Kinder mit zur Beerdigung nehmen?

    • (1) 20.11.17 - 12:59

      Hallo,

      ich weiß nicht ob ich hier mit meinem Anliegen im richtigen Forum bin, wenn nicht bitte verschieben#schein.

      Meine geliebte Omi ist gestern nach schwerer Krankheit verstorben#heul#kerze! Am Freitag ist das Begräbnis und mein Jüngster (er wird im Dezember 8 Jahre alt) will unbedingt mitkommen.

      Ich gehöre eher zu den Menschen, die der Meinung sind, dass Kinder auf einem Begräbnis noch nichts zu suchen haben...ich war selber auch immer so, dass ich in meinen jungen Jahren auf keine Beerdigung mit wollte. Vielleicht denke ich daher so darüber, dass dieser traurige Anlass für Kinder einfach noch nichts ist.

      Jetzt meinte aber meine Ex-Schwiegermutter zu mir, dass ich mir das noch einmal überlegen soll, und dass es auch für meine Kinder ganz wichtig sei, sich von ihrer Urli zu verabschieden.

      Ich weiß nicht, was ich machen soll...ich habe Angst, dass sie danach ganz verstört sein werden und will sie einfach nur schützen. Mein Großer (9 Jahre) ist sehr sensibel und ich habe die Sorge, dass er mit dem Erlebnis nur schwer umgehen wird können.

      Wie habt ihr das gehandhabt bzw. wie seht ihr das?

      Danke,

      Lg

      • (2) 20.11.17 - 13:09

        Meine Kinder sind immer mit zu den Beerdigungen, vorallem wenn es sich um die geliebten Uromas gehandelt hat. Ich glaube es war auch gut so.

        Zum einen weil es auch für die Kinder irgendwie ein Abschluss ist und deshalb wichtig, zum anderen habe ich aber auch immer bemerkt, dass den anderen Trauergästen die Kinder richtig gut getan haben.
        Beim Tod der einen uroma war mein Sohn 6. Während der Kirche hat er laut und herzzerreißend geweint, aber wenig später konnte er schon wieder fröhlich herumtoben und hat mit seiner Fröhlichkeit viele mitgerissen. Kinder trauern ja anders als wir Erwachsene.
        Heute, über 10 Jahre später hat er an diese Beerdigung eine gute Errinnerung und sit immer noch froh, dass er dabei war.

        (3) 20.11.17 - 13:13

        Hallo,

        meine Kinder durften es selbst entscheiden, und als mein Papa dieses Jahr starb, da war mein Jüngster 8....

        Er war zB.noch einen Tag bevor er starn mit im Hospiz - weil er seinen Opi dort gerne besuchen wollte - und das war okay.

        Der 18jährige war jeden Tag dort, während mein Mittlerer gar nicht hinwollte- und alles davon ist für uns okay gewesen.

        Ich denke, für Kinder ist es wichtig zu sehen, dass die Familie Abschied nimmt und trauert, und dass Weinen und Traurig-sein dazugehören und vollkomnen in Ordnung ist.

        Schlimmer ist mMn alles, was mit erzwingen zu tun hat- Kind möchte nicht,"muss" aber usw....

        Mein Sohn hat es gut verkraftet, aber ihn hat es ebenso sehr berührt....

        Ohne ist das also nicht...aber für ihn ist alles eben ein insgesamt...wie soll ich sagen..."stimmiges Bild oder Erleben" gewesen...

        Mein Beileid und alles Gute,ihr werdet schon die richtige Entscheidung treffen #kerze

        (4) 20.11.17 - 13:24

        Gibt es die Möglichkeit, den jüngeren mitzunehmen und den älteren nicht? Also betreuungsmäßig?

        Wenn ein Kind den Wunsch äußert, dabeizusein, dann würde ich ihm das ermöglichen. Unterhaltet euch vorher darüber, wie der Ablauf sein wird. Dass dort Leute weinen werden usw. Und das er jederzeit die Möglichkeit hat zu sagen, dass er lieber doch nicht bleiben möchte.

        Das ältere Kind würde ich fragen, ob er auch mitkommen möchte. Aber auch ganz klar sagen, dass es vollkommen okay ist, wenn er das nicht möchte. Und dass er während dessen bei xy sein kann.

