Falsche Entscheidung getroffen - Bauchgefühl

    • (1) 24.10.13 - 21:38

      Hallo Leute,

      ich hab ein Problem über das ich eigentlich mit niemandem rede, zumindest solange, bis es "ausgestanden" ist.
      Aber irgendwie muss ich es mal loswerden und Meinungen dazu hören.

      Ich erkläre mal, worum es geht.

      Mein Mann und ich suchen schon lange nach einer Gartenwohnung. Nun hatten wir eine gebrauchte gefunden, die uns auf Anhieb gefiel.

      Aber schon am selben Abend bekam ich Zweifel, die ich leider für mich behielt um meinem Mann nicht die Freude zu verderben.

      Das Ganze ging dann übers Wochenende so, dass ich mir tagsüber ständig einredete, dass die Wohnung super passe, ich aber jede Nacht aufwachte und mit einem sehr schlechten Gefühl in Grübeleien versank.

      Am nächsten Tag hielt ich mir dann wieder die Vorteile vor Augen bis ich wieder einigermaßen positiv auf die Wohnung eingestimmt war, nachts wachte ich wieder auf und fühlte mich, als ob ich am nächsten Tag zum Galgen müsste. Schrecklich.

      Da wir schon sehr lange suchten und ich die Nase voll hatte wollte ich die Wohnung unbedingt, aber mein Gefühl blockierte total.

      Leider unterschrieben wir dann den Maklervertrag, obwohl ich mich dabei nicht gut fühlte. irgendwie dachte ich wohl, sobald es dingfest ist, kommt auch meine Freude.

      Das Gegenteil war der Fall. Ich konnte nicht mehr schlafen, konnte nicht mehr essen, war stimmungsmäßig am Nullpunkt und heulte ständig los. Nach einer Woche hatte ich 6 kg abgenommen und dann traf ich endlich die Entscheidung dass ich aus diesem Kaufvertrag raus wollte. Mein Mann war natürlich stinksauer auf mich, er hätte die Wohnung gern gehabt. Aber ich konnte einfach nicht aus meiner Haut und diese Blockade in mir war einfach nicht ignorierbar. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich war total machtlos dagegen.

      Dazu kam noch das furchtbar schlechte Gewissen dem Verkäufer gegenüber, der total nett war und uns aus dem Vertrag entließ.

      Das ganze ist jetzt einige Wochen her und ich verstehe immer noch nicht, warum sich alles in mir so gegen diese Wohnung gewehrt hat. Sie hätte super gepasst. ich suche ständig nach Antworten und finde keine.

      Ich weiß auch nicht, ob es richtig war, mich doch dagegen zu entscheiden. Aber da dieses Gefühl so übermächtig war, muss ich einfach darauf vertrauen, dass es einen guten Grund dafür gab.

      Das Ganze hat jetzt natürlich noch eine finanzielle Konsequenz, der Makler ist berechtigt die gesamte Provision einzufordern. Die Wohnung ist mittlerweile an einen anderen Käufer gut verkauft (zu einem höheren Preis, als wir geboten hatten) und so hoffe ich, dass der Makler sich gnädig und verhandlungsbereit zeigt.

      Alles in allem eine totale Sch... - nicht nur dass wir jetzt zahlen müssen ohne eine Gartenwohnung zu haben, auch unser Traum von einem Garten ist jetzt irgendwie in eine graue Wolke gehüllt.

      Manchmal passieren Dinge, aus denen wir wohl lernen müssen, aber ich habe noch nicht wirklich verstanden, WAS genau ich daraus lernen soll. Ich habe nur vage Vermutungen... :-/

      Vielleicht hat der eine oder andere hier Lust mir seine Sicht der Dinge zu schildern? Das könnte mir helfen, meine Perspektive zu erweitern und mehr zu begreifen.

      Danke fürs Lesen!
      LG E.

      • Deine Lehre ist bei Zweifeln VORHER mit deinem Mann aufrichtig zu sprechen.

        Deine Gefühl sind nicht das Problem, sondern, dass d den Mund nicht aufgemacht hast.

