Luxus Probleme bei richtigen Sorgen und Nöten / wird man verbittert

    • (1) 17.05.13 - 21:25

      Hallo wen man diverse( mehrere) Schicksalsschläge erlebt hat ?
      ( schwere Schicksalschläge)
      z.B.:
      Tot engster Familienmitglieder o.ä.
      schlimme Kranheiten

      Armut
      usw Gehts euch das manchmal auch so das ihr denkt deine Probleme wollte ich mal haben ?
      Und fehlt euch der Nerv da mitfühlend zu nicken einfach aus der Situation heraus bei Luxusproblemchen?
      Ich frage mich gerade bin ich verbittert ( bezeichnet man das so ?)
      oder habe ich mir einfach einen " Blick für das wesentliche zugelegt das was nur noch wichtig ist auch wichtig ist ?

      Ich denke mir oft eure Sorgen wollte ich mal haben
      noch denke ich das nur aber mir liegt oft die " richtige " Antwort auf der Zunge

      Luxus Probleme bei richtigen Sorgen und Nöten / wird man verbittert

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      • (2) 17.05.13 - 21:31

        Hallo,

        ich hatte mal einen totkranken Freund, der letztendlich auch gestorben ist. Das war eine echt harte Zeit für uns. In meinem Beruf hab ich auch mit kranken Menschen zu tun. Wenn die dann rumjammerten, weil sie schlecht geschlafen oder nicht gekackt haben, dann hätte ich ihnen wütend ins Gesicht springen können.
        Aber man ist ja professionell und bleibt immer freundlich und nett. Aber das fiel mir definitiv schwer. Ich hoffe, ich hab es die Menschen nicht spüren lassen, DIE konnten ja nix dafür, das es anderen schlechter geht.
        Man muss Luxusprobleme nicht nachvollziehen können, sollte dann aber doch lieber gepflegt die Klappe halten und sich seinen Teil denken - finde ich.

        LG,
        Andrea

        • (3) 18.05.13 - 14:51

          Mich würde jetzt interessieren, welchen Beruf du ausübst, wo du mit kranken Menschen zu tun hast. Deiner Aussprache zufolge kann ich mir das schlecht vorstellen. Ich arbeite in einem medizinischen Beruf und würde nie bei meinen Patienten von "kacken" sprechen. Und diese Patienten sind KRANK. Da höre ich mir alles an, denn Empathie ist für mich von großer Bedeutung. Und glaube mir, ich habe genug Schicksalsschläge erlebt.

          zur eigentlichen Frage: Für mich gibt es keine Luxusprobleme. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Für Außenstehende ist vielleicht die Problematik nicht erkennbar. Jeder hat andere Sorgen und Nöten. Es geht keinen was an, diese nach Wichtigkeit zu zu ordnen.

          • (4) 18.05.13 - 20:55

            Ich spreche bei den Patienten auch nicht von kacken, wollte mit dieser ach so bösen Aussprache auch eigentlich nur verdeutlichen, wie es mir damals ging, die hatten eben ihre kleine "Kackneurose" (dieses Wort wird in medizinischen Kreisen allerdings häufig benutzt, wenn auch nicht vor dem Patienten!) und ich meine "großen" Sorgen.

            Keine Angst, ich kann mich auch ganz normal ausdrücken.
            Allerdings, wenn ich zum Klo gehe, dann geh ich kacken, nicht mehr und nicht weniger. So schlimm ist das Wort ja nun nicht.#augen

      (5) 17.05.13 - 21:35

      Ich kann ja nur von mir ausgehen:

      So richtige Lebensprobleme würde ich nicht in einem Forum breitreten. Deswegen erlaube meine Beiträge eigentlich kaum einen Einblick, wie ernst meine gegenwärtige Lebenslage ist.

      Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Problem, was man gerade hat, das Schlimmste ist und Probleme je nach bisheriger Lebenserfahrung relativ sind. Jemand der noch nie krank war, wird vielleicht einen gebrochenen Fuß als Schicksalsschlag wahrnehmen. Für einen Mensch, der z. B. schon mal eine Krebserkrankung durchlitten hat, sind 6 Wochen Gips wahrscheinlich nicht mehr beängstigend.

