Wie kann ich interne Schwarzarbeit melden, ohne Selbstbelastung?

    • (1) 04.01.18 - 16:13

      Ich habe einen Minijob und werde von meiner Chefin auch privat hinzugezogen, ohne extra Bezahlung. Das stinkt mir gewaltig, da ich mir wie ihr privater Buddy vorkomme. Bin auf Suche eines neuen versicherungspfl. Jobs, was nicht so leicht ist. Da meine Chefin dies aber nicht einstellen will, suche ich einen Weg, dies anders zu beenden. Aus der Sklavenzeit sind wir ja wohl raus, oder? Ich kann diesen Minijob im Ganzen aber nicht einfach hinschmeißen, bevor ich was Neues gefunden habe! Wer kann mir Tips zur Hilfe geben?! Möchte mich ja nicht selbst belasten! Sondern dieser egoistischen Z... eins auswischen.

      • (2) 04.01.18 - 16:42

        Wenn ich dich richtig verstanden habe, nutzt die Arbeitgeberin dich aus, indem sie deine Arbeitsleistung für außerbetriebliche Zwecke einsetzt und das zum Nulltarif. Richtig? Wenn die Leistungen aber nicht entlohnt werden, wird sie das wie eine Gefälligkeit sehen und das ist in dem Fall keine Schwarzarbeit. Das Ausnutzen an sich ist eine Sauerei, aber nicht jede Sauerei ist strafbar.

        Ich schlage dir vor, schlicht klarzustellen, dass du deine arbeitsvertraglich geschuldeten Leistungen erbringst und nichts darüber hinaus. Ich weiß nicht, wie lange das Arbeitsverhältnis schon besteht und wie viele Arbeitnehmer außer dir dort tätig sind, d.h. es ist nicht klar, ob du Kündigungsschutz hast oder sie nur die Kündigungsfrist einhalten muss, falls Sie dich rauswerfen möchte, aber du suchst ja sowieso einen anderen Minijob.

        Einerseits mitmachen und andererseits hintenrum dem anderen eins auszuwischen, finde ich immer unschön. Ich würde immer die direkte Konfrontation vorziehen.

        Ich weiß gar nicht, ob unbezahlte Frondienste überhaupt unter Schwarzarbeit fallen....
        Wie läuft das denn in der Praxis? Du arbeitest meinetwegen regulär 45 Stunden im Monat für 450€ und zusätzlich x Stunden bei der Chefin Zuhause?

        Wenn Du nicht bezahlt wirst, ist es keine Schwarzarbeit.
        Sklaverei ist es auch nicht, da Du den Job jederzeit kündigen oder Dich weigern kannst, die über das vereinbarte Maß hinausgehenden Tätigkeiten auszuführen (lies Dich aber vorher zum Thema 'Weisungsrecht' schlau). Im zweiten Fall wird Deine Chefin Dir vermutlich kündigen, dann hast Du noch den Weg über die Kündigungsschutzklage.

        Grüsse
        BiDi

      • (5) 04.01.18 - 17:08

        Vielleicht ist es keine "Schwarzarbeit", aber eine Bezahlung unter Mindestlohn.
        Notier doch einfach deine geleistete Arbeitszeit über einen gewissen Zeitraum, und teile die mit deiner Entlohnung. Dann hast du einen Stundenlohn von xxx.

        Ist es dann weniger als Mindestlohn, kannst du die Chefin damit mal konfrontieren.
        Schreib dir aber alles genau auf.
        Den Ort, den Zeitpunkt, die geleistete Arbeit...etc.

        Bezahlung in D unter Mindestlohn, ist kein Kavaliersdelikt.

        Und warum sagst du nicht einfach Nein?

      • Ich weiß´nicht ob du mir jetzt böse sein wirst nach meiner Antwort. Aber das Problem läßt sich doch ganz einfach lösen. Du machst deinen 450Euro Job und nicht mehr. Nebenarbeiten daheim ohne Bezahlung kannst du jederzeit verweigern!
        Ela

        • Dann findet die Chefin einen, wenn auch fadenscheinigen Grund, sie rauszuwerfen. Geht alles, Arbeitsgerichte sind vollkommen überlastet, Bearbeitungszeit bei uns gerade 9-12 Monate. Ich kenne z.B. mehrere Putzkräfte, die im 450 Euro-Job hoffnungslos ausgebeutet werden mit Zusatzaufgaben. Entgeltloses Putzen der Privaträume (eingestellt fürs Büro) Putzmaterial muss von zuhause mitgebracht werden, Putzlappen werden privat gewaschen, Putzmittel müssen eingekauft werden und sie rennen ewig der Erstattung nach usw. usw. Alles Frauen, die die Jobs brauchen, zwei Alleinerziehende haben mehrere solcher Jobs (ach ja, nicht mal die 450 werden bezahlt, sondern nur 400) Mindestlohn ist reine Augenwischerei. Manchmal wären sie mit H4 besser dran aber nicht jede Frau will das.
          Deswegen hier immer mein Rat an Frauen, eine qualifizierte Ausbildung zu machen, dass man sich so nicht durchschlagen muss. LG Moni

          • Hallo Moni! Ich bin mir sicher du hast schon Recht mit dem was du schreibst. DAs die Dame sich möglicherweise ihren 450zig Euro Job in die Haare schmieren kann wenn sie das Spielchen nicht mitmacht. Aaaaaaber es kommt wohl auch drauf an wie sehr sie auf den Job angewiesen ist. Klar wenn es mehrere Alleinerziehende gibt die es dringend brauchen und sonst keine Wahl haben ist es verständlich, aber ein Dauerzustand ist es dennoch nicht. Ich würde dann nebenher dringend nach einem neuen Job suchen.

            Ela

            • Das tun sicher die meisten, die so ausgebeutet werden. Aber - wenn Du z.B. kein Auto hast und die Öffis auf dem Lande sehr spärlich sind, hast Du auch schon ein Problem. So ging es auch einer meiner Bekannten. Manchmal kommt leider einiges zusammen. LG

      Guten Morgen,

      nimm es mir bitte nicht übel, das ist keine Schwarzarbeit, daß ist Deine eigene Dummheit, nicht nein sagen zu können.

      LG

      Hallo,

      melden wird dir gar nichts bringen, da die Nachweispflicht bei dir liegt. Es ist gar nicht so einfach.

      Warum suchst du nicht das Gespräch und teilst der Chefin mit, dass du nicht mehr gewillt bist, die Extraarbeit zum Nulltarif zu erledigen?
      Oder du beißt nun ein paar Wochen die Zähne zusammen und sucht einen neuen Minijob und wechselst dann?

      Das Problem ist, dass es in vielen Minijobs so ist. Ich habe einige Bekannte in der Gastro ... da wird der Mindestlohn nicht eingehalten und Stunden z.T. einfach nicht bezahlt.

      GLG
      Miss Mary

Top Diskussionen anzeigen