        Ich wäre wohl auch wütend - zurecht, denn von einem erwachsenen Menschen darf man vorausschauenderes Verhalten erwarten, gerade bei solchen finanziellen Belastungen. Vielleicht nicht die Verantwortung auf die verwirrenden Gefühle schieben, sondern den Fehler zu akzeptieren, sich zu entschuldigen und eine Lektion zu ziehen.

        • Danke für deine Antwort.

          Aber DAS ist ja nicht das Problem. :-)

          Mein Mann ist mittlerweile auch der Meinung dass die Entscheidung falsch gewesen ist.

          Ich habe mich vielleicht auch missverständlich ausgedrückt. Es ist nicht so, dass ich meinem Mann gar nichts von meinen Zweifeln gesagt habe. Ich habe immer wieder angesetzt, er wollte das aber nicht hören, reagierte genervt über meine "Negativität". Dass ich nicht mehr aß und nur noch am Heulen war, ist ihm auch nicht entgangen. So gesehen könnte ich auch ihm den Vorwurf machen dass er meine Lage ignoriert hat.

          Allerdings war das ganze für mich selber so lähmend dass ich nicht klipp und klar sagen konnte, NEIN, ich will das nicht. Das hat sich erst entwickelt.

          Ich weiß, das ist sehr schwer zu verstehen. Ich verstehe es ja selber noch nicht. Rationell ist das auch gar nicht fassbar.

          Aber wenn ich das jetzt so schreibe...vielleicht liegt da wirklich ein Hinweis. Mehr reden, intensiv reden. Hmmm. Mein Mann ist leider kein großer Reder, war er nie, das habe ich immer akzeptiert. Aber früher habe ich dann eben das Gespräch geführt wenn es um ein wichtiges Thema ging. Mittlerweile bin ich da vielleicht auch eher lasch geworden und verdränge mehr als dass ich es anspreche...
          Danke, das war ein guter Denkanstoß!

          Was ich daraus aber auch lerne ist dass ich NIE NIE NIE mehr gegen mein Bauchgefühl entscheiden werde.

          • "Mein Mann ist leider kein großer Reder, war er nie, das habe ich immer akzeptiert. "

            Das sind die meisten Männer nicht, aber wenn es um so grosse Sachen geht MUSS man reden...

            mein Bauchgefühl irrt sich manchmal- es liegt vielleicht daran, dass ich eine schlimme Pessimistin bin.

            Aber oft sagt er die Wahrheit. z.B. bei der Geschlechtbestimmung unserer Kinder- ich wusste schon am Tag , als ich von den Schrwangerschaften erfahren habe, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird- das Gefühl war unglaublich- ich habe es nicht vermutet, sondern, ich habe es gewusst! (so ähnlich, wie du es beschreibst)

            und beim Auswandern nach Südamerika- jahrelange Vorbereitungen, tolle Pläne ...es musste einfach klappen. Als wir dahin kamen, hatte ich das Gefühl- HOLLT MICH HIER RAUS, DAS WIRD NIX- und?- nein, unser Plan ist leider nicht aufgegangen:-(- ich möchte zwar die 6 Jahre nicht als "verloren" bezeichnen, aber ich muss sagen, dass ich schon am ersten Tag wusste, dass irgendwas passiert, was uns nicht weiter machen lässt...

            wer weisst- vielleicht hat diese Wohnung ein Schimmelproblem (oder anderes), von dem du nichts weisst, aber irgendwas hat dich davon bewahrt...

            • Danke dir!

              Ja, das mit dem Schimmelproblem habe ich auch schon überlegt. Vielleicht werde ich irgendwann erfahren, was meine Blockade ausgelöst hat.

              Das mit deiner Südamerika-Sache - hoffe, du kannst es im Nachhinein für dich trotzdem als zumindest lehrreiche Erfahrung verbuchen.

              LG E.

