Zeugen Jehovas und Bluttransfusionen - wer kann es mir erklären?

    • (1) 30.01.18 - 11:40

      Letztens hatte ich wieder zwei Damen der Zeugen Jehovas vor meiner Türe.
      Sie waren sehr nett, deswegen habe ich mich getraut ihnen eine Frage zu den Bluttransfusionen zu stellen, die sie ja ablehnen.

      Leider konnten sie mir diese nicht beantworten und seitdem geht mir das nicht mehr aus dem Kopf.
      Vielleicht ist ja hier der ein oder andere, der sich mit dem Thema auskennt, selbst ein Zeuge Jehovas ist, Bekannte hat etc. (outen muss sich hier jedoch keiner!).

      Meine Frage war:
      Wenn Gott die Menschheit bedingungslos liebt, wieso beharrt er denn so darauf, dass das Blut ihm gehört und somit Zeugen Jehovas dieses nicht nehmen dürfen? Wieso ist es ihm lieber, dass eine Mutter bei der Geburt stirbt, nur weil sie auf eine Bluttransfusion verzichten musste?

      Für mich ist das mit Liebe absolut nicht zu vereinbaren. Ist ja schön, wenn sie Aussicht auf eine paradiesische Zukunft haben. Aber warum hindert sie Gott daran das jetzige Leben auch so lange wie möglich zu leben?

      Für mich geht das einfach nicht zusammen. Aber anscheinend muss es für die Zeugen Jehovas einen Sinn machen, sonst würde ich doch z. B. meinem Kind jede erdenkliche Hilfe zukommen lassen. Und ja, Bluttransfusionen müssen nicht immer sein, jedoch sind sie in einigen Fällen unabdingbar.

      #kratz

      (4) 30.01.18 - 12:28

      Du stellst die falsche Fragen. Sie tun es, weil es in der Bibel steht. Und da es das Wort Gottes ist, wird es nicht hinterfragt.

      Google kann dir auch dabei helfen:
      https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/haeufig-gestellte-fragen/jehovas-zeugen-warum-keine-bluttransfusion/

      „Warum akzeptieren Jehovas Zeugen keine Bluttransfusionen?

      Das hat vielmehr religiöse als medizinische Gründe. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird klar geboten, sich von Blut zu enthalten (1. Mose 9:4; 3. Mose 17:10; 5. Mose 12:23; Apostelgeschichte 15:28, 29). Außerdem: Bei Gott steht Blut für Leben (3. Mose 17:14). Wir haben also zwei Gründe dafür, dass wir Blut ablehnen: Gehorsam gegenüber Gott und Respekt vor ihm als Lebengeber.“

      Fragen hinsichtlich „warum lässt Gott dieses und jenes zu“ sind ja in allen Religionen nicht zu beantworten. Auch der Gott der Nächstenliebe der klassischen christlichen Lehren lässt zu, dass Menschen sterben, es Kriege gibt, etc.

      Ob Bluttransfusionen, Selbstmord, Sterbehilfe, Verhütung oder Abtreibungen: auch andere Religionen haben hier Tabus, die aus meiner Sicht in der heutigen Zeit und mit der heutigen Ethik nicht mehr sinnvoll erscheinen.

      Der Punkt ist: Gott will halt nicht, dass Menschen immer ein besonders langes Leben haben und möglichst glücklich und zufrieden sind. Das ist die humanistische Anschauungsweise, nicht aber die religiöse...

      • "Der Punkt ist: Gott will halt nicht, dass Menschen immer ein besonders langes Leben haben und möglichst glücklich und zufrieden sind." ;-)

        Ich frage mich nur, warum das nicht hinterfragt wird? Es ist doch ein eindeutiger Widerspruch in sich. Warum sollte ein liebevoller Gott auf das Blut beharren? Er ist doch kein Kind, das sagt "Nein, das ist meins! Das bekommst du nicht!"

