Weihnachten im Schuhkarton

    • (1) 10.10.17 - 23:24

      Wie jedes Jahr steht die Weihnachtszeit bevor und diverse Organisationen rufen zu spenden auf. Ich kenne es noch von früher. Man packt ausrangiertes Spielzeug in einen Karton und versendet diesen. Leider musste ich jetzt feststellen, dass nur noch Neuware erwünscht ist.
      Mal ganz salopp gesagt. Wenn es denn kids so schlecht geht, würden sie sich auch über gebrauchte Sachen freuen. Ich denke viele werden davon abgeschreckt. Es ist ja schon ein Unterschied, ob ich für 10 oder 20 Euro neue Sachen kaufe, oder ob ich Sachen die nicht mehr benötigt werden einpacke. Wie seht ihr das? Beteiligt ihr euch an solchen Aktionen? Eventuell hat jemand Einblicke und kann mir sagen wieso es nur Neuware sein darf. Bei Zahnbürsten u.s.w. verstehe ich es ja noch. Aber Spielzeug?

      Gruß Kartoffelpuffer

      • Weil alte Sachen nicht durch den Zoll kommen. Die müssen versteuert werden. Und wer soll das bezahlen? Außerdem sind die Hygiene Vorschriften inzwischen strenger . In alter Kleidung können Läuse, flehe oder sonstiges Ungeziefer sein, genauso wie in Kuscheltieren. Und Lebensmittel müssen ein bestimmtes Haltbarkeitsdatum haben, damit sie die Kinder auch wochrn später noch essen können. Den Kindern ist das alles egal. Aber ein Kind, dass eh schon unter Armut leidet soll dann auch noch Kuscheltiere oder Kleidung bekommen, in denen sich inter umständen Ungeziefer befindet? Ernsthaft? Natürlich muss es neu sein. Denn viele Leute entsorgen so auch einfach vollkommen untragbare Kleidung mit löchern oder Flecken oder voll mit Ungeziefer. Leider gibt es genug Leute die so ihren Unrat entsorgen wollen ohne viel Aufwand. Daher muss es neuware seien. Zum Schutz der Kinder.

        • Okay, an sowas habe ich natürlich nicht gedacht. Kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand auf diese Weise seinen Schrott entsorgt. Trotzdem traurig. Ohne diese ganzen Bestimmungen könnte viel mehr Gutes getan werden. Will gar nicht wissen wie viel Geld die Kontrollen usw auffressen. Kennst du villeicht eine Organisation wo man gebrauchte Sachen spenden kann ?

          • Alle Organisationen nehmen nur noch neuware. Ich würde es im flüchtlingsheim versuchen..Unser örtlichen tierheim nimmt Sachspenden gern an um sie bei der jährlichen Tombola zu versteigern. Vielleicht fragst du bei euch einfach mal nach. Ansonsten blieben noch das soziale Kaufhaus. Aber die sind (zumindest bei uns) auch sehr pingelig mit dem, was sie annehmen.

            • Wir haben hier bei uns ein großes Auffanglager. (Sorry, kenne den korrekten Begriff nicht ) und da darf es auch bitteres gebrauchtes sein. Mal ehrlich. Auf dem Boden schlafen, oder auf einer Matratze die ganz eventuellen mit Flöhen verseucht ist. Da läuft doch irgend was verkehrt. Ich habe jetzt 4 gute Matratzen plus Bett zum Sperrmüll angemeldet. Echt schade.

            • In Deutschland schläft kein Flüchtling auf gebrauchten ,mit Flöhen verseuchten Matratzen.

              Auffanglager gibt es auch nicht, aber Aufnahmelager wo jeder Neuankömmling ein gereinigtes Bett mit gereinigten sehr guten Matratzen und Bettzeug ausgestattet wird.

              Gerade auf Hygiene wird dort sehr geachtet.

              • (10) 11.10.17 - 11:21

                Hallo Nane,

                eigentlich wollte ich mich zu dem Thema nicht äußern - aber diese Darstellung ist, zumidest so verallgemeinert, nicht korrekt! Ich habe selbst eine ganze Weile ausgeholfen die zugeteilten Flüchtlinge zu betreuen, und hier gab es weder neue - noch gereinigte Matratzen.