              • das tut es auf jedem Fall! wer nichts riskiert, kann auch nicht viel Gewinnen. Unsere Beziehung hat sich noch mehr befestigt, weil wir echt schlimme Zeiten zusammen erlebt haben. Wir lernten neue Sprachen, neue Kulturen kennen- sowas kann einem keine Schule beibringen- nur die Schule des Lebens.... uuuuund, wäre das mit Südamerika nicht.- hätten wir unsere jetztige HEIMAT niemals gefunden...aber auf mein Bauchgefühl muss ich trotzdem nicht immer hören :-p

      Hallo, ich kenne deine Gefühle sehr gut. Fast so ähnlich habe ich es auch schon erlebt. Habe damals verzweifelt nach einer Wohnung mit Tierhaltung, EG und etwas Garten gesucht. Ich hätte eigentlich vor Glück zerspringen müssen, tat ich aber nicht. Habe dann auch wieder alles rückgängig gemacht, der Makler wollte natürlich seine Kohle und der ach so nette Vermieter hat sogar auf reguläre Kündigungsfrist bestanden (rechtlich okay, menschlich naja). Obwohl noch 4 Monate bis zum Einzug gewesen wären. Habe mir mein Geld aber wiederholen können, da er die Wohnung gelich weiter vermietet hatte (rechtlich nicht mehr okay).

      Ich kann bis heute nicht erkläre, was mit mir los war....es war einfach ein mieses Bauchgefühl....und das extrem.
      Im Nachhinein habe ich erfahren, das der Wald hinter dem Haus ein halbes Jahr später platt gemacht wurde (der Vermieter wußte schon davon!) und einige Hochhäuser gebaut wurden, die Zufahrtstraße entstand genau neben dem Garten und auch dieser überfreundliche Vermieter hatte so einigen Dreck am Stecken (war sogar in der Presse).
      Man sollte immer auf sein Bauchgefühl hören und nach der Aktion und den ganzen Ärger habe ich aber gelernt, dieses Gefühl nicht zu ignorieren und gleich zu handeln.
      LG
      (Habe dann kurz danach übrigens eine süße kleine Wohnung in einem recht teuren Stadtteil für günstig Geld ergattert. Es sollte einfach so sein.)

      • Danke für deinen Bericht. Ich bin echt froh, dass ich nicht allein bin mit so einer Erfahrung. Bei dir hat der Bauch echt super Arbeit geleistet. Genau so etwas hoffe ich bei mir auch... dass sich im Nachhinein noch herausstellen wird, dass es richtig war, auf mein Bauchgefühl zu hören.

        Wobei - es war gar nicht möglich, nicht darauf zu hören. Ich war zu nichts mehr fähig, ein Umzug wäre mir nicht mehr möglich gewesen. Ich hätte wohl einen Nervenzusammenbruch bekommen.

        Naja, jetzt müssen wir halt schauen, was der Makler meint. Hoffe, dass er sich bald meldet.

        Danke nochmal und liebe Grüße!

        • Wünsch euch viel Glück wegen dem Makler, alle die ich bisher kennenglernt habe, waren nicht so toll. Der Anwalt, den ich damals hatte, meinte auch: Makler hat seinen juob erfolgreich ausgeführt, das Geld ist leider weg. Vielleicht habt ihr da ja mehr Glück.
          Habe ganz oft solche "Einschläge", je älter man wird, desto mehr kann man sie einschätzen. Ich glaube wirklich, das auch dein Mann dir noch dankbar sein wird..... mal sehen wo bei euch der Haken war.

          Ihr findet ebstimmt bald die richtige Wohnung.....
          LG

    Liebe Elena,

    ich kenne das mit dem Bauchgefühl nur zu gut und kann deine Empfindungen inkl. dem innerlichen Blockieren komplett nachvollziehen.

    Auch wenn das jetzt alles doof aussieht und ihr Geld für etwas zahlen müsst, dass ihr dann gar nicht habt, so kann ich für mich behaupten, dass da am Ende immer was Gutes bei rauskommt bzw. am Ende bei der betreffenden Sache ein großer Hammer ans Tageslicht kommt.

    Vertrau weiterhin auf Dein Bauchgefühl, aber weih Deinen Mann am Besten künftig immer ein :-)
    Meiner benutzt meinen Bauch inzwischen sogar als Orakel...

    LG

Hallo Elena,
ich kenne dieses Gefühl auch sehr gut.
Ich bin auch jemand der absolut aus dem Bach heraus entscheidet.
Wenn ich ein ungutes Gefühl bei einer Sache habe, schnürt sich mir förmlich der Hals zu.

Es gibt ein paar Dinge die ich leider gegen mein ungutes Gefühl doch gemacht habe und habe mir hinterher auch die Frage gestellt: warum hast du das denn jetzt gemacht?

