Spielsucht Alg2 Pfichtverteidiger Bewährung?

    • (1) 21.06.13 - 20:17

      Hallo liebes urbia-Forum.

      Ich habe derzeit extrem große Geldprobleme und bitte euch mit echtem Fachwissen gezielt auf meine vier Fragen zu antworten. Und bitte keine Kommentare wie "selbst schuld" usw.

      Was passiert ist:
      Meine Mitbewohnerin hatte Gegenstände im Internet verkauft, die sie nicht hatte. Das ganze Geld floss auf mein Konto. Sie tat dies immer unter meinen Namen. Insgesamt hat Sie so ca. 30 Leute betrogen. Ungefähr 19.000 Euro Schaden. Das Geld habe ich zu 95% verspielt. Den Rest hat meine Mitbewohnerin kassiert und wir haben von dem Geld gelebt. Sie ist arbeitslos und ich habe bis zum jetzigen Monat auf dem 2. Bildungsweg mein Abi nachgemacht. Ich bin spielsüchtig. Ich bin 30 Jahre alt und habe in meinem Leben schon ca. 80.000 bis 90.000 Euro verzockt.

      Jetzt ist es so:
      Meine Mitbewohnerin und ich haben uns getrennt und ich sitze auf den gesamten Schuldenberg. Angefangen haben wir vor ca. 10 Monaten. Bis heute kam noch nichts von der Polizei und nichts von der Staatsanwaltschaft was mich doch schon sehr wundert.

      Nun, es geht aber noch weiter:
      Ich habe jetzt wirklich alles verzockt. Ich konnte meine Miete für diesen Monat nicht zahlen. Ich bin deswegen von Berlin weggezogen und wohne seit 6 Tagen in Leipzig in einer WG. Meine Mutter hatte die 1. Miete gezahlt. Zum Glück musste ich keine Kaution zahlen. Ausserdem sagte mir schon vorher der Vermieter aus Berlin, dass er keine Sozialhilfeempfänger haben will. Er vermietet die Zimmer in seinem Haus schwarz. Also deswegen bin ich jetzt seit ein paar Tagen in Leipzig. Ich habe hier keinen Job. Nichts.

      Jetzt habe ich am Montag Hartz 4 beantragen wollen. Die ziemlich unfreundliche Sachbearbeiterin guckte mich sehr misstrauisch an, als ich ihr sagte dass ich hier erst seit einm paar Tagen wohne.

      Jetzt soll ich ihr u.a. die Kontoauszüge der letzten 3 Monaten einreichen.
      Und das ist mein Problem. In den letzten 3 Monaten gab es noch Geldeingänge von ca. 8000 Euro auf mein Konto. Wenn Sie diese Geldeingänge sehen wird, wird sie bestimmt sagen, dass ich davon leben soll. DOCH ICH HABE NICHTS MEHR!

      Meine Fragen:
      [b]1. Bekomme ich ALG2 (Hartz4) bewilligt, obwohl in den letzten 3 Monaten noch Geldeingänge auf meinen Kontoauszüge von 8000 Euro zu sehen sind?[/b]

      [b]2. Ist es ein Problem nach einer Ummeldung binnen weniger Tagen nach Hartz4 zu fragen. Denn wie gesagt ich wohne erst seit ein paar Tagen in Leipzig. Zurück nach Berlin kann ich nicht mehr.[/b]

      Ich möchte noch zu Frage 1 auf etwas sehr kompliziertzes hinweisen. Und zwar will ich (sobald eine Vorladung kommt) vor der Polizei die Aussage verweigern. Wenn jetzt aber die ALG2-Sachbearbeiterin mich fragt, wo das Geld ist, was soll ich Ihr dann sagen? Soll ich ihr sagen dass ich das Geld vezockt habe? Wenn ich Ihr das sagen sollte, dann ist es ja so, dass ich eben doch dazu aussage. Ahhr das ist so verzickt das ganze. Ich will vor Gericht wie gesagt zu dem Fall nichts sagen und von meinem Schweigerecht gebraucht machen. Aber ich muss der Sachbearbeiterin ja sagen dass ich das Geld verzock habe, oder nicht!?