        Ich finde es auch wichtig, dass Kinder ab Schulalter von Verstorbenen Abschied nehmen können, wenn sie das möchten.

      • (5) 20.11.17 - 14:20

        Hallo,
        erst mal herzliches Beileid.

        Höre auf dein Bauchgefühl (nicht Kopf, Prinzipien) und vor allem auf dein Bauchgefühl bezüglich deines Kindes.
        Und auch auf das, was dein Kind sagt.

        Ich war auf einer Beerdigung nicht dabei und habe lange darunter gelitten, einfach weil mir der "Abschluss" fehlte
        und ich war auf Beerdingungen dabei, wo es gut und wichtig war mich zu verabschieden.

        Umgekehrt habe ich mich als Erwachsene auch schon mal dafür entschieden zu einer nicht hinzugehen, weil es mir nicht gut getan hätte.

        Kinder haben da ein gutes Gespür, was sie sich selbst zutrauen können.

        Ich halte nichts davon ein Kind dazu zu zwingen hinzugehen, wenn sie nicht wollen. Manche brauchen den Abstand, den Alltag, die Ablenkung.
        Allerdings halte ich auch nichts davon ein Kind zwanghaft davon fernzuhalten.

        Meine war schon auf Beerdigungen dabei.
        Meistens so, dass es eine Begleitperson gab, so dass sie hätten jederzeit gehen können. Mal war ich die Begleitperson, weil ich es in dem Moment konnte. Person die mir wichtig war, die Emotionen nicht soooo überwältigend.
        Mal war es eine andere Person, die sie gut kannte und vertraute. Das heißt, ich konnte mich auf meine Trauer konzentrieren und mein Kind konnte selbst entscheiden, was sie wollte. Das war gut so. Das ist auch heute noch einige Jahre später noch gut so. Sie war dann dabei, aber immer mit dem Gefühl, jederzeit gehen zu können oder rausgehen zu können. Das hat geklappt. Sie stand weiter hinten, war auch nicht mitten im Geschehen, hat aber genug mitbekommen um selbst verarbeiten zu können.

        Ein Freund von mir war als Kind nie auf einer Beerdigung. Klar, er hat mitbekommen, wie Verwandte gestorben sind, aber das war irgendwie trotzdem alles geheimnisvoll. Da dürfen Kinder nicht mit, ist nur was für die Großen usw.
        Mit ca. 30 Jahren bekam er dann Angst. Tod der Eltern war nicht mehr so abwegig, erste Krankheiten. Nicht so sehr, dass die Eltern sterben könnten. Sondern die Angst, Tod der Eltern, alles organisieren zu müssen, nicht zu wissen, was ihn erwartet, Beerdigungen als Mysterium. Da er als Kind nie mitdurfte, war es für ihn als Erwachsener fremd und er ging auch nie zu anderen (Angst vor dem, was ihn da erwartet), abrer dann irgendwann das Erkennen: was wenn den Eltern was passiert. DAs erste mal bei was schrecklichem dabei sein zu müssen, was er nicht kennt und dann auch noch die Eltern nicht dabei zu haben oder eben um die Eltern zu trauern und das Mysterium Beerdigung als was schreckliches erstes Mal....
        Das kann schon sehr belastend sein.


        Richtig oder falsch gibt es denke ich nicht.
        Auf das eigene Gefühl hören und auch den Kindern Raum für das eigene Gefühl geben.
        Sie gehen oft anders mit Leben und Tod um als wir erwachsenen. Auf ihre Art.
        Es ist auch nicht immer gleich. Und auch manche Geschwister entscheiden anders.

        Besprich es mit deinem Sohn, was er möchte, was er sich vorstellt, wie er es sich vorstellt.
        Überlege, wer ihn begleiten könnte. Wo du vertrauen hast, kannst du dich selbst auch anders entspannen, trauern.

        Hallo

        erstmal mein Beileid#kerze

        Als meine Oma gestorben ist waren meine Kinder 5 und 4 Jahre alt. Sie sind mitgekommen weil ich nämlich der Meinung bin das der Tod zum leben gehört.

        Ostern dieses Jahr starb meine Schwiegermutter da war die jüngste 9, auch hier war das Kind mit dabei.

