Wie würdet ihr euch vor schlechten Gefühlen durch die eigenen Mutter schützen?

Hallo, ihr Lieben,

ich überlege schon länger, ob ich euch nach eurer Meinung fragen soll, oder nicht. Aber vielleicht hat ja jemand tatsächlich eine Idee, die mir helfen kann.

Ich versuche, mich kurz zu fassen.
Meine Mutter ist eine Frau aus der Nachkriegsgeneration. Konsum, selbst erarbeiteter Wohlstand, Äußerlichkeiten sind ihr (auch verständlicherweise) sehr wichtig. Sie ist fleißig, eher perfektionistisch und hat an ihre Mitmenschen die hohe Erwartungshaltung, die sie sich selbst gegenüber hat. Sie ist ein Löwe, wie er im klischeehaftesten Horoskop steht. Sie ist ein schwieriger aber nicht "schlechter" Mensch, "nur" ihre Art, ihre Liebe zu zeigen ist extrem materialistisch.

Beispiel: Als kleines Kind, kam ich kuscheln. Ihr Kommentar: "Was willst du haben, wenn du so ankommst?" Und da war ich wirklich klein und danach extrem verunsichert.
Gleichzeitig schiebt sie ihre Entscheidungen gerne anderen in die Schuhe, wenn jemand Kritik übt. Beispiel: Ich musste dich so früh zur Tagesmutter geben, damit ich später dein Studium finanzieren kann.#kratz
Wenn ich als Kind negative Gefühle geäußert habe, hieß es "Sei nicht so empfindlich".
Gleichzeitig betont sie gerne, wie großzügig sie ist, hält größere Geschenke aber auch immer wieder gerne vor. Und ich betone Geschenke, weil es nie Dinge sind, die ich gebraucht hätte. Beispiel: ich bin in meine erste Wohnung gezogen, hatte nicht viel aber ausreichend Geld für die Einrichtung. Sie wollte aber, dass ihre Tochter "ordentlich" wohnt und hat mir Geld dazu gegeben. Wenn sie heute ihre "Großtaten" aufzählt, heißt es, sie habe mir ja auch meine erste Wohnung eingerichtet. Was ja stimmt, aber einfach IHR Wunsch war.

Ich selbst bin sehr emotional, zwischenmenschliche Dinge gehen mir sehr nah (Vielleicht aufgrund meiner Geschichte). Ich habe das Gefühl seit ich denken kann, emotional hinter ihr her zu rennen und ihre Anerkennung zu erlangen. Ich war sehr perfektionistisch (bis in eine Essstörung hinein, gegen die ich trotz Therapie, heute noch kämpfen muss), aber versuche immer mehr, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Ich habe Schule, Uni etc alles in einem Rutsch sehr erfolgreich abgeschlossen und stehe seitdem auf eigenen Beinen. Dennoch kritisiert sie jede meine Entscheidungen und überschreitet immer noch meine Grenzen durch ihre (meist schriftlichen email) Kommentare, was mir immer noch extrem nahe geht. Nichts ist richtig, erst wenn sie vor anderen damit prahlen kann und sich dadurch selbst in gutes Licht rücken kann. Beispiel: Unsers standesamtliche Hochzeit war ihr vorher nicht gut genug, es gab unheimlich viel Stress und am Ende hat sie ihren Geburtstag genauso gefeiert, weil alles gut angekommen ist.