Als Konsequenz höre ich heute mehr auf meinen Bauch und kommuniziere das dann auch.

Das Dein Mann sauer ist kann ich durchaus nachvollziehen. Ein offenes Wort hätte es nicht soweit kommen lassen.
Vllt. kannst Du ja aus dem ganzen soweit für Dich mitnehmen, dass Du das was Du bei einer Sache empfindest klarer zum Ausdruck bringen kannst.

Ich hoffe, dass ihr das mit dem Makler noch hingebogen bekommt. #klee
Vllt. lässt er ja mit sich reden.

Viele Grüße.

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Dieses "Bauchgefühl" hat mir schon 2x meinen eigentlich größten Wunsch verwehrt: wieder einen Hund zu haben :-(
Ich hätte nur JA sagen müssen aber ich bekam Zweifel, obwohl keine hätten da sein müssen, alles war geklärt und bereit.
Bisher weiß ich auch nicht, wofür das gut war, denn ich denke an nichts anderes als daran mal einen Hund zu haben :-(

Manche Dinge kann man nicht erklären...

...ich habe 2 mal nicht auf mein Gefühl gehört und es ist jedes mal wirklich etwas ganz fürchterliches passiert.

Ein drittes mal passiert mir das nicht mehr.

Wer weiß für was deine Entscheidung gut war...

...du wirst es vermutlich nie heraus finden, was dann aber auch so besser ist #gruebel

LG Daniela

Hallo,

genau deswegen haben wir auch noch keine Wohnung/ Haus gekauft. Vor 3 Jahren hatten wir endlich eine Wohnung gefunden. Schön groß, viele Zimmer, Garten, Balkon und mein Mann hätte kein Auto mehr benötigt. Alles war perfekt. Der Notartermin stand. Die neuen Fenster waren bereits bestellt. Die Finanzierung sollte kein Problem sein. Das Miethaus gekündigt! Dann hatten wir am Wochenende vor dem Notartermin den Schlüssel für die Wohnung wg. Handwerker. Eigentlich wollten wir nur die Wände neu streichen, neue Fenster einbauen lassen, die Bäder renovieren und eine neue Küche. Selbst meine Traumküche war schon in Auftrag gegeben. Es fehlte nur noch die Unterschrift.

Der 1. Handwerker stellte fest, dass wir sämtliche Elektroleitungen neu machen müssen. Die Elektrik war so überhaupt nicht mehr zulässig. Ein Cousin von mir bekam darauf hin übers Handy die Bilder des Sicherungskastens. Er bestätigte die Aussage des Handwerkers.

Der 2. Handwerker sollte eigentlich nur kommen, da ich im Keller einen Waschmaschienenanschluss wollte. Festgestellt wurde, dass sich der Esstrich löst und uns ein Wasserschaden verheimlicht wurde.

Das war zuviel für mich! Wir haben noch am selben Tag alles abgeblasen. Aus Verzweiflung schrieb ich alles per Fax, per Brief und auf den Anrufbeantworter. Wir sind zum Glück ohne Kosten aus der Sache raus gekommen.

Die Wohnung lies mir aber keine Ruhe. Da ich dort nach der Arbeit vorbei fahre, habe ich nach einem Jahr dort gehalten. Die neuen Eigentümer waren gerade am renovieren. Ich durfte ich in die Wohnung. Es war erschreckend. Bis auf einer Wand, waren alle Wände neu. Alle Böden draußen, die Decken gerade neu gemacht. Warum? Es wären sehr viele versteckte Mängel in der Wohnung. Die Wände schimmelten unter der Tapete. Renovierungskosten bei Eigenleistung: Mehr als 130.000 Euro. Die komplette Wohnung musste entkernt werden und neu gemacht werden. Was war ich froh! Der Kaufpreis zusammen mit den Renovierungskosten (wir hätten Handwerker benötigt), hätte uns schlicht und ergreifend das Genick gebrochen!!! Ich war so froh über mein Bauchgefühl!

Angeschaut haben wir seitdem nur noch eine Wohnung. Aber wir werden vermutlich in den nächsten Jahren nichts kaufen.

LG Lilie

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