Hase wühlt den kompletten Käfig um... wieso macht er das?

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von snow_white 27.09.06 - 17:51 Uhr

Hallo,

wir haben zwei Kaninchen, beide männlich (sie konnte wegen Umzug nicht mehr gehalten werden, und wir haben sie aufgenommen).
Natürlich halten wir sie getrennt, da sie nicht kastriert sind und der eine sehr dominant ist.

Meine Frage: Deine eine gräbt in schönster Wühlmausmanier regelmäßig den kompletten Käfig um, so daß (Holzfaser)Späne der Einstreu im Futternapf und im halben Wohnzimmer landen.
Die Pinkelecke ist immer "kahl", so daß mit aufsaugender Streu sowieso nichts ist.
Von Streubergen an einer Seite mal ganz abgesehen.
Der andere Hase macht das nicht, sein Käfig sieht tiptop aus.

Ich frage mich, wieso Nr. 1 das macht.
Der Käfig ist immer sauber, an übermäßig Pipi o.ä. kann es nicht liegen (ich mache den Käfig alle 4 Tage komplett sauber).


Wäre super, wenn mich mal jemand aufklären könnte...


Liebe Grüße

sw

Beitrag von sue.81 27.09.06 - 18:19 Uhr

Wir haben auch 2 männliche Kaninchen...
Den einen hatten wir schon ein halbes Jahr, bevor der Zweite dazu kam...
Sobald beide geschlechtsreif waren wurden sie immer schlimmer...
Sie haben das halbe Wohnzimmer auseinander genommen, alles angenagt, sich gegenseitig bekämpft und alles vollgepinkelt...

Es war so grausam, wir haben ihnen ständig hinterher gewischt...

Trotzdem wollten/mussten wir ihnen ja auch den Freiraum geben, den sie brauchen und es war uns auch ganz wichtig, dass sie zu zweit sind, da ein Kaninchen allein ja gar nicht sein soll...

Jedenfalls haben wir uns dann entschieden, beide kastrieren zu lassen, auch, um selbst wieder klar zu kommen, da uns das alles doll an die Psyche ging...

Und seitdem sind die beiden ein Herz und eine Seele,
die Narben sind ohne Probleme verheilt und die Süßen haben sich ganz schnell erholt. Jetzt machen sie alles gemeinsam und wenn sie nur irgendwo liegen, dann eng aneinander gekuschelt...

Was ich dir also rate ist ganz dringend eine Kastration der beiden!

Neben dem Vorteil, dass sie dann einfach nicht mehr so rumwüten (und es somit weniger Dreck gibt) ist viel wichtiger, dass es den Hasen SELBST dadurch viel besser geht...
Ich hatte zumindest immer das Gefühl, dass sie sich vorher unwohl fühlten und sich selbst gequält haben, denn der Geschlechtstrieb ist ja nun mal da!Ich denke, dein Kaninchen wird sich gerade ähnlich fühlen, kann aber ja nicht aus seiner Haut und wütet deswegen vor Hilflosigkeit...

Jetzt verschwenden unsere Hasis keine Gedanken mehr an "Sex" und können das Leben genießen...
Uns allen geht es jetzt wunderbar!

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen - wenn ihr die Tiere dauerhaft in der Wohnung halten wollt, gibt es nur diese Möglichkeit....

Liebe Grüße,
Sue...#blume

Beitrag von snow_white 27.09.06 - 19:22 Uhr

Hallo Sue,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich denke, daß er wirklich so eine Art "Hormonkoller" hat, er ist ja auch der Dominante der beiden.

Nur noch eine Frage: Wenn ich sie beide kastrieren lasse, ist dann wirklich sichergestellt, daß sie sich verstehen? Oder ist das wie bei den Menschen charakterabhängig?

Ich finde es nämlich auch echt ätzend, daß wir zwei haben, die sich aber nur durch die Gitterstäbe sehen.
Von einem Artgenossen haben sie so ja nichts.

Sollten sie sich durch ne Kastration wirklich besser verstehen und der eine ruhiger werden, lassen wir das natürlich machen.

Liebe Grüße

sw

Beitrag von katinka72 27.09.06 - 21:39 Uhr

Hallo,

lass die beiden wirklich umgehend kastrieren, 2 Rammler beissen sich bis zum Tod, so schnell kannst du gar nicht dazwischen gehen.
Danach ca. 6 Wochen Quarantäne, damit die Hormone abgebaut werden und die beiden in der Zeit ohne Sichtkontakt usw. in verschiedenen Räumen unterbringenund dann neu vergesellschaften. Für weitere Infos schreib mich gerne über Vk an, es gibt sehr gute spezielle Foren, wo du dir ein paar wertvolle Tipps holen kannst!

LG

Kati

Beitrag von snow_white 28.09.06 - 09:42 Uhr

Hallo Kati,

Du hast noch keine VK angelegt? Wollte Dich nämlich nach nem Foren link fragen.

Zu Tode beißen können sich die beiden nicht, wir halten sie getrennt, in zwei Käfigen, draußen hat auch jeder seinen eigenen Freilauf.
Finde es halt nur saublöd, weil sie von einem Artgenossen so gar nichts haben.

Kastrieren lassen wir sie, danke auch für den Tip(p) mit den 6 Wochen Quarantäne.

LG

sw

Beitrag von sue.81 28.09.06 - 13:53 Uhr

Also, vor der Kastration haben sich unsere beiden "gehasst" (würde man bei Menschen sagen)...
Nach der OP hatten wir sie gleich zusammen (davor auch zusammen, nur getrennt, wenn sie sich zu doll gestritten haben), am Anfang waren sie noch zu bedröbbelt, um sich zu streiten, als es ihnen besser ging, haben sie sich nie mehr gekabbelt!
Wie lang sie nicht zusammen sein sollten, lässt du am besten den Tierarzt entscheiden. Nach der Kastration sind ja alle Aggressionen weg, da finde ich ne Quarantäne-Zeit von 6 Wochen schon sehr lang - mag aber ja sein, dass das bei anderen Hasen anders ist...

Zu deiner Frage: Ich denke, Hasen entscheiden nicht wie die Menschen: "Den einen mag ich, den anderen nicht". Sie sehen nur: "Juhu, ein Artgenosse, mit dem werd ich nun mein Leben verbringen"!

Glaub mir, schon einen Tag nach der Kastration haben wir uns nie mehr Gedanken darüber gemacht, ob sie sich vertragen könnten oder ob es besser gewesen wäre, sie nicht zu kastrieren...

Liebe Grüße und in Zukunft viel Spaß mit den beiden - Hasen können ja soo süß sein - wünscht dir
Sue...#blume

Beitrag von katinka72 28.09.06 - 21:44 Uhr

Stimmt, ich dachte, dass wäre automatisch... Sorry, aber ich geb die Links hier einfach rein:
www.dashaustierforum.de, da erfährst du alles, was du wissen musst! Es gibt dort sogar einen Vergesellschaftungsleitfaden, wo genau aufgeschrieben ist, was du beachten solltest! www.diebrain.de ist auch sehr informativ! Deine Haen werden sich über ihr gut informiertes Frauchen freuen!

LG

Kati