        Meine Kinder hatten nie Schwierigkeiten damit und natürlich haben sie auch geweint weil eben jemand aus der Familie nicht mehr da ist.
        Ja es ist traurig aber diese Emotion muss ja nun auch ihren Platz haben und eine Beerdigung ist ja auch eine Art Abschied nehmen und ja ich finde auch Kinder gehören mit dazu.

        In meiner Familie ist der Tod immer wieder mal Thema weil man eben auch mal drüber spricht wer was für Vorstellungen hat. Ich finde das gut denn man spricht doch auf darüber wenn jemand schwanger ist und ein neuer Mensch zu uns kommt.

        LG
        Corinna

        • Interessante Frage! In dem Alter ist es wohl schwierig zu beurteilen, ob man das Thema schon erklären kann. Aber an sich finde ich es nicht verwerflich sie mitzunehmen.

      (8) 20.11.17 - 15:01

      Hallo,

      mit auf Beerdigung ja, aber mit guter Vor- und Nachbereitung. Außerdem sollte vielleicht jemand anders als du während der Beerdigung auf die Kinder schauen, damit du Zeit hast, Abschied von deiner Oma zu nehmen. Jemand, der vllt notfalls auch mit den Kindern weg geht, wenn sie nicht mehr können, sie in den Arm nehmen etc.

      Es geht ja nicht nur um die eigene Trauer, sondern darum, dass sie ihre Verwandten alle weinen sehen und das vor allem für das sensible Kind zu viel wird.

      Ich wurde mit ca 13 völlig allein gelassen auf der Beerdigung eines nahen Verwandten und es war wirklich furchtbar. Ich hab es seit damals nicht mehr geschafft, auf irgend eine Beerdigung zu gehen..

      Lg

      • (9) 21.11.17 - 10:46

        "Es geht ja nicht nur um die eigene Trauer, sondern darum, dass sie ihre Verwandten alle weinen sehen und das vor allem für das sensible Kind zu viel wird."

        Ich glaube genau im Gegenteil, es ist für die Kinder entlastend zu sehen, dass es auch für die Erwachsenen nicht einfach ist und da aus guten Gründen einfach Trauer da ist. Es ist doch viel schwieriger zu verstehen, warum die Erwachsenen hinterher alle ein bisschen durch den Wind sind, wenn man selbst nicht mit dabei war.

    (10) 20.11.17 - 15:03

    Hallo,

    meine Schwiegermutter ist dieses Jahr gestorben und mein Sohn ist auch knapp 8 Jahre alt. Er war bei der Beerdigung dabei und ich fand das auch wichtig, dass er dabei war und sich auch verabschieden konnte. Unsere Tochter (knapp 4) hatten wir nicht mitgenommen, aber deinen Sohn würde ich mitnehmen. Vor allem wenn er auch hinmöchte.

    (11) 20.11.17 - 16:02

    Danke für eure Antworten#danke#liebdrueck!

    Ich werde es mir noch einmal überlegen, nochmals mit meinem Sohn sprechen und ihm erklären, wie so ein Begräbnis abläuft. Und dass so etwas nicht angenehm sondern sehr traurig ist.

    Mal sehen was er dann dazu sagt#schwitz...

    Lg

    • (12) 20.11.17 - 16:09

      Da er es gerne möchte, würde ich es genauso machen, ihn darauf vorbereiten, was dort passieren wird und dann abwarten, wie er sich entscheiden wird. Ausschließen würde ich ihn von Vornherein auf keinen Fall. Das wäre für ihn nicht zu verstehen.

(13) 20.11.17 - 16:15

Hallo,

ich würde ein Kind aus zwei Gründen nicht mitnehmen.

1. Es ist größer (4/5 Jahre und älter) und will es selbst nicht.

2. Es ist kleiner und könnte die Trauerfeier stören.

Wenn das Kind aber bereit dazu ist, würde ich es auch mitnehmen. Ich sehe das wie deine Schwiegermutter.

LG

(14) 20.11.17 - 20:44

Hallo,

dein Verlust tut mir sehr leid.

