Kann man sich medizinisches Cannabis bei regelmäßiger Migräne verschreiben lassen??

    • (1) 24.05.17 - 19:59

      Hallo,

      ich habe eine für mich eher ungewöhnliche Frage und hoffe, dass ich nicht auf Unverständnis stoße.

      Seit Jahren bin ich ein Migräne Patient und vor allem die letzte Zeit sind die Schmerzen wieder schlimmer geworden. Ich kann alle paar Tage damit rechnen und muss mich in mein dunkles Zimmer verkriechen. Das nagt sehr an mir und lässt mich langsam über Alternativen nachdenken. Meine Medikamente helfen nicht besonders gut und sind nebenbei richtige Chemie-Bomben (eigentlich bin ich eher überzeugt von Naturmedizin) #klee

      Ich habe mitbekommen, dass das Gesetz für Cannabis als Medizin in den letzten Monaten gelockert wurde. Anscheinend soll das jetzt ja leichter zu erhalten sein. Ich bin wirklich am überlegen es auszuprobieren. Hat jemand Erfahrungen damit? Gibt es Nachteile?

      Ich bin verzweifelt und hoffe, dass ihr ein paar Ratschläge habt. :-(

      • Ich kenne mich mit Migräne nicht aus. Allerdings glaube ich nicht, dass cannabis es verschlimmern würde. Ich würde es ausprobieren.

        (3) 24.05.17 - 21:59

        Ich habe 3-5 mal
        Migräne die Woche. Auch schon mal 3
        Monate am Stück. Ich kenne die Hölle!

        Antiepileptika und Betablocker helfen mir leider nicht.

        Ich habe letztens meinen Neurologen gefragt, der dadrauf spezialisiert ist und der meinte das mit dem Cannabis sähe schlecht aus. Botox würde eher genehmigt werden. Im Juni geht es dahingehend weiter.

        • (4) 26.05.17 - 21:52

          Hi!

          Du klingst echt nicht nach einem Migränepatienten! Meine Patienten mit einer cranio-mandibulären Dysfunktion (frag deinen Zahnarzt/Kieferorthopäden), und die Leute mit Spannungskopfschmerzen beklagen in der Regel deine Symptome und deren Häufigkeit. Dagegen können Antiepileptika und Betablocker auch niemals was ausrichten, sondern nur die erfahrenen Hände eines geschulten Physiotherapeuten und/oder Osteopathen.

          LG, Ute

          • (5) 26.05.17 - 21:59

            Beim Zahnarzt wurde ich durchgecheckt. Alles prima.

            Jemand der selber keine Migräne hat, kann da kein Wort mitsprechen. Spannungskopfschmerzen kenne ich auch gut - ist ein himmelweiter Unterschied.

            Triptane wirken nur bei Migräne. Und die wirken. Von daher wird es eine sein.

            Osteopath (hab zwei ausprobiert) haben es nur noch schlimmer gemacht. Die Wochen in denen ich das ausprobiert habe waren die Hölle... Und Krankengymnastik (in den vielen Jahren 5 ausprobiert) hat nichts bewirkt.

            (6) 26.05.17 - 22:01

            Und genau diejenigen, die drüber urteilen ohne es selber kennen, machen einem das Leben schwer und kommen mit super Ideen. Sind doch "nur" Kopfschmerzen (jeder Kater ist angenehmer), nimm doch mal Aspirin, kalter Kaffee hilft, Osteopath hilft immer,...& mach doch mal Sport!

            • (7) 26.05.17 - 22:49

              Schätzelein, hör auf, mich blöd anzupampen!

              Ich bin seit 25 Jahren Physiotherapeutin, und ich weiß wovon ich rede. Ich muss als behandelnder Profi keinen Schlaganfall, keine MS und sonst was gehabt haben, um dennoch mitreden zu können. Genau wie ein Chirurg nicht diverse OP selbst erlebt haben muss.

              Und daher erlebe ich eben auch nahezu täglich Menschen, die mir was von Migräne erzählen wollen, aber einen blockierten Atlas, einen asymmetrischen Aufbiss oder ein schiefes Becken als Ursache haben. Die Therapie dieser Beschwerden setzt allerdings eine mittel- und langfristige disziplinierte Mitarbeit des Betroffenen voraus. Daran scheitert es leider oft, und man hätte lieber eine rettende Pille oder raucht ein lustiges Kraut, und alles ist schick. Bißchen jammern und sich selbst bedauern obendrauf - ganz große Nummer.