Ich will noch nicht mal behaupten, dass sie wirklich so egozentrisch und emotionslos IST, aber so kommt es bei mir an.#schmoll Wir finden einfach emotional nicht zueinander und haben total gegensätzliche Ansichten von den wichtigen Dingen im Leben.#heul (Letzteres kann ich total akzeptieren, weil ich mir nie anmaßen würde, über ihren Lebenstil zu urteilen, aber sie kann dieses Unterschiedlichsein nicht akzeptieren)

Seit zwei Wochen haben wir keinen Kontakt mehr. Der Grund: Zu allen Themen schreibt sie mir ihre negativen Gedanken per email. Oft ignoriere ich sie oder schreibe in einem Satz zurück, dass das ja zum Glück meine/unsere Entscheidungen seien. Dennoch geht es mir jedes Mal durch die emails schlecht und sie hört erst auf, wenn ich irgendwann doch reagiere und sehr deutlich werde (wodurch es mir nicht besser geht, denn ich will ja eingentlich nur Frieden). Am Ende meiner letzten email habe ich ihr geschrieben, dass ihre mails zukünfitig in meinem Spamordner landen (das tun sie auch) und sie mich gerne telefonisch erreichen kann, wenn sie etwas mitteilen möchte. Sämtliche Aufforderungen, mich mit ihren persönlichen Themen schriftlich in Ruhe zu lassen, hatte sie bis dahin ignoriert.
Mein Vater steht total dazwischen. Er sieht sie verletzt durch meine deutlichen Worte, kennt die email-Vorgeschichte aber nicht und niemand sieht, wie schlecht es mir eigentlich geht, schon bevor ich überhaupt versuche, klare Grenzen zu ziehen.

Für meine Mutter bin ich kalt, weil sie ihren Anteil bis zu dem Moment, in dem ich nach schlaflosen Nächten meine Grenzen ziehe, nicht sieht. Sie wünscht sich eine ewig dankbare Tochter (für die materiellen Dinge, die ich nie wollte, während ich emotional immer einen Mangel empfunden habe), die Blumen vorbei bringt und ihre Mutter in allem verehrt. Und ich fühle immer noch dieses Bedürfnis nach echter Anerkenneung, die ich von ihr nie erhalten werde. Ich fühle mich ihr gegenüber zu unrecht extrem klein und schlecht, aber ich kann es trotz des Wissens nicht ändern. Unser Konflikt ist einfach nicht richtig greifbar. Er laüft zu sehr auf der emotional-psychischen Ebene ab.

Wenn ich jetzt keine Kinder hätte, denen ich eine Oma nicht verwehren möchte, könnte ich mit dem Kontaktabruch total gut leben. Aber so fühle ich mich wieder als schlechte Tochter, weil sie den Kleinen nicht sieht, wenn wir keinen Kontakt haben und meinem Vater gegenüber tut es mir auch leid. Er hat mich immer bedingungslos angenommen.

Puuh, ich habe echt versucht, mich kurz zu fassen, aber es kommt sooo viel hoch, wenn ich darüber nachdenke.
Hat jemand von euch einen Tipp, wie ich erwachsen mit der Situation umgehen kann, ohne dass es mir aber selbst damit schlecht geht? Irgendeine Art kontakttauglichen Selbstschutz? Ein Mantra?

Ich habe schon überlegt, nochmal eine Gesprächstherapie wegen das Themas zu machen, weil es mir wirklich schlecht damit geht. Gleichzeitig will ich auch nicht, dass sie dadurch noch mehr Raum in meinem Alltag bekommt.

Also, her mit euren "Überlebenstipps" und danke für eure Aufmerksamkeit.#liebdrueck

Pommel, die täglich mit Bauchschmerzen über diese Situation nachdenkt und nicht schlafen kann.#winke

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Hallo

zuallererst wirklich mit der Kindheit abschließen.Ein jeder hat wohl in irgendeiner Form unschöne Dinge erlebt.Ob du zur Aufarbeitung wirklich fachliche Hilfe benötigst kann ich nicht beurteilen.Idealerweise erfolgt in den Zwanzigern eine emotionale Ablösung, man lässt die Kränkungen aus der Kindheit weitgehend hinter sich.
Sieh nach vorne und auf dein Leben.Deine Mutter und ihre Sicht auf die Vergangenheit wirst du nicht ändern können.
Du hast die Chance es besser zu machen, bei deinen Kindern oder zumindest anders.
Konzentrier dich auf deine Familie und versuche Pflichttermine/Stunden mit deiner Mutter zu überstehen.Vielleicht wird sie ja mit zunehmendem Alter sensibler und gütiger, darauf hoffen würde ich allerdings nicht.Dein Vater ist ja auch noch betroffen, ein Kontaktabbruch wäre mehr als ungerecht ihm gegenüber.Deine Kinder werden ihre eigenen Erfahrungen mit ihr machen, dies würde ich ihnen nicht verwehren.

