Was zählt im Leben?

    • (1) 20.05.18 - 01:31

      Also Mal abgesehen von ner Wohnung, ausreichend Nahrungsmittel und vielleicht die Liebe an seiner Seite?

      Ich frag das Mal so in die Runde!
      Am Ende unseres Lebens ist es nur eine Frage von zwei oder drei Generationen bis man vergessen ist.

      Ich weiß auch nicht recht grad....mein Vater ist vor bald sechs Jahren verstorben, Herzbeuteltamponade, das Herz hat es einfach zerfetzt. Meine Schwester starb nach jahrelangem leiden an MS und letztendlich an Krebs.
      Ihre Seelen sind irgendwie noch da....mein Vater starb so unerwartet dass ich bis heute das Gefühl habe dass er morgen da steht und ich mit ihm nen Kaffee trinken könnte.
      Meine Schwester hat noch ihr Facebookprofil und ich schreibe ihr ab und zu einfach Briefe und stell mir vor wie es im Himmel auch Facebook gibt und sie liest was ich ihr schreibe.

      Meine Kinder sind noch jung, 12+15....bis sie ihre eigene Familie haben dauert noch, falls ich das nicht mehr erleben werde bin ich nur eine Erzählung für meine Enkel...

      Mein Leben ist für mich irgendwie auch momentan nichts halbes und nichts ganzes.
      Hab zweimal Pech bei Wirbelsäulenoperstionen und muss bald wieder ran. Meine Hoffnung dass ich noch Mal all das was mit Freude im Leben macht erleben darf ist momentan bei Null.
      Also bin ich eigentlich nur noch da um meine Kinder groß zu bekommen und sie auf dem Weg in ihr eigenes Leben zu begleiten.

      Was zählt also? Gesundheit, ganz klar. Wenn man gesund ist steht einem eine Menge offen .
      Liebe, ist schon schön wenn man davon im Leben viel hat.
      Reichtum? Irgendwie nicht, lieber wenig Geld und dafür gesund....oder?

      Wie seht ihr das?

      Mona

      • was zählt sind Träume, Hoffungen, Erwartungen

        (3) 20.05.18 - 08:22

        Liebe Mona,

        ich glaube, letztendlich geht es darum, am Ende des Lebens zurück zu blicken und mit sich selbst im Reinen zu sein. Wenn man dann aus tiefster Überzeugung sagen kann "Ja, ich habe mein Leben gut gelebt und das Beste daraus gemacht." Mit allen Fehlern, die man gemacht hat, allen Schmerzen, die man erleiden musste und allem Glück, das man spüren durfte.

        Dabei spielen die Umstände natürlich schon eine Rolle. Klar ist Gesundheit wichtig im Leben, niemand möchte krank sein und leiden. Durch persönlichen Kontakt mit Schwerkranken weiß ich jedoch auch, dass diese Menschen durchaus auch ihr Leben genießen. Sie leben es sogar meist bewusster als ein Gesunder, eben weil sie schon wissen, wie schnell sich alles ändern kann.

        Liebe wünscht sich selbstverständlich auch jeder. Leider ist es nicht jedem vergönnt, sie zu finden. Trotzdem gibt es mit Sicherheit alleinstehende Menschen, die auch ohne Partner und Kinder zufrieden sind und ein erfülltes Leben führen.

        Reichtum... macht vermutlich nicht glücklich. Kann ich leider nicht beurteilen. Aber ich möchte am Ende meines Lebens lieber nicht auf das blicken, was ich an Materiellem besitze, denn mitnehmen kann ich das ja auch nicht. Ich würde lieber auf ein Leben zurück schauen, das reich war an Erfahrungen, prägenden Erlebnissen und Momenten, die mein Leben ausgemacht haben.