                Die Sachspenden wurden so genommen wie sie kamen - und an die Flüchlinge weitergegeben!

                LG
                DJ

                • (11) 11.10.17 - 11:42

                  Da kann nur in der absoluten Engpasszeit als Tausende Flüchtlinge pro Tag kamen so gewesen sein.
                  Jetzt gibt es schon seit Monaten Vorgaben die erfüllt werden müssen und auch kontrolliert werden.
                  Anders ist es bei Bekleidung, Haushaltgegenständen usw.
                  Auch "dürfen" die Mitarbeiter Sachspenden beurteilen und annehmen. Das
                  bedeutet aber nicht, dass der Flüchtling das annehmen muss, ihm steht ein hygienisch einwandfreies Bett inkl. Matratze zu.

        Schau mal hier, da habe ich unsere Babysachen gespendet.

        http://www.vergessene-kinder.de

    (13) 11.10.17 - 09:01

    Selbstverständlich kommen alte Sachen ohne Zollgebühren durch den Zoll wenn sie als Spende deklariert werden.
    Wenn nur Neuware gewünscht ist , dann würde ich mir gut überlegen zu spenden.
    Gebraucht kann auch super erhalten sein, natürlich sollten die Artikel weder verschmutzt noch durchlöchert sein.
    Aber gebrauchte Stifte, Federmäppchen(gereinigt) usw. sind kein Problem. Und Lumpen gehören schon gar nicht zu so einer Aktion.

(14) 11.10.17 - 07:14

----Man packt ausrangiertes Spielzeug in einen Karton und versendet diesen.---

Das war noch nie erwünscht.
Ich habe schon vor über 20 Jahren bei dieser Aktion mitgemacht, und es war damals schon so, dass nur neue Sachen eingepackt werden sollten.

Inzwischen mache ich da nicht mehr mit.
Die letzten Jahre habe ich mich bei der Weihnachtswunschaktion von Galeria Kaufhof beteiligt.
Dort steht in der Weihnachtszeit ein großer Tannenbaum mit Wunschzetteln, von Kindern aus der Stadt, die in armen Familien wohnen (wird über die Tafel organisiert).

Dort suche ich mir einen aus, erfülle das was drauf steht (es ist jedes Alter dabei und die Wünsche sind total unterschiedlich) und gebe das dann an der Kasse mit dem entsprechenden Zettel das Kindes ab. Anonym oder mit Adresse.

Die Tafel verteilt das dann bei einer Feier an die entsprechenden Kinder.
Die Wunschzettel die übrig bleiben, erfüllt übrigens Galeria selbst, damit kein Kind leer ausgeht.

Diese Aktion finde ich ganz toll, weil es an Kinder geht die in unserer Stadt wohnen.

Ich finde die Idee etwas gruselig, dass wir unseren Wohlstandsmüll in nette Päckhchen packen und an andere weitergeben, damit wir das Gefühl haben etwas gutes getan zu haben.

Es gibt genug Stellen, denen man gebrauchte Sachen spenden kann und wenn auch diese den Kram nicht haben wollen, dann ist es halt, was es ist: Müll!

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    • (19) 11.10.17 - 09:08

      Leider muss ich auch sagen, dass es ein Irrglaube ist, die Päckchen würden nur an arme Familien und Kinder gehen.

      Ich bin sehr oft an Weihnachten in Osteuropa und dort werden die Päckchen in Schulen und Kindergärten an alle Klassen bzw. Gruppen verteilt.

      Und ganz ehrlich, wessen Kind in z.B.Bosnien einen Kindergarten (nicht staatlich) besucht, der ist nicht arm.
      Die Waisenhäuser ,Krankenhäuser ect. bekommen natürlich auch Päckchen. Aber es wird definitiv nicht gut selektiert.
      Nur als kleinen Denkanstoß.

