Sicherheiten

    • (1) 23.06.12 - 08:31

      Aufgrund verschiedener Beiträge hier bei urbia habe ich festgestellt, dass wir unsere Entscheidungen von Sicherheiten abhängig machen, die paradoxer Weise gar nicht sicher sind (Kredite,Familienzuwachs, Jobwechsel usw)
      Die Entscheidungen werden weniger auf der Grundlage getroffen, was möchte ich, warum, der Notwendigkeit usw.
      Auch ich muss immer wieder feststellen, dass ich zwar viele Rechtfertigungen für meine Wünsche oder mein Tun finde, aber wenn ich da mal gründlicher und mir ehrlicher gegenüber stehe feststellen muss, dass ich die Dinge gar nicht brauche, dass ich mir selber etwas nicht zutraue, das ich mir damit Sicherheit verschaffen will, ein gewisses Bild von mir nach außen stärken will...usw
      Aus welchem Grund tun wir das? Warum trauen wir uns in manchen Entscheidungsbereichen so wenig selber?
      Warum neigen wir dazu die Probleme anderer zum eigenen zu machen (wenn auch "nur" temporär)?
      Warum sind wir geneigt eher über einen Menschen bzw sein Tun zu urteilen, als zu akzeptieren das es so ist, zu schauen welche Motivation den Menschen treibt und ggf mit Hilfe dazustehen.

      Ich bin ganz gespannt auf eure Ansichten :-)
      aber laßt uns bitte nett dabei zueinander sein

      Karna

      • Hallo,

        ich muss zugeben, dass ich deinen Gedankengängen nicht wirklich folgen kann.

        Was hat "Die Entscheidungen werden weniger auf der Grundlage getroffen, was möchte ich, warum, der Notwendigkeit usw." mit "Warum trauen wir uns in manchen Entscheidungsbereichen so wenig selber? Warum neigen wir dazu die Probleme anderer zum eigenen zu machen" zu tun?

        Vllt kannst du das nochmal erklären?

        vg, m.

        • Das Ganze hast du aber ganz schön aus dem kontex genommen :-)

          Die Entscheidungen werden weniger auf der Grundlage getroffen, was möchte ich, warum, der Notwendigkeit usw."

          Der Folgesatz bezog sich auf Gründe die wir dafür anführen mit denen wir versuchen eine Sicherheit zu schaffen, die es aber nicht gibt da wir nicht auf alles Einfluss haben.
          Diese Sicherheiten im Außen benötigen wir weil wir usn selber unsicher sind und selbst nicht trauen und deshalb nach Bestätigung(Sichherheit) suchen.
          Mit den Problemen anderer ist es ähnlich- denn es versetzt schon in Unsicherheit wenn man erlebt dass es scheinbar unlösbare Probleme gibt.
          Ich habe schon erlebt das Problem lange eigenes Thema war, weil nicht sein kann was nicht sein darf.
          Was die eigene Burg ins Wanken bringen könnte.

          Mir ist aufgefallen je unsicherer ich mir selber bin desto mehr Sicherheiten suche ich im Außen, umso mehr Kontrolle brauche ich über dieses und umso mehr Sicherheiten will ich erschaffen.
          Allerdings bleibt in dem Fall die Neugierde und einiges anderes auf der Strecke-einfach weil das Schaffen und die Suche nach Sicherheiten und die Kontrolle einfach so viel zeit und Energie fordert.

          • wenn ich dich richtig verstehe, geht es MMn nicht um "sicherheiten" sondern um legitimation.
            Ich glaube, daß wir die meisten Entscheidungen gefühlsmäßig entscheiden.
            Aber um diee zu rechtfertigen, brauchen wir rational klingende legitimationen.

