Kindesverwahrlosung Teil 2. Jungendamt kann man vergessen. Seite: 2

        • Eine tolle Mentalität, die du da vertrittst.
          Da hilft mal jemand und guckt nicht nur weg, und direkt gibt es wieder einmal einen über'n Latz, weil derjenige nicht genug geholfen haben soll.
          Nicht JEDER ist dazu in der Lage, ein traumatisiertes Kind zu betreuen. Was ist daran eigentlich so schwer zu kapieren? Du mutest es dir zu? Schön! Aber wieso schließt du von dir auf andere? Du wärst damit nicht überfordert? Auch schön! Aber wie kannst du jemand anderem einen Vorwurf machen, daß er im Vorfeld bereits sagt, er traue sich das nicht zu?! Auch das heißt "Verantwortung übernehmen", für sich und seine Mitmenschen.
          Ich finde es ehrlich gesagt reichlich erbärmlich, daß eine helfende Hand von anderen auch noch gebissen wird. GENAU DAS führt unter anderem mit dazu, wenn keiner mehr die Lust verspürt, zu helfen, weil man am Ende noch als der Depp vom Dienst dasteht.
          Überleg mal, wem du hier welchen Schuh anziehen willst.

          • Ich habe nie gesagt das es falsch war das JA zu informieren aber was will sie denn hören? Klasse sie hat es versucht aber nichts erreicht und das Kind geht vor die Hunde?
            Was ist wenn das Kind auf einmal tot ist? Was dann? Will dann niemand was gewusst haben? Es gibt heute so viele möglichkeiten einem kind zu helfen. Man muss es nur wollen.

            Aber nein irgendjemand wird sich schon kümmern.

            • Entschuldige bitte mal, ja, aber was soll sie denn deiner Meinung nach machen? Sie hat doch ihr um Rat gefragt, was sie NOCH machen kann. Soll sie das Kind entführen? Oder was schwebt dir vor? Selbst wenn sie das Kind nehmen WÜRDE, müsste das erst einmal über die Eltern und auch zusammen mit dem Jugendamt laufen. Sie kann doch nicht hingehen und sagen, so, ich nehme den jetzt mit? Hallo?! Sie hat sowohl Tips als auch weitere Anlaufstellen erhalten und ich bin mir sicher, daß sie am Ball bleibt. Man merkt doch, daß ihr das ganze eben NICHT egal ist!

              "Aber nein irgendjemand wird sich schon kümmern."
              Wenn das alles so easy ist, tu du es doch. Schön vom PC aus große Worte in den Äther zu tröten, was man alles besser machen würde, das kann jeder. Es hinterher zu machen, kann eben nicht jeder.

              • Ich habe ihr geschrieben was ich machen würde. Gericht, einstweilige Verfügung und vorläufige Sorgerecht beantragen. Und dann kann man in ruhe weiter sehen was aus dem kleinen wird.
                Aber wenn die umstände wirklich so sind wie sie beschreibt verstehe ich nicht wie man da ruhig bleiben kann.

                Liegt wohl auch daran da sich selbst schon zu viel gesehen und erlebt habe. Mag sein das ich desswegen so reagiere, aber wenn es um das wohle eines Kindes geht verstehe ich kein spaß und keine falsche scham was zu unternehmen.