L.G.

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Danke für deinen Beitrag.
Hast du denn einen Tipp, wie ich damit umgehen kann, wenn ihr aktuelles Verhalten, alte Wunden aufreißt? Ich weiß nicht, wie ich mit vergangenem abschließen soll, wenn es mich doch im Jetzt immer wieder einholt. Sie verhält sich ja heute immer noch so.#gruebel

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Du bist jetzt erwachsen, selbst Mutter.
Deine Mutter kann und darf nicht das Maß aller Dinge sein.Wenn du es nicht schaffst, Unabhängigkeit bzw. weniger Abhängigkeit von ihrem Wohlwollen zu erlangen und es dich immer wieder runterzieht, solltest du doch besser eine Therapie machen.

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Zuerst mal ganz deutlich, ich vermute, dass du deiner Mutter sehr ähnlich bist. Ihr seid beide auf der ständigen Suche nach Anerkennung, beide wollt ihr perfekt sein, beide empfinde ihr den jeweils anderen als gefühlskalt, beide gebt ihr dem anderen die Schuld an euren Problemen...

Deine Mutter wird sich nicht mehr ändern, deshalb würde ich den Kontakt einfach reduzieren. Wenn ich merke, dass mich eine bestimmte Person anstrengt und nervt, treffen/telefonieren wir halt nicht mehr wöchentlich, sondern nur wenn es gerade passt. Das ist dann kein Kontaktabbruch, kein "ich nehme den Enkeln die Oma weg". Wenn sie weniger an deinem Leben teilnimmt, gibt es weniger Reibung, weniger Konflikt und somit weniger Bauchschmerzen.

Dann aber, sehr viel Menschen haben mindstens ein schwieriges Elternteil, da bist du bei weitem nicht die einzige. Natürlich wird man durch seine Eltern, seine Kindheit, seine Erziehung geprägt, aber irgendwann muss man das auch mal hinter sich lassen können. Es bringt dich nicht weiter deine Mutter für deine Probleme verantwortlich zu machen. Du musst daran arbeiten dein Selstbewusstsein zu stärken und so deinen Perfektionismus in den Griff zu bekommen, völlig unabhängig von deiner Mutter. Dann wird es dir auch wieder besser gehen.

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Ja, das hört sich schlüssig an.

Das Problem ist nur, dass bei mir immer wieder alte Wunden, die ich hinter mir lassen will aufgerissen werden. Vor allem, seit mein Sohn da ist. Das kreide ich hauptsächlich mir an, weshalb es mir dann noch schlechter geht und mir eigentlich nur Kontaktvermeidung hilft. Das Abgrenzen macht mich aber auch traurig, weil ich mir ja im Grunde eine gute Beziehung wünsche. Sie hat ja auch viel für mich getan bzw. glaube ich ihr, dass sie es eigentlich gut mit mir meint. Sie handelt nur oft gegenteilig, wenn es um Gefühlsdinge geht. :-(
Da nützt mir das wissen um andere, denen es noch schlechter geht auch nichts.
Aber von echtem Selbstbewusstsein könnte tatsächlich etwas mehr gebrauchen, obwohl ich witzigerweise nach außen sehr selbstbewusst wirke.

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Hallo,

ich werde nie verstehen warum man sich Mails schreiben muss mit seiner Mutter (ok, mache ich mit meiner Tochter, aber wir schicken uns nur Links)? Kann man nicht einfach mal das Telefon in die Hand nehmen und REDEN?