      Oft ärgert mich es aber auch, wenn andere nur meckern ohne zu sehen, wie gut sie es haben und welche Möglichkeiten sich ihnen hier bieten.

      Zur anderen Frage: Das gibt sicher auf den Menschen und die schwere der Schicksalschläge an. Ich kenne Menschen, für die sehr schwere Schicksalsschläge Grund zum Wachstum waren und andere, die darüber nie hinwegkommen.

      LG

      (6) 17.05.13 - 22:05

      Ich war schon sehr schwer krank, habe es aus dem Rollstuhl wieder rausgeschafft, habe auch schon mir sehr nahe Menschen verloren und war auch schon mal wirklich "arm".

      Aber ich bin nicht verbittert, diese Erlebnisse haben mich letztlich stark gemacht, fertig.

      Natürlich, inzwischen erscheinen mir viele Sorgen anderer auch als Luxusprobleme, ich äussere mich aber nur selten dazu, es ist sinnlos denn jedem erscheinen doch die eigenen Sorgen als die Schlimmsten.

      Manchmal kann man Menschen die Relation wieder deutlich machen aber oft müssen sie es einfach irgendwann allein begreifen.

      LG, katzz

    (9) 17.05.13 - 22:09

    Ich denke, wenn die Trauer, Wut oder schlimme Situation einfach noch frisch ist und sehr schmerzt, dann ist es bis zu einem gewissen Grad auch normal kein Verständnis für in dieser Relation unwichtige Probleme zu haben. Man ist ja auch in einer Art Ausnahmezustand. Und auch wenn die Wundern mehr oder weniger geheilt sind, gibt es oft immer wieder Zeiten, wo man sich daran erinnert und wahrscheinlich auch die Emotionen wieder hochkommen und dann besinnt man sich auch eher wieder auf die Schwere dieser Erfahrung.

    Ich glaube aber, dass jeder Mensch früher oder später schwierige Situationen in seinem Leben durchmachen muss - manche sicher mehr oder früher und das ist nicht fair. Aber wie auch schon eine vor mir geschrieben hat: man muss die Beziehung zueinander sehen und die Persönlichkeit eines Menschen.

    Ein gebrochener Arm kann aber bei bisher verschonten Menschen, wie auch bei Menschen, die schon einiges erleiden mussten, verschieden bewertet werden - mit Selbstmitleid, Akzeptanz, Wut, Trauer, Frustration und so weiter.

    Aber im Endeffekt verändert auch die eigene Verbitterung nichts, auch wenn sie teilweise mehr als verständlich ist, im Gegenteil: man macht sich das eigene Leben noch schwerer, weil man absichtlich negative Emotionen provoziert.
    Dazu kommt, nicht in allen Fällen ist das geschilderte Problem auch das eigentliche Problem. Man kennt ja nie die ganze Geschichte, aber oft ist doch eine ganz andere, emotional nachvollziehbare Komponente hinter dem eigentlichen Problem, dass vielleicht die Person selber noch gar nicht begriffen hat.

    Und ja, es gibt Luxusprobleme, die einfach... nicht begreifbar sind. Dann nickt man und fertig. Wenn es sehr stört, dann vielleicht bei jemandem aussprechen. Und danach etwas für sich tun, wenn man eine schwere Zeit hat und wenn es nur eine halbe Stunden Spaziergang im Park ist oder ein Eis essen, ein bisschen Sonne tanken - es gibt nämlich nicht nur Luxusprobleme, sondern auch das Gegenteil: kostenlose, einfache Sachen, die jedem Menschen gut tun.

    (10) 17.05.13 - 22:34

    Ich finde es kommt auf das Maß an.

    Jammert jemand, dem es rund um eigentlich gut geht, permanent auf hofem Niveau rum, dann bin ich genervt.

