Hab heute gekündigt - hab`ich übertrieben?

Guten Morgen,

seit Jahren bin ich Mitglied beim ASB und spende im Jahr 480,- Euro. Ok gut ichhätte mal die Post genauer ansehen sollen und stelle nun mit entsetzen fest, das dieser Franz Müntefering Präsident des Arbeiter Samariter Bundes ist. E prägte den Satz "Wer nicht arbeitet, soll nicht essen". Ehrlich mich hat der Schlag getroffen als ich das sah.

Habe darauf sofort meine Mitgliedschaft gekündigt und um im Bild des Herren zu bleiben will ich dem ASB "kein Stück Brot mehr geben" und noch weniger Geld, denn darum geht es wohl und nicht um Soziales.

Er hat es in einer Debatte mit Ottmar Schreiner gesagt, in der es inhaltlich um die Arbeitsmarktpolitik ging.
Ottmar Schreiner forderte eine Neuordnung der Beschäftigungspolitik, weil seiner Meinung nach HartzIV Empfänger stärker reguliert würden als z.B. Steuerhinterzieher.

Müntefering zitierte hier eine Weisheit aus der frühen Zeit der Sozialdemokratie (betonte er auch)
Thema war Problem, dass zu der Zeit Menschen, die nicht arbeiteten, mitunter ein höheres Einkommen hatten als solche, die einer geregelten Tätigkeit nachgingen. (Was ja bis heute so ist) Und daher auch Überprüfungen, Forderungen und notfalls Sanktionen für nicht Arbeitende gerechtfertigt seien.

Müntefering sagte auch "Wenn es die AWO nicht gäbe, müsste man sie erfinden"
Er forderte eine Stärkung der Kommunen, damit diese Mittel für Einrichtungen (Schulen, Kindergärten aber auch für Hospiz- und Palliativeinrichtungen) damit die Menschen sich umeinander kümmern und in der sozialen Gesellschaft ein Teil der Probleme aufgefangen werden.

Man kann Sätze auch aus dem Kontext ziehen und sie populistisch nutzen.
Oder man kann sich mit ihnen auseinandersetzen, sie in einen Kontext bringen, bevor man sie wiedergibt, ohne sie vorab zu hinterfragen.

Letztendlich kann man alle schön reden und erklären, dazu will ich nicht gehören

Nun, dann anscheinend lieber zu denen, die populistische Stammtischsätze wiedergeben, ohne die eigene Intelligenz zu nutzen. Menschen, die sich darauf reduzieren entmündigen sich meiner Meinung nach selbst, ganz getreu dem Motto "eine Wurfwaffe ist die beste Art, sich im Kampf selbst zu entwaffnen".

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Nein. Du willst keine Organisation unterstützen die jemanden als Schirmherrin hat mit dessen Aussagen du nicht d'accord gehst. Finde ich konsequent und richtig

Danke für deine Antwort. Ja, ich kann das vor mir nicht vertreten. Ok, Politiker reden viel dummes Zeug und nicht alles sollte man auf die Goldwaage legen. Diesen Satz finde ich jedoch äußerst unpassend und ein solches Geisteskind findet sicher auch das Arbeit frei macht. Unerträglich!!!

Hast du das auch in der Kündigung erwähnt?

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Das gefällt mir, du bist konsequent und handelst. Ich bin entsetzt von dem Ausspruch des Herrn Müntefering. Das hatte ich noch nie gehört und entspricht überhaupt keinem christlichen Denken.

Hast du dir eine Alternative gesucht?

Im Moment bin ich ehrlich gesagt irritiert davon, dass sich gerade viele Politiker in diesen Verbänden tummeln. Macht sich sicher in set Aussenwerbungen. Ich spende lieber in unsere Freiwillige Feuerwehr.

Lokale Spenden halte ich auch für sinnvoller. Da geht in der Regel auch nicht so viel für einen aufgeblähten Verwaltugsapparat von der Spende drauf und man bewirkt vor Ort etwas mit seinem Geld.

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Das hat mich beschäftigt. Ich habe den Ausspruch des Herrn Müntefering gegoogelt. Er stammt nicht von ihm. Er hat sich ein Paulus-Zitat aus der Bibel zu eigen gemacht. Das predigt allerdings heute keiner mehr und man kann es nur im zeitlichen Kontext verstehen.

Egal in welchen Kontext, er hat es öffentlich gesagt. Das ist für mich Grund genug! Diese ständigen Ausreden oder Erklärungen akzeptiere ich nicht, ansonsten würde man es auch auch nicht sagen!

Er hat bei seinem Zitat aber ein kleines Wörtchen vergessen;-) Eigentlich heißt es: Wer nicht arbeiten WILL, ... Das ist dann gleich ein anderer Sinn.

Ich habe die Rede, in der er das gesagt hat, nicht gefunden, aber von den Zeitungsartikeln her scheint es sich nicht gerade um ein aus dem Kontext gerissenes und deshalb missverstandenes Zitat zu handeln.
Wenn man das als Vorsitzender einer Wohlfahrtsorganisation so sagt, dann finde ich die Kündigung nur konsequent und richtig.

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