Ich würde auch nicht mehr alles erzählen WAS in meiner Familie passiert, was wir kaufen wollen usw. Sie werden die neu erworbenen Dinge ja beim nächsten Besuch sehen, das reicht dann und da kann man immernoch auf einen Kommentar reagieren.

Dann gibt es auch noch Menschen, die haben nie gelernt Gefühle zu zeigen indem man einfach mal die Tochter in den Arm nimmt o.ä. Die Nachkriegsgeneration hatte anderes zu tun (nicht negativ gemeint) als sich um Gefühle Sorgen zu machen, die mussten den Wiederaufbau mitleisten bzw. Geld verdienen. Und solche Menschen kann man nicht mehr ändern jedenfalls nicht von Jetzt auf Gleich.

Du musst wohl jetzt damit leben oder nimm einfach mal deine Mutter in den Arm und sage ihr: ich habe dich lieb oder Danke für die Unterstützung oder sonstiges! Vielleicht bekommst du auch eine positive Rückmeldung, evtl. nicht an dem Tag aber am nächsten Tag!

LG

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Ja, das mit dem Schreiben verstehe ich ja auch nicht! Das Problem ist, dass ich mich nach ihren emails immer nicht richtig sortieren konnte, um sie anzurufen. Deshalb habe ich anfangs gar nicht reagiert oder dann doch auch geschrieben. Manchmal habe ich auch angerufen, aber nach den emails habe ich mich immer wieder wie das kleine Kind von damals gefühlt, das nicht weiß, was es zu allem sagen soll. Keine Ahnung warum.

Und meine ersten emotionalen Schritte wurden ja immer mit "fiesen" Kommentaren "Was willst du?" oder "Jaja, was ist denn mit dir los?" abgeschmettert, so dass ich mir wirklich nicht mehr vorstellen kann, sie von mir aus in den Arm zu nehmen. Dagegen sträubt sich alles in mir. :-(
Aber bei einer anderen Konstellation, wäre dein Weg bestimmt gut! Danke!

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Es gibt aber auch Leute, die reden ablehnen, die nicht reden KÖNNEN. Wenn ich sowas weiß, versuche ich auch die schriftliche Kommunikation hinzukriegen, bevor man sich ganz an den Hals geht.
Dann kann sich derjenige das vielleicht mehrfach durchlesen und nachdenken.....
Ist nicht immer der schlechteste Weg.
Aber Gottseidank ist nicht die gesamte Nachkriegsgeneration gefühlskalt, mein Papa war sogar Kriegsteilnehmer und hatte fürchterliche Erlebnisse hinter sich, aber ich konnte ihn immer knuddeln, und er mich auch #herzlich
Und in der heutigen Generation gibts leider auch viel zu viele, denen das neueste Smartphone wichtiger ist als die direkte Kommunikation innerhalb der Familie.
Ist nicht alles generationsbedingt, sondern oft auch eine Charaktersache.
LG Moni

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Nur mal so am Rande: ich bin Löwe, mein Mann ist Löwe , meine Mom ist Löwe, meine Omas sind Löwe, meine Schwiegermutter ist Löwe , mein Schwiegervater auch ! Und von ca. 40 Freunde und Bekannte nicht zu reden! Keiner in meiner Familie inkl, mir ist so wie Deine Mutter! So sind keine Löwen ; ganz im Gegenteil:-)

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Und wie kann ich mich nun vor diesen schlimmen Gefühlen schützen, die meine Mutter, die dann eben kein echter Löwe ist (ich dachte an die nach meinem Wissen Auswahl typischer Eigenschaften wie stolz, extrovertiert, willenstark, durchsetzungskräftig, dominant, ehrgeizig...) bei mir hervorruft, ohne den Kontakt abzubrechen? Es ist mir wirklich ein großes Anliegen, mit meinen negativen Gefühlen umgehen zu können, weil sie eben kein grundsätzlich schlechter Mensch ist, aber unser Verhältnis schrecklich ist.

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Huhu.