      Ich hoffe dass ich noch eine Bewährungsstrafe bekomme. Denn ich will ab Oktober 2013 an der Uni Köln studieren. Dann bekomme ich auch wieder Bafög. Nur jetzt, bis Oktber habe ich keine finazielle Hilfe. Und weil die WGs in Leipzig so günstuig sind bin ich hiergezogen. Mir war es völlig egal, wo ich in Deutschland wohne die nächsten drei Monate. Im Oktober solls dann mit dem Studium in Köln und Bafög wieder weitergehen. Ich hoffe dass ich ne Bewährungsstrafe bekomme.

      Ich wurde vor 5 Jahren schonmal wegen Betrug verurteilt. Ich bekam damals 3 Monate auf Bewährung. Bewährungszeit 3 Jahre.

      Deswegen noch eine weitere Frage:
      [b]3. Sieht es gut aus noch eine Bewährung zu bekommen? Naja 19.000 Euro betrogen.[/b]

      Ich muss dazu sagen, dass ich wegen meiner Spielsucht auch vor einem Monat eine Überweisung in die Pschotherapie bekam. Aber weil man in Berlin eine Wartezeit von 4 bis 6 Monaten hat und ich da jetzt nicht mehr wohne kann ich nicht hin. Hier in Leipzig werde ih die Psychotherapie auch nicht machen können, da ich im Oktober 2013 nach Köln auf die Uni will. Ich werde also erst in Köln zur Therapie gehen können wegen meiner Spielsucht.

      Und jetzt noch meine 4. Frage:
      [b]4. Weiss jemand ob ich einen Pflichtverteidiger bekomme? Ich will unbedingt erreichen, dass ich noch ne Bewährung bekomme.[/b]

      Ich würde mich über respektvolle Antworten auf meine vier Fragen freuen. Ich weiss sehr gut, dass ich einen Fehler gemacht habe.

      • Du wirst hier wenige, vielleicht auch keine guten Ratschläge erhalten. Du bist krank und benötigst Hilfe, ich hoffe wenigstens, dass Dir das auch wirklich bewusst ist.

        Im Internet gibt es viele Sucht-Foren, aber auch Rechts-Foren, versuche es lieber mal dort.

        Urbia ist eher ein Familien-Forum.

        Hallo,

        das ist natürlich harter Tobak, was ich jetzt wirklich nicht vorwurfsvoll meine. Du steckst in einer Sucht....da helfen Vorwürfe nix.
        ABER hier ist soviel juristisches Wissen gefragt, dass du ohne einen Anwalt nicht wirklich das richtige machen wirst. Leider wird es mit einem Pflichtverteidiger nicht gut aussehen, eine Bekannte von mir hatte auch mal eine Betrugsanzeige an der Backe (ALGII) und bekam keinen gestellt, da es sich um ein Strafverfahren handelte. Sie musste sich einen Anwalt nehmen, der wahrlich nicht günstig war, aber dieser hat sie im 2. Verfahren mit einem Freispruch unter Auflage rausgeboxt.

        Bestände evtl die Möglichkeit in Leipzig eine Therapie zu beginnen? Auch wenn du nicht lange in Leipzig bist, würde ich dies empfehlen, denn ich denke, dass würde bei einem Urteil positiv gewertet werden. Wenn du jetzt in Leipzig eine Therapie startest könnte es ja auch einfach sein, in Köln einen *Anschlussplatz* zu bekommen.