        Oft denke ich mir, dass muss doch mit Gehirnwäsche zu tun haben. Ansonsten kann ich mir das nicht erklären #kratz

        • (6) 30.01.18 - 15:17

          Jeder Mensch bezieht seine Werte und Weltanschauung erst einmal aus dem Umfeld/Kulturkreis, in dem er aufwächst. So gesehen haben wir alle eine Gehirnwäsche in eine bestimmte Richtung. Es ist für dich das richtig, was du als richtig erlernt hast in der Gesellschaft. Man hinterfragt die Dinge, die einem nicht passend vorkommen. Aber dazu muss man erst einmal zweifeln. Keine Sicht der Dinge ist die einzig richtige. Für die Zeugen Jehovas ist ihre Auffassung so richtig, wie sie für dich falsch ist. Sie haben sich dazu entschieden, die Bibel wörtlich auszulegen, und danach leben sie.
          Für mich sind rohe lebende Seeigel zum Frühstück keine Option, Japaner sehen das anders...

          • Ich würde das verstehen, wenn es irgendwie einen „roten Faden“ gäbe.
            Aber ich kann doch nicht in einem Atemzug sagen „Gott ist bedingungslose Liebe“ und dann „Gott erlaubt dir nicht, dass du eine Bluttransfusion bekommst. Dann stirbst du lieber!“ #gruebel

            Und die Zeugen Jehovas legen ja nicht alles wörtlich aus. Im alten Testament steht auch, dass Frauen bei Ehebruch gesteinigt werden müssen. Dies befolgen sie z. B. nicht.
            Es hat was von „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“

      (8) 30.01.18 - 15:18

      Hallo!

      Wie kommst Du darauf? Im alten Testament wurden die Menschen teils mehrere hundert Jahre alt. Lies mal Gen. 5 und Gen. 6. Erst bei Gen. 6,3 beschränkt Gott die Lebenszeit der Menschen - auf 120 Jahre! Im Psalm 90 ist von einem durchschnittlichen Lebensalter von 70-80 Jahren die Rede, das kommt der derzeitigen Lebenserwartung eines Menschen schon sehr nahe. Und in der Regel sind es ja nicht die 75jährigen, denen Blut transfundiert werden soll.

      LG

      • (9) 30.01.18 - 15:27

        Ich verstehe deine Frage nicht. Wie komme ich auf was?

        • (10) 30.01.18 - 15:33

          Ah, jetzt, ja. Das Schlüsselwort in meiner Aussage ist „immer“. Also, das Leben jedes einzelnen. Ist nicht die Ansicht, dass Gott der Lebengeber- und nehmer ist? Wenn er sich entschließt, dass ein Leben zu Ende sein soll, ist es so. Im alten Testament macht Gott ja auch gerne mal die Menschen platt...

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  • Naja, zumindest muss bei Weihnachten niemand sterben ;-)

    Ja, vielleicht ist das so und man kann das nicht rational erklären.

    Ist eigentlich schon krass, wie sehr man sein Hirn ausschalten kann und dann einfach macht, was einem gesagt wird. Ohne zu hinterfragen :-(

    • Naja, zumindest muss bei Weihnachten niemand sterben ;-)
      ..................................

      Das würden die vielen Gänse anders sehen ;-)

      Ich finde es auch spannend, dass man sich von einem imaginären Wesen das Leben bestimmen läßt. Jede Religion ist Gehirnwäsche, die eine mehr die andere weniger.

      (14) 31.01.18 - 12:50

      - Ist eigentlich schon krass, wie sehr man sein Hirn ausschalten kann und dann einfach macht, was einem gesagt wird. Ohne zu hinterfragen :-( -

      Also du meinst, so wie bei all den Menschen die in den Krieg ziehen, und andere Menschen erschiessen die ihnen persönlich noch nie etwas getan haben, einfach weil man ihnen das sagt?

      • Soweit ich weiß, stand in den 10 Geboten "Du sollst nicht töten".

        Soweit ich weiß, wurden dennoch Kriege geführt. Von "Helden der Bibel". Von Personen, die Gott sogar geschützt hat!

        Warum? Stand in der Bibel "Du darfst nicht töten, außer, sie sind die Bösen und glauben nicht an Gott?" Früher hat Gott dies geduldet, es evtl. so gar für gut befunden. Hat Kriege angeführt etc.

