Wie kann sowas sein?

    • (1) 07.10.09 - 20:51

      (Quelle: Märkische Allgemeine,
      http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11625518/61939/Die-sorgeberechtigte-Mutter-Angela-Holzinger-fuehlt-sich-vom.html )

      WÜNSDORF - Es klingt wie ein schlechtes Horror-Märchen und hat sich doch mitten im Kreis Teltow-Fläming zugetragen. Angela Holzinger aus Wünsdorf ist Mutter von sechs Kindern und alleinerziehend. Für ihre vier noch minderjährigen Kinder hat sie das Sorgerecht. Die heute 44-Jährige erkrankte Ende 2006 an Krebs, ein Unterschenkel musste ihr amputiert werden.

      „Die Ärzte sagten mir, dass es eine langwierige Therapie wird“, erzählt Angela Holzinger. Sie ging freiwillig zum Jugendamt des Kreises und bat um Unterstützung für ihre jüngeren Kinder. Sarah war damals schon volljährig, Tim (heute 18) wurde als so selbstständig eingeschätzt, dass er allein zurechtkam. Tino (heute 15) wurde privat untergebracht, ebenso die jüngste Tochter Shelly (heute 5). Für Gianni (10) und Bonnie (12) wurde eine Pflegefamilie gefunden. Auch Nesthäkchen Shelly kam schließlich zu Pflegeeltern.

      Ein halbes Jahr brachte Angela Holzinger im Krankenhaus zu. Inzwischen hat sie ihre Krankheit im Griff. Mit ihrer Unterschenkelprothese kommt sie gut zurecht, steigt Treppen und fährt ein Automatikauto. Nur arbeiten kann die ehemalige Justizassistentin nicht mehr. Sie ist zu 100 Prozent erwerbsunfähig und lebt von einer Rente.

      Seit zwei Jahren versucht sie verzweifelt und vergeblich, ihre Kinder zurückzuholen. „Das Jugendamt hat mir immer neue Auflagen erteilt und mir gedroht, das Sorgerecht zu entziehen“, erzählt Angela Holzinger. Die Behörde forderte sie auf, wegen ihrer Behinderung in eine Erdgeschosswohnung zu ziehen – Angela Holzinger zog um. Das Amt forderte von ihr, eine Psychotherapie zu machen – Angela Holzinger gehorchte. Die Behörde wollte die Wohnung inspizieren – die Mutter willigte ein. „Das Jugendamt hat sich dafür anderthalb Jahre Zeit gelassen, die Mitarbeiter haben immer wieder Termine abgesagt“, beklagt Angela Holzinger. Nachdem die Wohnung offenbar für geeignet befunden wurde, machte man der Mutter Hoffnung auf „Rückführung“ der Kinder. Wieder nichts. Am 7. Juli reichte die Wünsdorferin eine Dienstaufsichtsbeschwerde in der Kreisverwaltung ein – außer einer Eingangsbestätigung – ohne Ergebnis.

      Erst vor drei Wochen traute sich die eingeschüchterte Frau, Prozesskostenbeihilfe zu beantragen und eine Juristin einzuschalten. Die Potsdamer Anwältin Annett Hein ist fassungslos: „So etwas ist mir noch nicht untergekommen.“ Sie ist an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Jugendamt interessiert, kann sich aber über bestimmte Dinge nur wundern. So hatte das Jugendamt externen fachlichen Rat vom Potsdamer Betreuungshilfe e.V. in Anspruch genommen. „Die neutralen Psychologen kamen bereits im November 2008 zu dem Schluss, dass Frau Holzinger in der Lage ist, ihre Kinder zu versorgen und dass es einen sanften Rückführungsprozess geben muss“, so Annett Hein. „Die beiden größeren Geschwister sind so von der Pflegefamilie beeinflusst, dass sie behutsam rückgeführt werden müssen – über neutralen Boden wie zum Beispiel ein Kinderheim. Doch das Jugendamt verschließt sich der Empfehlung des Betreuungshilfevereins“, sagt Annett Hein.

      Die Anwältin stellte beim Amtsgericht Luckenwalde einen Eilantrag auf Rückführung der Kinder. In der Verhandlung vor wenigen Tagen stellte der Richter fest, „dass grundsätzlich die sorgeberechtigte Mutter Anspruch darauf hat, dass die Kinder bei ihr leben“. Es müsse jedoch geklärt werden, ob eine Rückführung gerechtfertigt ist und man müsse berücksichtigen, dass die Kinder auch eine Verbindung zur Pflegefamilie aufgebaut haben. Das Gericht verwies darauf, „dass das Jugendamt verpflichtet ist, alles zu tun, um die Kinder zur Mutter zurückzuführen“. Der Richter empfahl allen Beteiligten „gemeinsam zu planen, wie die Rückführung der Kinder zur Mutter gewährleistet werden kann“.

      „Ich habe dem Jugendamt fairerweise rechtzeitig vor der Verhandlung den Schriftsatz kopiert“, sagt Annett Hein, „vom Richter mussten wir jedoch erfahren, dass das Jugendamt bei Gericht einen Antrag auf Entzug des Sorgerechts gestellt hat.“ Außerdem habe das Jugendamt ihrer Mandantin mitgeteilt, dass sie mit ihrer Behinderung nicht in der Lage sei, ihre Kinder zu versorgen. „Das ist eine Diskriminierung behinderter Menschen!“, sagt Annett Hein.

