Intelligenz angeboren, erblich oder beeinflussbar?

    • (1) 20.06.13 - 17:31

      Hi zusammen,

      im Internet bin ich über das Video "Was ist Intelligenz?" auf http://www.schulmediathek.tv/Biologie/ gestossen. Was glaubt Ihr? Ist Intelligenz nur angeboren, oder kann man sie wirklich im Laufe des Lebens weiterentwickeln?

      • (2) 20.06.13 - 18:28

        Hallo,

        ich denke sowohl als auch.

        Eine gewisse Grundintelligenz wird vererbt, aber wenn das Potenzial nicht genutzt wird, dann nützt es nix, es muss gefördert werden.

        Man braucht immer Input, neue Informationen um das Wissen zu erweitern.

        Ich denke, dass das Umfeld ebenso eine Rolle spielt. Das erklärt auch, warum mehr "Arztkinder" Abi machen als "Arbeiterkinder". Denn das groß werden in der Umgebung spielt eine wichtige Rolle.

        Jedenfalls sehe ich das so.

        LG Jenny

        (3) 20.06.13 - 18:33

        so wie alle Charaktermerkmale: 50% Erbanlage, 50% Erziehung behaupte ich.

        (4) 20.06.13 - 18:40

        Die Intelligenz wird von der rau vererbt.....nur zur Info.....

        Intelligenz heißt nicht gleich, diese auch richtig anzuwenden. Es gibt Wunderkinder, die einen " normalen" Job haben....

        Lernen muss man lernen......da würde ich mal ansetzen.

        Lisa

      • (10) 21.06.13 - 01:02

        nur von der Frau? im falle meiner großcousine sicher nicht. so liebenswert ihr Vater auch ist - aber schnelle Auffassungsaufgabe und einen riesen iq hat er sicher nicht. hat er offensichtlich an die Tochter vererbt. ihre Mutter ist da völlig anders. eine wirklich intelligente Frau.

        ich hab meiner großcousine in schulzeiten oft nachhilfe gegeben. ich kenn sie da also recht gut.

        (11) 21.06.13 - 23:22

        Glaub ich nicht. Mein Bruder und ich haben eindeutig dieselbe Mutter. Ich war Klassenbeste (keine Angst, nach der 4. Klasse war´s vorbei mit dem Strebertum #schwitz). Er ist aktuell in der 5. Klasse, heute gab es Zeugnisse. Im Halbjahr war er versetzungsgefährdet. Meine Mutter kann überhaupt nicht verstehen, wie wir so unterschiedlich sein können.

        Wir haben allerdings verschiedene Väter und 15 Jahre Altersunterschied.

    (12) 20.06.13 - 18:51

    Hallo,

    es gibt dazu Studien und man ist sich bei einigen einig geworden, dass der IQ eines Menschens keine feste Größe ist und sich im Laufe des Lebens verändert.

    Ich stelle mir ein kleines Baby vor, das ohne jede Förderung oder Zuwendung lebt, wie wird es sich wohl entwickeln? Insofern ist der IQ auch ganz eng mit den Erfahrungen verknüpft, die ein Mensch in seinem Leben macht und inwieweit er gefördert wird. Aber ich denke schon, dass es individuelle Grenzen gibt.

    LG

    Carola

    Hallo,

    ich glaube, es wird vererbt. Hochbegabung zum Beispiel ist eine Mutation, das Gehirn ist etwas anders strukturiert.

    Aber es gibt einige Faktoren, die entscheidend sind für die Entwicklung. Mein Sohn ist hochbegabt, ist ein Asperger und dadurch lebt er sehr zurück gezogen. Er macht sich unsichtbar

    LG

    ich denke, die Fähigkeit, Zusammenhänge schnell begreifen zu können, ist angeboren. Wie sich das ganze entwickelt, kommt auf die Förderung an.

    Ein hochintelligentes Kind, das keine Förderung, kein "Training" hat, verkümmert und am Ende bleibt ein abgestumpftes Etwas.
    Ein weniger intelligentes Kind, welches Förderung, "Training" erhält, blüht auf und steigert sich

    (15) 20.06.13 - 21:09

    Huhu,

    das wird vielfältig erforscht und ist weiterhin umstritten.

    Klar ist, dass die Entwicklung eines Menschen immer vom Zusammenspiel der Erbanlagen und der Umwelt dieser Person, sowie den Handlungen dieses Menschen selbst abhängt.

    Die genetische Komponente der Intelligenz macht sich vor allem bei guten äußeren Entwicklungsbedingungen bemerkbar (also der genetische Anteil an der Varianz dieses Merkmals).
    Viele Kinder haben gar keine Chancen, ihr Potential zu entwickeln, weil sie in sog. bildungsfernen/prekären/sozialschwachen Verhältnissen aufwachsen.

    Nach der frühen Kindheit kann man meiner Meinung nach nur noch die kristalline Intelligenz positiv beeinflussen (= grob gesagt Wissen anhäufen) oder einzelne exekutive Funktionen trainieren.

    #winke

    • (16) 20.06.13 - 21:58

      Was ich noch betonen wollte:

      Wir erben ja nicht nur die Gene unserer Eltern, sondern auch die entsprechende Umwelt = wie sie unsere Umgebung gestalten, mit uns interagieren usw.

      Früher hat man viel auf Zwillings- und Adoptionsstudien gegeben, aber es gibt viele Argumente gegen die Aussagekraft dieser Studien.