        Und jetzt hat er seine Meinung geändert? Oder was ist auf einem passiert? #kratz

(16) 30.01.18 - 17:31

Ich bin verwirrt. Warum wurde der Beitrag ausgeblendet? Ich kann mich nicht erinnern, etwas anstößiges gelesen zu haben. Oder darf man nicht sagen, dass man es absurd findet, dass Jesus übers Wasser gelaufen ist?

Das find ich lustig, die klingeln bei Dir an der Tür, um Dich zu rekrutieren und auf eine einfache Frage wissen sie keine Antwort. #rofl Sehr überzeugend!

  • Sie haben es mir ja beantwortet mit ihrem Bibeltext. Auf meine Nachfragen haben sie ihre Antwort aber einfach in zig unterschiedlichen Varianten aufgesagt. Sie haben die Sätze einfach umgestellt, der Inhalt war gleich :-)

    Das hatte was von "Warum ist das so?" Antwort: "Weil!" ;-)

(19) 31.01.18 - 12:35

Apostelgeschichte 15:28+29
Denn der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: 29 euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!“

Wenn dein Arzt dir sagt, daß du dich des Alkohols enthalten musst (weil er weiß, daß es für dich schädlich ist) erfüllst du seine Vorgaben, wenn du statt den Alkohol zu trinken ihn per Infusion zu dir nimmst?

https://www.youtube.com/watch?v=iLPA7W-M0Ww
https://www.stern.de/gesundheit/bluttransfusionen--warum-sie-riskanter-sind--als-man-glaubt-7321296.html

Dies sind nur zwei Beispiele, einer immer größer werdenden Zahl von neuen Einsichten (von Mediziniern).

Wobei es bei der Blutfrage nicht nur um den gesundheitlichen Aspekt geht, sondern ganz viel auch mit der Heiligkeit des Blutes und dem Loskaufopfer Jesus zu tun hat. Aber das würde hier jetzt den Rahmen sprengen.

Zu deinen Frage im speziellen:
Wenn Gott die Menschheit bedingungslos liebt, wieso beharrt er denn so darauf, dass das Blut ihm gehört und somit Zeugen Jehovas dieses nicht nehmen dürfen? Wieso ist es ihm lieber, dass eine Mutter bei der Geburt stirbt, nur weil sie auf eine Bluttransfusion verzichten musste?

Gott ist als unser Schöpfer viel, viel weiser als wir. Du kannst das mit Eltern und kleinen Kindern vergleichen. Wenn dein 5jähriges Kind unbedingt ein Bier haben will, verweigerst du es ihm, weil du WEISST, daß es letztendlich für dein Kind nicht gut ist. Ja ich weiss der Vergleich hinkt im Moment, da es dabei nicht um Leben und Tod geht, aber dazu komme ich noch.

- Für mich ist das mit Liebe absolut nicht zu vereinbaren. Ist ja schön, wenn sie Aussicht auf eine paradiesische Zukunft haben. Aber warum hindert sie Gott daran das jetzige Leben auch so lange wie möglich zu leben? -

Eben weil er uns liebt, möchte er dass es uns gut geht. Nochmal zum Vergleich Eltern - Kinder. Liebende Eltern schützen ihre Kinder, enthalten ihnen oft vermeintlich Gutes vor, eben weil sie ihre Kinder lieben.

Gott hat versprochen, daß er eines Tages den ursprünglichen Zustand, den er für die Menscheit vorgesehen hatte, eines Tages wiederherstellen wird.

"Gott wird jede Träne...von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei." (Offenbarung 21:4, Neue evangelistische Übersetzung)

Tag täglich sterben heute Millionen Menschen, durch Alter, Krankheit, Hunger, Krieg.... Gott weiss, dass er jeden von diesen wieder ins Leben zurückrufen kann. Also spielt es in dem Moment keine Rolle WARUM du gestorben bist, ob durch Krebs oder Autounfall. Er wird es wieder gutmachen. In der Zwischenzeit "schlafen" sozusagen die Verstorbenen. Sie fühlen nichts, sie leiden nicht, sie haben auch kein Zeitgefühl.

