Vermutlich Depressiv

    • (1) 06.09.18 - 13:48

      Hallo ihr Lieben,

      mir geht es seit dem 12.03. schlecht (3 Monate nach der Geburt unseres Sohnes) An diesem Tag hatte ich zum ersten Mal Angst. Ich weiß nicht wovor, es war ab diesem Tag einfach da..Danach die Monate war es immer nur tagsüber da. Aber seit 2 Monaten ca. kann ich auch nicht mehr schlafen. Ich habe einen Mann und einen Sohn...mein Sohn ist mega pflegeleicht, warum also habe ich Angst? Und warum lässt es mich nicht schlafen? Ich wache ständig auf und fühle mich wie als würde ich auf Watte laufen, ich hab allerdings keine Panikattacken..es ist einfach nur ein schlechtes Gefühl bzw eine Angst..seit ein paar Tagen habe ich schlimmes pochen in meiner Brust. Es fühlt sich so an, als würde ein Herzschlag aussetzen und es drückt bis in meinen Hals..Dann könnte ich jeden Tag heulen, nur um etwas Druck rauszulassen..ich ziehe jeden Tag so ein Gesicht und kann kaum noch Freude empfinden..hab nicht mal Lust auf meinen Mann :-/

      Ich weiß, ich muss zu einem Arzt gehen. Aber was sage ich ihm? Wo fange ich an? Ich trau mich einfach nicht zu meinem Hausarzt zu gehen, Sie kennen mich nur als lebensfrohe, lustige und entspannte Person, die ich eig bin!

      Mit meinem Mann konnte ich nicht darüber sprechen. Seine Exfrau hat Borderline und ich will ihm das nicht zumuten, dass er das
      alles nochmal durchmachen muss..

      Aber mit irgendwem muss ich sprechen..habe allerdings richtig Angst vor Antidepressivum. Meine Schwester nimmt es schon 15 Jahre und ist quasi süchtig danach! Ich will nicht auch so krank sein 😢

      Habt ihr sowas schon mal erlebt? Sorry, ich kann keine strukturieren Texte schreiben..ist vielleicht etwas durcheinander..

      Liebe Grüße

      • Hallo,

        bitte geh zu deinem Hausarzt oder deinem Gynäkologen und erzähle es ihm genauso wie du es hier geschrieben hast. Da du die Symptome seit der Geburt deines Sohnes hast, gehe ich mal stark von einer Wochenbettdepression aus. Die Angstsymptome deuten auf Panikattacken bzw. eine Angststörung hin. Und hole auf jeden Fall deinen Mann mit ins Boot. Ich hatte damit arge Probleme nach der Geburt meines 3. Kindes. Hier kam es auch erst ein paar Monate nach der Entbindung. Ich habe meinem Hausarzt davon erzählt und dieser hat mich sofort zum Gynäkologen geschickt. Diese Wochenbettdepressionen sind hormonbedingt. Aber ohne Behandlung wird das nicht besser, eher im Gegenteil, es wird schlimmer. Und je eher du gehst um so schneller kann dir geholfen werden. Dafür musst du dich nicht schämen, das haben viele Frauen. Du willst deinem Mann nichts sagen, weil du ihm das nicht antun willst. Dein Mann würde das nicht wollen. Er bekommt mit wie es dir geht und weiß nicht was los ist. Das ist viel schlimmer für ihn.

        LG und alles Gute.

        • Weißt du wovor ich am meisten Angst habe? Das ich beim Arzt platze! Ich habe seit März mit niemandem darüber geredet und alles mit mir alleine ausgemacht..ich will dort nicht in Tränen ausbrechen..Ich konnte noch nie wirklich über meine Gefühle reden..

          Aber Danke für deine Antwort! Ich hoffe ich schaffe es bald, mich zu überwinden

          • Davor brauchst du keine Angst haben. Und es ist gut wenn du platzt und der Druck nachlässt. Du wirst mit Sicherheit nicht die erste und einzige sein. Der Arzt wird dir zuhören und dir helfen und du wirst nach dem ersten Gespräch schon erleichtert raus gehen und froh sein, den Schritt gegangen zu sein. Ich hatte auch Angst. Aber Depressionen sind eine Krankheit. Jeder Mediziner weiß das. Und kein Mediziner urteilt darüber. Du hast ja auch keine Angst mit Husten, Schnupfen, Armbruch etc. zum Arzt zu gehen, oder? Ich denke auch nicht, dass du gleich Antidepressiva bekommst. Ich habe erst mal pflanzliche Beruhigungsmittel bekommen und meine Gynäkologin hat mir im Prinzip nur einen Vitamin- und Mineralstoffmix verschrieben. Da war hochdosiert Vitamin B12 und B6 drin, Magnesium, Vitamin D etc. Das hat bei mir prima geholfen. Zwar nicht sofort, aber ich habe mich schnell besser gefühlt bis es ganz weg war.

