Koma / künstliches Koma

    • (1) 23.10.16 - 18:07

      Wer lag schon mal längere Zeit (länger als 7 Tage) im künstlichen Koma? Oder kennt im näheren Umfeld Personen, denen das schon passiert ist?

      Wie seid Ihr bzw. die Personen, die Ihr kennt, im Nachhinein damit umgegangen? Wie war die Aufwachphase? Wie war der Moment, als Ihr das erste Mal realisiert habt, was passiert ist?

      Habt Ihr später irgendwelche Anstrengungen unternommen, um die Erlebnislücke in Eurem Leben zu füllen? War es Euch wichtig zu wissen, z. B. über den Ablauf, wie Ihr in die Klinik gekommen seid, wie Ihr vorgefunden wurdet, z. B. Zuhause, auf dem Boden, Feuerwehr hat Tür geöffnet oder oder oder....

      Ich bin am 18.02. d. J. aufgrund einer Lungenentzündung ins CO2 Koma gefallen. Beim CO2 Koma kann das CO2 nicht mehr ausreichend abgeatmet werden. Bei mir aufgrund von Atempumpeninsuffizienz. Die CO2 Konzentration steigt immer weiter an. Erst legt sich der Körper selbst ins Koma, dann folgt, wie bei mir auch, ein Multiorganversagen, da die Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden können. Ich hatte ein Rechtsherzversagen, Leber- und Nierenversagen, mehrere Lungenembolien, zum Glück nur in Nebenabschnitten der Lunge. Und eine stressbedingte Kardiomyopathie, nebst Cor pulmonale.

      Meine Überlebenschancen lagen bei unter 10 %.

      Ich war an diesem besagten Tag mittags mit meiner Oma verabredet. Ich war ca. 5 Tage zuvor erkrankt, hatte Symptome wie bei einer Grippe, aber kaum husten. Meine Oma wollte mir Essen bringen, damit ich mich gut ausruhen konnte und wieder zu Kräften kommen konnte.

      Mittags, zur verabredeten Zeit öffnete ich aber nicht mehr die Tür.....

      Meine Oma, zum Glück sehr geistesgegenwärtig, sie ist 82 Jahre alt! ruft bei der Polizei an, erzählt die Geschichte, sagt, dass ich sonst immer zuverlässig wäre. Polizei zum Glück drauf eingegangen, bestellt Feuerwehr ein, die mit 3 Wagen, einschließlich Leiterwagen, anrückten...... Krankenwagen und Notarzt wurde einbestellt.....

      Dann öffneten sie meine Tür.... Und fanden mich im Bett schlafend, nicht mehr wach zu bekommen.....

      Meine unfreiwillige Reise ging dann von unserem Kreiskrankenhaus, in die Universitätsklinik. Nach 14 Tagen, dann immer noch im Koma, nach mehreren fehlgeschlagenen Aufweckversuchen, wurde ich auf Intensivstation einer bekannten Lungenfachklinik verlegt.

      Ich hatte bis zur Lungenfachklinik einen starren Tubus im Mund. Dort hat man mir dann einen Luftröhrenschnitt verpasst und ich wurde so weiter beatmet.

      Toitoitoi haben sie es 4 Tage später geschafft mich wach zu bekommen. Bis ich aber wirklich richtig wach war, dauerte es noch viele weitere Tage.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Ich lag 9 Wochen auf Intensiv. Davon ca. 3 Wochen im (künstlichen) Koma. Im Anschluss noch 3 Wochen auf Normalstation und war fast direkt vom KH aus noch zur Anschlussheilbehandlung 4 Wochen lang stationär zur Reha.

      Ähm.... Ja, das Jahr 2016 hat es echt in sich gehabt.... Ich verzichte freiwillig auf Wiederholungserlebnisse in so eine Richtung....

      Vielleicht finde ich ja auf diesem Wege Leute, denen so was auch schon mal widerfahren ist zwecks Austausches. Würde mich sehr freuen!

      • Hallo!
        Da hast Du ja irre Glück gehabt! Gut, das Du so eine tolle und geistesgegenwärtige Oma hast! Ich lag "nur" drei Tage im Koma, bekam ebenfalls einen Luftröhrenschnitt (allerdings aus einem anderen Grund). Ich kann mich an die Tage im Koma kein Stück erinnern. Die Aufwachphase war ziemlich seltsam. Ich stand so unter "Drogen", das ich immer bunte Farben beim Augen zumachen gesehen habe #schwitz
        Während des Komas ist mir was sehr schreckliches passiert, fand das nach dem Aufwachen aber nicht so schlimm #schock
        Unsere Geschichten sind sicherlich total unterschiedlich, aber wenn Du Dich austauschen möchtest, kannst Du mich gerne anschreiben!

        LG #winke
        asira

        hi,

        ich lag nach einer hirnblutung 2010 zwei wochen im künstlichen koma, bis ich richtig wach war, vergingen nochmal 2 wochen. bis ich alles SO RICHTIG begriffen hatte, vergingen insgesamt 6 wochen--ich konnte ja nichts mehr, nicht mal sprechen.

        im nach hinein hatte ich schon gehörte erinnerungen ( hören konnte ich zuerst), da lag ich definitiv noch auf der intensivstation. ich habe mehr mitbekommen, als die meisten dachten und das war heftig, was die ärzte mit meinem mann besprachen (WARUM IMMER ALLES BEI DEN KOMAPATIENTEN AM BETT??)

        lg

        Ich zum Glück noch nicht,
        aber ich habe letutens ein Buch gelesen, das diverse Teile von eurem hier Beschriebenen enthält.
        Ich fands sehr schön:
        Eben Alexander
        Blick in die Ewigkeit.

        Das hat mir super viel Angst genommen. Ein wahnsinnsbuch..

        Lg
        Annica

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