In der Bibel wird der Tod oft mit dem Schlaf verglichen (Psalm 13:3; Johannes 11:11-14; Apostelgeschichte 7:60). Wenn jemand tief schläft, bekommt er nichts von dem mit, was um ihn herum passiert. Ähnlich ist es mit jemand, der tot ist: Er ist ohne jedes Bewusstsein. Die Bibel lässt uns aber wissen, dass Gott Menschen aus dem Todesschlaf aufwecken und ihnen wieder das Leben schenken kann (Hiob 14:13-15). Für alle, die Gott auferwecken wird, ist demnach mit dem Tod nicht alles vorbei.

Was ist also langfristig besser? Gottes Geboten zu gehorchen und dafür eine Auferstehung mit ewigem Leben zu haben, oder ein vergleichsweise sehr kurzes Leben auf der Erde, dass ohnehin irgendwann zu Altern, Krankheit und Tod führt?

Ab wann sind denn Gottes Gebote nicht mehr gültig, dann wenn uns der Schuh drückt, oder gelten sie ohne wenn und aber?

Dies gilt z.b. auch für Krieg und Wehrdienst.

Jesus wies Petrus an: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Matthäus 26:52). Damit machte Jesus deutlich, dass seine Nachfolger nicht zu den Waffen greifen.

Die Bibel sagte nicht: "....ausser der Staat zwingt dich dazu..." oder "...ausser du wirst zum Kriegsdienst einberufen."

Deshalb verweigern Zeugen Jehovas auch jeglichen Kriegsdienst, selbst wenn dafür das eigene Leben auf dem Spiel steht. Deshalb sind auch zb. auch Zeugen Jehovas im Dritten Reich schwer verfolgt worden.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/eine-vergessene-opfergruppe-die-zeugen-jehovas-im-dritten-reich/87216.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas_in_der_Zeit_des_Nationalsozialismus

Und auch heute noch sind in vielen Ländern der Erde aktuell Zeugen Jehovas im Gefängnis, weil sie nicht bereit sind Gottes Maßstäbe zu verleugnen, auch nicht um den Preis des eigenen Lebens.

Ich hoffe, ich konnte dir deine Fragen einigermassen beantworten. Ich möchte mich hier gar nicht groß auf eventl. Streitgespräche einlassen. Denn es steht ja jedem Menschen frei, dies für sich selbst abzulehnen oder auch nicht.

  • „Gott ist als unser Schöpfer viel, viel weiser als wir. Du kannst das mit Eltern und kleinen Kindern vergleichen. Wenn dein 5jähriges Kind unbedingt ein Bier haben will, verweigerst du es ihm, weil du WEISST, daß es letztendlich für dein Kind nicht gut ist. Ja ich weiss der Vergleich hinkt im Moment, da es dabei nicht um Leben und Tod geht, aber dazu komme ich noch.“

    Und wo besteht nun die Gefahr, dass Menschen z. B. durch eine Bluttransfusion gerettet werden könnten? Konkret: Welchen Nachteil hätten die Menschen, wenn sie eine Bluttransfusion erhalten?

    Das ist meiner Meinung nach nicht mit einem Bier für 5jährige vergleichbar.


    „Eben weil er uns liebt, möchte er dass es uns gut geht. Nochmal zum Vergleich Eltern - Kinder. Liebende Eltern schützen ihre Kinder, enthalten ihnen oft vermeintlich Gutes vor, eben weil sie ihre Kinder lieben. Gott hat versprochen, daß er eines Tages den ursprünglichen Zustand, den er für die Menscheit vorgesehen hatte, eines Tages wiederherstellen wird.“
    Hier nochmal meine Frage: Welchen Nachteil hätten die Menschen, wenn sie eine Bluttransfusion erhalten würden? Was hat das mit dem Vergleich von liebenden Eltern und Kindern zu tun?
    Ich verstehe nicht, in welche Gefahr sich die Menschheit bringt, wenn es Bluttransfusionen erhält und warum der Erhalt einer paradiesische Erde im Wege stehen sollte?

