DRINGEND! Milchzahn nach Unfall ziehen?

    • (1) 17.03.19 - 11:29

      hallo,

      meine Tochter (4 Jahre 4 Monate) hatte gestern einen kleinen Unfall. Folge ist: ein oberer Milch-Schneidezahn sitzt nun bissl tiefer und stark nach hinten gedrückt (evtl 50 Grad winkel). Natürlich geblutet. zahn wackelt nicht, sitzt fest zwischen den Nachbarzähnen verkeilt. wir waren natürlich gleich gestern beim Zahnnotdienst.
      Dieser erklärte mir, dass Milchzähne nicht zurück gesetzt werden, weil der Bleibezahn der sich bereits gebildet wird geschädigt werrden könnte. beim zubeißen , beißt sie wohl nicht auf diesen zahn.

      Es gäbe 2 Möglichkeiten.

      1. der Zahn bleibt wie er ist. muss engmaschig beobachtet werden. gefahr besteht dass er sich mit der zeit zurücksetzt und dann doch beim beißen stört bzw den bleibezahn beeinflusst/schädigt
      2. der zahn wird gezogen. negative folgen wurden mir nicht gesagt. hatte vergessen nachzufragen.

      dieser arzt möchte ziehen.
      nachdem ich draußen war, wurde ich unsicher und bin zu einem anderen um zweite meinung einzuholen. Als erstes kamen mir die gedanken, dass eine zahnlücke unschön aussehen wird und ich meiner tochter das ziehen gerne ersparen würde. der ästetische gesichtspunkt ist mir inzwischen nicht mehr wiochtig, zumal es mit diesem zahn auch unschön ist und mir der bleibezahn wichtig ist.
      in der zweiten praxis wurde mir jedenfalls gesagt, dass alles was gesagt wurde medizinisch korrekt ist. das wäre der medizinische punkt, anderes mutterherz. ich müsse es entscheiden. auf die frage was sie bei ihrem kind tun würden, sagten diese sie würden beobachten, jetzt nicht ziehen. leider habe ich nicht nach dem grund gefragt für ihre antwort.

      Die Sache ist nun die...
      natürlich ist für mich der bleibezahn entscheident...
      die ärtze schätzen es wohl unterschiedlich ein und das führt mich zu meinem problem...
      meine tochter hatte letztes jahr eine kleine OP. und da merkte ich dass ärzte manchmal völlig unterschiedlicher meinung sind bzw manchmal auch einfach keine ahnung haben. ich weiß nicht welcher arzt kometenter ist und welcher vielleicht zu larifari oder zu vorsichtig ist oder was weiß ich...

      ich mache mir folgende gedanken:
      - wird sie mit diesem zahn so in ein paar wochen wieder in einen apfel beißen können?
      - stört er ihre sprachentwicklung? spricht jetzt auf jedenfall anders...
      - muss er später dann vielleicht trotzdem gezogen werden? macht es sinn damit zu warten?
      - stört eine Zahnlücke ihre Sprachentwicklung?
      - welche folgen hat eine Zahnlücke für ihre weiteren Zähne und das nachwachsen des Bleibezahns?
      - wie wird das Nachwachsen des Bleibezahns wenn das Zahnfleisch bereits zugewachsen ist? es dauert ja noch lange bis der Bleibezahn kommt...

      ich würde mich besonders um expertenmeinung freuen , aber auch erfahrungen anderer Kinder mit 4 Jahren und gleicher problematik.

      vielen Dank schon mal.
      lg lena

      • Hallo,
        die Tochter einer Freundin ist letztens mit knapp 4 eine Treppe runtergepurzelt. Als sie unten ankam, fehlten ein mittlerer und ein seitlicher Schneidezahn.
        Dort war die Entscheidung also getroffen #schwitz.
        Sie hat jetzt also eine breite Lücke für mehrere Jahre. Was das mit der Anordnung des bleibendes Gebisses macht, kann keiner sagen - denn der Körper versucht nun natürlich, die Lücke zu schließen.
        An Eurer Stelle würde ich den Zahn ziehen lassen. Ich hätte Sorge, daß durch die Wunde (die sich womöglich durch Belastungen wie Kauen immer wieder öffnet) Bakterien eindringen und sich im Kiefer ausbreiten.
        Ich würde das Ende mit Schrecken wählen, denn bei dieser Zahnstellung sieht es doch ganz schön nach Einschränkungen im Alltag aus, auch die Pflege stelle ich mir etwas kompliziert vor.
        Alles Gute für die Maus!! #blume

