Landmark Forum/ Sekte?

    • (1) 06.10.13 - 17:05

      Hallo,

      meine beste Freundin hat einen Kurs beim Landmark Forum belegt, dieser läuft seit gestern, nächste Woche soll ich doch mal mitgehen.

      Irgendwie war sie sehr komisch, hat vorher nichts über den Kurs erzählt usw.

      Naja, jetzt habe ich mich im Internet damit etwas beschäftigt und gelesen, dass es sich um eine Sekte handelt.

      Hat jemand hier eine Info? Was mache ich denn dann? Wie kann ich ihr helfen?

      Sie ist sehr labil, hat viel Geld geerbt und fühlt sich hier sehr gestärkt, jetzt will sie unbedingt, dass eine andere Freundin und ich unbedingt dahin mitgehen.

      Wenn mir irgendjemand eine Info über Landmark geben kann, würde ich mich sehr freuen..

      Naja, wenn sie doch nur gestern mal da war, steckt sie wohl noch nicht tief drin. Rede auf sie ein, hol ihre familie oder Freunde mit ins Boot.

      Ansonsten gibt es doch in fast jeder größeren Stadt Sekten-Beratungsstellen.

      Viel Glück

    • Naja, dann geh halt mit, dann siehst Du, was das für ein Müll ist und kannst Dir Argumente zurechlegen, dass Du sie umstimmen kannst.

      Schwierige Lage. Ich denke, je mehr Du dagegen reden würdest, umso mehr würde sie versuchen, Argumente für die Sekte zu finden.

      Ich würde wohl mitgehen, mir das ganze ansehen, und anschließend in einen kritischen Gedankenaustausch mit ihr gehen, in welchem ich dieses oder jenes Hinterfrage. Schau, wie sie damit umgeht und was Du in ihr bewegen kannst.

      Wenn Du merkst, dass sie schon tiefer drin steckt, dann suche eine Sektenberatung auf.

      Viele Grüße

      Blinking#stern

      • Soll ich ehrlich sein, ich habe Angst dahin zu gehen. Ich habe mich jetzt etwas durchgelesen und traue mich das nicht zu.

        Es ist so komisch, sie würde nie unnötig Geld ausgeben, ich, als langjährige gute Freundin würde sagen, dass sie sehr geizig ist, deshalb passt es noch weniger, dass sie sogar Geld dafür zahlt.

        Ich habe jetzt mit 2 weiteren Freunden gesprochen, sie sehen dass ähnlich wie ich.

        Meine Freundin hat keine Familie mehr, wirklich niemanden, keine Mama, keinen Papa, keine Oma, keinen Opa, keine Tante, einfach niemanden. Sie fühlt sich so alleine und traurig, ich glaube deshalb, fühlt sie sich da gerade so wohl.

        Ich habe inzwischen mit meinen Eltern und wie geschrieben den gemeinsamen Freunden gesprochen, wir machen uns alle große Sorgen und befürchten, dass sie sich dort familiär aufgenommen fühlt.

        • Ich glaube auch, dass landmark sich gezielt Leute sucht, die sich in einer Krise befinden.

          Und ja, ich würde da auch nicht zu einem Treffen gehen, denn ich wäre mir nicht sicher, ob ich nicht auch anfällig wäre.

          Aber wie unten geschrieben, sehe ich in landmark nicht so eine große Gefahr.

          Wenn du aber meinst, dass sie wirklich psychische Probleme hat, dann sollte sie nicht dahin gehen.

          Dann würde ich versuchen, nur in den Gedankenaustausch zu gehen.

          Solche Sektengurus wissen, dass viele Menschen gegen ihre Vereinigung sprechen, von daher schätze ich, dass sie sie für eine Pro/ Contra Argumentation mit genügend Argumenten wappnen werden. Das würde also nur dazu führen, dass sie krampfhaft versucht, auf diesem Standpunkt zu beharren oder das Gespräch mit Dir abbricht.

          Viele Grüße
          Blinking#stern

      Ich habe wegen landmark eine Sektenberatung angerufen und dieser Anruf war total unnütz.

