Natürliche Hilfsmittel

jaci1205
Urbiasaurus
[1] 03.02.12, 16:22

Kräuter und Gewürze als natürliche Hilfsmittel

Zwar kann man nicht eins zu eins belegen, weshalb und in welcher Weise Kräuter dem Einzelnen helfen, dennoch sind sie ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Therapie. In der modernen Kräuterheilkunde fusionieren traditionelles Wissen mit den Erkenntnissen der Biochemie und Pharmazie.

Frauenmantel & Co.
Achten Sie auf die Dosierung: Auch wenn die meisten Heilkräuter rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, so ist deren Intensität der Wirkung durchaus mit chemischen Medikamenten vergleichbar.

Teekräuter mit positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit:

Frauenmantel für die Fruchtbarkeit
Der Frauenmantel (Alchemillae herba) wirkt zyklusregulierend und gebärmutterstimulierend. Weitere Anwendungsgebiete von Frauenmantel sind Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden.
Teezubereitung: 1-2g Frauenmantel mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und anschließend durch ein Sieb geben. Auch das Ansetzen mit kaltem Wasser und mehrstündiges Ziehen lassen bei Raumtemperatur ist eine Zubereitungsvariante. Trinken Sie 1-2 Tassen täglich.

Gänsefingerkraut für die Fruchtbarkeit
Das Gänsefingerkraut (Potentillae anserinae herba) wirkt ebenfalls Zyklusregulierend und vermindert Menstruationsbeschwerden.
Teezubereitung: 2g fein geschnittenes Gänsefingerkraut mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten Ziehen durch ein Sieb geben. Trinken Sie 1-2 Tassen täglich.

Ginsengwurzel für die Fruchtbarkeit
Die Ginsengwurzel (Panacis ginsengi radix) hilft gegen Schwäche, Erschöpfung sowie Stresssymptomen und dient zur Stärkung des Fortpflanzungssystems.
Teezubereitung: 3g fein geschnittene Ginsengwurzel mit kochendem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie 3-4 Wochen lang 1-2 Tassen täglich. Wer’s einfacher haben will, der kauft sofort löslichen Tee im Beutel.

Himbeerblätter für die Fruchtbarkeit
Himbeerblätter (Rubi idaei folium) wirken positiv hormonregulierend bei Menstruationsstörungen und stärken die Gebärmutter- und Beckenmuskulatur.
Teezubereitung: 1,5 g fein zerschnittene Himbeerblätter mit kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie 2 Tassen täglich.

Hirtentäschelkraut für die Fruchtbarkeit
Das Hirtentäschelkraut (Capsellae bursae pastoris herba) wirkt bei Menstruationsstörungen und wird aufgrund seiner blutstillenden Wirkung auch nach Geburten eingesetzt, um die Nachblutungen zu minimieren.
Teezubereitung: 3-5 g fein zerschnittene Hirtentäschelkraut mit kochendem Wasser übergießen und 10-15 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie 1-2 Tassen täglich.

Ingwer für die Fruchtbarkeit
Ingwer (Zingiberis rhizoma) wirkt kreislaufanregend, entzündungshemmend und krampflösend. Er hilft bei verzögerter Menstruationsblutung, lindert Schmerzen beim Eisprung und stärkt die Fortpflanzungsorgane.
Verwenden Sie Ingwer als Gewürz oder als Zusatz zum Aromatisieren von Getränken und Speisen.

Mönchspfeffer für die Fruchtbarkeit
Mönchspfeffer oder Keuschlamm (Vitex agnus-castus) ist in zahlreichen verschreibungspflichtigen zyklusregulierenden Medikamenten enthalten. Es reguliert die Produktion der Hormone FSH und des luteinisirenden Hormons (LH) und wirkt generell normalisierend auf den weiblichen Hormonhaushalt. Mönchspfeffer unterstützt auch den Gelbkörper bei der Hormonproduktion in der zweiten Zyklushälfte, hilft bei Menstruationsbeschwerden und stellt das Hormongleichgewicht nach dem Absetzen der Pille wieder her. Aufgrund der hohen Wirksamkeit sollten Sie die Einnahme mit dem Arzt besprechen.