    „Gott weiss, dass er jeden von diesen wieder ins Leben zurückrufen kann. Also spielt es in dem Moment keine Rolle WARUM du gestorben bist, ob durch Krebs oder Autounfall. Er wird es wieder gutmachen. In der Zwischenzeit "schlafen" sozusagen die Verstorbenen. Sie fühlen nichts, sie leiden nicht, sie haben auch kein Zeitgefühl.“
    Und nur weil er weiß, dass es einmal ein Paradies geben wird, muss z. B. ein Kind ohne seine Mutter auf dieser Erde aufwachsen, weil er das Blut für heilig erklärt hat?
    Selbstmord ist doch auch nicht erlaubt. Warum nicht? Wenn es doch egal ist, wie und warum wir sterben? #kratz



    „Was ist also langfristig besser? Gottes Geboten zu gehorchen und dafür eine Auferstehung mit ewigem Leben zu haben, oder ein vergleichsweise sehr kurzes Leben auf der Erde, dass ohnehin irgendwann zu Altern, Krankheit und Tod führt?“

    Meine Frage ist aber: Inwiefern gibt es dieses Gebot? Warum besteht Gott so unbedingt auf dieses Blut? Wenn er uns doch so liebt, warum hat er geboten, dass wir uns des Blutes enthalten sollen? Warum können wir (trotz Aussicht auf das Paradies) nicht alles erdenkliche tun, um dieses Leben ebenfalls zu verlängern? Das steht dem Paradies doch überhaupt nicht im Wege. Aber für ein Kind, eine Mutter, einen Vater etc. macht es hier auf dieser Erde einen wesentlichen (!) Unterschied!

Ich glaube die Frage mit dem Blut wurde Dir sehr gut erklärt.
Ich möchte aber auch noch mal auf die Bedingungslose Liebe eingehen, die du in Frage stellst.

Vorweg: Menschen machen Fehler. Wir (Christen) haben die Bibel, an welche wir uns Orientieren. Das Problem ist hier nun die Auslegungssache. Christen stehen vor dem Problem, ob man alles wörtlich nehmen sollte oder es Interpretation ist.

Im neuen Testament ist deutlich, dass es auch Möglichkeiten zur Interpretation gibt. Jesus spricht unglaublich viel in Bildern, die man deuten muss!
Ebenso revidiert Jesus einige Stellen des alten Testaments; Sinngemäß sagt Jesus, dass wir durchaus essen dürfen was wir wollen. Denn es ist nicht wichtig was in uns reinkommt (Nahrung), sondern was aus unserem Herzen kommt (Wir Rede ich mich anderen Menschen).

Man sieht also, selbst Jesus hinterfragt und er ist nunmal für Christen der Sohn Gottes.

Viele Fundermentalisten halten sich komplett an die Bibel, um keine Fehler zu begehen und vergessen dadurch manchmal, dass die Bibel ein Leitbild Ist, aber gewiss keine komplette Anleitung- beziehen wir die 10. Gebote mal nicht mit ein, die ganz klar formulierte Regeln sind


Hinzu kommt, dass Gott uns den freien Willen gab. Er akzeptierte, dass wir uns von ihn abwenden, Sünden begehen, in Hassen.
Seine Liebe zu uns bleibt bestehen und er gibt uns immer die Möglichkeit zurückzukehren - egal wie schlimm die Sünde war.

Ich bin sehr gläubig und dennoch Spende ich Blut, bin bei der Dkms und hinterfrage Jesus und die Bibel... sonst hätte uns Gott auch keinen freien Willen geben müssen, wenn es Sünde wäre ihn einzusetzen.

Warum es Krankheiten und Leid gibt:
Keine Ahnung. Aber ich glaube nicht, dass es aus Bosheit Gottes ist. Das ist aber Auslegungssache

  • (22) 31.01.18 - 13:36

    Tut mir leid wenn wir hier jetzt eventl. abschweifen, aber ich möchte doch noch auf einige deiner Argumente kurz eingehen:

    - ...Ebenso revidiert Jesus einige Stellen des alten Testaments; ...

    Jesus "revidierte" das alte Testament nicht, sondern er revidierte sozusagen das mosaische Gesetz, in dem er es durch neue Gebote auf einen aktuellen Stand brachte. Genau so wie wir heute nicht mehr die gleichen Gesetze aus dem Mittelalter haben, so war auch durch Jesus die Zeit gekommen, die Menschen auf ein sozusagen höheres Niveau zu heben.

