darf der Anwalt das?

    • (1) 11.03.10 - 17:07

      Hallo,
      darf ein Anwalt ohne Wissen des Mandanten in die 2.Instanz gehen?

      • Ich nehme mal an, du meinst "ohne Zustimmung".

        Wenn seine Vollmacht das abdeckt, ja.

        In vielen Fällen gehört es sogar zu seinen Sorgfaltspflichten, Rechtsmittel einzulegen, wenn ansonsten Verfristung droht (für die Berufungseinlegung hat man in der Regel nur 2 Wochen, die Begründung darf dann etwas länger dauern), die Erfolgsaussichten nicht minimal sind und es nicht möglich war, sich vorher mit dem Mandanten hinreichend zu beraten.

        Eine Berufung kann immerhin vor Einreichen der Begründung noch zurückgenommen werden, dann kostet es nur eine Gerichtsgebühr (statt dreien), das ist also noch im Rahmen.

        "Ohne Wissen" ist so eine Sache, natürlich muß er den Mandanten unverzüglich informieren, daß er das getan hat.

        • Er hat ohne Wissen seines Mandanten dem gegnerischen Anwalt eine Frist gesetzt Klage zu erheben.Als der Mandant heute den gegnerischen Anwalt anrief,war dieser ganz perplex,dass der Mandant von der Sache nichts wußte.

          • Ohne Wissen kann nicht sein, da wurde bestimmt im Vorfeld was besprochen, Wünsche geäußert!

            Entweder es wird in die zweite Instanz gegangen oder Klage erhoben.

            Was hat der Mandant denn mit dem gegnerischen Anwalt zu tun?! Wenn er nicht zufrieden ist mit seinem Anwalt sollte er das Gespräch zu diesem suchen oder sich einen anderen Anwalt suchen!

            Hummel

          (7) 11.03.10 - 18:43

          Hier ist irgendwas nicht korrekt wiedergegeben. Entweder hat ein Anwalt Rechtsmittel eingelegt oder aber er hat dem Gegenanwalt irgendeine Frist gesetzt. Was hat Klage mit Rechtsmittel und 2. Instanz zu tun? Aus deinem Posting ist überhaupt nicht ersichtlich, was du genau meinst. Kannst du das nochmal genau schreiben? Wenn ein Mandant sich selbst mit dem Gegenanwalt in Verbindung setzt (wer macht bitteschön sowas?), muss er sich im Übrigen nicht wundern, wenn der eigene Ra das Mandat niederlegt. Das ist Vertrauensbruch.

          • (8) 11.03.10 - 19:21

            Der Rechtsanwalt hat ohne Wissen des Mandanten dem Gegenanwalt eine Frist gesetzt.Er teilte dem Mandanten nie etwas mit.Bei Anrufen wimmelte er den Mandanten immer kurz ab.Ein persönliches Gespräch ist auf Grund der Entfernung nicht möglich.

            • (9) 11.03.10 - 22:21

              Hallo,

              ich werde aus deinen Aussagen auch nicht ganz schlau.

              Du fragst, ob dein Anwalt ohne dein Wissen Rechtsmittel einlegen darf.
              Ja, das darf er, soweit er dazu bevollmächtigt ist und im Normalfall schließen Vollmachten auch die Berufungsinstanz mit ein. Es gibt genug Fälle, in denen der Mandant nicht erreichbar war und nur zur Fristwahrung Berufung eingelegt wird. Wie das im konkreten Fall ist, kann man von außen kaum beurteilen.

              Dann sagst du, der Anwalt hätte dem Gegenwalt geraten Klage zu erheben.
              Verstehe ich nicht richtig. Wenn dein Anwalt in die zweite Instanz gegangen ist, muss wohl schon ein Klageverfahren anhängig sein. Vielleicht ging es hier um eine andere Sache, die mit dieser irgendwie zu tun hat? Interessant wäre auch zu erfahren, 'wie' dein Anwalt dem Gegenanwalt derartiges geraten hat. Am Telefon durch ein 'Na, dann erheben Sie doch Gegenklage!'?

              Im Normalfall - und ich kenne nichts anderes - erhält ein Mandant von sämtlichen Schriftsätzen an das Gericht oder den Gegenanwalt Abschriften und natürlich wird das Vorgehen mit dem Mandanten besprochen.

              Die Aussage, dass der Anwalt natürlich Rechtsmittel einlegt, weil er ja noch mehr Geld will, stimmt nur bedingt. Sicher gibt es solche Anwälte, die raten, bis zur letzten Instanz zu gehen, obwohl die Sache von vorne herein keinen Sinn hat. Die würde ich aber als 'schwarze Schafe' mit entsprechend schlechtem Ruf bezeichnen. Langfristig lohnt es sich für einen Anwalt mehr, seinen Mandanten nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten. Notfalls eben auch zu sagen "Das hat keinen Sinn!". Ob der Mandant darauf hört, ist wieder eine andere Sache.

              Den Gegenanwalt anzurufen finde ich übrigens vollkommen indiskutabel. Du rückst deinen Anwalt in ein schlechtes Licht und ich hoffe sehr, du hast genau darauf geachtet, was du dem Gegenanwalt erzählt hast. Mein Ex-Chef hätte auf sowas mit einem Tobsuchtsanfall und Mandatsniederlegung reagiert. Ach, und warum sucht man sich einen Anwalt, der persönlich wegen der Entfernung nicht zu sprechen ist?

              Gruß,
              Dornpunzel

              • (10) 12.03.10 - 08:33

                Ich habe nicht gesagt ds es um mich geht,das tut es nämlich nicht.
                Einen Schriftwechsel gab es nie.Durch den Gegenanwalt hat der Mandant wenigstens mal erfahren was der Anwalt bis jetzt unternommen hat.
                Nun wegen der Entfernung.Der Anwalt hat mehrere solcher Verfahren gerade in Angriff.

                (14) 12.03.10 - 12:51

                Hallo,

                und wieso hat 'jemand' dann nicht einfach die Angestellte des Anwalts mal drauf hingewiesen, dass er noch keinerlei Unterlagen hat? Hat er sich schriftlich mal an die Kanzlei gewandt und sich beschwert? Ich blick hier nicht mehr durch, vielleicht solltest du mal genauer werden, dann könnte dir unter Umständen (also in Hinblick darauf, dass du die Frage gestellt hast) auch geholfen werden.

                Gruß,
                Dornpunzel

      (15) 16.03.10 - 16:54

      > Er hat ohne Wissen seines Mandanten dem gegnerischen Anwalt eine Frist gesetzt Klage zu erheben.

      Und warum sollte er das nicht dürfen? Ich kann auch jedermann auffordern, Klage zu erheben, nach dem Motto "put up or shut up". (Mal abgesehen davon, daß solche "Fristen" überhaupt keine rechtliche Wirkung haben.)

      Und was hat das mit "2. Instanz" zu tun? Kann es sein, daß du überhaupt keine Ahnung hast, was eine "Instanz" ist?

      > Als der Mandant heute den gegnerischen Anwalt anrief

      Ja wieso tut er denn sowas?

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