              Wenn du dich jetzt getroffen fühlst, kannst du mich ja nochmal anpöbeln. Das ist mir dann aufschlussreich genug.

              LG, Ute

              • (8) 26.05.17 - 22:54

                Ich hab dich nicht angepöbelt "Schätzelein", ich würde alles tun, damit das weg geht. Ich bin auch nicht die einzige in der Familie, die es hat und der bisher (seit über 30 Jahren) nichts geholfen hat. Nur die, die es am schlimmsten getroffen hat. Mein Sohn beginnt recht ähnlich.

                Meine Erfahrung war, dass Physiotherapie fürn A... ist.

                • (9) 26.05.17 - 23:08

                  Naja, höflich sieht für mich anders aus, als dein nachgeschobener Absatz!

                  Ich schrieb ja von "geschulten Physiotherapeut oder Osteopath" ! Diverse evtl hilfreiche Techniken gehören nämlich nicht zum Standardrepertoir eines Therapeuten. Und auch eine ausführliche Befundung findet nicht überall in den Praxen statt. Bei den Ärzten allerdings auch nicht. Und daher weiß ich, wie etliche "Diagnosen" zu bewerten sind.

                  Eine familiäre Disposition gibt es bei vielen Erkrankungen, selbst Fehlstellungen findet man manchmal bei mehreren Familienmitgliedern an gleicher Stelle. Was bei euch los ist, kann man natürlich von hier nicht sagen. Manchmal spiegeln die Kinder jedenfalls auch ihre Eltern. Über mehrere Generationen...

        (10) 24.09.17 - 14:45

        Wurde bei Dir MRT gemacht? Warst Du schon auf Reha? Hast du Entspannungsübungen gemacht? Cannabis bekommt man bei Migräne.. Haben weiter unten geschrieben was vorher alles gemacht werden muss :-)

    Hallo

    ich habe seit 20 Jahren Migräne.
    Hast du denn wirklich alles versucht?
    Akupunktur, Aufenthalt in einer Migräneklinik?Empfehlungen der Schmerzklinik in Kiel?Betablocker?

    Mir helfen Treptane, die ich allerdings nur noch knapp 4 Jahre nehmen kann/soll.Für ältere Personen erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen enorm.
    Bis dahin experimentiere ich mit Naturpflanzlichen Mitteln zur Profi laxe.
    Derzeit nehme ich (3mal täglich )Mutterkraut und konnte damit die Anfallshäufigkeit- und stärke auf ein-bis zweimal im Monat senken.Manchmal hilft jetzt auch nur eine IBU 400.Nur gegen manche Wetterlagen bin ich machtlos, so wie heute.
    Dank Treptanen muss ich nicht im abgedunkelten Zimmer liegen und kann relativ normal leben, sogar eine kurze Sporteinheit war heute drin.
    Soweit mir bekannt ist, könnte dir ein Arzt Cannabis verschreiben. Das aus der Apotheke soll sehr teuer sein und deshalb ungern verschrieben werden.Mir war nicht bekannt, dass Cannabis Migräne-Kopfschmerzen lindert.
    Ich habe mal etwas von einem Cluster Patienten gelesen, der sich sogar selbst angezeigt haben soll, um es letztendlich auf dem Klageweg legal zu erhalten.

    L.G.

    • (12) 25.05.17 - 16:20

      Triptane sind da, um einen Anfall zu stoppen. Man darf aber "nur" 10 im Monat nehmen. Die reichen mir definitiv nicht.

      Cannabis soll wie Betablocker/Antiepileptika vorbeugend eingenommen werden. Täglich. Um Anfälle zu verhindern, verkünden, abzumildern.
      Mir helfen keine Betablocker/Antiepileptika. Im Gegenteil! Und es ist nur noch mehr Chemie. Daher kann ich den Cannabis-Gedanken vollkommen versteh . "Gesünder" ist es sicher. Nur den Ärzten zu teuer.

      Ich habe es auch versucht beim Arzt - und werde es nochmal versuchen. Die Chancen sind aber gleich Null.

      • (13) 26.05.17 - 01:02

        Täglich vorbeugend kiffen??
        Das wäre mir zu heftig.Zur Anfallsbehandlung würde ich es probieren, aber prophylaktisch?
        Da müsste ich schon Cluster -Patient sein
        .Ich kenne einen und das ist wirklich kein Leben.

