Bitte um Rat :-(

Hallo ihr lieben . Ich bin 30 Jahre alt und Mutter eines sehr sehr aktiven Junges den ich über alles liebe . Ich habe seit Anfang des Jahres mit depressiven Phasen zu kämpfen bin aber deswegen auch in Therapie..Medikamente hab ich bis jetzt noch nicht genommen da ich es mit eigener Kraft schaffen wollte und mein Therapeut meinte ich könnte es auch ohne schaffen was aber natürlich länger dauert ( bin zur Zeit aber am überlegen doch mit Medikamente es zu versuchen ) ich hab ständige auf und abs mal geht es mir eine lange Zeit gut und dann kommen die Depressionen wieder zurück .. mein Problem ist ich hab mich die letzten 3 Jahre zu sehr unter Druck gesetzt und wollte alles perfekt machen mein Mann war ständig arbeiten das heißt ich war quasi wie eine Alleinerziehende.. ich wollte nie Hilfe annehmen und dachte ich schaffe es schon allein .. jetzt mittlerweile bin ich an dem Punkt gekommen wo ich nicht mehr kann ich kann an manchen Tagen nicht mal normal mit meinem Kind spielen bzw ich hab einfach die Lust nicht oder ich lasse ihn für eine Nacht bei Oma schlafen ( er liebt es ) weil ich einfach allein sein möchte und dieser Gedanke bringt mich einfach um weil ich denke warum möchte ich ihn nicht bei mir haben liebe ich ihn nicht ? Ich muss sagen ich fühle das immer aber auch nur wenn ich in dieser depressiven Phase stecke ansonsten meistere ich das alles .
Ich weiß nicht mehr weiter … hat jmd einen Rat ? Mir wird das einfach zu viel alles und ich bin wirklich überfordert

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Lass Dich vernünftig einstellen. Medikamente sind kein Teufelszeug, und nur, weil man Depressionen nicht sieht, sind sie trotzdem eine ernstzunehmende Krankheit.

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Hallo
Und es tut mir sehr leid, wie es dir geht. Ich habe leider keinen Tipp für deine Depressionen, da habe ich überhaupt keine Erfahrungen mit. Ich wollte nur sagen, du musst dich aber bestimmt nicht schlecht fühlen, weil du alleine sein willst und das Kind zur geliebten Oma bringst.
Ich habe keine depressiven Phasen, freue mich aber auch immer wieder auf meine Zeiten alleine und gebe die Kinder auch Mal liebend gerne zu den Großeltern und genieße die Ruhe!
Da ist wirklich nichts verwerfliches dran. Wenn die Oma das gerne macht dann lass dich doch bitte öfter unterstützen, wenn es dir dann Kraft für die anderen Tage gibt

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Stimme dir zu.
So ähnlich wollte ich es auch gerade schreiben.

Ich freue mich auch auf die Ruhe, wenn meine zwei großen Mädels bei meiner Mutti übernachten. Und ich freue mich jetzt schon, wenn auch die kleine nächstes Jahr mal ab und zu bei meiner Mutti übernachten wird und ich mit meinem Mann mal wieder einen Abend "frei" habe. Momentan ist die kleine mit ihren 14 Wochen dafür noch zu klein.

Liebe TE,
gönn dir die Auszeit und genieße die Ruhe ohne ein schlechtes Gewissen.

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Danke für eure Antworten , aber ist das denn auch normal das ich kurz bevor mein kleiner wach wird Panikattacken bekomme weil ich diesen Druck in mir habe ich muss jetzt funktionieren ?!? Ich wünschte manchmal ich wäre echt allein in dieser Phase ich möchte einfach wieder glücklich mit meinem Sohn und Mann sein