        Vermutlich kann man nicht ewig im Gedächtnis der Hinterbliebenen bleiben, es sei denn, man entwickelt ein Mittel gegen Krebs oder ist sonstwie berühmt. Aber man kann es zumindest versuchen. Meine Großmutter war so gesehen nichts Besonderes. Also im Sinne von berühmt oder außergewöhnlich. Aber sie hatte zum Beispiel jede Menge lustige Schrullen. Meine Kinder haben sie leider nicht mehr kennengelernt, aber sie wissen trotzdem, wo sie wohnte, wie sie gelebt hat und was ich als Kind alles mit ihr erlebt habe. Sie kennen eine ganze Reihe witziger Anekdoten über sie und ich finde, das ist fast ein bisschen so, als hätten sie sich tatsächlich gekannt. Sie war übrigens auch eine, die im Alter mit ihrem gelebten Leben zufrieden war, trotz vieler harter Arbeit, Entbehrungen und Verlusten.

        Ich hoffe, dass ich nie an den Punkt komme zu denken "Hätte ich doch..." Das wäre für mich am schlimmsten.

        • Ich hoffe, dass ich nie an den Punkt komme zu denken "Hätte ich doch..." Das wäre für mich am schlimmsten.

          Diesen Punkt im Leben haben aber viele - eigentlich kenne ich niemanden in meinem Alter oder älter, der diesen Satz noch nicht sagte. Je älter Du wirst, desto mehr Leute meinen, Dir sagen zu müssen, was Du nicht alles falsch gemacht hast im Leben. Und wenn es zehnmal so wäre - ich kann die Vergangenheit ja nicht nochmal leben und alles "besser" machen.
          Dann zweifelt man schon und denkt sich "hätte ich das oder das doch lieber anders gemacht". Man hat nur keine Chance mehr dazu - und damit muss man leben lernen.
          Ich kann nur hoffen und denke auch, dass meine Tochter und meine Enkelin mich mal in einigermaßen guter Erinnerung behalten werden#herzlich. Dass es bei anderen Familienmitgliedern nicht so sein wird, kann ich nicht ändern. Das wird aber noch mehr Menschen so gehen.
          LG Moni

          • (5) 20.05.18 - 10:34

            Sicher. Das bestreitet auch niemand.
            Gefragt war hier das persönliche Empfinden und ich hoffe einfach, dass ich mein Leben später einfach annehmen kann, genauso wie es war.
            Ich bin erst Ende dreißig, aber natürlich gibt es auch in meiner Vita einige Dinge, auf die ich hätte verzichten können. Dennoch gehören sie zu meinem Leben. Wie du schon schriebst, man kann es eh nicht mehr ändern. Aber man kann es annehmen und damit abschließen. Es ist ok so wie es ist. Dieses Gefühl wünsche ich mir, bevor ich gehe.

            • Lach - in Deinem Alter hatte ich solche Gedanken noch nicht. Ich glaube ohnehin, vieles ist einfach Schicksal und kommt wie es kommt.
              Ok ist einiges leider nicht, wie es gerade ist. Aber es liegt nicht in meiner Hand, es zu ändern. Wie ich schon schrieb - ist halt Schicksal.
              LG

          "Je älter Du wirst, desto mehr Leute meinen, Dir sagen zu müssen, was Du nicht alles falsch gemacht hast im Leben."

          und manchmal ist es auch einfach die Zeit und die Reife

          Manchmal frage ich mich auch, hätte ich es nicht anders gemacht?
          Dann frage ich mich: hätte ich es denn anders machen können? Mit den Möglichkeiten, Hilfsmitteln, dem Wissen von damals?

          Dann denke: wenn ich damals mein bestmöglichstes gemacht habe, mit den Möglichkeiten, dem Wissen, dass ich zu dem Zeitpunkt gehabt HABE, dann würde ich es wieder so machen.

          War es falsch, so habe ich daraus gelernt und/oder versucht es zum Positiven zu verändern.

          Heute könnte ich eine vergleichbare Situation gar nicht wieder so machen. Einfach weil sich so vieles verändert hat, dass es in der Form gar nicht möglich wäre.