(19) 20.06.13 - 21:39

Hi,

Intelligenz setzt denke ich schon eine gewisse Veranlagung voraus aber ich denke auch dass die Veranlagung alleine noch lange keinen intelligenten Menschen ausmacht. Talente und Veranlagungen können auch verkümmern, wenn sie keiner fördert.

LG

(20) 21.06.13 - 07:19

Hallo,

wie schon geschrieben wurde, ist die Intelligenz förderbar.

Ein Arztkind z.B. hat sicher das gewisse Umfeld, um gut gefördert zu werden. Doch ist es auch so, dass dieses Kind oftmals auch nicht die hohen Erwartungen der Eltern erfüllt. Denn es besitzt oft nicht die angeborene Intelligenz der Eltern, manche Sachen kann man nicht einprügeln...

So ist es eben, dass die Intelligenz ganz verschieden in den Bevölkerungsschichten verteilt ist. Ein Kind aus ärmeren Verhältnissen kann ebenso ein Wunderkind sein mit einem sehr guten Auffassungsvermögen und angeborener hoher Intelligenz.
Wichtig ist die Förderung eines jeden Menschen. Wer sehr gut gefördert und angespornt wird, erreicht auch bessere Leistungen. Doch mit Zwang erreicht man oft das Gegenteil.

Lotta

(21) 21.06.13 - 09:56

Hallo,

interessantes Thema.

Ich denke, dass eine gewisse erbliche Veranlagung, vor allem, was die Extreme angeht, angeboren sein muss.

Ich meine aber auch gelesen zu haben, dass das Gehirn bzw. die Synapsen sich bis zum 25 Lebensjahr noch bilden bzw. vernetzen und man das mit gezieltem Training wie bsp. Fremdsprachen lernen, Mathematik üben, Musikinstrumente spielen lernen, sozialem Umgang usw. stimulieren kann.

An dieser Stelle wäre natürlich interessant wie es aussieht, wenn hypothetische Eltern wenig intelligent sind, ihr hypothetischer Nachwuchs aber seine Intelligenz bis zum persönlichen Maximum trainiert.

Würde die DNA dann auf 'intelligenter' umcodiert werden, oder müsste die hypothetische dritte Generation, also die hypothetischen Enkelkinder der wenig intelligenten Großeltern, wieder bei Null anfangen?

Vielleicht hat jemand dazu eine Idee, mich würde es sehr interessieren.

Viele liebe Grüße

Ich habe mal ein interessantes Buch dazu gelesen. Als erstes ist dort die Tatsache, dass wir allgemein immer intelligenter werden (müssen). Während man früher z.B. nur seine Muttersprache beherrschte, ist es heutzutage nahezu normal, eine Fremdsprache (z.B. Englisch) zu können.

Weiterhin wurde (fluide) Intelligenz mit einem Muskel verglichen. Je mehr man trainiert, desto besser wird man. Als "simples" Beispiel habe ich mich an einem IQ-Test probiert. Ihr könnt es selbst mal versuchen: Wenn man das Ding zum ersten Mal ausfüllt kommt eine Katastrophe dabei heraus. Irgendwann hat man aber den Dreh raus und weiss, wie die Fragen und Antworten konzipiert sind und wie man denken muss.

  • >> Irgendwann hat man aber den Dreh raus und weiss, wie die Fragen und Antworten konzipiert sind und wie man denken muss.<<

    Übung macht den Meister
    http://www.scilogs.de/blogs/blog/hochbegabung/2013-06-11/bung-macht-den-meister
    >>Insofern ergibt sich aus dem Satz „Übung macht den Meister“ ein Dilemma, denn die einfache Verknüpfung von Leistung und Übung liefert den Boden für eine andere Form von Grundannahme: Wer viel übt (üben muss), hat weniger Begabung. <<

    >> Intelligenz bedingt nun einmal, sich relativ schnell in Systeme eindenken und logische Ableitungen treffen zu können, was – insbesondere aufgrund der Schnelligkeit – dem steten Üben widerspricht.<<

    Hallo,

    ich hab einige solcher Tests in professionell hinter mit und muss dich leider enttäuschen. Nur das erste Ergebnis zählt.

    Es geht ja eben darum, dass du dir die Strukturen schnell erarbeiten kannst und nicht darum, dass du dir irgendwann die Lösungen gemerkt hast.

    vlg

(25) 21.06.13 - 19:39

Ich denke auch, dass die Erbanlagen die Grenzen festlegen, innerhalb derer der IQ sich (bei entsprechender Förderung) bewegen kann: Insgesamt ist das aber eine schwammige Sache, nicht zuletzt, weil es nunmal verschiedene Arten der Intelligenz gibt, die gemessen werden kann; die meisten Menschen haben verschieden ausgeprägte IQ-Niveaus auf verschiedenen Gebieten. Logisch-mathematisch kann man mittelmäßig sein, dafür sprachlich hochbegabt, oder andersherum. Praktische Intelligenz wird kaum gemessen, ist aber im Alltag hilfreich. Deswegen sollte man sich erstmal darüber klarwerden, über welche Art der Intelligenz man spricht.

Ich schätze, solche Allrounder wie eine gute Freundin, die auf vielen Gebieten - mathematisch-logisch, sprachlich, künstlerisch - gleichermaßen hochbegabt ist, sind selten. Dafür musste sie sich soziale Intelligenz, teils mühselig, antrainieren. Ach so, ja - sie ist Arztkind, ihre Geschwister haben dieselbe Förderung und Erziehung genossen, alle sind überdurchschnittlich intelligent und gebildet - aber sie ist schon der Überflieger.

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