Asperger Syndrom

    • (1) 25.07.18 - 16:52

      Hallo, ich bin Sarah und bin 20 Jahre alt. Ich bekam mit 17 Jahren die Diagnose Asperger Syndrom und ich wollte mal fragen, ob es ratsam ist einen Behindertenausweis zu beantragen. Ich mache in einem südhessischen Berufsbildungswerk eine Ausbildung zur Beiköchin und wollte fragen, ob der Behindertenausweis Vorteile mit sich bringt.Wenn ja, welche und wie kann man und wo kann man ihn beantragen?

      Ich bin 20 und habe das Asperger Syndrom. Soll ich einen Behindertenausweis beantragen?

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          • Das würde mich auch mal interessieren. Steht ja keinem ins Gesicht geschrieben, dass man eine Behinderung hat.
            Ich würde im ersten Gedankengang auch erst mal nur Vorteile sehen. Zumal es diesen Ausweis ja sicher nicht geben wird um es Menschen schwerer zu machen...

            • (6) 25.07.18 - 23:28

              Ja, würde mich auch interessieren! Mein Sohn ist jetzt 17 Jahre alt und hat seinen Ausweis mit 5 bekommen. Wir haben ihn nur dann gezeigt, wenn es für uns von Vorteil war. Kaum jemand in der Schule wusste davon, aber er wurde z.B. mit dem Taxi zur Schule gefahren, was für ihn eine große Hilfe war. Auch in der Arbeit muss man es ja nicht groß erzählen, aber die zusätzlichen Rechte als Schwerbehinderter kann man ja bei Bedarf in Anspruch nehmen. Auch bei der Einstellung muss man den ja nicht vorlegen...

              • (7) 26.07.18 - 06:24

                An sowas hatte ich nämlich auch gedacht, bezüglich der Vorteile. Meine Mama hat auch so einen Ausweis und auch, wenn sie ihn meistens vergisst, kann man ihn ja nach Bedarf benutzen.

                Dass man natürlich lieber ohne diese Behinderung leben würde (egal welche), kann ich mir natürlich vorstellen. Aber nur im Besitz dieses Ausweises zu sein, ist sicherlich kein Nachteil. Man muss ihn ja, wie gesagt, nicht vorzeigen, wenn man nicht möchte.

          Ich frage ja deshalb weil ich selbst einen habe! Bisher habe ich nur Vorteile, beispielsweise für 80€ im Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, Ermäßigungen beim Eintritt diverser Anbieter, mehr Urlaub, Steuervergünstigungen usw.

          Nachteile sind mit bisher noch nie aufgefallen!

          • Achso, doch! Der Nachteil ist, dass ich lieber drauf verzichten würde und ebenso wie meine Altersgenossen am Leben teilhaben würde. So ist der Ausweis also eher ein Nachteilsausgleich, Vorteil klingt nur besser ;)

            (10) 29.07.18 - 01:34

            Klar Staat abzocken, juhu ;-)

            Darf ich fragen was du für einen GdB hast?

        (13) 29.07.18 - 22:12

        Aufjedenfall schonmal Gesellschaftliche, arbeitsrechtliche und existenzielle.

Frag mal bei der Stelle, bei der du die Diagnose erhalten hast.
Dort können sie dich sicher aufklären. Zumindest sollten sie das.

Tipps für den Umgang im Alltag
Sozialberatungsstelle, die sich mit Anträgen auskennt etc.

HI,
wir haben in der Schule mit/wegen betroffener Schüler/innen Berufswegekonferenzen, da sitzen dann alle Zuständigen zusammen. Einer meiner Ex- Schüler hat die Diagnose "atypischer Autismus", wird aber auf dem regulären Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Ihm, bzw. den Eltern, wurde nahegelegt einen Ausweis zu beantragen, da er dadurch ein Berufsleben lang einen Mediator "nutzen" kann, wenn er irgendwie Probleme haben sollte.

vlg tina

(17) 29.07.18 - 22:07

Hallo Liebes,

Also wenn du seither keinen benötigt hast, dann lass es bleiben. Denn soviel ändert sich nicht wirklich was dir helfen kann, sicher du bekommst evtl. eine Wertmarke (evtl. kostenlos) oder darfst auf Schwerbehindertenparkplätze parken bzw darfst Fahrtkosten extra abrechnen. Wenn du einen Job hast bekommst du deinen Arbeitsplatz dementsprechend ausgestattet, hast ein paar Tage mehr Urlaub, besonderen Kündigungsschutz und darfst früher in Rente. Privat ändert sich nicht viel, hast damit eine Vergünstigung an der Kinokasse und die Begleitperson darf eventuell umsonst mit.

Die Nachteile sind in erster Linie, dass du deinen jetzigen Freiheitsstatus aufgibst, jetzt bist du noch unabhängig, kannst alles machen was du willst und dich vorallem FREI bewegen. Mit Ausweis bist du erstmals in der großen bundesdeutschen Kartei als "Behindert" abgestempelt, das musst du dann bei jedem Amtsgang immer und immer wieder mitangeben. Du musst dich laut Gesetz immer als Schwerbihindert ausweisen zb mit den 3 schwarzen Punkten auf gelben Untergrund Binde, denn wenn was passiert kann deine und die gegnerische Versicherung dir einen Strick daraus drehen. Na da gibt es ganze Foren dazu die dir das alles beschreiben können was für Nachteile so ein Ausweis mit sich bringt unter anderem ist es auch kaum möglich einen Job zu finden, sicherlich du musst das nicht angeben, aber wie wird sich dein Chef wohl fühlen, wenn er das irgendwann mal erfährt, verraten und verkauft.

Mein Vorschlag, solange du ihn nicht wirklich benötigst, lass ihn weg und wenn doch irgendwann mal, dann kannst du ihn immer noch beantragen.