          Dabei bin ich noch gar nicht sooo alt.
          Wenn meine Verwandten (Großelterngeneration) von ihrer Schulzeit erzählen, verbiete ich mir zu überlegen, was ich wohl gemacht hätte.
          Ich stelle mir vor, wie ich in meinem Jahrgang zu meiner Schulzeit reagiert hätte. Aber nicht zu deren Zeit. Das würde ich als anmaßend empfinden. Dazu fehlt mir das Gefühl, das Nachempfinden zu jener Zeit.

          Auch bei meinem Kind kann ich oft nicht sagen "das hätte ich anders gemacht / würde ich anders machen". Da ich die Zeit mitbekomme, bekomme ich auch mit wie viel sich verändert hat. Manchmal geht es schon, aber auch hier komme ich an meine Grenzen.

      (8) 20.05.18 - 23:53

      Wunderbare Einstellung! So denke und empfinde ich auch.

    (10) 22.05.18 - 10:10

    "Ich hoffe, dass ich nie an den Punkt komme zu denken "Hätte ich doch..." Das wäre für mich am schlimmsten."

    Ich bin gewisse der Falsche, um zu genau diesem Punkt meinen Senf zu geben, aber die Logik sagt mir, wer nie denkt "hätte ich doch", der hat entweder zu wenig Träume und Phantasie oder tatsächlich jeden erdenklichen Mist ausprobiert. Aus diesem Grund waren mir die Menschen, die wirklich "je ne regrette rien" sagen, schon immer irgendwie suspekt.

    • (11) 22.05.18 - 10:20

      Ach, papperlaquatsch.

      Damit sind doch sicher die großen Lebensfragen gemeint.

      Sicherlich wird man auf dem Sterbebett nicht bereuen, die attraktive Bäckereifachverkäuferin mit den großen Okolyten geknallt zu haben, obwohl man glücklich verheiratet ist. Die ständige unmittelbare Befolgung seines Triebes und aller möglichen Spontanideen (die sich später als oft als Schnapsideen erweisen) macht sicher nicht glücklich.

      Aber man wird sicher bereuen, wenn man im "Großen" etwas versäumt hat, wenn man zu wenig geliebt oder zu wenig verziehen oder aus Trägheit in Lebensumständen verblieben ist, die einem nicht gut tun. Die Aussicht vom 10-Meter-Brett mag zwar schön sein, jedoch bekommt man da auf Dauer Sonnenbrand und man erfährt auch nie, wie es sich anfühlt, ins Wasser zu springen.

      Im Übrigen habe ich viel Mist ausprobiert und ich sage trotzdem "je ne regrette rien" , denn auch dieser Mist gehört zu mir und ich wie heißt es noch so schön in "Kleine Haie": Auch schmerzhafte Erfahrungen sind Erfahrungen.

      Aber ich bin auch ein höchst suspektes Wesen. #blume

    (13) 22.05.18 - 10:27

    *Ich bin gewisse der Falsche, um zu genau diesem Punkt meinen Senf zu geben*

    Warum? Hier darf doch jeder seinen Senf dazu geben. 😊

    Ich verstehe, was du meinst. Mir ging es aber gar nicht um viele Details, die ich in meinem Leben vielleicht nicht ausprobiert habe. Sollte ich mit sagen wir mal 80 auf dem Sterbebett liegen, werde ich mich gewiss nicht grämen, dass ich niemals mit einem Fallschirm gesprungen bin. Oder nie in Indonesien war. Solche Dinge sind mir nicht wirklich wichtig.

    Ich möchte aber nicht bereuen müssen, dass ich zum Beispiel keine Kinder bekomme habe. Oder dass ich den Menschen in meinem Leben zu selten gesagt und gezeigt habe, dass ich sie liebe. Dass ich großartige Chancen nicht ergriffen habe, als sie sich angeboten haben.
    Mit solchen Sachen wäre ich wirklich gerne im Reinen, wenn es soweit ist.