      Tim und Tino leben bei der Mutter. Tim besucht die 12. Klasse, in Tinos Schule ist Angela Holzinger Elternsprecherin und Mitglied der Schulkonferenz. Shellys Papa, Jürgen Foltin, lebt von der Mutter getrennt, wünscht sich aber auch, dass Shelly wieder zu ihrer Mutter ziehen kann.

      Angela Holzinger hat das Vertrauen in das Jugendamt komplett verloren. „Die Pflegefamilie der beiden Größeren arbeitet mit dem Wissen des Jugendamtes gegen mich“, sagt sie. Die Kinder würden gezwungen, zur Pflegemutter „Mutti“ zu sagen und zur eigenen Mutter „Tante Holzinger“ und sie müssten mit dem Nachnamen der Pflegeeltern unterschreiben. Der Umgang mit der Mutter wurde inzwischen gänzlich untersagt. „Die Kinder werden gegen meinen Willen mit Psychopharmaka ruhig gestellt“, berichtet die Mutter. Von ihr selbst verlangte das Jugendamt jetzt, ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden, „damit das Amt ständig meine Krankheit überwachen kann“.

      Das Jugendamt des Kreises gab für die MAZ keine Stellungnahme ab. Angela Holzinger hat kürzlich den Landrat um Hilfe gebeten. Dessen persönlicher Referent Joachim Lattke sagte der MAZ: „In einem laufenden Verfahren geben wir keine Auskünfte.“ Es werde alles genau geprüft, denn man habe den Kindern gegenüber eine Sorgfaltspflicht. Er habe aber mit Angela Holzinger vereinbart, gemeinsam mit ihr und dem Jugendamt zunächst ein klärendes Gespräch zu führen. „Anfang nächster Woche werden wir uns an einen Tisch setzen“, sagte er. Angela Holzinger erfuhr dies von der MAZ. Für die Anwältin steht fest: „Die Zeit drängt. Je länger die Kinder von der Mutter getrennt sind, desto mehr entfremden sie sich.“ (Von Elinor Wenke)

      • Hm,

        ob ich´s nun so oder so mache ist doch eigentlich egal, oder?
        Der Link dient nur als Quelle, die man hier angeben muss!

        Lg
        Che-Raya

        "abgeschrieben" ist gut ^^

        Aber das (nicht vollständige!) reinkopieren ist schon sinnvoll: Pressearchive ändern bisweilen ihre Adressen oder Artikel werden herausgenommen, endlos viele Links verweisen schon wenige Tage später ins Nichts. Und dieses "Lest mal das: *link* " kann ich eh nich gut haben.

        Insofern alles richtig gemacht von der TE ;-)

        • >>Und dieses "Lest mal das: *link* " kann ich eh nich gut haben.<<

          Geht mir auch so, meist les ich es gar nicht erst, wenn nicht wenigstens ansatzweise das Thema dabei steht #schein

          lg Anita

    Wenn das mal so stimmt. Ist doch eine recht einseitige Berichterstattung über die Mutter und zudem "Hörensagen".
    Oder hat die Pflegefamilie selbst gesagt, dass sie die Kinder zwingen sie Mutti oder Vati zu nennen?

    Wenn sich das wirklich alles so darstellt ist es eine Katastrophe, aber von so einer einseitigen Berichterstattung halte ich persönlich garnix.

    Gruss Gruss
    Susanne

    • Naja,

      das stimmt schon.
      Allerdings kommt man an die Berichtes des Jugendamtes so schlecht ran *lach*.

      Ich hab mich wahnsinnig aufgeregt als ich das gelesen habe und denke sehr darüber nach.

      Kann das wohl so sein?

Hi,

unfassbar sowas... aber warum braucht eine ehemalige Justizassistentin solange um einen Anwalt einzuschalten??!!

Sucht man im Netz nach Berichten über Jugendämter findet man so einige solcher Storys!

Gruß
Beate

PS: Ich möchte nie in so eine Situation geraten, denn dann würde ich wohl straffällig werden!

(14) 07.10.09 - 23:33

Das sind deutsche Jugendämter HILFEE

Denen die hier schreiben ob das mal alles so stimmt den wünsche ich ab sofort ein ähnl. Schiksal aber so richtig krass!!!!!!
ich glaube mal als ehem. Justizbeamtin hätte sie es so wie es kam wohl nicht erwartet die zusammenarbeit mit dem Jugendamt.
Dieser Artikel gehort nicht in ein unbekanntes Klooblatt sondern richtig und permanent in die Öffentlichkeit.
Aber es traut sich eben keiner der Sender zu berichten.

meine Meinung

  • Du solltest etwas überlegter Deine Meinung zum Besten geben, denn
    1. ist es dumm jemanden die Pest an den Kragen zu wünschen, der erstmal einen Artikel kritisch hinterfragt bevor er ihn für richtig befindet (leider gibt es solche Menschen viel zu selten...) und
    2. ist die Märkische Allgemeine Zeitung kein "unbekanntes Kloblatt", sondern die regionale Tageszeitung eines großen Teils Brandenburgs. Darüber im Fernsehen zu berichten wäre natürlich wünschenswert, aber mediale Berichterstattung steht auch einer Zeitung zu. Leider berichten häufig auch nur die Boulevardmagazine der Privatsender (à la Punkt 6, 9, 12, ...) darüber und ehrlich gesagt hilft das den Betroffenen nur bedingt weiter. Im Vordergrund dieser Sendungen steht ja nicht die Hilfe für die Opfer, sondern die Befriedigung der Sensationsgier der Zuschauer.

    Cleo

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