Trimipramin bei Insomnie - paradoxe Wirkung?

Hallo, vielleicht hat zufällig jemand hier Erfahrungen:

Wegen einer primären chronischen Insomnie hat der HA mir nun Trimipramin verschrieben, dass ich beginnend bei 5mg mit Steigerung der Dosis nach Bedarf nun drei Monate nehmen soll.

Leider bin ich nach drei Wochen nun bei 10mg und schlafe tatsächlich noch viel viel schlechter als vorher! Es ist langsam nicht mehr auszuhalten!

Mein HA sagte, dies könne am Anfang sein und ich solle mit der Dosis wieder runtergehen und zusätzlich Zolpidem nehmen. Soviele Medikamente wollte ich niemals schlucken müssen und es macht körperlich auch richtig fertig 😞

Hat jemand das auch mal genommen und kann sagen, ob und wann diese paradoxe Wirkung wieder aufhört?

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Ich hatte das vor über 20 J. mal verschrieben bekommen. Man verschreibt das eigtl. nicht mehr gerne, es ist ein sehr veraltetes trizyklisches Antidepressivum mit eben schlafanstoßender Wirkung. Es hat auch eine hohe Toxizität, will heißen, man kann damit recht schnell eine letale Dosis erreichen.
Bzgl. des Schlafens hat es bei mir aber damals tatsächlich mit niedriger Dosis geholfen, hatte keinen paradoxen Effekt, ist mir auch nicht bekannt, dass das da vorkommen soll.
Zolpidem als Benzodiazepam ist aber auch nur für den kurzzeitigen Gebrauch indiziert. Es macht die Schlafstruktur kaputt, Tiefschlafphasen fallen weg, ergo kein erholsamer Schlaf. zudem hohes Abhängigkeitspotential.
--Du hast insgesamt zu wenig Info gegeben, um da nun mehr diagnostisch sagen zu können. Ich würde aber nochmal schauen, ob ich da mittels psychotherapeutischer Schlafexperten noch was drehen kann. Wenn Arzt, dann auch nicht Hausarzt sondern Psychiater. Ansonsten (wenn organische Ursachen ausgeschlossen werden können) Psychotherapie. Eine rein medikamentöse Behandlung ist bei nicht-organischen Schlafstörungen nicht Mittel der Wahl.

Bearbeitet von rma
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Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Das ist sehr gut zu wissen - ich dachte, Zolpidem wäre kein Benzo 😟

Von Therapie war bisher keine Rede, ich hatte nur eine psychologische Schlafberatung am Klinikum zu Schlafhygiene. Bei mir ist die Ursache auch bekannt - es kam durch Wechselschichten in der Arbeit. Und ich habe ja auch keine Depressionen. Aber vielleicht frage ich nun doch nochmal nach, denn wenn das so veraltet ist frage ich mich schon, wieso mein HA mir das gibt.

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Ich würde tatsächlich versuchen, dringend einen Termin beim psycharter zu bekommen.
Trimipramin ist extrem veraltet, es gibt heute Medikamente die besser sind und weniger Nebenwirkungen haben.
Ich war nachher bei der maximal dosis und konnte nicht schlafen. War dann in einer tagesklinik und das erste was der psycharter abgesetzt hat. War das Trimipramin.
Auf Therapeutensuche bist du wahrscheinlich schon, aber das Thema ist nicht mit Medikamenten alleine zu stemmen.

Bearbeitet von Inaktiv
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Vielen Dank für deine Antwort! Das ist gut zu wissen und ich frage nun doch nochmal beim HA wegen einer Therapie. Das stand bisher noch nicht zur Debatte.

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Hi,
ich nahm Trimipramin als Bedarfsmedikament aufgrund Rastlosigkeit und Gedankenkreisen durch Depressionen. Meine Psychiaterin hatte es mir damals verschrieben, da es zudem eine antidepressive Wirkung hat. Mit 12,5mg/25mg hatte es mich total weggebeamt... Die Ratlosigkeit/das Gedankenkreisen waren wirklich schwerwiegend und dadurch war ich vor dem Medikament tagelang wach und unruhig.
Es hing zwar noch 1-2 Tage nach, aber ich konnte mich dadurch wenigstens etwas erholen. Ich würde dir raten zu einem Psychiater/Spezialisten zu gehen, Hausarzt ist trotzdem nur ein Allgemeinmediziner ohne richtigen Schwerpunkt.
Viel Glück🍀

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Huhu!
Ich hatte die selbe Problematik. Um ehrlich zu sein hatte ich die mit einigen Präparaten, die angeblich helfen sollten.
Angeblich soll es bei Trimipramin so sein, dass ab 25 mg die Wirkung eintreten soll. Aber bei mir war der morgendliche Hangover dann zu heftig😞
Liebe Grüße