Hi,

ich wäre mit 34 fast gestorben und das hat mein Leben schon geändert.
Ich lebe im hier und jetzt und versuche das Leben so gut es geht zu genießen. Ich verschiebe möglichst wenig auf später, weil es vielleicht kein später mehr gibt.
Wenn man im Kollektivgedächtnis bleiben will, dann muss man entweder etwas tolles erfinden oder ein Serienmörder werden ;-)

lg

  • Hallo

    An den massenmörder aus Niedersachsen denke ich selten. Allerdings kann er sich nicht mehr an meine Mutter erinnern und somit werde ich nie erfahren ob sie eines natürlichen Todes gestorben ist oder umgebracht wurde.

    Lg

(16) 20.05.18 - 11:29

So abgeschmackt wie es sich jetzt anhören mag:

Für mich zählt Freiheit.

Dazu gehört natürlich auch Gesundheit, dass man körperlich so frei ist möglich alles an Bewegungen, Aktivitäten machen zu können.

Für mich gehört dazu aber auch die Freiheit, nicht mit meinem Partner aus finanziellen Gründen zusammenbleiben zu müssen, den Job wechseln zu könne, wenn er einem nicht gut tut.

Daher zählt für mich, dass ich in besonders glücklichen Momenten diese genieße, als etwas besonderes erkenne und mich darüber freue. Aber gleichzeitig gilt. Gewöhn dich nicht.

Hallo
Das Leben selbst.
In meiner Familie gab/gibt es auch einige Schicksalsschläge. Durch diese versuche ich bewusst zu leben und so viel es geht mitzunehmen. Ich kann meine Oma und andere Verwandte ihrer Generation,die teilweise verdammt viel Pech hatten, noch hören: "Kind, nutz es aus solange du kannst".
Wenn ich hier lese "alles zu seiner Zeit" oder "wenn die Kinder groß sind" wenn es zB. nur um die Frage einer Verabredung mit Freunden geht oder sowas, denke ich oft daran. Wer weiß ob es ein später gibt oder ob man dann auch noch so kann wie man will?
Letzten Monat wollten eine Freundin und ich mit unseren Kindern Urlaub machen. Nichts klappte, Termine kamen dazwischen und wir wollten alles abblasen. Dann haben wir am A... der Welt eine spartanische Hütte mit super günstigem Flug gefunden und das völlig spontan gebucht. Ich denke das wird so etwas sein was unsere Kinder ewig erzählen werden. Wir haben nur einfache Dinge gemacht (wandern,Stockbrot,Steine hüpfen,Grußelgeschichten mit Taschenlampe...) und es war so schön.
Aber auch im Alltag gibt es vieles schönes. Im Alltagstrott geht das leider schnell unter. Wir versuchen jeden Abend kurz darüber zu reden wofür wir am heutigen Tag dankbar waren. Leider wohnen wir aktuell in einer Gegend in der viele sehr,sehr wohlhabend sind. Das hat auch Schattenseiten und gerade hier empfinde ich das als hilfreich.
Was unsere Vorfahren betrifft bin ich ganz bei "Tot ist nur, wer vergissen wird". Über meine Ururgroßeltern rede ich sicher nicht täglich. Aber generell sind unsere Vorfahren und die Verstorbenen bei uns oft Thema. Wir legen auch Wert drauf dass die jüngste Generation ihre Wurzeln kennt. Es gibt da viele schöne Geschichten und die werden wieder und wieder erzählt. Mir hilft es sehr zu wissen das die Verwandten die meine Kinder nicht persönlich kennenlernen durften dennoch keine Fremden für sie sind.
Dir natürlich gute Besserung!

LG

  • Hallo

    So eine Hütte brauche ich auch.

    Ich war vor knapp zwei Wochen wandern und da gibt es so eine Hütte. Ohne Strom,kein Internet usw. Einfach toll.

    Das ist es um herunterzukommen. Wald,einsame Hütte. Und einen Bach.

    Gucke gerade mit meinem Mann: ich bin dann mal weg.;-)

    Lg

    • Hallo
      Viel Spaß und gute Erholung :-D Es ist echt unglaublich befreiend ein paar Tage so zu verbringen.
      Wir werden das definitiv auch nochmal machen und recherchieren schon welche Gegend wir das nächste mal entdecken könnten.