Pestwurzblätter für die Fruchtbarkeit
Die Pestwurzblätter (Petasitidis folium) helfen bei Menstruationsstörungen und sorgen für Entspannung und Beruhigung.
Teezubereitung: 1,2 - 2 g fein zerschnittene Pestwurzblätter mit kochendem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie 2-3 Tassen täglich.

Schneeallbaum
Die Wurzelrinde des Schneeallbaums (Viburnum prunifolium) verbessert die Durchblutung der Gebärmutter und der Eierstöcke und versorgt so den Beckenraum mit Nährstoffen.
Teezubereitung: 1g fein geschnittene Rinde mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie 2-3 Tassen täglich.

Storchschnabelkraut für die Fruchtbarkeit
Das Storchschnabelkraut (Geranium robertianum) ist in der Literatur auch unter den Begriffen Ruprechtskraut syn. Bockskraut, Gottesgnadenkraut, Robertskraut, Rotlaufskraut, Stinkender Storchschnabel zu finden und ihm wird eine Fruchtbarkeitssteigernde Wirkung nachgesagt.
Teezubereitung: Zwei Handvoll blühendes Storchschnabelkraut gesäubert und grob zerkleinert in einen Topf geben und mit 0,7 Liter Weißwein übergießen. Das Ganze auf dem Herd erhitzen und etwa drei Minuten köcheln, dann vom Herd nehmen und abgedeckt abkühlen lassen. Im lauwarmen Zustand noch einen Esslöffel Bienenhonig unterrühren, den Heilwein in die saubere Flasche zurückfüllen und kühl aufbewahren. Zwei Mal täglich ein Glas (ca. 100 ml) vor dem Essen.

Kräuter zur Förderung der Östrogenbildung

Bei Östrogenmangel bleibt unter Umständen der Eisprung aus. Mit Beifuß, Basilikum, Koriander, Melisse, Salbei, Rosmarin, Chinesischem Engelwurz, Falschem Einkorn und dem homöopathischen Fertigmittel Ovaria comp können Sie die Östrogenproduktion und die sexuelle Lust sanft anregen.

Kräuter für die Fruchtbarkeit
Basilikum (Ocimum basilicum) regt die Keimdrüsen an, wirkt so ähnlich wie Östrogen und fördert den Eisprung und die sexuelle Lust. Verwenden Sie Basilikum als Würzmittel für Ihre Speisen oder bereiten Sie einen Tee.
Teezubereitung: 25 g getrocknete oder 50 g frische Basilikum-Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie den Tee über den Tag verteilt.

Beifuß (Artemisia vulgaris) regt die Östrogen- wie auch die Gestagenproduktion an und fördert den Eisprung, die Menstruation und die Entgiftung von Leber und Nieren. Verwenden Sie Beifuß als Würzmittel für Ihre Speisen oder bereiten Sie einen Tee.
Teezubereitung: 25 g getrocknete oder 50 g frische Beifuß-Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie den Tee über den Tag verteilt.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) regt die Keimdrüsentätigkeit an und wirkt ähnlich wie Östrogen und fördert so Eisprung und Menstruation. Darüber hinaus verbessert er die Leberfunktion und hellt die Stimmung auf. Verwenden Sie Rosmarin als Würzmittel für Ihre Speisen oder bereiten Sie einen Tee.
Teezubereitung: 25 g getrocknete oder 50 g frische Rosmarin-Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie den Tee über den Tag verteilt.