        Nach einer Bewährung noch einmal eine Bewährung zu bekommen ist nicht unrealistisch (habe einen Fall in der Familie, wo 20 Jahre lang immer mal wieder das gleiche Vergehen mit Bewährung bestraft wurde....mittlerweile sitzt derjenige aber doch ein), aber ich denke ein Richter würde sehen, dass du bereits etwas gegen deine Sucht tust - eben eine Therapie, auch wenn du diese nicht in Leipzig vollenden wirst.
        Willst du nur auf die Uni, oder ist das schon fest? Hast du dich schon eingeschrieben? Bist du bereits immatrikuliert? Ein Richter wird sich nicht mir *ich würde gern* besämpftigen lassen, sondern eher mit Tatsachen.

        LG

        Hallo,

        kein Mensch kann Dein Chaos auf Entfernung lichten.

        Gibt es nicht die Möglichkeit einer stationären Therapie?

        Damit würdest Du alle wesentlichen Punkte abarbeiten:

        Du würdest Dein primäres Problem ernst nehmen.

        Du hättest ein Dach über dem Kopf.

        Du könntest dem Jobcenter gegenüber klare Angaben machen.

        Du hättest im Fall einer Anklage bessere Chancen auf eine Bewährungsstrafe.

        Studieren würde ich an Deiner Stelle erst mal ganz weit zurückstellen. Dir scheint noch gar nicht klar zu sein, dass Du erst Deine Spielsucht in den Griff bekommen musst, bevor irgendetwas in Deinem Leben funktionieren kann.

        Viele Grüße

        • >>Studieren würde ich an Deiner Stelle erst mal ganz weit zurückstellen. Dir scheint noch gar nicht klar zu sein, dass Du erst Deine Spielsucht in den Griff bekommen musst, bevor irgendetwas in Deinem Leben funktionieren kann.<<

          Ob DAS der ultimative Tipp ist?

          Ich finde die Aufnahme eines Studiums in drei Monaten gar nicht dumm....es lenkt ab (begleitet von einer Therapie - ohne natürlich nicht), von der Sucht weg zu kommen, wenn man hin und wieder zu der stationären Therapie rennt, aber ansonsten daheim hockt stelle ich mir schwieriger vor.

          Eine Aufgabe in Zusammenhang mit einer Therapie fände ich hilfreicher, als *nix tun*.

          • *wenn man hin und wieder zu der stationären Therapie rennt, aber ansonsten daheim hockt stelle ich mir schwieriger vor*

            Stationäre Therapie bedeutet in der Therapieeinrichtung für mehrere Wochen/ Monate zu bleiben.

        • Hast du erfahrung mit Suchtverhalten udn Entzug bzw. entsprechender Therapie?

          Wenn du einen Entzug wirklich ernst meinst und dich dem stellst was dein Suchtverhalten ausgelöst hat, dann hast du wirklich keine Energie und Kraft um ein Studium aufzunehmen abgesehen davon dass deine Therapieeinrichtung ja nicht notwendigerweise am Ort deines Studiums ist und du somit ein organisatorisches Problem bekommst.

    Meine Fresse...bevor du über ein Studium nachdenkst solltest du mal ganz geflegt in Therapie gehen.
    Echtes Suchtverhalten stellst du nicht mal eben ab nur weil du ein Studium beginnst, glaub mir...nicht nur blanke Theorie.

    Sonst kommt die nächste Bruchlandung garantiert, egal wie dein Drama jetzt erstmal ausgeht.

1. Attest über die Spielsucht vom Arzt holen und SCHRIFTLICH beim Jobcenter eine Erklärung machen, dass Du aufgrund Deiner Spielsucht abgebrannt bist.

2. Miete direkt vom Jobcenter an den Vermieter zahlen lassen.

3. Schon mal Wahnsinns-Strafrechts-Anwalt suchen (Tipp: Focus hat gerade die besten Anwälte Deutschlands "bekannt gegeben". Einer davon ist mir aus meinem Beruf bekannt und hat seinen Sitz in Gera. Er ist sehr gut.)

4. Sofort vertrauenswürdige Person suchen und alle finanziellen Recht abtreten!

5. Sofort um Therapieplatz in Köln kümmern.

Allea Gute

sbl

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