        • (14) 26.05.17 - 08:54

          Wenn man nahezu täglich Migräne hat...dazu zähle ich, dann lieber dass, als jeden Tag Tabletten die einem Magen, Leber und co schädigen...& die bei der Menge sicher später zurück schlagen.
          So viele Schmerztabletten wie ich bräuchte, darf ich nicht nehmen.

          Ich - ich spreche nur für mich - würde alles tun, was das Leben wieder lebenswerter macht. Und die Medizin ist da leider am Ende.

          Warum sollte Cluster schlimmer sein, als 3-5 mal die Woche ausgeknockt zu sein? Oder 3 Monate am Stück nichts mehr zu können?! Das sagt nur wer, der das nicht kennt.

          • (15) 26.05.17 - 09:05

            Mag sein. Ich kenne nur Anfälle die maximal 4 Tage am Stück dauern und dazwischen sind wieder mehrere Anfallsfreie Tage.
            Bei dem Cluster Patienten hängt und trieft das Auge dauerhaft, die Schmerzen sind permanent und in gleicher Stärke vorhanden.Drei Monate am Stück nichts zu können, kenne ich halt nur vom Cluster.
            Wenn ich Migräne in dieser schweren Form hätte, wäre ich schon in der Migräne Klinik Königstein aufgeschlagen und wahrscheinlich auch bis nach Kiel gefahren.
            Meine Leberwerte ( und Blutwerte allgemein ) sind gut, das wird bei mir aus anderen Gründen ständig überwacht.
            Hast du es schon mit Magnesium ( hoch dosiert )versucht?

            • (16) 26.05.17 - 09:10

              Ich habe alles schon versucht. Inklusive Kiel. Es gab bisher nichts, was auch nur etwas geholfen hat.

              Botox ist laut meinem Arzt noch eine Option,...das wird beim nächsten mal versucht. Daher würde ich einfach alles tun.

              Ich hab einen Cluster Fall im nahen Bekanntenkreis. Der hat alle 2-4 Monate einen Anfall...& am Tag drauf ist alles wieder gut. Keine tränenden Augen, nix. Der Schmerz ist die Hölle, das glaube ich. Aber der Menge die ich an Anfällen hab und die es mein Leben einschränkt, würde ich lieber mit ihm tauschen.

              • (17) 26.05.17 - 09:28

                Auch da gibt es sicher unterschiedliche Ausprägungen.Ich möchte mit meinem Cluster Bekannten nicht tauschen.Er hat immer ein triefendes Matschauge.

                Soweit mir bekannt hilft Botox auch nur bei ca. 20 Prozent der Migräne Patienten.Einen Versuch wäre es mir an deiner Stelle auch wert.
                Ich habe es u.a. erfolglos mit Neuraltherapie und Akupunktur ( kurzfristig leichte Erfolge bezüglich der Häufigkeit ) versucht.
                Erst kürzlich habe ich mein Migräne-Tagebuch mal wieder sorgfältig gecheckt.
                Das Mutterkraut ( von VitalLeben) hat tatsächlich die Anfälle verringert.Allerdings muss man das immer wieder drei Monate am Stück ( drei mal täglich ) nehmen.Ich bin jetzt in der zweiten drei Monatsphase ,nach kurzer Einnahme-Pause.

                • (18) 26.05.17 - 10:38

                  Das habe ich tatsächlich noch nicht probiert, das Mutterkraut. Das werde ich mal versuchen!
                  Wahnsinn, was man alles so für Geld verballert in der Hoffnung was zu finden, was endlich hilft.
                  Das schlimme ist, das mein sohn (5) nun auch schon 1-2 mal die Woche Migräne hat. Da werde ich mich auch hinterklemmen so sehr es geht!

                  • (19) 26.05.17 - 12:28

                    Hast du schon mal einen Beinlängentest gemacht ?
                    Das wird mit Wirbelsäulenvermessung in 3 D gemacht ( Orthopäde ) Besteht hier ein Ungleichgewicht von mehr als 4 mm führt das zu Verspannungen des Nackens ( Statikveränderung) was ja bekanntlich auch ein Trigger für Migräne ist.

                    Linderung hat meinem Sohn und mir auch Ostheopathie gebracht.