    Röm. 10:4: „Christus ist das Ende des GESETZES, jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt.“

    Bedeutet die Beseitigung des mosaischen Gesetzes, einschließlich der Zehn Gebote, daß alle moralischen Einschränkungen abgeschafft wurden?

    Auf keinen Fall; viele sittliche Maßstäbe der Zehn Gebote wurden in den inspirierten Büchern der Christlichen Griechischen Schriften wiederholt. Aber zb. das Sabbatgesetz wurde jedoch nicht wiederholt, deshalb halten Christen ja auch keinen Sabbat mehr

    Auch sagte Jesus „ ,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN“ (Mat. 22:35-40).

    Deswegen widersprechen sich - vermeintlich - auch Aussagen, Gesetze aus dem AT und dem NT.

    - Ich bin sehr gläubig und dennoch Spende ich Blut, bin bei der Dkms und hinterfrage Jesus und die Bibel... sonst hätte uns Gott auch keinen freien Willen geben müssen, wenn es Sünde wäre ihn einzusetzen. -

    Aus keinem Gesetz der Welt, und die sind oft sehr verwirrend und genauso oft mit Widersprüchen formuliert, kannst du dir nur die Rosinen herauspicken, die dir wahlweise gefallen.

    Ja wir haben einen freien Willen. Gottes intelligente Geschöpfe haben Handlungsfreiheit sowie das Vorrecht und die Verantwortung, eine persönliche Entscheidung hinsichtlich des Laufs zu treffen, den sie einschlagen werden (5Mo 30:19, 20; Jos 24:15).
    Aus der Bibel geht deutlich hervor, daß er keinen automatischen und sozusagen mechanischen Gehorsam wünscht, sondern er will, daß wir ihm dienen, weil ihr Herz und ihr Sinn von echter Liebe dazu angetrieben wurden.

    Auch dein Kind hat einen freien Willen. Es kann sich entscheiden ob es eine Anweisung von dir beachtet oder nicht. Das dein Kind die Möglichkeit hat dies zu tun, bedeutet aber nicht zwangsläufig dass es die Erlaubnis hat, nur die Regeln zu befolgen, die ihm genehm sind.
    Gehorcht dein Kind nicht, dann wendet eine Mutter entsprechende Erziehungsmassnahmen an. Nichts anderes tut Gott.

    - Warum es Krankheiten und Leid gibt:
    Keine Ahnung. Aber ich glaube nicht, dass es aus Bosheit Gottes ist. Das ist aber Auslegungssache -

    Als der Teufel Eva zum Ungehorsam verleitete, zettelte er einen Aufstand gegen Gott als höchsten Herrscher an. Die meisten Menschen haben sich auf seine Seite geschlagen und Gottes Herrschaft abgelehnt. So ist Satan zum „Herrscher der Welt“ geworden. (Johannes 14:30; Offenbarung 12:9.)

    Jehova hat die Auflehnung gegen seine Herrschaft nun schon eine ganze Zeit geduldet. Warum? Um zu zeigen, dass es nichts Gutes bringt, wenn Menschen ohne ihn regieren (Jeremia 10:23). Keine Regierung auf der Erde hat es je geschafft, Kriegen, Verbrechen, Ungerechtigkeiten und Krankheiten ein Ende zu machen. (Prediger 7:29; 8:9; Römer 9:17.)

    Bleiben wir noch einmal bei einem Eltern-Kind vergleich:

    Dein Teenager wird aufmüpfig und ist der Meinung, dass er dich nicht braucht. Er will nach seinen eigenen Regeln leben, sich von dir nichts mehr sagen lassen und schmeisst dich sozusagen raus, damit er seine Ruhe hat.

    Ok du denkst dir "gut, dann muss er wohl auf die harte Tour lernen, dass er mich braucht". Er haust also allein in seiner Hütte. Dann vergisst er den Herd abzuschalten. Du stürzt herbei und drehst den Herd ab, ohne dass er es merkt (denn er will ja deine Einmischung nicht). Er vergisst den Wasserhahn abzudrehen, würde das ganze Haus unter Wasser setzen. Du greifst wieder ein, weil du denkst "der arme Bub, ich kann ihn doch nicht ins Unglück laufen lassen".