    Ist es aber ein gelegentliches Jammern bei Luxusproblemen, das man vielleicht auch nicht so hundertprozentig ernst gemeint ist, dann ist es völlig in Ordnung. Und das braucht man irgendwie doch auch mal.

    Es gibt immer (egal wie schlecht es jemandem geht) jemanden, der noch schlimmer dran ist.

    Aber, ich kann es nicht leiden, wenn jemand sich selber wichtiger nimmt als andere und nur seine Probleme kennt und diese Probleme eigentlich keine Probleme sind. Wenn ich kann, distanziere ich mich von solchen Menschen.

    Wenn man gezwungen ist, Zeit mit ihnen zu verbringen, dann würde ich versuchen es zu ignorieren, aber irgendwann würde ich wohl mal was sagen. Ich glaube vielen Menschen ist es nicht bewusst, dass sie nur negativ sind und nörgeln und sich selber leid tun.

    (11) 17.05.13 - 22:37

    Hallo,

    meine Tochter lag mal wegen einer recht harmlosen Sache im Krankenhaus. Es war für mich als Mutter echt schlimm(sie fand alles sehr aufregend).
    Und dann bekam ich von anderen Elterngesprächen mit was ihre Kinder haben(direkt neben uns die Kinderkrebsstation) und dachte was stellst du dich an ,wir haben riieeesen Glück!!!!
    Aber dennoch habe ich weiter gelitten, weil mein Kind trotzalledem krank war. Es klappt nicht immer einfach mit der Aussage "Es gibt schlimmeres!"
    Auch hatten wir die Situation das eine sehr nahe Person depressiv und Selbstmordgefährdet war. Eine echt harte Zeit und es hätte es mir nicht leichter gemacht ,weil ich weiß das wir wiedermal Glück hatten und sie diese Zeit überlebt hat und andere nicht.
    Ich finde man sollte die Sorgen anderer ernst nehmen und nicht runter spielen,weil sie leiden auch. Auch wenn es einem selber wie eine Kleinigkeit vorkommt!

    Lg Sabine

    (12) 18.05.13 - 07:13

    Moin

    da ich meine, in meinem Leben in Abgründe geschaut zu haben ( manchmal war der Blick sehr scharf), kann ich keinen der Punkte ankreuzen.
    Denn, nicht nur > die< Menschen sind verschieden- auch > der < Mensch ansich.
    Soll heißen, in Jahrzehnten gabeln sich die Wege.

    ( Klingt hochgestochen, mir fällt grad nichts passenderes ein)
    Vor 20/ 30 Jahren hätte ich "verbittert" genommen.
    Heute, richtet sich mein Blick auf's Wesentliche- größtenteils ;-)

    (13) 18.05.13 - 09:19

    Ach, ich denke, Leid ist immer relativ und individuell. Was du für Luxusprobleme hälst, sind für andere im Moment (!) elementare Sorgen. Wenn eine 13jährige Liebeskummer hat, dann muss ich mit meinen vielen Lebensjahren in mich hineinschmunzeln und weiß ganz genau, dass das Mädchen in ein paar Jahren über sich selber lachen wird. Das weiß sie zur Zeit des Kummers aber noch nicht. Für sie ist die Welt JETZT schlimm und das Argument, dass es anderen schlechter geht, interessiert sie dann gar nicht.

    Du trauerst z.B. um deine Oma. Andere haben ein Kind verloren. Das ist jetzt unterm Strich schlimmer, aber trotzdem bist du traurig wegen Oma. Das ändert doch nichts an deiner Trauer, dass es anderen noch schlechter geht. Du musst auch keiner schlechtes Gewissen haben, dass du um eine fast 90jährige trauern musst und daran nichts ändern kannst, wenn woanders 5jähirge sterben. Du hast deine INDIVIDUELLE Trauer, andere haben eine andere.

    Man macht Erfahrungen und man ändert sich. Ich habe bestimmt auch schon viele Elend gesehen und weiß, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Trotzdem könnte ich banale Geldsorgen bekommen oder ein Problem mit den Kindern haben, das global gesehen Pillepalle ist, für mich individuell aber überhaupt nicht.