                    Gegen die genetische Disposition ist man machtlos.
                    Ich bin in meiner Familie die einzige und hatte in Kinder und Jugendjahren überhaupt keine Kopfschmerzen.Bei mir ging es erst um die 40 los.
                    Meine drei Kinder ( junge Erwachsene ) haben leider alle schon ab und zu starke Kopfschmerzen und hatten auch schon zwei bis drei Anfälle.:-(

Hallo,

ich hab jetzt nicht alle Antworten gelesen. Aber nein, ich denke nicht, dass du Cannabis auf Rezept verschrieben bekommen würdest. Es gibt 2 Fertigarzneimittel, die sind beide nicht für Migräne, sondern für MS und Chemotherapie-bedingtes Erbrechen zugelassen. Dann gibt es die Möglichkeit für einen Arzt, Cannabis-Blüten, einen Cannabis-Extrakt oder einen Inhaltsstoff als Reinstoff zu verschreiben (die beiden letzteren müssen in einer Rezeptur weiter verarbeitet werden). Diese dürfen nur bei schwerstkranken Patienten verschrieben werden, bei denen sonst keine Therapieoption besteht und bei denen sich ein gewisser Therapieerfolg vermuten lässt.

Das ganze läuft unter dem Betäubungsmittelgesetz, was starke Kontrollen oder aufwendige Dokumentation verlangt. In deinem Fall halte ich Cannabis aber auch nicht für sinnvoll. Hast du mit deinem Neurologen ausgiebig gesprochen? Es gibt verschiedenste Optionen bei starker Migräne.
Und auch Cannabis ist ganz und gar nicht ohne Nebenwirkungen behaftet, nur weil es pflanzlich ist...ohne Nebenwirkung, keine Wirkung. Zumindest nicht in der Schulmedizin (wozu die Pflanzentherapie nun mal auch zählt)

Viele Grüße,
Tomate

Bist du richtig ausdiagnostiziert worden? Die meisten Leute, die meinen sie hätten Migräne, haben gar keine. Eher sind orthopädische oder kieferorthopädische Gründe vorliegend. Das wäre erstmal wichtiger zu wissen.

LG, Ute

Liebe tinchenbienchen74 ,

ich kann mir gut vorstellen, dass es deine Lebensqualität beeinflusst. Migräne kann fies sein, ich sehe das in meiner Familie auch des Öfteren. Man ist sehr eingeschränkt und kann die Tage nur zählen bis es wieder losgeht.

Hanf ist ein sehr alte Arzneipflanze und hat meiner Meinung nach ihren Ruf nicht verdient. Wenn man medizinisches Cannabis richtig einnimmt (Dosierung und Co.) dann kann vor allem das Cannabinoid CBD das Leben als "Patienten" lebenswerter machen. ABER: Medizinisches Cannabis wirkt bei jedem Patienten anders, sodass es keine Garantie für die Symptom-Linderung gibt.

Falls dich der Zusammenhang Migräne + Cannabis als Medizin interessiert: https://www.leafly.de/cannabiswissen/migraene/

Ich würde einfach mal zu einem Arzt gehen, der sich damit auskennt. Dabei brauchst du natürlich etwas Glück, dass du einen Arzt findest, der sich den Thema öffnet. Schildere ihm dein Leiden und lass dich beraten (auch wegen z.B. Autofahren, Nebenwirkungen und Co.). Auch eine Zweitmeinung schadet nie.

Du hast ja schon einige Tipps hier im Forum erhalten.

Gute Besserung und alles Gute!

Liebe Grüße

meine Bekannte ist in letzter Zeit ihre häufige, heftige Migräne, und der sie viele viele Jahre gelitten hat, fast vollständig losgeworden.

Und das ging über viele Versuche auf verschiedenen Ebenen:
- psychotherapeutische Beratung für familiäre Belastungen
- Änderung im Beruf (Reduktion des Arbeitsumfangs, Selbständigkeit)
- Entgiftung
- Immunsystem fit machen
- Osteopathie
- Sport

Der Durchbruch war wohl dann über Osteopathie und bestimmten Übungen für den Nacken.

Hiho, ganz ehrlich? Wohnst du in der Nähe von Holland? Dann würde ich dir raten den nächsten Koffeeshop zu besuchen und dir dort was zu besorgen. Ich kann mir vorstellen das es auf jeden Fall hilft. Ich glaube auf Rezept bekommst du es noch nicht.
Cannabis ist in jedem Fall gesünder als die ganzen Tabletten usw.

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