      Selbst ich bekomme jedes Jahr solche Päckchen angeboten, und nein es ist kein Einzelfall. Es läuft seit Jahrzehnten so.....

Ich finde eher die Idee gruselig, dass in unsere Köpfe eingepflanzt wird, nur Neuware ist genehm, gebraucht ist eine Zumutung.

Gebraucht ist nicht gleich gebraucht. Ich habe z. B. viele Sachen zuhause, die wurden noch nie benutzt, da sie aber gewaschen und ausgepackt wurden, gelten sie auch nicht mehr als neu.

Was nun? Zu einem Billiganbieter rennen und dort Ware erstehen, weil sich mit den Preisvorgaben sich nichts anderes kaufen lässt und alle Päckchen gleich wertig sein müssen?
Und sich freuen, weil die Kinder nun neue Sachen bekommen? Und insgeheim ein schlechtes Gewissen hegen, weil man genau weiß, dass die Sachen erstens - wie nane schon schrieb - auch an nicht ganz so arme Kinder gehen und zweitens auch weiß, dass man seinen eigenen Kindern keinen solchen Schrott zumuten würde?

VG, midnatsol

  • (21) 11.10.17 - 10:55

    Auf der anderen Seite soll es aber auch gerecht zugehen. Was meinst du, was für Neid entsteht, wenn Kind a zum Beispiel ein Päckchen mit neuware bekommt, kind b aber eines mit "nur" gebrauchten Dingen? Es soll einheitlich sein, damit kein Neid und Missgunst entsteht.

    • kommt drauf an, wie alt die Kinder sind. Kinder lernen Neid von ihren Eltern

      (23) 11.10.17 - 14:36

      Wenn es gerecht zugehen soll, dann müssten auch die Geschenke genormt werden #augen.

      Gerecht ist, wenn jedes Kind ein Geschenk bekommt (vorausgesetzt es sind gut erhaltene Spielsachen, und nicht jede Neuware ist ein gutes Spielzeug, da ist leider auch viel zu viel Schrott dabei).

      (24) 11.10.17 - 22:52

      Das verstehe ich schon und das sollte sich auch die Waage halten.
      Allgemein meinte ich nur die Sinnlosigkeit, für 15 Euro ein Päckchen zu packen mit Inhaltsvorgaben.
      Scheint erstmal schlau zu sein, aber wo kriege ich das her? Nur mit qualitativen Einbußen und in meinen Augen dann auch lieblos.
      Ich verstehe auch, dass es nicht die Arbeit der Helfer sein kann, die Päckchen wieder auseinander zu sortieren, weil ein Dümmling meint, so seinen Müll los zu werden.

      Und ich meinte auch die Wertigkeit, weil jemand davon sprach, unseren Wohlstandsmüll günstig los zu werden. Was ist denn an vielen Sachen Müll, nur weil das Preisschild ab ist?

Es geht nicht darum, dass jemand hier meint nur Neuware ist genehm, Gebrauchtes ist eine Zumutung.

Aber es ist gruselig, dass wir die Dinge, die wir nicht mehr brauchen (die also für uns wetlos sind) als gute Tat verschenken wollen.

Uns ist doch die Ware nicht mehr genehm, wir legen keinen Wert auf Nachhaltigkeit, sondern kaufen Dinge, die wir nie benutzen und geben Dinge weg, die wir als neuwertig und in gutem Zustand bewerten. Da liegt doch das Problem. Wenn ich hier lese, dass sich jemand empört, weil er 4 neuwertige Matratzen plus Bett auf den Sperrmüll geben musste, dann frage ich mich tatsächlich, warum die denn nicht einfach weiter benutzt werden?

Wichtiger wäre, dass wir lernen sinnvoll einzukaufen und nicht wahllos, die Dinge die wir besitzen auch nutzen und nicht aus irgendwelchen Launen heraus diese ersetzen, weil wir nach etwas besserem streben.

Ich finde diese Weihnachten im Schuhkarton Aktionen aus ganz vielen Gründen unsäglich, fände es aber tatsächlich noch schlimmer, wenn wir unseren Müll darin an andere weitergeben.

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