaufen? Im Übrigen, kann er auf seinen Pflichtteil verzichten und wieso hat er das getan?
Alles Gute,
Kathy

Beitrag von eineve 15.09.06 - 11:56 Uhr

du kannst vom amtsgericht einen testamentvollstrecker bestellen lassen.

in dem moment wo dann irgendeiner einfach so mal hand anlegen will - dann bekommt dieser probleme solange das testament nicht eröffnet wurde.

ich würde das alles dem amtsgericht übergeben und dein vater wird dann ein problem bekommen wenn er auch nur denkt das haus in gedanken zu betreten.

rum am amtsgericht an die geben dir auskunft darüber.

Beitrag von coppeliaa 15.09.06 - 12:49 Uhr

hi!

möglichkeit a: schlösser tauschen, deinem vater keinen schlüssel geben, testamentseröffnung abwarten, anschließend haus zum verkauf stellen (außer ihr wollt selbst einziehen)

möglichkeit b: vater weiter gewähren lassen, ihn einziehen lassen und immer schön brav sämtliche anfallenden nebenkosten (von steuern, über müllabfuhr etc) bezahlen und keinen cent von deinem vater wiederbekommen (bei deren einkommen stehen die chancen dafür gut). und das alles sein restliches leben lang.

"Ich kann bald nicht mehr und bin kurz davor alles zu verkaufen (was meinem Vater das Herz brechen würde)."

tu es! und zwar so schnell wie möglich!

alles gute!