    Was hat dein Kind daraus gelernt? Er denkt sich, siehste...ich brauche die Alte ja gar nicht, ich hab alles im Griff.

    Wenn du hingegen dein Kind auf die Schnauze fallen lässt, wird er irgendwann erkennen, dass er dich eben doch braucht. Natürlich wird das nicht ohne Verletzungen abgehen. Aber genauso wie DU WEISST, dass das aufgeschlagene Knie wieder heilen wird und sich dein Kind in 50 Jahren vermutlich gar nicht mehr an den Schmerz von damals erinnern wird, genauso WEISS Gott, dass er alles wiederherstellen wird in der Auferstehung, und wir uns dann an all den Schmerz auch nicht einmal mehr erinnern werden.

    Das ist für mich wirklich die liebe eines fürsorglichen Vaters, in dem Erziehungsmassnahmen angewendet werden wenn nötig, auch wenn es IM MOMENT natürlich schmerzhaft ist.

    • (23) 31.01.18 - 13:57

      Ich denke, dass wir beide aufgrund von unterschiedlicher Religion, bzw. Religiösen Erziehung einfach eine ganz andere Absicht haben und wir demnach zwar respektvoll miteinander kommunizieren können, aber gewiss nicht auf einen Nenner kommen - was ja gar kein Problem ist :)

      Für uns Gläubigen ist es doxh am wichtigsten, dass wir nach besten Wissen und Gewissen Handeln, so dass wir mit uns und Gott im Reihnen sind.
      Wir Menschen sind vielfältig- genauso wie unsere Meinungen und Auslegung unserer Religion.
      Das sieht man schon beim Namen Gottes- Jehova - bei unterschiedlichen Übersetzungen der Bibel, bis hin zur Meinung, dass man sich nur die Rosinen heraussucht.
      Ich bin hingegen der Meinung, dass die Auslegung nichts mit Rosinen zutun hat, sondern mit einer Auseinandersetzung der eigenen Religion, die bei uns beiden auch sehr unterschiedlich ist.
      So kommt für mich und vielen Menschen aus meiner Gemeinde, jeder in das Paradis, der Bereit ist Gott zu erkennen und seine Sünden zu bereuen und einen neuen Weg einzuschlagen. Egal ob Zeuge, katholische Menschen, Juden, Moslems und so weiter.
      Der Weg ist das Ziel.

      Ich danke Dir trotzdem für deine interessanten Ansichten und werde mir darüber noch mal intensiver Gedanken machen:)

      • (24) 31.01.18 - 14:19

        Ich danke dir für deine sachliche Diskussion :-) Ich muss leider gleich weg, deshalb noch zum Abschluss (ja ja ich weiss, wir müssen immer das letzte Wort haben :-p )

        - So kommt für mich und vielen Menschen aus meiner Gemeinde, jeder in das Paradis, der Bereit ist Gott zu erkennen und seine Sünden zu bereuen und einen neuen Weg einzuschlagen. Egal ob Zeuge, katholische Menschen, Juden, Moslems und so weiter. -

        Siehst du, Darin gleichen sich die Ansichten ;-)

        Wie die Gläubigen vieler anderer Religionen hoffen auch Zeugen Jehovas gerettet zu werden. Wir glauben aber auch, dass es nicht unsere Sache ist, zu beurteilen, wer gerettet wird. Letztendlich ist Gott der Richter, der entscheidet (Jesaja 33:22).

        Gottes Wort jedoch macht deutlich, dass es nicht nur auf den Wunsch ankommt, gerettet zu werden, man muss sich auch retten lassen. Das ist die von dir aufgeführte Bereuung der Sünden. Auch damit stimmen wir überein.

        Dazu noch ein Vergleich: Angenommen, ein Wanderer verirrt sich in den Bergen. Verzweifelt sucht er nach einer Orientierung. Ob er umkommt oder am Leben bleibt, hängt davon ab, wie er reagiert, wenn ihm Hilfe von einem Rettungsdienst angeboten wird. Er könnte sie aus Stolz ablehnen; er könnte sie aber auch dankbar und demütig annehmen und gerettet werden.