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Natürlich kannst du es jederzeit auch mit Medikamenten versuchen, aber mein erster Eindruck ist, dass die Gefahr besteht, dass du die Medikamente nutzt um weiter zu funktionieren und dadurch eventuell weniger Änderungen im Denken und Handeln erfolgen. Ich würde ganz klar an den Einstellungen arbeiten. Ich habe meistens auch keine Lust mit meinen Kindern zu spielen und ich bin auch nicht der Meinung, dass es unbedingt nötig ist, dass Eltern die Kinder bespaßen. Klar sollte man in Kontakt sein, je nach Alter des Kindes kuscheln oder ein Buch lesen, wenn man mag auch mal kitzeln, toben, tanzen oder gemeinsam den Haushalt machen und das Kind miteinbeziehen, oder irgendwas anderes machen, was man selbst auch mag. Aber meine Kinder (Baby und 3-Jähriger) sind auch gut darin sich alleine zu beschäftigen, sei es im kindersicheren Wohnzimmer oder auf dem Spielplatz.
Und es ist auch ganz natürlich, dass man auch Pausen von der Care-Arbeit braucht. Besonders wenn es dir gerade nicht gut geht und dein Kind sich bei der Oma wohl fühlt, solltest du diese Möglichkeit regelmäßig nutzen und daran arbeiten dir das auch guten Gewissens erlauben zu können.

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Dein Glaubenssatz "Ich muss alles alleine und ohne Hilfe schaffen" hat wohl mit dazu beigetragen, dass es dir geht, wie es dir geht.
Glaubenssätze zu verändern ist schwer, aber ihn in Bezug auf die Medikamente zu ändern, wäre glaube ich ein sehr wichtiger Schritt.
1. sie werden dir bestimmt helfen
2. du wirst merken, dass du kein schwacher, schlechter, erbärmlicher Mensch bist, wenn du Hilfe annimmst und es nciht auf Biegen und Brechen alleine schaffen willst.

Alles Gute <3

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Das klingt wirklich schlimm. Gut, dass du eine Therapie machst!

Es ist wichtig, dass du verstehst, dass du Hilfe annehmen kannst und musst. Zeit alleine ist gut und wichtig! Du musst nicht alles alleine schaffen. Auch Medikamente zu nehmen, ist keine Schande! Ehrlich!

Ich hoffe, du kannst das bald erkennen und annehmen! Alles Gute dir!

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Das Kind mal abzugeben oder sich Ruhe zu wünschen ist völlig normal.
Ebenso Hilfe anzunehmen.

Ich denk immer an "it takes a village" (to raise a child) und das ist auch so. Ebenfalls denk ich an die Familien von früher, wo zumindest eine senile Omi/Opi immer ein Auge auf das Kind auf dem Küchenfussboden hatte. ;)

Ich sprach gerade mit jemandem, die sagte, die hätte Mann und Kinder umbringen können, als sie statt unterwegs zu sein plötzlich wieder vor der Tür standen. Und ja, sie liebt sie alle trotzdem abgöttisch.

Du hast den Strudel in dem du bist gut erkannt und auch schon Hilfe. Ich wünsche dir, dass es bald klappt und auch hier - DU MUSST DAS NICHT ALLEINE SCHAFFEN. Nimm Medikamente, wenn es helfen könnte! Ich drück dir die Daumen, dass du vom Perfektionismus zur Realität und Normalität schrauben kannst. Ist ganz schön hier. ;)

Habt ihr auch über Burnout gesprochen?

Alles Liebe.

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Depressionen können zwei Ursachen/Aspekte haben: Psychische und körperliche. Es gibt zum Beispiel hormonelle Verhütungsmittel (sowohl die Pille als auch Implantate etc.) Depressionen auslösen und verstärken, dessen sind sich leider die wenigsten Frauen bewusst bzw. unterschätzen diesen Effekt, weil er nicht in ihr Weltbild passt. Auch Schilddrüsenprobleme können durch die Störung des Energiehaushalts im Körper zu Überlastung und dadurch eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen, was sich in Depressionen zeigen kann. Manche Menschen bekommen durch die allgegenwärtige Lebensmitteljodierung (die über das übliche Jodsalz hinaus geht, auch Tierfuttermittel sind bei uns häufig stark jodiert, vor allen Milchprodukte sind dadurch belastet) gesundheitliche Probleme, die in einer Wechselwirkung mit der Schilddrüse stehen. Was ebenfalls kaum bekannt ist, auch ein Vitamin D Mangel (und das bedeutet ein Wert unter 30 ng/ml) wirkt sich negativ auf z.B. das Immunsystem aus und kann Stress und bei Dauerstress Überlastung und Depressionen begünstigen. Fun Fact: Laut einer Statistik, die ich beim RKI gefunden habe, haben in den Wintermonaten über 80% der Deutschen einen starken Mangel von unter 20 ng/ml! (Vitamin D wird in unserer Haut bei direkter Sonneneinstrahlung bei hochstehender Sonne, also in den Mittagsstunden, hergestellt. Bei tief stehender Sonne erreicht die UV-Strahlung, die hierfür benötigt wird, nicht mehr die Erdoberfläche.)