      LG

Hallo


Sehe ich genauso. Ich kann mich doch Donnerstag wenn ich erst um 11 Uhr anfange zu arbeiten vorher noch zum Frühstück mit einer Freundin verabreden.

Wir haben hier soviele Dinge die kostengünstig sind. Ein heißer Sommertag an einem Bach. Besser als jedes Schwimmbad .

Picknick im Wald. Wir wohnen in der Nähe der schönsten hängeseilbrücke die kostet nichts.

Spielplatz oder mal in den Tierpark.

Wir treffen uns auch öfters mit Freunden und dann steuert jeder was bei. Dann gute Musik und schon haben wir einen schönen Abend.

Wir haben bekannte da denken wir mittlerweile wenn die am Ende ihres Lebens stehen und zurück blicken. Die führen ein trostloses Leben. Weil sie einfach nichts draus machen. Jeden Tag der selbe Trott. Er möchte was ändern aber sie will nicht. Die ist so mit sich beschäftigt das seismisch selbst im Weg steht. Sie könnte auch in der Früh zum Kaffee kommen. Hat aber dann tausend ausreden. Wir könnten uns auch privat treffen wenn es am Geld liegt. Aber auch das will sie nicht.

Allerdings haben meine Freundin und ich gemerkt das die sich nur bei uns melden wenn die beiden Ehestreit haben und da wurden mehrere feiern gesprengt weil die ihre Probleme ausstreiten müssten. Schade das manche denken das man Freunde nur für schlechte Zeiten braucht.

Aber wir lassen uns das nicht vermiesen.

Lg

Ja, was zählt und bleibt? Ich weiß es auch nicht. Sicher bin ich jedoch dabei zu sagen, dass es unsere westlichen Konsumwerte nicht sind. Zumindest nicht für mich. Mein Sinn besteht vielleicht wie bei die darin, die Kinder groß zu ziehen und links und rechts des Weges etwas Spaß zu haben. Das ist der Verlauf des Lebens, der Natur, eben unseres kleinen Seins. Für mich ist es wichtig gute Starthilfe zu geben, auch Werte für meine Kinder zu hinterlassen, der Glaube, Familie und eine tiefe Zufriedenheit

Ob jemand an ein so unwichtiges Sandkorn wie mich denkt oder nicht ist mir gleichgültig. Mein Leben und auch mein Tod wird den Weltenlauf nicht ändern

(22) 22.05.18 - 09:30

Für mich zählt, dass Leben genießen zu können, im Kleinen und im Großen. Ich versuche mir oft ganz bewusst Momente des Innehaltens zu schaffen oder halte inne und bin dankbar.

Das kann ein Kaffee morgens ganz früh sein, den ich draußen trinke und dabei beobachte, wie der Tag erwacht, das kann der Blick aus dem Fenster sein, während ich in der Küche werkele und draußen toben glückliche Kinder durch den Garten.

Ich liebe gutes Essen und guten Wein, Literatur und Musik und Begegnungen mit Menschen, die über Smalltalk hinaus gehen.

Ich meditiere, um so oft wie möglich aus dem Hamsterrad des Alltags rauszukommen. Danach ist das, was vorher groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein (ja, ich weiß, ist geklaut) und das scheinbar Kleine wieder groß und die Welt hat wieder die für mich richtigen Proportionen.

Wichtig finde ich auch, anständig zu leben. Ich versuche mit meinen Mitmenschen, anderen Lebewesen und der Umwelt so gut umzugehen, wie es mir irgendwie möglich ist.

Für mich persönlich ist mein Glauben, dass der Mensch gut ist und das Leben einen Sinn hat, sehr wichtig. Dabei bin ich nicht im klassischen Sinne religiös, nur im spirituellen Sinne gläubig....

(23) 22.05.18 - 10:37

Zufällig habe ich gestern einen großartigen Podcast eines Soziologen gehört, der sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/mehr-resonanz/-/id=660374/did=17901832/nid=660374/1nk0hnh/index.html

Seine These: Wir beschäftigen uns zu viel mit den Rahmenbedingungen für gelingendes Leben -- Geld, Wissen, Fitness etc. -- als mit dem gelingenden Leben selbst.