            Je "sicherer" wir (gefühlsmäßig) sind, daß unserer Entscheidung richtig ist, desto weniger brauchen wir (je öfter wir die erfahrung gemacht haben, daß unserer Entscheidungen "gut", "richtig" oder "erfolgreich" waren, desto eher haben wir bei der nächsten entscheidung das gefühl, daß dies wieder so laufen wird)

            Je "unsicherere" wir sind, was unserer entscheidung angeht (entweder weil wir verunsichert werden, weil wir nicht dran glaube, daß unserer entscheidungen zum erfolg führen...) desto stärker müssen wir diese legitimieren (vor uns und vor anderen

          • Wenn ich die anderen Antworten so lese, scheine ich nichts aus dem z-usammenhang gerissen zu haben, sondern habe es schlichtweg einfach nicht verstanden (so wie die anderen) Und ehrlich: Ich verstehs immer noch nciht. Mach ja auch nichts. schönes We für dich#sonne

      ist der Rasen schön grün...wo laufen sie denn?

    ah.
    interessant.

    Es trauen sich doch hier genug Leute schwanger zu weren ohne festen Job, mit nur 1 festen Gehalt Häuser zu finanzieren etc....

    Was wolltest Du jetzt eigentlich sagen?

    • Hier kommen viele Anfragen, 2 Kind Ja /nein, 3. Kind.... und stellen ihre finanzielle Situation dar.
      Solche Entscheidungen davon abhängig zu machen finde ich schwierig.
      Weil so eine Entscheidung ist für mich in erster Linie eine Frage inwieweit ich bereit bin mich den daraus ergebenen Konsequenzen zu stellen.
      Ich habe mir nicht immer diese Frage gestellt und stand dann da...vor Konsequenzen die ich nicht wollte..und eigentlich nicht tragen konnte.
      Die finanzielle Situation kann sich in jede Richtung ändern. Die äußerlichen Umstände auch.
      Die innere Einstellung ändere nur ich.
      Deshalb finde ich dass solche Entscheidungen Kind/Haus ect. immer ein eigener Beschluss sein aufgrund der Entscheidung: Ich bin bereit alle Konsequenzen daraus zu tragen und ggf meine Prioritäten zu ändern.

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        Deshalb finde ich dass solche Entscheidungen Kind/Haus ect. immer ein eigener Beschluss sein aufgrund der Entscheidung: Ich bin bereit alle Konsequenzen daraus zu tragen und ggf meine Prioritäten zu ändern.
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        Das sehe ich auch so.
        Und ich kann diese Fragen hier, die du nennst, nicht nachvollziehen.
        Jeder lebt auch anders und hat unterschiedliche Einstellungen zu vielen Dingen, zb will gar nicht jeder 1-2x im Jahr eine große Urlaubsreise machen.
        Da nützt es rein gar nichts, wenn man fragt, wer hier mit wieviel Einkommen ein Haus für x Euro gekauft hat oder 6 Kinder hat.

        Jeder kann nur für sich selbst die entstehenden Konsquenzen ermitteln und vor allem auch beurteilen. Klar, kann sich einiges ändern, ohne daß man es will, Arbeitslosigkeit ist ein genereller Punkt und man weiß nie, wann man etwas Neues finden kann, geht ja selten von jetzt auf gleich.

        Ich finds schon normal, dass man nicht einfach Kinder in die welt setzt oder sich ein Haus baut, ohne zu überlegen, wie man das finanziell geregelt bekommt. Klar kann sich das alles ändern, aber da wir alle keine Glaskugel haben, kann man nur Entscheidung auf der Basis von Hier und Jetzt fällen.