Kräuter zur Förderung Progesteronbildung
Das Gelbkörperhormon Progesteron ist in der 2 . Zyklushälfte für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des befruchteten Eis verantwortlich und zur Erhaltung der Schwangerschaft wichtig. Bei Mangel an Progesteron kann es zu Problemen bei der Einnistung der befruchteten Eizelle und zu Fehlgeburten kommen. Eine verkürzte 2. Zyklushälfte und das Prämenstruelle Syndrom kann ein Anzeichen für eine Gelbkörperschwäche sein.
Frauenmantel, Küchenschelle, Mönchspfeffer und Schafgarbe haben einen ausgleichenden Effekt auf die Gelbkörperphase und Wilde Yamswurzel oder das homöopathische Fertigmittel Phyto-Hypophyson L (hergestellt von Steierl-Pharma) gleichen Stimmungsschwankungen vor der Menstruation aus.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ist ein Rosengewächs. Es regt sanfter, zuverlässiger und dauerhafter die Gelbkörperhormonbildung an als Mönchspfeffer. Es hellt die Stimmung vor der Menstruation auf und wirkt nach einer Empfängnis stärkend. Normalerweise nimmt man Frauenmantel als Tee oder Tropfen zu sich. Bei Magenempfindlichkeit, Verstopfung oder langfristiger Einnahme kann man auf die homöopathische Alchemilla D2 ausweichen. Während der Schwangerschaft sollten Sie Frauenmantel allerdings nicht zu sich nehmen.
Teezubereitung: 25 g getrocknete oder 50 g frische Beifuß-Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch ein Sieb geben. Trinken Sie den Tee über den Tag verteilt.

Homöopathie & Globuli für die Fruchtbarkeit

Zur Eisprung-Anregung:
Alchemilla Urtinktur von ALCEA: Bewährtes Frauentonikum; zwei Mal täglich 7 Tropfen.

Argentum metallicum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli in der ersten Zyklushälfte. Das Mittel kann bei frühzeitig eingetretenen Wechseljahren sowie bei Unterfunktion der Eierstöcke hilfreich sein. Achtung: Nicht bei Myom oder Zysten einnehmen!

Cuprum metallicum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli in der ersten Zyklushälfte (siehe Text).

Follikelhormon synth. D12 von Staufen-Pharma: Bewährt hat sich die gezielte Einnahme zur Anregung des Eisprungs am 8., 10. und 12. Zyklustag morgens nüchtern 10 Globuli.

Jodum D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli. Nicht bei Schilddrüsenüberfunktion einnehmen!
Pulsatilla D6: Zwei Mal täglich 10 Globuli rund um den errechneten Eisprungstermin.

Ovaria Comp ist ein homöopathisches Fertigmittel (hergestellt von Wala), welches Sie in der Apotheke beziehen können. Die Globuli (3 Kügelchen täglich während der 1. Zyklushälfte) regen die Keimdrüsen an, erhöhen die körpereigene Östrogenproduktion, fördern den Eisprung und wirken so Unfruchtbarkeit, Zyklusstörungen oder Prämenstruelle Syndrom entgegen. Außerdem sagt man ihnen nach, dass sie das seelische Wohlbefinden verbessern und das Sexualleben aktivieren.

Gelbkörperschwäche Homöopathisch behandeln:
Agnus castus: Bewährt hat sich kurmäßige Einnahme von Agnus castus-Präparaten über zwei bis drei Monate hinweg

Alchemilla Urtinktur von Alcea: Zwei Mal täglich 7 Tropfen (siehe oben).

Corpus luteum D6 von Staufen-Pharma: Zwei Mal täglich 5 bis 10 Globuli (siehe oben).

Pulsatilla D12: Zwei Mal täglich 5 Globuli; das Mittel ist vor allem bei Gelbkörperschwäche mit Brustschwellung und Stimmungsschwankungen vor der Regel angezeigt. In der Homöopathie zählt Pulsatilla zu den wichtigsten Frauenmitteln. Pulsatilla D6 kann, in der ersten Zyklushälfte eingenommen den Eisprung anregen. Sie wirkt auch bei Gelbkörpermangel.