Wie am besten leibliche Eltern suchen?

    • (1) 23.10.13 - 18:31

      Hallo,

      Ich wurde als Kleinkind adoptiert. Bisher hatte ich nie das Verlangen, nach meiner biologischen Mutter zu suchen. Meine Tochter wird bald 8 und fragt öfters Dinge über meine leibliche Mutter.

      Wie und wo könnte ich am besten Informationen über meine biologische Mutter herausfinden? Ich weiß ihren Namen und Geburtsort-und Datum. Könnte ich zu dem
      Standesamt gehen, wo sie geboren würde und herausfinden, ob sie noch lebt und wo?
      Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?
      Habt ihr es bereut eure biologischen Eltern zu finden?

      LG Jessica

      Hallöchen Jessicy,

      Ich kann etwas aus Erfahrungen reden. Mein Ex- Mann war adoptiert. Als damals unsere gemeinsame Tochter unterwegs war, wurden wir sehr oft nach Erbkrankheiten und ähnlichem gefragt.
      In dieser Sitaution wurde der Wunsch bei meinem Mann auch größer, seine leibliche Mutter zu finden.
      Wir befragten erst seine Adoptiveltern, die uns auch etwas weiter helfen konnten, in dem sie uns den Namen der Betreuuerin vom Jugendamt gab, was damals zuständig war.

      Wir hatten auch ungefähr die gleichen Daten wir du von der leiblichen Mutter. Wir haben es dann über die Einwohnermeldeämter probiert. Dort wurde aber gesagt, dass die Mutter eine Kontaktsperre auf ihre Meldeadresse liegen hat, so kamen wir also nicht weiter.
      Wir haben dann tatsächlich im Internet gesuch. Sie haben wir nicht gefunden aber einen Bruder von ihr. Das es der Bruder ist, wussten wir natürlich vorher nicht, wir haben 7 Telefonnummern gehabt, von Leuten mit dem selben Familiennamen.

      Mein damaliger Mann hatte große Angst dort anzurufen, hat auch glaube ich, 3 mal wieder aufgelegt bis er wirklich den Mut hatte dort anzurufen. Und das bei jedem Anruf ;) Ist also auch eine nervliche Herausforderung. Dann war der Bruder der leiblichen Mutter am Telefon, sagte uns das seine Schwester seit Jahren auf so einen Anruf wartet, da sie selbst nie den Mut hatte ihren leiblichen Sohn zu suchen.

      Er gab uns dann die Telefonnummer der Mutter. Die Mutter hatte geheiratet in der Zeit, einen anderen Familiennamen aber wohnte noch in der Nähe. Irgendwann gab es dann ein Treffen. Das war ganz gut aber mit der Zeit wollte sie einfach zu schnell zu viel. Das wurde meinem damaligen Mann irgendwann zuviel und der Kontakt wurde wieder weniger.

      Wie es mittlerweile aussieht weiß ich leider nicht, da ich mich dann von meinem Mann getrennt habe. Er hat es aber glaube ich nicht bereut sie gesucht zu haben.

      Es hat eine Weile gedauert diese ganze Suche aber die Freude als er sie am Telefon hatte war schon sehr groß. Sie hat mittlerweile auch noch einen Sohn bekommen, dass lustige dabei war, trotz anderem Vater, dass der kleine Sohn genauso aussah wie mein Mann früher als er klein war.

      Ich wünsch Die ganz viel Glück bei der Suche und ich hoffe du wirst es nicht bereuen.

      Denk aber auch daran das es schief gehen kann.... ich sage mit Absicht "kann". Sei einfach seelisch auf beides vorbereitet obwohl man das garnicht so kann wie man will.

      Alles Liebe für Dich.

      Beste Grüße
      Frenzy

    Hallo,

    die Situation ist zwar eine andere, aber gefunden wurde trotzdem jemand ;-)

    Vor knapp 33 Jahren hatte meine Mutter eine Beziehung zu einem in Deutschland stationierten Amerikaner - der Vater meiner älteren Schwester. Er ist noch vor der Geburt zurück in die USA gereist und seitdem hat man nie wieder etwas von ihm gehört. Meine Schwester hatte immer den Wunsch, ihn kennenzulernen, allerdings gestaltete sich die Suche als sehr schwierig - zwei Fotos, Name (ein sehr geläufiger), Geburtsdatum und Wohnort seiner damals schon sehr alten Mutter waren bekannt.