                • Naja, also ich habe auch schon einiges gesehen und selber auch miterlebt. Und was Kindesmißhandlung angeht hört bei mir auch der Spaß auf. Für mich ist Verwahrlosung übrigens auch eine Form der Kindesmißhandlung, die mit eher subtiler Gewaltanwendung einhergeht. Es gibt so viele Institutionen, die Möglichkeiten sind sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Allein schon wegen den Messieverhältnissen könnte man das Ordnungsamt einschalten. Die machen vielleicht dann noch zusätzlich Druck beim Jugendamt, wenn die sehen, in was für Verhältnissen das Kind haust.
                  Aber wie gesagt: Die Betreuung für ein solches Kind übernehmen ist eine Lebensaufgabe. Man will ja nicht, daß man nach einigen Monaten überfordert aufgeben muß und das Kind wird erneut aus einer Umgebung gerissen. So etwas muß gut und gründlich durchdacht sein. Es ist ja nicht ihr Verschulden, daß das Kind traumatisiert ist. Diese Verantwortung liegt allein bei den Eltern. Solange sie nicht wegguckt sondern aktiv ist, sehe ich da einfach den Vorwurf nicht, den man ihr machen könnte. Im Gegenteil, ich finde es immer wesentlich verantwortungsbewußter, zu wissen, wo die eigenen Grenzen liegen, anstatt Versprechen zu machen, die nicht erfüllbar sind und dadurch jemandem noch mehr Schaden zuzufügen, als derjenige ohnehin schon hat.

                  Ich kann deinen Ärger schon verstehen, mich macht das auch immer sauer, wenn Kinder gequält werden und sich nichts tut. Aber ich glaube, du schickst deinen Ärger gerade echt an die falsche Adresse.

                  • Na immer hin einer der meine Wut ein wenig verstehen kann. Es redet ja keiner davon das sie den kleinen für ewig nimmt aber das er wenigsten erstmal aus diesen verhältnissen raus kommt finde ich wichtig. Dann kann man immer noch nach was geeignetem für ihn suchen und die Kinderheime sind heute lange nicht mehr so schlimm wie es früher war.

                    Wie dem auch sei. Mehr als es der Frau sagen kann man nicht.

                    Wünsche dir noch einen schönen Tag und sorry wenn du dich wegen mir aufgeregt hast.

                    • Naja, was heißt aufgeregt. Ich fand es nicht ok, daß du sie direkt so angegangen bist, weil ich schon der Meinung bin, daß sie hilft und helfen möchte, daß sie eben nicht, wie viele andere, das "Problem" schlichtweg aussitzt oder ignoriert. Ich habe auch immer noch nicht den Eindruck, daß du das Ganze konsequent zu Ende denkst. Angenommen, sie nimmt den Jungen- vorübergehend. Der Junge gewöhnt sich ein wenig an die neue Situation, er ist ja auch noch klein. Dann wird eine Pflegefamilie gefunden- und er wird schon wieder woanders hin verfrachtet.
                      Ich kenne das, mit dem Mitgefühl. Es lässt einen manchmal schnell handeln, beziehungsweise impulsiv. Aber es kann auch tückisch sein. Hinterher hat man zusätzliches Leid in die Situation gebracht. Dabei hat man es einfach nur gut gemeint.
                      Ich weiß, daß dir das Argument jetzt bis sonstwo stehen muß, aber man WIRD mit dem Alter einfach was vorsichtiger. Mit Anfang 20 dachte ich auch noch, ich könnte die Welt retten, aber jetzt mittlerweile bin ich froh, wenn ich mein Bestes geben kann. Nichts für Ungut, daß ich damit jetzt auch noch angefangen habe #blume, ok? Wünsche dir auch noch einen netten Tag!

      (33) 21.04.09 - 16:23

      Anzeige bei der Polizei. Was sonst?

      Gruß

      Manavgat

    (35) 21.04.09 - 17:13

    Hallo Fiori

    Was du da beschreibst ist echt grausam.

    Das du den kleinen nicht nehmen kannst/willst kann ich irgendwie schon verstehen. Wuerde dein Bruder dir den Kleinen den ueberhaupt "geben".

    Glaubst du das der Junge nur wegen der Umstaende so "zurueck" ist, oder stimmt was nicht mit ihm.

    Es ist unglaublich dass das JA da nichts macht.

    Ich weiss nicht was ich tun wuerde wenn das mein Bruder waere. Wenn er bereid waer mir das Kind zu ueberlassen, wuerde ich probieren dem Kind ein besseres Leben zu bieten (aber das kann auch nicht jeder). Vielleicht denken die ja das sie super Eltern sind, und sehen das alles nicht so eng.

