Warum Rhesogam, wenn beide Partner Rh neg(D-)?

    • (1) 16.01.14 - 16:40

      Hallo liebe Experten!

      Mein Mann und ich haben beide die gleiche Blutgruppe. 0 Rh neg (D-)...

      Ich habe dennoch bei allen SS (ausser nach der Fehlgeburt) die Rhesogam-Prophylaxe bekommen.

      Man hat mir das so begründet, dass es ein Problem geben kann, weil mein Mann Rh neg (D-) Ccddee hat und ich Rh neg (D-) ccddee habe.

      Also er hat einen Buchstaben gross, der bei mir klein ist.

      Ist das richtig so, oder hat man meine Glaubwürdigkeit etwa angezweifelt?

      Aktuell habe ich vorgestern Rhesogam bekommen, weil eine Chorionbiopsie gemacht wurde, Diskussionen um die Notwendigkeit der Prophylaxe sind nicht erwünscht! Sicher ist sicher, man weiss ja nie, fertig aus.
      Stimmt ja auch, man riskiert ja nichts, drum hab ich mich ja auch pieksen lassen.

      Mein Mann hatte schon Alpträume, weil er ins Grübeln kommt, bezüglich meiner Treue...;-)

      Vielleicht können Sie ja Licht ins Dunkel bringen.

      Vielen Dank!

      • Liebe jasfeanmi,
        in Deutschland ist es üblich, dass die Anti-D-Prophylaxe (Rhesogam-Spritze) generell bei allen Rh-negativen Frauen währen der Schwangerschaft (und bei Schwangerschaftskomplikationen und Eingriffen wie z.B. Chorionbiopsie) laut Mutterschaftsrichtlinien empfohlen wird. Natürlich wäre diese bei zweifelsfrei Rh-negativ (D negativ) bestimmten Kindsvater nicht erforderlich (in England z.B. wird die Blutgruppe des Kindsvaters bestimmt und wenn er Rh-negativ ist, bekommt die Schwangere keine Anti-D-Spritze, die ist ja auch recht teuer!). In Deutschland wollen wir immer 100% Sicherheit und gerade die Gynäkologen sind sehr vorsichtig. Das hat mit Ihrer Glaubwürdigkeit nichts zu tun, und Ihren Mann können Sie beruhigen.
        Mit dem großen C (ist ein Blutgruppenantigen des Rhesussystems) hat das aber eher nichts zu tun, den gegen eine durchaus mögliche (sehr seltene) Antikörperbildung gegen dieses Blutgruppeneigenschaft (Anti-C) hilft eine Rhesogamspritze in der Regel nicht (allerdings gibt es mitunter einige Chargen diese Präparates, die auch Anti-C als "Beimengung" enthalten, was dann gut wäre).
        Im Übrigen können Sie durchaus eine Rhesogam-Gabe ablehnen (wird dann vom behandelnden Arzt entssprechend dokumentiert), insbesondere wenn die Blutgruppenbestimmung bei Ihrem Mann zuverlässig (also zweimal aus unterschiedlichen Blutentnahmen) erfolgte.

        Ihnen beiden und Ihren Kindern alles Gute,
        Dr. Monika Weippert-Kretschmer

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