Ich würde mal nach diesen Themen schauen, in den allermeisten Fällen von Depressionen spielen diese mit eine Rolle. Und nicht zuletzt deshalb find ich es tragisch, wie aggressiv manchmal "Medikamente gegen Depressionen" beworben werden. Oft auch von Personen, die keine Ahnung von den Hintergründen und der Wirkungsweise der Medikamente haben. Auch die Formulierungen mit "einstellen" empfinde ich als menschenverachtend... wir sind doch keine Maschinen, dir egelmäßig zum TÜV müssen :( Tatsache ist, dass diese Medikamente keine Depressionen heilen, schon gar nicht die Ursachen. Weder die psychischen, und es sollte offensichtlich sein, dass sie auch nicht die eben aufgezählten körperlichen bzw. ernährungstecnischen Ursachen heilen oder abstellen können. Die Medikamente haben auch starke Nebenwirkungen, sie können z.B. zu irreversiblem Libidoverlust führen, worüber man auch nicht immer angemessen aufgeklärt wird oder wo dann andere über einen hinweg entscheiden, dass dieses Risiko weniger wichtig sei als es "mal probiert zu haben". Ich kann da wie gesagt nur zu großer Vorsicht raten.

Was den psychischen Aspekt angeht: Du schreibst, wie sehr du deinen Sohn liebst, und wie sehr du gleichzeitig überlastet bist und trotzdem zu "funktionieren" versuchst. Kinder reagieren aber besonders auf die Dinge, die ihre Eltern zu verdrängen versuchen, und konfrontieren diese unbewusst mit diesen Dingen. Oder besser gesagt: Kinder konfrontieren intuitiv und ohne böse Absichten ihre Eltern mit deren eigenen Grenzen. Das bedeutet, je stärker du deine Schwäche und Überlastung zu verdrängen versuchst, um so stärker wird dich dein Sohn vermutlich ohne es zu wollen damit konfrontieren. Zum Beispiel über seine hohe "Aktivität", mit der du nicht mithalten kannst und die dich nur noch mehr schwächt. Was du hier tun kannst ist, dir zu erlauben, auch mal schwach zu sein. Auch mal "nicht mehr zu können"... auch mal deine Gefühle zuzulassen, dir z.B. erlauben zu weinen, wenn du an einem Punkt angekommen bist wo du glaubst, es nicht mehr zu schaffen. Auch wenn dich dein Sohn dabei sieht. Du misst nicht "die starke Mama, die alles unter Kontrolle hat", für ihn sein. Das ist eine Maske, mit der du eine gewisse Distanz zu ihm aufbaust. Und damit tust du ihm auch nichts Gutes... wenn du diese Maske ablegst und lernst, "du selbst" zu sein (und auch rücksichtsvoll und liebevoll mit dir selbst umgehst, anstatt dir z.B. Vorwürfe zu machen), dann kann es gut sein, dass sich die Situation zwischen dir und deinem Sohn mit der Zeit entspannt. Vielleicht sind bis dahin aber auch ein paar Tränen notwendig, über die du das eine oder andere verarbeiten kannst, manchmal auch ganz unbewusst. Wichtig ist nur, dass du an dein Kind keine Erwartungen stellst, kein Verständnis von ihm einforderst, von ihm nicht verlangst bei dir zu bleiben... denke daran, dass du deinen Sohn liebst, und erlaube dir, ein Stück weit die Kontrolle aufzugeben. In den Bereichen, wo es keine unmittelbare Gefahr für ihn darstellt (je nachdem wie alt er ist).

Liebe Grüße und gute Besserung!