            • Falls du noch Fragen hast oder jemanden zum Reden brauchst, kannst du mir gerne schreiben.

              Danke, musstest du denn auch eine Therapie machen? Ich habe bestimmt ein paar Dinge aus meinem Leben aufzuarbeiten (Scheidung Eltern, Keine Mutter in der Nähe, lange Single und viele Enttäuschungen) aber ich weiß ja um die Situationen und dass sie für mich nicht so toll waren..deshalb möchte ich eig keine Therapie..

              Ich denke ich werde mich die Tage mal auf den Weg zum Arzt machen, ich Danke euch! 😊

              • Ich musste keine Therapie machen, aber ich habe eine Therapie gemacht. Das ist wirklich nicht schlimm und ich habe viel daraus für mich mitgenommen. Ich war mir wieder selbst bewusst. Ich lernte mich wieder kennen, lernte mich durchzusetzen und auch mal egoistisch zu sein. Eine Therapie ist das letzte wovor du Angst haben musst. Ich kann/konnte auch nicht über Gefühle reden. Aber der Therapeut verlangt das auch nicht. Du darfst dir das nicht so vorstellen als ob du dem Therapeuten dein Herz ausschütten musst und der sagt dir dann eine Lösung. Der Therapeut erarbeitet mit dir gemeinsam was im Argen liegt. Du erzählst ihm immer nur so viel wie gerade geht. Ich habe auch viel aus früheren Zeiten mit mir rum geschleppt. Es ist nicht so, dass du dem Therapeuten deine komplette Kindheit etc. darlegen musst. Am Anfang lernt ihr euch erst mal kennen. Du bekommst einen Fragebogen mit, den du Zuhause ausfüllst. Somit verschafft sich der Psychologe einen ersten Eindruck. Anschließend ergibt es sich in jeder Sitzung über was man redet. Es ist wirklich nicht schlimm und ich bin froh und dankbar, dass ich diesen Schritt gegangen bin und mir geholfen wurde. Ich weiß jetzt wer ich bin, dass ich toll bin so wie ich bin, ich sehe vieles gelassener und habe wesentlich stärkere Nerven, es gibt keine Grübeleien mehr über Dinge, deren Ausgang ich eh nicht weiß. Ich kann dir nur dazu raten.

                • Das hört sich wirklich gut an! Schön, dass es dir so viel gebracht hat 😊

                  Meine Frauenärztin ist also die erste Ansprechpartnerin?

                  • Ja. Ich war halt zuerst beim Hausarzt. Der hat mich dann gleich zum Frauenarzt geschickt als er hörte, dass das ein paar Monate nach der Entbindung anfing. Der Frauenarzt wusste auch gleich was los ist als ich anfing. Und deine Frauenärztin wird dir auch sagen, dass das viele Frauen haben. Ruf morgen an und mache einen Termin. Es ist wirklich nicht schlimm. Auch eine Therapie ist nichts schlimmes. Im Gegenteil. Ich musste noch nicht mal so viel aus meiner Vergangenheit erzählen. Nur das was ich wollte. Der Therapeut hilft dir, dass du dir selbst helfen kannst. Es ist nicht so wie im Fernsehen, dass da jegliche schlimme Erlebnisse vor Augen geführt werden und man die gedanklich noch mal erleben muss. So hab ich mir das jedenfalls immer vorgestellt. Es ist in Wirklichkeit, als würdest du dich mit einer Freundin unterhalten. Das Vertrauen baut sich langsam auf. Anfangs war es sogar eher nur Smalltalk um sich kennen zu lernen. Du hast auch erst Mal, von der Krankenkasse aus, 5 Probesitzungen um zu schauen ob du zurecht kommst mit dem Therapeuten. Wenn du dann sagst, dass es nicht das ist was du brauchst oder du einen anderen willst etc., kannst du einfach sagen, dass du keine weiteren Sitzungen mehr möchtest. Bei mir waren die Sitzungen im 2 Wochen - Takt. Es wurden immer 7 beantragt. Zuerst 5 zur Probe. Und dann immer 7. Ich war insgesamt 1 1/2 Jahre in Therapie. Aber einfach weil es mir gut getan hat. Die letzten 7 Sitzungen aber nur 1 x pro Monat.

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