    Vor zwei Jahren haben meine Schwester und ich ganz intensiv nach ihm gesucht und stundenlange Nachforschungen im Internet gemacht. Letztendlich haben wir ca 3000 Facebookprofile begutachtet und auf dem Profil einer Frau Fotos entdeckt, die letztendlich ihren Vater zeigten.
    Die Kontaktaufnahme war dann einfach. Wir schrieben nicht via Facebook seiner Frau, sondern suchten die Telefonnummer raus.

    Natürlich bestand die Gefahr, dass er nichts von ihr wissen wollte oder dass seine Frau nichts von einem Kind in Deutschland weiß ect. Meine Schwester war sich dessen absolut bewusst, wollte es aber dennoch wagen...
    Das ist jetzt 1 1/2 Jahre her und weißt du, wo meine Schwester und meine nichte seit fünf Tagen sind? - In Indiana bei ihrem Vater bzw Großvater. :-)
    Wir haben Kontakt via Whats App und die ersten Fotos, die sie mir geschickt hat, zeigen absolut glückliche Gesichter.
    Sonntag hole ich die beiden dann wieder vom Flughafen ab und bin soooo gespannt auf alles, was sie zu erzählen hat.

    Er hat sich übrigens die vielen Jahre nicht gemeldet, weil er Angst hatte, hier eine Familie zu zerstören - er wusste nicht, ob meine Schwester weiß, dass er ihr Vater ist. Seine gesamte Familie wusste aber bescheid und aktuell sind alle froh darüber, dass meine Schwester ihn gefunden hat.

    Klingt vielleicht blöd, aber: Wir hätten ihn nie gefunden, wenn wir nicht bei Facebook gesucht hätten. Etliche Anrufe bei Behörden und der US Army waren zuvor nämlich für die Katz.

Ich denke es kommt immer auf die bekannte Ausgangssituation an. Mein Mann hat keinerlei Interesse daran seine leibliche Verwandschaft kennenzulernen. Er hat zwar keinen Hass auf sie, es ist ihm einfach egal aufgrund seiner Vorgeschichte.

Als ich schwanger war und die Frage nach der Krankheitsgeschichten der Familien kam konnten wir auch nur die uns bekannten Dinge berichten, die Krankheitsgeschichte seiner leiblichen Vorfahren liegt im Dunklen.

Für ihn ist es gut so, für mich also auch. Unser Krümel hat leibliche Großeltern und soziale Großeltern, das reicht allemal.

  • Hallo,

    ich kann das Verhalten deines Mannes total verstehen, ging/ geht mir auch so. Ich hab eine tolle Familie und hab nicht zwingend das Bedürfniss, nach meiner leiblichen Mutter zu suchen. Klar Neugier ist da, aber auch Furcht, was sie wohl sagt etc....
    Meine Tochter ist aber sehr neugierig,lol.
    Ich schwanke noch, ob ich sie suchen soll (leibliche Mutter).

    LG Jessie

    • Wir werden eventuell auch eines Tages mit Fragen gelöchert warum wir einen anderen Familiennamen haben als Oma und Opa. Ich denke mal das wir dann (kindgerecht) erklären werden warum und wieso.

      Ja sicher, die Neugier ist da (zumindest von meiner Seite aus), aber ebenso die Sorge um plötzliche Verpflichtungen gegenüber uns Wildfremden.

      Nein, für uns ist es gut so wie es ist.

Ich wurde als Baby adoptiert und habe mit 22 meinen Bruder kennen gelernt und zwei Jahre später meine Eltern.

Du kannst mir gerne eine PN schreiben, falls Fu Fragen hast.

Jugendamt, die haben deine akte und koennen nachschauen und anfargen ob sie kontakt haben wollen.

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