    Bei mir kommt es auf meine Stimmung an, wieviel ich vom Leid anderer an mich rankommen lassen kann. Manchmal bin ich genervt, manchmal kann ich ganz Ohr sein und ganz da sein und alles ernst nehmen. Darum geht es meist doch: Dass mal einfach jemand zuhört und ernst nimmt. auch, wenn es um Pillepalle geht.

    Nee, verbittert bin ich gar nicht. Wozu sollte das nutzen? Ich bemühe mich auch nicht zu werten. Da gelingt nicht immer, aber immer öfter.

    (14) 18.05.13 - 10:05

    hi du,
    egal wie schlecht es mir gerade geht, was koennen denn die anderen dafuer? also warum sollten die sorgen anderer luxus sein, nur weil es mir selbst eventuell schlechter geht?
    in diesem fall duerften ja alle sorgen stets nur luxus sein, denn es gibt sicher immer einen dem es schlechter geht. ich finde, es klingt verbittert, wenn man die noete anderer menschen nicht sieht und nur seine eigenen fokussiert. klar gibt es probleme, die bei naeherer betrachtung vielleicht wirklich keine "grossen" sorgen sind. und klar gibt es chronische noergler, die immer nur von sorgen sprechen. dennoch denke ich, man sollte nicht von sich auf andere schliessen, es gibt immer jemandem dem besser geht und immer jemandem dem schlechter geht. jemandem zu sagen, dass ich gerne seine probleme haette, wuerde ich somit vermutlixh niemals jemandem sagen, da wuerde ich mir lieber ne natuerliche gelassenheit zulegen und das als "relativ" ansehen.
    gruss
    hege

    (15) 18.05.13 - 17:39

    Hi,
    ich denke, die Definition von "Luxusproblem" ist zu subjektiv. Ja, ich gebe zu, neulich in einem Thread habe ich den Begriff auch gebracht, aber: auch das, was für mich ein Luxusproblem ist, kann jemanden, der vielleicht ganz anders ist als ich es bin, vor ernste Probleme stellen.

    Und umgekehrt - Dinge, die mich aus der Fassung bringen lassen andere Leute die Achseln zucken und denken/sagen "deine Probleme will ich haben".

    Ich habe auch schon einiges erlebt. Und ja, überlebt. Und das nicht wirklich schlecht - eher im Gegenteil: am Spruch "was mich nicht umbringt, macht mich härter" war einiges dran in meinem bisherigen Leben.

    Und trotzdem war das, was mir in der letzten Woche fast einen Nervenzusammenbruch beschert hat etwas, was im Vergleich zu dem, was hätte passieren können (und anderen Menschen durchaus passiert) nichts weiter als ein Luxusproblem ist. Wenn man mal darüber nachdenkt. Inzwischen bin ich in der PHase, es einfach zu nehmen wie es nun mal gekommen ist und das Beste draus zu machen - aber letzte Woche hatte jeder Glück, der nicht in meiner Nähe sein musste.

    Und genau das ist vielleicht der Punkt: ich war letzte Woche nicht wirklich in der Lage, über das, was passiert ist mal ganz in Ruhe nachzudenken. Abstand zu bekommen, mal die eigenen Emotionen vergessen und wirklich nur den Verstand einschalten. Weil es mich und die Familie direkt als es passiert ist sehr schwer psychisch getroffen hat, weil ich nach tagelang max. 4 Stunden Schlaf pro Nacht in Kombination mit dem Ereignis und beruflichem Stress einfach nicht mehr dazu fähig war.

    Irgendwann konnte ich es - und die Sache ist zwar schlimm, aber nichts, was wir nicht überstehen werden.

    Andere können vielleicht auf Dauer nicht diese Distanz und Ruhe haben, um einfach mit dem Verstand Probleme abzuarbeiten. Warum auch immer. Und dann kann eine (für mich) Mücke zu einem Elefanten werden - für jemanden, der eben nicht in der Lage ist, ein Mückenproblem zu lösen.