        Genauso muss man auf den Retter der Menschheit, Jehova Gott, hören und sich von ihm retten lassen. Rettung ist ein Geschenk von Gott, das aber nicht jeder automatisch bekommt. Jesus, Gottes Sohn, erklärte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist“ (Matthäus 7:21).

        Interessant sind drei wesentliche Voraussetzungen, die Gottes Wort für die Rettung nennt:

        1. „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“, sagte Jesus zu seinen Freunden (Johannes 13:35). Wie wichtig die Liebe ist, zeigte Jesus selbst, als er sein Leben für andere opferte. Wer seinen Nächsten liebt, erfüllt damit eine grundlegende Voraussetzung für die Rettung.

        2. „Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gegeben“, sagte Jesus in einem Gebet zu seinem Vater (Johannes 17:26). Jesus wusste, dass seinem Vater sein persönlicher Name, Jehova, sehr viel bedeutet. Daher betete er: „Dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6:9). Gottes Namen zu heiligen schließt ein, ihn zu kennen, ihn als wichtig anzusehen und ihn in Ehren zu halten. Wer gerettet werden möchte, muss wie Jesus den Gottesnamen gebrauchen. Außerdem wird von ihm erwartet, mit anderen über den Namen Gottes und seine Eigenschaften zu sprechen (Matthäus 28:19, 20).

        3. „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt“, sagte Jesus zu Pontius Pilatus (Johannes 18:36). Nur wenige beweisen heute Glauben an Gottes Königreich, das heißt Gottes Regierung mit Jesus als König. Stattdessen vertrauen die meisten auf Organisationen, die von Menschen gegründet wurden. Um gerettet zu werden, ist es jedoch nötig, fest zu Gottes Königreich zu halten und anderen zu erklären, wie diese Regierung alle, die Gott treu sind, befreien wird (Matthäus 4:17).

        Als Jesus mit seinen Jüngern über einige Voraussetzungen für die Rettung sprach, fragten sie: „Für wen besteht dann die Möglichkeit, gerettet zu werden?“ Darauf antwortete Jesus: „Die Dinge, die bei Menschen unmöglich sind, sind bei Gott möglich“ (Lukas 18:18-30). Jehovas Zeugen bemühen sich gewissenhaft, den Anforderungen für die Rettung gerecht zu werden. Außerdem möchten sie anderen gern helfen, gerettet zu werden, und strengen sich dabei sehr an.

        Ich jedenfalls bin sehr, sehr froh darüber, nicht beurteilen zu müssen wer Rettung verdient. :-) Denn Gott ist unendlich viel weiser als wir, und kann das mit Sicherheit besser beurteilen.

        Alles Gute für dich

        • "Gehorcht dein Kind nicht, dann wendet eine Mutter entsprechende Erziehungsmassnahmen an. Nichts anderes tut Gott."

          Aber ist das dann wirklich ein "freier Wille" und "bedingungslose Liebe"?

          Dazu fällt mir folgendes (vielleicht doofes) Beispiel ein:
          Ein Einbrecher steht mitten in der Nacht vor dir und sagt "Entweder du schläfst mit mir oder ich bringe dich um!" Kann man hier wirklich von freiem Willen sprechen, wenn es die Möglichkeit gibt "Entweder du tust was ich sage oder ich bringe dich um!"?? #kratz


          Als Mutter verbiete ich Dinge, die meinem Kind WIRKLICH schaden, weil ich es liebe und nicht möchte, dass es leidet.

          Aber ein Kind leidet, wenn seine Mutter stirbt, weil es eine notwendige Bluttransfusion nicht erhalten hat. Es leidet, wenn er nicht mehr mit seiner Mutter sprechen darf, nur weil sie den Zeugen Jehovas den Rücken gekehrt hat. Oder sehe ich das falsch?

          Und ich sage schon zweimal nicht "Du darfst alles hier im Wohnzimmer anfassen, aber die Schokolade auf dem Tisch darfst du nicht berühren. Tust du es doch, schmeiße ich dich aus dem Wohnzimmer!" Wenn ich mein Kind bedinungslos liebe, dann möchte ich (ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen!!!), dass es ihm gut geht!

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