Wünsch dir was, #winke

Hallo Sarah,

ich bin 34 und habe seit 6 Jahren einen einen GdB von 60 und somit Schwerbehindertenausweis.
Davor hatte ich 10 Jahre einen GdB von 30 und somit keine Schwerbehinderung mit Ausweis, aber eine Gleichstellung.
Ich habe eine angeborene Hüftdysplasie (bisher bin ich immer um eine Op herumgekommen), leide seit 24 Jahren unter einer totalen Alopezie (komplette Haarlosigkeit) und seit 6 Jahren habe ich einen Diabetes mell. Typ 1 - diese 3 Erkrankungen begründen meine Schwerbehinderung.

Bisher hab ich keine Nachteile feststellen können - auch bei der Jobsuche nicht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich meinen Schwebehindertenausweis erst beantragt habe bzw ich stellte einen Verschlechterungsantrag, nachdem ich schon 3 Jahre bei meinem jetzigen AG angestellt war (erst da erkrankte ich am Diabetes).
Ich hatte mich zwar in den letzten Jahren immer mal woanders beworben, es bei den Gesprächen aber nie erwähnt und da ich mich letztendlich aber immer gegen die Jobangebote entschieden hatte, kam ich nicht in die Situation es dem potentiellen AG zu sagen.

Ich hatte mal auf einem DiabetikerBlog folgende Vor/Nachteile eines Schwerbehindertenausweises gelesen und kann in den meisten Punkten zustimmen:

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Die Vor- und Nachteile eines Schwerbehindertenausweises

- Was spricht aus Diabetiker-Sicht für einen Schwerbehindertenausweis? -

* Bis zu 5 Tage Zusatzurlaub im Jahr
* Erhebliche Steuervorteile
* Zahlreiche Vorteile im Alltag: Je nach Grad und Art der Behinderung, können diese beispielsweise von Ermäßigung in Schwimmbädern oder Museen über gesonderte Parkplätze bis hin zur unentgeltlichen Beförderung im Nahverkehr reichen.

- Was spricht aus Arbeitgeber-Sicht für einen Schwerbehindertenausweis? -
Bei all den Vorteilen für einen selbst stellt sich natürlich auch die Frage, wie Arbeitnehmer mit Schwerbehindertenhinweis von Arbeitgebern angenommen werden.

Wenn ein Unternehmen einen Schwerbehinderten einstellt, hat das folgende Vorteile:

*Schwerbehinderte sind meist loyal und motivierter (nicht zuletzt aus Dankbarkeit).
* Kunden honorieren es, wenn ein Unternehmen mit der Einstellung von schwerbehinderten Bewerber soziale Verantwortung übernimmt.
* Dem Unternehmen werden Fördermittel zur Verfügung gestellt.
* Unternehmen müssen Ausgleichsabgaben zahlen, wenn ein bestimmter Anteil schwerbehinderter Angestellter, abhängig von der Größe des Unternehmens, nicht erreicht wird.
* Schwerbehinderte sind oft vollwertige Arbeitskräfte.
* Während der Probezeit können auch Schwerbehinderte gekündigt werden.
* Speziell auf viele Typ1er bezogen: Der Diabetes treibt zu mehr Eigenverantwortung, Disziplin, Ehrgeiz und Motivation.

- Was spricht aus Arbeitgeber-Sicht gegen einen Schwerbehindertenausweis? -

Damit leite ich zu den Punkten über, die ein Unternehmen dazu veranlassen könnte, Schwerbehinderte nicht einzustellen:

* Schwerbehinderter kann Überstunden ablehnen
* hat Kündigungsschutz und
* die fünf zusätzlichen Urlaubstage, die Schwerbehinderten zustehen, können Unternehmen zögern lassen, jemanden mit einem Schwerbehindertenausweis einzustellen.

Die Vorteile überwiegen dennoch klar. Es gibt sogar zahlreiche Unternehmen, die Menschen mit Schwerbehinderung bevorzugt einstellen (achtet darauf mal in den Stellenausschreibungen, falls es euch noch nicht schon aufgefallen ist).

Viele Diabetiker fühlen sich nicht „schwerbehindert“. Ich persönlich sehe das so: Es kann passieren, dass ich einmal auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen bin, beispielsweise bei einer schweren Unterzuckerung. Die fünf zusätzlichen Urlaubstage, die mir durch den Schwerbehindertenausweis zustehen, finde ich gerechtfertigt. Schließlich muss ich auch viel Zeit bei Ärzten verbringen und auch im Alltag raubt mir der Diabetes kostbare Zeit. Die Steuervorteile, die ich durch den Schwerbehindertenausweis habe, gehen für Medikamente und Therapiehilfsmittel locker wieder drauf.

Die nächste Frage, die sich mir dann stellte, nachdem mein Antrag mit 50 Prozent durch war, ob man mit offenen Karten spielen, auf seinen Diabetes und den Schwerbehindertenausweis, etwa bei Vorstellungsgesprächen eingehen sollte. Wenn man etwa die zusätzlichen Urlaubstage, Kündigungsschutz und Steuervorteile bekommen möchte, dann muss man den Schwerbehindertenausweis auch dem Arbeitgeber vorlegen! Dessen sollte man sich bewusst sein.

https://www.diabetiker.info/schwerbehindertenausweis-besser-mit-oder-ohne/
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Irgendjemand schrieb was von "Staatsabzocke"... sehe ich jetzt etwas anders...Klar ich habe eine jährliche Steuererleichterung von 740Euro...ABER das Geld gebe ich jedes Jahr locker für Hilfsmittel, Zuzahlungen etc aus... von daher relativiert sich das ganz schnell.

Viele liebe Grüße

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