Ich denke, dass ich es auch davon abhängig machen würde, wie ihr so trauert. Wenn ihr eher gefasst seid, dann könnt ihr die Kinder gut emotional unterstützen und vielleicht erklären, was gerade passiert. Wenn ihr selbst in eure Trauer und den Abschied vertieft seid, dann solltet ihr überlegen, ob die Kinder nicht lieber mit euch zusammen ein paar Stunden später Abschied nehmen.

Auch würde ich mit dem Pfarrer oder Pastor sprechen und darum bitten, dass er die Gebete und Lieder familientauglich auswählt, sodass sich auch die Kinder eingebunden fühlen und verstehen, was gesagt oder gesungen wird.

Viele Grüße,
lilavogel

(15) 20.11.17 - 21:12

Mein Beileid!

Und: ich selbst war in dem Alter auf der Beerdigung meiner geliebten Oma. Ich habe es nie bereut. Im Gegenteil, so war sie "nicht einfach weg" sondern ich habe gewusst, dass ich sie auf ihrem letzten Weg begleite.

Ich habe da aber schon gewusst wie so ein Begräbnis prinzipiell abläuft. Wenn das Kind also will, dann darauf vorbereiten und durchaus mitnehmen!

LG

(16) 20.11.17 - 23:13

Ich war als Kind auf so mancher Beerdigung und fand es nie schlimm. Klar, das ist kein Kindergeburtstag, aber eine ganz normale Situation, die zum Leben dazu gehört - auch wenn wir versuchen den Tod aus unseren Leben zu verdrängen.

Wenn es jetzt die Cousine der ehemaligen Nachbarin wäre, die man seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hätte, würde ich meine Kinder auch lieber zu Freunden schicken. Aber bei einer so nahen Verwandten und dann auch noch auf ausdrücklichen Wunsch des Kindes gäbe es gar keine Diskussion, da kämen meine Kinder mit.

Die Folge "Abschied von der Hülle" von der Sendung mit der Maus ist SUPER, ist auch bei Amazon Prime verfügbar:
https://www.amazon.de/Was-tr%C3%A4gt-der-Papst/dp/B019HR7RKC/ref=sr_1_2?s=instant-video&ie=UTF8&qid=1511215936&sr=1-2&keywords=bibliothek+der+sachgeschichten

lg

(17) 21.11.17 - 10:28

Ich würde ihn mitnehmen. Würde er es selbst nicht wollen, natürlich nicht. Aber er wünscht es sich ja ausdrücklich. Ich finde es für ein fast 8jähriges Kind nicht zu früh. Natürlich muss man vorher und nachher darüber sprechen. Letztlich gehört Sterben zum Leben dazu.

(18) 21.11.17 - 10:39

Kinder von Beerdigungen fernzuhalten, heißt, sie dem Leben fernzuhalten, wo der Tod einfach dazugehört - aber leider oft verdrängt wird. Meine Enkelin war 8 Jahre alt, als mein Mann starb. Sie war in der Wohnung, als er starb, suchte sogar seine Urne aus und ging ganz selbstverständlich bei der Beisetzung an meiner Hand hinter der Urne ihres Opas her, den sie sehr geliebt hatte. Sie WOLLTE das alles genauso und wurde zu nichts überredet. Und ja, sie ist auch ein sehr sensibles Kind.
Ist immer eine Sache, wie man in der Familie damit umgeht. Sie hat erlebt, wie er immer kränker und schwächer wurde und dann eben starb. Sie malte ihm ein wunderschönes Bild, welches der Bestatter dann auch mitnahm.
Mein Mann durfte in seinem Bett sterben - und meine Enkelin bestand darauf, sich alleine von ihm im Schlafzimmer zu verabschieden und schickte ihre Eltern raus. Wir haben sie auch nicht gefragt, was sie dem Opa noch erzählt hat.
Wenn das Kind mitkommen will, nimm es bitte mit und lass es sich verabschieden, es gehört zum Leben dazu, auch das Weinen. Ich habe sehr viel mit meiner Enkelin geredet und erklärt - und sie hat alles verstanden. Sie hat schon zwei Opas verloren.
LG Moni

  • Genau so sollte das sein - kein schöner Anlass, aber ein tolles Verhalten!