        • Gut bei einem Haus kann man unter günstigen Umständen größeres Unheil noch abwenden.
          Jetzt spinnen wir mal das Szenario:
          Man entscheidet sich für Kind Nr3 weil der Mann seit Jahren einen recht gut bezahlten Job hat. Das Haus noch Kapazitäten hat und schon zum teil abgezahlt ist. Die Frau geht stundenweise arbeiten und weil es so gut läuft gibt es noch Oma und Opa die gern als Babysitter einspringen.
          So nun ist das Baby unterwegs , Mama bekommt BV und ihr stinkt das gewaltig die Schwangerschaften waren vorher easy going.
          Papa geht die Situation mächtig auf den Zeiger, weil sein liebgewonnerner Alltag sich immer wieder ändert.Er muss kochen, weil Mama ja Bettruhe hat und die Kinder betreuen nach seinem Arbeitstag. Mit dem Treffen zum Fussball spielen wird es nichts.
          Opa wird krank und auch hier muss Papa dann und wann einspringen und die Mama braucht Aufmerksamkeit, Trost und zuspruch.
          Papa sehnt den zeitpunkt der Geburt herbei und will seine Frau und seinen Alltag wieder.
          Er findet die Mehrfachbelastung nämlich langsam nicht mehr so witzig.
          Das Kind kommt auf die Welt und Mama kommt nicht mehr so schnell auf die Beine.

          Das Baby ist anstrengend- Schlaf was ist das?
          Oma muss sich um Opa kümmern und fällt als Entlastung aus.
          Die Firma setzt auf Kurzarbeit um und der der alte Alltag kehrt nicht zurück.

          An welcher Stelle ist hier der Fehler?
          Finanziell kann man nicht alles einplanen. Das unser Mittelster uns mal so viel Geld kosten würde war nicht absehbar.
          (Wir zahlen für ihn im Monat ca 300 Euro zu den normalen Ausgaben)
          Ohne die Wochenendschichten meines Mannes wäre das nicht machbar.
          Das heißt er trägt seine Entscheidung mit allen Konsequenzen. er verändert Prioritäten.
          Ein Haus kaufen/bauen ist meist nicht das Problem, das Problem sind meist die Kosten nebenher.... renovieren, instandsetzen, Steuern , Wasser ect.
          Nicht ohne Grund haben wir nur einen Kredit genommen dem lediglich das Grundgehalt meines Mannes zu Grunde liegt.

          Ich denke wenn man sich für etwas entscheidet dann muss man auch bereit sein (temporär) auch Jobs anzunehmen die unter der Qualifizierung und der Ausbildung liegen damit z.B. der eigene unterhalt und der Kinder gesichert ist.
          Man muss dann auch bereit sein auf Hobbys zu verzichten, wenn man sich für Kinder entscheidet- wenn der zeitliche Rahmen für die Kinder durch Arbeit fehlt

          • Man muss nicht bereits sein, Jobs anzunehmen. Man kann auch ganz klar sagen: Ich will gern ein Kind, will mich aber gurndsätzlich nicht auf Dauer einschränken müssen.
            Meine Freundin hat sich aus finanziellen Gründen auch gegen ein drittes kind entschieden. warum ? Weil ihr ihr Leben so einfach zu gut gefällt, als dass sie bereit wäre, für ein drittes kind noch mehr arbeiten zu gehen.

            • Nicht auf Dauer einschränken wollen, bezeichnet die Bereitschaft sich temorär einzuschränken.
              Jobs annehmen natürlich dann wenn ich für jemanden oder etwas Sorge zu tragen habe und dies über den finanziellen Aspekt regeln muss.
              Ich denke mal an die Unterhaltspflichtigen die Jobs nicht annehmen, weil sie

              Ich finde den Grund : "Mir gefällt mein Leben so wie es ist" als völlig legitim.
              Es zeigt das die Lebenssituation reflektiert wurde und die eigenen Wünsche.
              Das sie nicht mehr arbeiten gehen will für ein drittes Kind zeigt mir eine klare Entscheidung seine Prioritäten nicht für ein Kind ändern zu wollen.
              Sehr gut überlegt.
              Es gibt Leute die entscheiden sich für ein Kind mit der Bereitschaft auf Hobbys und bisherigen Luxus zu verzichten, andere wollen für ein Kind mehr arbeiten und wieder andere wollen so was nicht.

              Liebe Grüße
              Karna

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