    Verbittert? Ich muss ganz ehrlich sagen, manchmal erschrecke ich mich darüber, wie arrogant ich - zum Glück meistens innerlich - darüber urteile, ob ein Problem für jemanden ein Luxusproblem ist oder nicht. Arrogant und anmaßend ist es halt strenggenommen. Man fühlt sich besser als andere, weil man offenbar schon ganz anderes überstanden hat.

    Ok, wenn jetzt hier jemand postet, weil er bzw. sie sich nicht entscheiden kann, ob die hellblaue oder die rosa Strumpfhose besser zum Kleidchen passt, und das ganze fett überschreibt mit "ich bin total in Tränen aufgelöst und kurz davor, mir die Kugel zu geben..."...ich denke, da würde ich auch mit gründlichem Nachdenken antworten: deine Probleme hätte ich gerne.

    Ich denke mir auch oft erst mal, dass ich gerne die Sorgen anderer hätte. Aber ganz ehrlich: ich bezweifele irgendwie auch, dass es mir besser gehen würde, wenn ich sie dann wirklich hätte. Wie gut kann es schon jemandem wirklich, im tiefsten Inneren gehen, wenn die Frage nach der Farbe der Strumpfhose in tiefste Abgründe stürzt?

    Vielleicht sind es ja Luxusprobleme. Nur, wenn Luxusprobleme Menschen so beschäftigen, dass es sie zur Verzweifelung treibt - dann ist das durchaus ein sehr großes Problem. Und irgendwie wirklich keins, was ich gerne hätte.

    Viele Grüße
    Miau2

    (16) 18.05.13 - 18:06

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    (17) 18.05.13 - 18:14

    Ganz ehrlich? - Allein die Frage sagt mir, dass Du verbittert bist.

    Jeder reagiert anders auf sogn. Schicksalsschläge. Manche öffnen sich für andere, manche denken, kein Mensch kann Schlimmeres erleiden. Manche finden immer noch ein offenes Ohr für die Probleme anderer, manche sehen in allem nur eine Karikatur des Lebens und empfinden jedes "Betteln nach Empathie" als Hohn ob des eigenen Schicksals.

    Das sind Extrema - und jeder reagiert anders.

    Was soll man Dir antworten?

    Eigentlich würde ich weder das eine noch das andere ankreuzen - in Deinem Fall wäre ich mir ziemlich sicher, dass Du verbittert bist.

    Ich kenne viele Menschen die trotz "schwerer Schicksalsschläge" auch ein offenes Ohr für kleine Problemchen haben - so etwas ist nämlich relativ und sieht für jeden anders aus.

    Aber wenn man diese Relativität nicht mehr erkennt, ist man schon sehr weit von der Realität entfernt.

    (18) 18.05.13 - 20:29

    *Einen Blick fürs wesentliche zugelegt* würde ich es nicht nennen, für mich klingt es eher nach aufwiegen, welche Sorge wohl *schwerer* erscheint. Aber für Sorgen gibt es kein Maß, nur weil einem eine Sorge eher gering vorkommt, ist es nicht gleich ein Luxusproblem. Als Luxusproblem sehe ich lediglich Dinge, wie ein Nettoeinkommen von 4000 Euro, 4 Personen, kaum Ausgaben, weil Haus geerbt und trotzdem nicht über den Monat zu kommen (ähnliches gab es ja vor ein paar Wochen in Finanzen).

    Wenn man eben ein Familienmitglied verloren hat (für mich prinzipiell keine Sorge, sondern eher ein Schicksalsschlag), aber ein anderer einfach nicht aus seiner Arbeitslosigkeit rauskommt, dann mag für den betroffenen der Tot eines Familienmitglieds schwerwiegender sein, aber derjenige, der einfach nicht der Arbeitslosigkeit entfliehen kann, leidet ebenso, das ist aber kein Luxusproblem.
    Ich höre mir Sorgen meiner Freunde IMMER an und denke sehr selten (ach herrjee, dich hats auch noch nie ernst getroffen), denn in dem Moment sind diese Sorgen für denjenigen eben belastend, egal, wie ich das beurteile. Mitfühlend nicken und bösartig denken würde mir bei Freunden nicht einfallen.
    Ja du bist verbittert, scheinst nur deine Sorgen als wichtig zu empfinden....so läuft es nun mal aber nicht.