    • Ich bewundere Leonie noch heute dafür. Kein Kind, welches ich in meinem Leben kennenlernte, ist so souverän und selbstverständlich, dabei so voller Gefühl mit dem Tod eines lieben Menschen umgegangen. Sie war traurig über den Tod ihres Opas und wollte dann auch einige Tage bei Mama/Papa schlafen - das ist ja nur verständlich. Aber alles andere - Wahnsinn. Das schafft mancher Erwachsene nicht. Beide Opas liegen auf dem Friedhof unweit meiner Wohnung und im Sommer geht sie ganz selbstverständlich auch mal alleine "Opas gießen" ;-) und erzählt dann auch noch, dass sie verblühte Blumen abgezupft und welke Blätter weggeräumt hat - wie wir es eben auch tun.
      LG Moni

(21) 21.11.17 - 10:55

Hi,

Als meine Uroma starb war ich 9, mein Bruder 6.

Meine Mutter hat uns gefragt, ob wir mitmöchten oder zu Hause bleiben wollen. Meine Oma hätte dann aufgepasst.

Wir wollten mit.
Ich hab kurz nach der Beerdigung angefangen zu heulen, ich hab keine Ahnung warum 😊 Ging auch nach 5 Minuten trösten wieder. War wahrscheinlich einfach die Situation ansich.
Beim Leichenschmaus ging es eher lustig zu.
Sie starb nicht überraschend und hatte schon vorher nicht mehr gewollt, konnte sich kaum bewegen, wurde auch bösartig und wenn sie klar im Kopf war, hat sie nur noch geweint.
Habe also keine schlechten Erinnerungen daran und auch nicht darunter gelitten.
Ich war auch sehr neugierig, wie so eine Beerdigung dann genau abläuft.
Meine Mutter hat natürlich mit uns vorher darüber gesprochen, aber es live zu erleben ist natürlich was anderes.

Ich würde daher die Entscheidung deinen Kindern überlassen.

(22) 21.11.17 - 11:11

Hallo,
erstmal mein aufrichtiges Beileid.
Ich finde, dass der Tod zum Leben gehört und man Kinder nicht davon fernhalten kann und sollte. Wenn wir Trauerfälle in der engsten Familie haben, gehen die Kinder ohne wenn und aber mit.
GsD hatten wir das aber erst einmal, dass auch unser Kleiner mit musste. Unser Großer war schon häufiger auf Beerdigungen im weiteren Familienkreis mit, sowohl als Messdiener als auch als Trauergast. Als Messdiener wird allerdings bei uns auch von 9jhrigen erwartet, dass die Kinder ihren Dienst verrichten.
Aber ich kann Dir jetzt mal von unserem Kleinen berichten, der jetzt Anfange September das erste Mal auf einer Beerdigung war:
Mein Schwiegervater ist Ende August mehr als plötzlich verstorben.Er war morgens noch einkaufen und als mein Mann mittags bei ihm vorbeigucken wollte, weil meine Schwiegermutter im KH war, saß mein Schwiegervater tot auf der Eckbank in der Küche. Das Mittagessen, was "Essen auf Rädern" während der Abwesenheit meiner Schwiegermutter bringen sollte, stand noch vor der Haustür. So schnell kann es gehen...Das wa für uns alle ein Schock.
Nun gut, da meine Schwiegermutter im KH war, kam die ganze Organisation der Beisetzung auf uns und meine Schwägerin mit Mann zu. Dadurch hat unser Kleiner, da noch 8, mehr mibekommen, als uns eigentlich lieb war und es kamen Fragen auf, wo wir manchmal echt überlegen mussten, wie wir ihm das erklären. Aber ich glaube, wir haben das gut hinbekommen. Der Tag der Beerdigung war für ihn allerdings furchtbar, aber wenn wir ihn nicht mitgenommen hätten, wäre das auch nicht richtig gewesen. Er spricht jetzt immer noch davon, dass der Pastor davon gesprochen hat, dass der Opa jeden Tag einkaufen gegangen ist und dass der Pastor auch wusste, dass der Opa immer Musik gemacht hat und die Liebe zur Musik an seinen Sohn und die Enkel weitergegeben hat. Es hat unseren Sohn schwer beeindruckt, dass der Pastor so viel vom Opa wusste. Als es dann nach der Trauerfeier in der Kirche in die Aussegnungshalle ging, war es doch etwas schwer für ihn, weil da der geschmückte Sarg und ein Bild vom Opa stand. Wir hatten ihm das zwar auch vorher gesagt, aber irgendwie....wenn man dann davor steht, ist das doch was anders. Aber er hat das dann doch echt gut gemeistert. Und als wir dann vor der Grabstelle standen, hat er doch einige zum schmunzeln gebracht. Er hat den Namen der Nachbargrabstelle gelesen und da der ihm bekannt vorkam, hat er mich laut flüsternd gefragt, ob das der Nachbar von Oma und Opa gewesen sei. Als ich ihm das bestätigte, meinte er nur (wieder laut flüsternd, das hat sogar der Pastor vorne gehört und musste sich das schmunzeln verkneifen), das das dann wohl ganz praktisch wäre, dann könnten sich Opa und Herr xy etwas unterhalten, wenn ihnen langweilig wäre.....
Unser Kleiner spricht wie gesagt, sehr oft vom Opa und von der Beerdigung. Er hat es noch nicht wirklich verdaut, dass Opa nicht mehr ist, aber wir tun unser Bestes, um ihm das alles etwas zu erleichtern. Allerdings durfte jetzt auf seinem Geburtstag keiner auf dem Platz sitzen, wo der Opa sonst saß. Aber die Vorstellung, dass Opa vom Himmel aus alles mitbekommt, was er macht und sicherlich auch gesehen hat, dass wir schön gefeiert haben, tröstet ihn.
LG
Elsa01