      Erstens hatten die dort keine Ahnung was landmark ist und haben mir dann nur was von Scientology erzählt, zweitens sind sekteninfos oft sehr christlich geprägt und die Infos sind daher auch in keiner Weise nicht wertend.

      Ich hatte den Eindruck, die würden mir auch das Judentum als Sekte verkaufen wollen.

Hallo,

eine sehr gute Freundin von mir war vor etwa 12 Jahren auch bei landmark.

landmark ist ja international aufgestellt und sie ist im fernen Ausland mit dieser Gesellschaft in Kontakt gekommen. Dort hat sie den ersten Kurs belegt, der überall gleich abläuft, ein Wochenendkurs bei dem ein erklärtes Ziel ist zu einem weiteren Treffen jemanden aus der Familie oder Freundeskreis mitzunehmen.

Sie war völlig begeistert und hat danach auch versucht mich zu einem Treffen mit landmark zu bewegen.

Was sie erzählt hat fand ich damals sehr beunruhigend. Während dieses WEs haben alle Teilnehmer einen ziemlichen Seelenstriptease hingelegt. Ich habe mir wirklich Sorgen um sie gemacht, da sie damals in einer persönlich recht schwierigen Situation war.

Sie hat dann mehrere Jahre im Ausland gelebt, immer weiter Kurse besucht. Mich hat das ganze etwas an Scientology erinnert, was manche Strukturen angeht. Nicht von der Lehre aus, mit irgendwelchen Titanen etc., aber dieses Kursprinzip, was ja auch eine Stange Geld kostet und dem weiteren Werdegang innerhalb der Organisation. Man steigt in den Strukturen weiter auf, gibt irgendwann selbst Kurse..

Sie hat aus dieser Zeit mitgenommen, dass sie ihr Leben absolut selber in der Hand hat und selber entscheiden kann, ob es ihr gut geht oder nicht. Dem zugrunde liegen viele Mechanismen des "Umprogrammierens" seiner Handlungen und Empfindungen, wie man es ja auch aus der Arbeitspsychologie kennt.

Im Grunde hat ihr diese Zeit sehr gut getan. Auch wenn sich das jetzt bis hierhin alles sehr sektenmäßig anhört, hat sie für sich sehr gute Ansätze gefunden um sich nach ihrer schweren und unsicheren Zeit selber zu helfen und ihr Leben in Angriff zu nehmen. Für sie funktioniert das wirklich und sie geht mit einem unheimlichen Elan alle Aspekte in ihrem Leben an. Sei es die Karriereplanung, Hobbys oder später dann ihr Entschluss Familie zu haben und dafür auch die Karriere hinten an zu stellen.
Sie zwiefelt einfach nie an ihren Entscheidungen. Das finde ich teilweise suspekt aber sie ist glücklich damit.

Ihr späterer Mann, mit dem sie jetzt auch seit 10 Jharen zusammen ist, war ähnlich skeptisch wie ich, wir haben lange versucht ihr das auszureden. Er selber ist dann irgendwann auch zu einem Treffen gegangen und beide waren dann einige Jahre dort gemeinsam aktiv.

Irgendwann haben sie dann wieder damit aufgehört, wahrscheinlich ging es ihnen einfach gut, sie haben die Zeit nicht mehr gefunden und es war keine große Sache, dass sie nicht mehr dort hingingen.

Was ich bedenklich finde, ist dieser Anspruch Menschen in einer Lebenskrise helfen zu können. Vielen Menschen wird es tatsächlich helfen, in diesen Kursen mehr Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten zu erlangen.
Wenn aber wirkliche psychische Probleme vorliegen, kann es gefährlich werden und anscheinend drehen auch einige Teilnehmer der Kurse dann ab. Da ist landmark dann ziemlich hilflos, kann dann nicht adäquat helfen. Ich hatte den Eindruck, dass dieses Thema auch gerne ignoriert wird, da es im Gegensatz zur eigenen Philosophie steht.

Wie gesagt, ich selber habe keinen Kurs besucht und meine Freundin ist dort auch nicht mehr in dieser Form dort aktiv.

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