Natürlich geht es mit den entsprechenden Rahmenbedingungen leichter, aber Gesundheit macht für sich genommen so wenig glücklich wie Geld oder Macht oder Wissen. Man sorgt sich, wenn diese Güter fehlen, aber niemand sitzt auf dem Sofa und sagt, boah, ich bin so glücklich, weil ich so viel Kohle habe oder weil ich so unglaublich fit bin (d.h. ich vermute es zumindest -- ich kann weder das eine noch das andere beurteilen...).

Glücklich machen besondere Momente, Momente mit sich selbst, mit anderen, mit der Objekten, mit der Natur. Solche Momente beschreibt er als Momente der Resonanz, wenn man sozusagen mit etwas anderem schwingt -- das kann ein anderer Mensch ebenso sein wie ein Musikstück oder ein Blick aufs Meer.

Einer der schönsten Momente im letzten Jahr war ein im Grunde völlig sinnbefreiter, als ich mit meinen Kindern eine kleine Quelle am Meer entdeckt habe, aus der mit mäßiger Geschwindigkeit herausströmte, so dass wir immer wieder Staudämme bauen konnten, die ihrerseits nach einiger Zeit immer wieder überschwemmt wurden, so dass wir sie aufs Neue errichten mussten. Im Ergebnis blieb der Strand also unverändert, aber wir genossen die Zeit, gemeinsam, in der Natur, mit der Natur und unseren immer besser werdenden Fähigkeiten zum Deichbau. Meine Kinder erinnern noch jetzt daran, aber auch wenn sie's vergessen und ich dazu, so war es doch eine sehr erfüllende Zeit, so simpel sie auch sein mochte.

  • Hallo

    Mein Reden. Ich wandere mein Leben gerne und mache gerne Bilder. Gestern Abend war es der tolle wolkenhimmel und heute morgen die tollen blumenwiesen in der Natur.

    Das entspannt und das ist eigentlich wichtig. Klar ist mehr Geld toll aber ob ich damit zufriedener wäre? Ich brauche nicht jede Woche essen gehen oder mein Geld in die Kneipe tragen. Dann lieber in die Natur mit eigenem Brot und Kaffee. Oder tolle treffen mit Freunden.

    Wir hatten jetzt zwei Jahre die echt mies waren. Richtig stressig. Langsam aber sicher geht es wieder aufwärts. Glaub mir das was wir durchgemacht haben oder meine Freundin da kann man auch Millionär sein und das haut einen aus den Latschen .

    Oder eine ehemalige Kollegin. Bis zum letzten Tag gearbeitet und stirbt. Die hat nichts vom Leben gehabt.nichts.:-(

    Klar geht es nicht ohne Geld ,ich bin ehrenamtlich bei der Caritas und ja es gibt Menschen denen geht es viel schlechter. Bei uns leben zumindest alle. Hier wird wieder viel gelacht.#verliebt

    Lg

Hey Tauchmaus,

spannendes Thema. Genau das richtig für eine kleine Pause im Büro :-) Neben der Gesundheit, die am wichtigsten ist, sind mir auch noch andere Sachen wichtig.

Für mich zählt, dass ich mein eigenes Leben lebe. Mit allen Höhen und Tiefen. Nicht fremdbestimmt zu sein. Mir ist auch wichtig, immer zu sagen was ich denke. Aus den Fehlern im Leben zu lernen und nicht aufzugeben. Über seinen Schatten springen, sich Dinge trauen und Erfahrungen machen. Und: glücklich sein. Nicht in einem Job hängen den man scheisse findet und nur aus Angst oder Bequemlichkeit nicht verlässt. Da wären wir dann wieder bei Mutig sein... ;-)

Nicht ganz unerheblich ist natürlich auch das finanzielle. Ich denke jeder würde gerne gutes Geld verdienen. Und letztendlich kann man mit Geld sein Leben auch schön gestalten.

LG

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