Habe jemanden angefahren.. Weiss nicht wie ich mich verhalten soll..

    • (1) 12.03.13 - 21:38

      Hallo,

      mir ist gestern etwas sehr schlimmes passiert. Ich hatte einen bzw sogar zwei Autounfälle. Mir ist erst jemand hinten auf gefahren, ich war total geschockt, es war mein erster Unfall, wir haben uns kurz unterhalten und wollten dann zur Seite fahren um Details zu bereden.

      Es war direkt vor dem Hbf und neben mir hat ein Taxi gestanden, der Fahrer hat neben dem Wagen etwas aus - oder eingeladen, ich weiss es nicht genau. Ich bin ins Auto gestiegen, noch total geschockt, hab den Motor gestartet und der Wagen ist, wieso auch immer, ich glaube der Gang war noch drin, sofort los gerollt, quasi ein Satz nach vorn gemacht, vielleicht weiss jemand was ich meine, wenn man halt startet und der Gang ist noch drin..

      Ich konnte gar nicht so schnell handeln.. Der Wagen machte einen Satz und ich habe den Taxi-fahrer angefahren #schock #schock

      Er ist direkt hingefallen und der Wagen ist noch über sein Bein gerollt glaub ich, jedenfalls hat er das gesagt, ich weiss es nicht, es ging alles so schnell..
      Soweit ich weiss ist sein Bein jedenfalls gebrochen..
      Er hat vom Sturz ein wenig an der Stirn geblutet und die Brille war kaputt..

      Haben dann natürlich RTW gerufen, Polizei usw.. Alles wurde aufgenommen und lt Polizei soll ich nun warten, entweder ich muss schriftlich Stellungnahme dazu nehmen oder ich werde vorgeladen..

      Ich weiss nicht wie ich mich verhalten soll, ich bin immer noch total fertig mit den Nerven, hatte Albträume und totale Angst Auto zu fahren seitdem.

      Soll ich versuchen heraus zu finden in welchem KH er liegt? Bekomme ich Aukünfte?
      Soll ich ihm Blumen und eine Karte schicken oder lieber besuchen?
      Ich weiss nicht wie ich mich verhalten soll.

      Die Kfz-Versicherung sagte sie schickt ihm Unterlagen zu wegen (Schmerzens-) Geld!? Wird von denen alles abgedeckt oder kommt da ansonsten noch etwas auf mich zu?

      Mir tut der Mann so leid, er ist schon 77 und nun wegen mir im KH und ich weiss nicht wie es ihm geht #heul

      Habe aber auch Angst vor der Konfrontation..

      • Hallo!

        Das tut mir sehr leid für dich und auch dem Taxifahrer.

        Ich war vor 2 Jahren Unfall-Opfer. Mir ist ein Fahranfänger (an dem Tag Führerschein bekommen) frontal ins Auto gefahren. Bis heute hat sich der Junge Mann nicht bei mir entschuldigt. Unfälle können passieren, aber eine kleine Entschuldigung und sei es per Karte hätte mir gut getan (ich war zu dem Zeitpunkt im 6. Monat schwanger).

        Ich denke, du solltest den Mut haben (auch um es für dich zu verarbeiten) dich erkundigen wie es dem Mann geht (im Krankenhaus z.B. deine Nummer hinterlassen, damit er zurückrufen kann) oder evtl. bekommst du von der Versicherung oder der Polizei Kontaktdaten.

        LG Ida

          • Uns ist 2007 ein LKW von hinten ins Auto gefahren. Ich war in der 17SSW und hatte auch nen dickes Schleudertrauma.

            Die Speditionsfirma hat mich dann Abends noch zu Hause besucht, mit nem großen Blumenstrauß und Schoki und sich zig mal entschuldigt. Fand ich gut-auch wenn es nicht der Fahrer direkt gewesen ist.

      Kopf hoch!#liebdrueck

      Komm erst mal zur Ruhe, trink ein Tee oder ein Glas Wein :-)

      Deine Angst vor der Konfrontation kann hier sicher jeder nachvollziehen.
      Ich persönlich würde es dem Unfallfahrer hoch anrechnen, wenn er den Mut aufbringt das Unfallopfer persönlich zu besuchen und zu schauen wie es ihm geht und ob man was tun kann.
      Ich würde das was ich sagen möchte, auf einer Karte zu Papier bringen- für den Fall dass mir plötzlich jegliche Worte fehlen. Blumen können nie verkehrt sein :-)

      Ein Mann der in dem Alter noch Taxi fährt, ist entweder Idealist oder muss was zur Rente dazu verdienen.
      Das Finanzielle regelt ja die Versicherung, aber vielleicht hat der Mann ja den Mut Unterstützung von dir anzunehmen :-)

      Lass erst mal alles sacken und dann schau nach "deinem " Taxifahrer.

      Ich wünsche dir das alles noch gut wird und du deine Angst vorm Autofahren bald wieder überwindest.

      Karna

    • Du solltest dich bei der Polizei nach der Adresse des Geschädigten erkundigen sowie nach dem Krankenhaus falls sie dies wissen.

      Danach solltest Du Kontakt zum Geschädigten aufnehmen und dich bei ihm entschuldigen. Warum Du Angst vor der Konfrontation hast ist mir nicht ganz klar. Zur Not mach das halt nur schriftlich.

      Auf jeden Fall landet der Fall beim Staatsanwalt/Amtsanwalt um zu prüfen, ob eine strafrechtliche Ahndung erfolgt. Du hast ja eine fahrlässige Körperverletzung begangen.