        Mein Sohn ist mit knapp 3 kopfüber im Salto über den lenker des Laufrads geflogen, mit den Zähnen auf den Lenker geschlagen. Beide großen Schneidezähne oben locker.
        Schonen ging nicht wirklich, er war zu der Zeit noch Daumenlutscher und hat auch kurz nach seinem Sturz genuckelt.
        Meine Erfahrung: geh zu 3 Zahnärzten und erhalte 3 Meinungen.
        Notdienst, laut Angaben sogar Kinderzahnarzt "Beide Ziehen und dann eine Brücke rein bis die bleibenden kommen. Brücke ist aber keine Kassenleistung, müssen sie dann selber bezahlen".
        Zahnarzt 2 (ebenfalls expliziter Kinderzahnarzt) "Ziehen und fertig. Bei Frontzähnen braucht man keine Platzhalter oder ähnliches machen"
        Zahnarzt 3 (meine Zahnärztin, hatte zufällig eh meinen Kontrolltermin) "Abwarten. Mit etwas Glück werden die wieder fest. Wenn nicht können wir immer noch ziehen.
        Tatsächlich wurde einer der beiden Zähne wieder fest. Der andere wurde etas fester, wackelte aber immer leicht. Entzündet oder so hatte sich nichts, auch kein Zahn verfärbt.
        Als mein Sohn 4 war alberte er auf dem Trampolin rum, machte irgendwelche akrobatischen Kunststückchen und knallte sein Knie gegen diese beiden Zähne. Der eh schon lockere war dann komplett los und 2 Tage später war er raus, der andere wieder locker. Da sagte meine Zahnärztin schon das sie bezweifelt das der nochmal wieder anwachsen würde. Aber abwarten, solange sich nichts entzündet oder der Zahn abstirbt zieht sie nicht, die Hoffnung stirbt zuletzt.
        Sie hatte aber recht. Eine ganze Weile hielt der Zahn so wie er war, wurde dann aber zusehends lockerer. Die Entscheidung zum Ziehen fiel weil mein Sohn kaum noch aß, der wackelnde Zahn störte ihn so extrem. Tat allerdings nicht weh.
        Die beliebenden Zähne kamen ganz normal (das geschlossene Zahnfleisch macht da keinen Unterschied). Und wirklich sehen ob der bleibende Zahn was abbekommen hat oder nicht kann man erst wenn der Zahn da ist, auf dem Röntgenbild sieht man das nicht unbedingt wenn es nur ein kleiner Schaden ist. Wir hatten Glück und die Zähne sind in Ordnung.
        Allerdings musste er dann ein paar mal zur Logopädie. Weil er sich durch die Lücke eine falsche Zungenhaltung angeeignet hatte, er drückte also immer mit der Zunge hinten gegen die Zähne. Und da er eh einen Überbiss hat durch sein Daumenlutschen war das dann gar nicht förderlich. Aber die Zahnspange hätte er wie gesagt wegen des Daumenlutschens eh gebraucht, das Zungenschieben hat den eh vorhandenen Überbiss nur noch ein bisschen verstärkt.

        ENDE GUT ALLES GUT
        wir waren nun am Montag gleich wieder in der Praxis. Ich hatte einen Termin beim Anästesisten / Chirurg. Die Ärzte am Wochenende hätten den Zahn mit örtlicher Betäubung ziehen wollen. Ich hatte mich dagegen gewährt und wollte auf jeden Fall eine Sedierung. Dieser Zahnchirurg wollte meiner Tochter den Zahn nicht NUR mit Lachgassedierung Zahn ziehen. Er sagte, es würde sehr weh tun und ist für ein 4 jähriges Kind zu traumatisch. Er schickte mich zum Kinderzahnarzt wegen einer Teilnarkose / Maskennarkose. Ich dachte eigentlich zuvor es sei zu übertrieben, da ja die anderen sogar nur mit Spritze ziehen wollten. Die Kinderzahnärztin sagte auch: "Nur weil kleine Kinder leichter festgehalten werden können als Erwachsene, muss man es trotzdem nicht tun! Auf jeden Fall unter Maskennarkose." Außerdem meinte diese auch, dass das zurückschieben zu großes Risiko für den Bleibezahn darstellt.
        Zum Glück konnte ich die Ärzte bequatschen, dass sie es sofort durchführen. Hatte meine Tochter ja ohnehin bereits seit dem Frühstück nüchtern belassen. Sie hatte zuvor bereits eine Vollnarkose wegen Rachenmandeln erhalten und wußte dass alles halb so schlimm ist. Ich erklärte ihr, dass sie in einen Dornröschenschlaf fällt und wie sonst alles abläuft. Natürlich in Kinderversion. Habe aber auch darauf vorbereitet, dass es danach ein bisschen weh tun wird. Sie kletterte ganz mutig auf die LIege und ließ sich ganz tapfer die Maske aufsetzen. Achtung! Ich möchte andere Eltern vorwarnen. Wenn das Kind in Narkose gelegt wird, kann es zappeln oder ausschlagen. Das ist normal. Es stirbt nicht! Als sie einschlief konnte ich gehen und ca 5 Minuten warten, dann wachte sie wieder auf. Sie blutete und weinte ganz doll. Das weinen kenne ich noch von der letzten OP. Es stammte nicht vom Schmerz, denn es war noch betäubt. Kinder weinen schrecklich wenn sie aus Narkose aufwachen, weil sie so verwirrt sind. Das schmerzt dem Mamaherz! Wenn man es weiß, kann man es leichter verkraften!
        Am Abend war sie wieder völlig fit und am nächsten Tag wieder in KITA ohne Schmerzen. Medikamente waren nicht notwendig. Nach einer Woche schon fast völlig verheilt. Sie isst normal, hat allerdings noch zu große Angst harte Sachen zu kauen (Kaubonbons, Brötchen).
        Jetzt Zahnlücke. Soooo schade! Sie hatte so wunderschöne Zähne!
        Ich habe ihr zuvor Bilder gezeigt von hübschen Mädchen mit Zahnlücke.
        Ich habe es thematisiert, denn Reaktionen wird es auf jeden Fall geben. Hab es aber versucht für sie positiv hinzustellen. wie z.B. "OMG! Du kleiner Frechdachs, du siehst aus wie ein Schulkind!"
        Wie ein großes Schulkind auszusehen, finden Kinder natürlich toll!

        Ich schreibe extra so ausführlich für die Eltern, die gerade in einer solchen Situation
        Erfahrungen nachlesen.

        Ich rate definitiv, wenn es sein muss, zu einer Maskennarkose.

        Vielen Dank an alle, die ihre Erfahrung mit mir geteilt haben.

        lg

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