(23) 21.11.17 - 11:42

Der Tod gehört zum Leben dazu!!!
Was glaubst Du wie verstört sie sind, wenn sie nicht mitgehen dürfen und Du oder jemand anders traurig nach Hause kommt oder weint oder oder oder und sie wissen nicht warum und beziehen das vielleicht noch auf sich? #zitter
Es ist sooo wichtig, dass Kinder wissen, dass der Tod zum Leben gehört, leider bemerkt man das jetzt erst wieder, jahrelang wurde das Thema "totgeschwiegen" und sterben müssen wir alle.

(24) 21.11.17 - 12:10

Mein herzliches Beileid!

Ich finde es sogar wichtig, dass Kinder auch an Beerdigungen teilnehmen!. Es ist etwas sehr Wichtiges, was zum Leben dazu gehört. Warum sollte man Kinder davon ausnehmen? In anderen Kulturen ist es ganz selbstverständlich, dass die komplette Familie an der Beerdigungszeremonie teilnimmt, sie vorbereitet, am Bett des Toten wacht, den Toten wäscht usw. Hier in unserem Land ist es leider nicht selbstverständlich.
Bei meiner ersten Beerdigungszeremonie war ich 8 Jahre alt.
Auf einer anderen Beerdigung, an der ich teilnehmen mußte, war ein kleines Mädchen von ca. 3 oder 4 Jahren dabei. Die Eltern haben ihr immer wieder leise Erklärungen ins Ohr geflüstert und das kleine Mädchen war ganz still und hat aufmerksam beobachtet.
Natürlich sollte sich immer eine Person um das Kind kümmern, die nicht zu stark im Trauerprozess gefangen ist. Aber wenn das gewährleistet ist, würde ich die Kinder auf jeden Fall mitnehmen.

(25) 22.11.17 - 13:47

Hallo.

Unser Sohn war auch acht, als sein Opa starb und beerdigt wurde. Er wollte ihn zur letzten Ruhestätte mit begleiten. Er ist an Krebs verstorben und unser Sohn hat seinen Leidensweg mitbekommen. Es war eine wunderschöne Trauerfeier, der Redner war total super. Er hat diese Beerdigung auch in guten Erinnerungen. Er durfte dem Opa sogar noch zum Schluss eine Taube hinaufschicken. Opa war Taubenzüchter. Es war die Erlösung für seinen Opa und somit konnte er mit dessen Tod ganz gut umgehen.

Wenn er mit möchte, dann nimm ihn mit. Er kann damit umgehen, aber verbieten wäre keine Option.

Alles Gute und noch mein Beileid.

LG

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