      Der Geschädigte kann hierzu auch einen Strafantrag stellen.

      Angst brauchst Du aber vor der strafrechtlichen Seite nicht wirklich zu haben. Selbst bei "Höchststrafe" käme da nicht allzuviel bei heraus.

      • Naja, viel ist relativ

        es kann zu einem Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis kommen und Punkte in Flensburg, je nach dem wie viele auf einen Schlag, kann der Führerschein für nen Monat oder so weg sein.

        Der Eintrag im Führungszeugnis lautet dann wegen "fahrlässiger Körperverletzung" und wenn man im sozialen Bereich arbeitet, wo man meist ein solches Zeugnis bei Einstellungen vorzeigen muss, kommt das gar nicht gut. Dieser Eintrag bleibt einige Jahre, ich meine es sind 10, darin stehen...

        Und ne Geldstrafe könnte auch noch kommen.
        Ebenso steht es dem Unfallopfer frei, einen Zivilprozeß anzustreben wegen Schmerzensgeld und Schadensersatz...

        Also wie gesagt, viel ist relativ, aber im Gegensatz zu andern Strafen ist da ja wirklich noch harmlos

        LG

        • Ein Eintrag ins allgemeine Führungszeugnis wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erfolgen.

          Hierzu müsste eine Geldstrafe von über 90 Tagessätzen erfolgen (ich erlaube mir zu unterstellen, dass die TE sonst keine Verurteilungen hat).

          Dies wird bei dem Sachverhalt nicht der Fall sein (die berühmte seltene Ausnahme mal außen vor) und ist vollkommen fernliegend.

          HIer ist aber eher mit einer Einstellung nach 153 a StPO zu rechnen, wenn es nicht ganz blöde laufen sollte (Verletzte hat z.B. schwere Dauerschäden).

          Eine Verurteilung zu über 90 Tagessätzen ist aber bis dato gänzlich fernliegend.

          Sollte es wider erwarten nicht zu einer Einstelllung kommen, dann wäre die Geldstrafe bis 90 Tagessätzen (hier wohl eher ca. 20) nur in Führungszeugnissen für Behörden etc. sichtbar.

          Der "normale" AG würde das also gar nicht erfahren., Die TE dürfte sich sogar auf die direkte Nachfrage nach Vorstrafen als "nicht vorbestraft" bezeichnen.

          Der Zivilprozess ist für die TE vollkommen irrelvant.

          Zunächst gibt es aufgrund der Sachlage kaum Anlass, dass es zu einem Prozess kommt. Die Haftungsfrage ist ja eindeutig. Zu einem Prozess käme es also nur, wenn die Kfz-Versicherung z.B. weniger Schmerzensgeld leistet als der Geschädigte begehrt.

          Sämtliche Kosten dieses Prozesses trägt ohnehin die Kfz-Verfsicherung.

          Zivilrechtlich gibt es für die TE also keinerlei Probleme. Das ihr Schadensfreiheitsrabatt gegebenenfalls belastet wird ist klar. Das geschieht aber jetzt ohnehin. Prozess hin oder her.

          P.S.
          Im Übrigen würde eine Frist bis zur Löschung aus dem Führungszeugnis auch bei über 90 Tagessätzen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei drei Jahren liegen.

          Es wird aberbei dem Sachverhalt keine solche Strafe geben.

          • Das kommt aber schwer drauf an, wie die Beteiligten gerade drauf sind...

            Wir haben einen ganz ähnlichen Fall gerade im Freundeskreis, wo jemand in nem unachtsamen Moment eine Frau auf die Haube genommen hat (ihr ist außer etwas Kopfweh und einer Nacht Beobachtung im KH nichts passiert).

            Erst sollte eingestellt werden. Dann doch lieber nicht...
            Vorm AG gabs Freispruch, jetzt gehts in Berufung vors LG.
            Also es kann auch echt doof laufen.

            • Die Beteilgten sind aber nunmal nicht die, die das salleine zu entscheiden haben.

              Und bei einem Beispiel läuft sowieso alles anders.

              Bei der TE ist unstreitig, dass eine Körperverletzung vorliegt.

              Wenn es in Deinem Fall sogar zu einem Freispruch kam steht ja sogar die Körperverletzung an sich in Frage.

              Das kann ja nur an zwei Faktoren liegen.

              Entweder ist der Täter fraglich oder ob es zu einer Körperverletzung kam?

              Bei einer Einstellung muss nunmal die Staatsanwaltschaft mitspielen. Wenn nicht hat das Gericht nur die Wahl zwischen Verurteilung und Freispruch.

              • Es ging ja auch nur darum, dass mans vorher nie wissen kann ;)

                • 100% Wissen kann man es nie.

                  Trotzdem gibt es Erfahrungswerte.

                  Die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung mit Auflage ist groß.

                  Wenn eine Verurteilung erfolgt dann nur eine geringe die keinesfalls im Führungszeugnis steht.

                  Alles andere ist vollkommen unwahrscheinlich. Und zwar so sehr, dass darüber kein Gedanke zu verschwenden ist.

                  Mir ist kein einziger Fall bekannt, der anders ausging.

                  Nachtrag:

                  Meine Ausführungen beziehen sich auf den Sachverhalt.

                  Wer mit großer Fahrlässigkeit 3 Menschen zum Dauerkrüppel fährt muss schon mit mehr rechnen.

                  Aber hier liegt einfache Fahrlässigkeit am unterdten Ende der Skala vor und "nur" ein gebrochenes Bein.

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