    LG

    (19) 19.05.13 - 15:38

    Es sind Menschen, die Krebs haben und dennoch Mitgefühl haben und Kraft schenken. Ich weiß nicht, wer es war. Ich habe aber bei den öffentlichen vor wochen eine Diskussion gesehen. Es war da ein ???? CDU oder war es CSU Politiker, der Krebs hat und dies schon lange. Er erzählte und ich habe mich in dem Moment nur geschämt.

    Die letzten 5 Jahre waren von ernsten, manchmal sogar sehr ernsten Ereignissen geprägt. Ich bewegte mich im SS-forum und eigentlich ist es mir so gut wie nie in den sinn gekommen, verbittert zu sein und auf andere zuzuschauen. Ich wußte immer, jeder von ihnen hat anderes Leid und den Maß zu bestimmen - puuh.

    In der Zeit war ich für mich selbst mit sicherheit oft innerlich verbittert aber es richtete sich selten gegen andere. Ich finde,dass man die Sache dadurch nicht besser macht.

    Eins half sehr - eher Humor zu empfinden. Als es mir in den 5 Jahren am dreckigsten ging, habe ich am meisten gelacht und nach Lachen gesucht. Seltsame Situation.

    (20) 24.05.13 - 22:36

    Ich glaube daran, dass man vom Leben eigentlich nur die Aufgaben gestellt bekommt, die man auch bewältigen kann. Wenn ich also derbe auf die Fresse bekomme, dann liegt das daran, dass irgendjemand mir zutraut, dass ich das trotz allem geregelt bekomme. Und bis jetzt - toi toi toi - war das auch so und ich höre manchmal ganz leise, dass manche Menschen hinter meinem Rücken sagen, dass sie mich bewundern oder zumindest viel Respekt vor mir haben.

    Mein Stolz darüber hält sich leider in Grenzen, weil ich oft (manchmal leicht verbittert) denke, dass ich gerne tauschen würde und mich auch nur mal mit Luxusproblemen herumschlagen möchte.

    Manchmal denke ich, ich bin jetzt 36, aber wenn ich von meinem Leben erzähle, dann rede ich, als ob ich schon 50 wäre.

    Ich habe schon mehrmals im Leben neu angefangen und das kann auch nicht jeder von sich behaupten. Aber leider musste ich vorher noch das Gefühl erleben, dass ich eigentlich mit meinem Leben bzw. mit meinem Latein am Ende war. Und meistens hatte ich dann wirklich irgendeine Art von Eingebung, irgendein Zeichen, das mir gesagt hat, dass ich weitermachen muss.

    Meine Eltern haben mich nicht taufen lassen, aber ich bin dadurch trotzdem ein gläubiger Mensch geworden.

    Anderen Menschen gegenüber bin ich manchmal ungeduldig, aber dann denke ich auch wieder, die können ja nichts dafür, dass sie solche Erfahrungen noch nicht machen mussten. Auf jeden Fall denke ich grundsätzlich: Niemand weiß, wann er was tun würde oder wie er reagieren würde...wenns hart auf hart kommt, kommt es eh meistens anders. Ich bin auch schon einige Male über mich hinausgewachsen und frage mich bis heute noch, wo ich die Ideen und die Kraft dafür hergenommen habe. Es passiert einfach, wenn man sich dem Leben stellt.

    Und ganz klar, die wichtigeste Erfahrung in meinem Leben waren die Geburten meiner Kinder. Da habe ich auch hinterher gedacht: Aha, das ist ja interessant... so bist du also! (Und ich war ganz anders unter der Geburt, als ich mir das vorher vorgestellt habe).

    Ich bin ein winziges bisschen stolz auf mich, aber auch sehr, sehr demütig, weil ich zwei kerngesunde Kinder bekommen habe. #danke

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