    Ich wuerde mich auch vielleicht mal bei der Polizei informieren ob man da noch was machen kann.

    Der arme Zwerg, er tut mir echt unendlich leid.
    Gruss
    Heike

    (36) 21.04.09 - 18:19

    Hallo Fiori,

    ich bin Pflegemutter und habe aus dem Grund sehr viel mit "dem Jugendamt" zu tun und kann etliche Dinge aus der Sicht eines Jugendamtes auch nachvollziehen - weil ich vieles einfach auch hautnah mitbekomme.

    Mir fallen zwei Aussagen besonders auf:

    1)
    "Die waren danach auch fleißig da, weil ja die Freundin auch eine Betreuerin vom JA hat. ABER natürlich nur nach vorheriger Anmeldung."

    -> Leider können es sich die wenigsten Jugendämter leisten, ihre Mitarbeiter unangemeldet bei "Verdächtigen" zu erscheinen. Das liegt bedauerlicherweise an der Unterbesetzung der Stellen.
    Die Genehmigung der dringend notwendigen Stellen liegt aber nicht beim Amt selbst, sondern bei der Stadt oder eben der übergeordneten Stelle.

    2)
    "Die Betreuerin die jede Woche kommt, sagt ja nichts. Sie meinte bei Hartz4 Empfängern sei das so üblich, also das der Haushalt verschlampt ist.
    Das hat sie zu meiner Mutter gesagt. Das ist doch eine Frechheit oder? "

    -> Das ist keine Frechheit, das ist SCHWEIGEPFLICHT!
    Ein Jugendamtsmitarbeiter unterliegt absoluter Schweigepflicht und es ist ihm (zum Glück!) verboten, (neugierigen) Mitmenschen etwas über die Familie zu erzählen, die er betreut.

    Du kannst ja am JA nochmal auf Deine Sorge hinweisen.


    Grüße von
    Claudia


    (37) 21.04.09 - 21:05

    Hallo,

    ich habe selbst beim Jugendamt gearbeitet und weiß wie streng die Auflagen sind, jeglichen Mitteilungen nachzugehen.

    Da in den letzten Jahren immer mehr Todesfälle bekannt geworden sind will sicher kein Jugendamts-Chef solch einen Fall in seiner Stadt riskieren.

    Wenn eine Betruerin eingesetzt ist leistet das Jugendamt doch Hilfe zur Erziehung nach dem KJHG (Kinderjugendhilfegesetz). Dann handelt das Amt doch.

    Eine Herausnahme erfordert nach 24h immer einen richterlichen Beschluss. Wenn dieser verneint wird, ist selbst das Jugendamt machtlos.

    Ich kann aus meinen Erfahrungen als Mitarbeiterin sagen, dass in der Zeit, in der ich tätig war, alle Kollegen pflichtbewusst gearbeitet haben.
    Von außen sieht es halt manchmal so aus, als ob nichts getan wird...aber das täuscht. Aufgrund der Schweigepflicht wird natürlich auch niemand anderem als der betroffenen Familie Auskunft gegeben.

    LG

    • (38) 21.04.09 - 21:19

      Hallo Babyball,

      ich finde, Du hast es gut auf den Punkt gebracht - genauso erlebe ich unser zuständiges Jugendamt nämlich auch (von der Seite als Pflegemama - dadurch, dass ich Pflegemama bin, weiss ich auch gut, was alles an Hilfen angeboten wird, bevor ein Kind in Pflege geht .... und dass der letzte Beschluss beim Richter liegt).

      Gut, wenn sich mal ein fachkundiger Mitarbeiter direkt zu Wort meldet!

      Alles Gute Dir und:
      meinen Respekt an Deinen Berufsstand!!!

      LG
      Claudia

(39) 21.04.09 - 22:25

Hi,
wende dich direkt an den Jugendamtsleiter. Der legt das dann auf Wiedervorlage, dann muss die fallbearbeitende Fachkraft ihm gegenüber Rechenschaft über ihr Handeln ablegen.

LG
Melanie

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