Ich werfe dir einfach mal diesen Link zu:

http://www.narzissmus.org/

Solltest du deine Mutter in den Beschreibungen dieser Homepage extrem wiederfinden, rate ich dir dringend zu einer Therapie und einer Aufarbeitung deiner Vergangenheit, denn emotionalen Missbrauch vergisst man nicht! Niemals.

In einer Therapie würde dir auch geholfen werden, wie du mit deiner Mutter weiterhin verfahren sollst und ob deine eigenen Kinder eventuell geschützt werden müssen.

Sollte mütterlicher Narzissmus auf deine Mutter zutreffen, wünsche ich dir viel Glück und Erfolg!

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Vielen vielen Dank für den Link!!! Einzelnes trifft nicht zu (sie wird nicht wütend und überschreitet keine Gesetzesgrenzen), aber in vielem erkenne ich sie bzw. unser Verhältnis wieder. Sie zeigt der Liste nach auf jeden Fall narzisstische Züge. In wieweit das schon patholigisch ist, würde ich mich nicht wagen zu beurteilen, aber ich denke, dieser Ansatz kann mir wirklich weiter helfen.
Vielen vielen Dank!!!!#liebdrueck

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Hallo du,

Ganz ganz viele Menschen mit Depressionen oder andere Psychischen Problemen wollen was von ihren Eltern was diese ihnen nicht geben können.

Es ist so. Meistens wollen sie einfach nur anerkennung und geliebt werden. Einfach für das was sie sind.

Der Weg ist wohl, für dich Frieden zu schließen. Du musst das noch nicht mal mit ihr verbalisieren. Deine Mutter sieht wahrscheinlich nichts falsches in ihrem Handeln. und du wirst sie nicht mehr dazu bekommen, dir das zu geben, wonach du dich sehnst.

ich finde die idee mit dem Spam ordner gut. ehrlich!

Mein Überlebenstipp damals war, als ich begriff, ich werde nie das bekommen, was ich wirklich brauche, einfach weil meine Eltern es nicht können, weil sie selber emotional so auf Distanz gehalten wurden, und gar nicht wissen, dass es auch anders geht: Örtliche distanz. Ich hab mich örtlich distanziert, bin schwanger weggezogen.

Und für mich zu dem Schluß gekommen. All das was ich mir von ihnen gewünscht habe, kann ich mir selber auch geben. Ich kann mir auf die Schulter klopfen, für Dinge die ich gut mache. Mein Sohn zeigt mir jeden Tag, wie sehr er mich liebt. und ich habe angefangen, diese Dinge in meinem Leben zu ändern. Anstatt meinen Sohn materiell zu überschütten (kann ich mir eh nicht leisten) zeig ich ihm jeden Tag, wie wertvoll ich ihn finde. Aber auch ich überschreite nicht ständig meine Grenzen.

Du kannst in einer Aufstellarbeit (Gruppentherapie) Diese Sache mit deiner Mutter klären, einfach um für dich abzuschließen und keine Bauchschmerzen zu haben. Dann kannst du vll auch anders mit deiner Mutter umgehn.

Darf ich dich fragen, ob deine Mutter auch so distanziert mit deinen Kindern umgeht?
Und lass die mails ruhig in dem Spam Ordner verschwinden.

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Vielen Dank für deine Wort!
Ich bin auch schwanger weggezogen. Zwar nicht sehr weit, aber für meine Mutter, die in einer Großstadt nicht Auto fahren kann/will, weit genug.

Ich habe schon das Gefühl, es wiederholen sich bei meinem Sohn (Nr. 2 kommt erst im Oktober auf die Welt) viele Verhaltensmuster. Sie hat ihn als Säugling auf einer ihrer Veranstaltungen einmal herumgezeigt,obwohl er weinte und war kein Stück daran interesiert, in zu trösten. Stattdessen hieß es "Das klappt hier nicht mit ihm". Und wenn sie da ist, ist es wichtiger, sie bringt ihm etwas mit, anstatt sich mit ihm zu beschäftigen. Sie redet lieber mit uns über sich in der Zeit.

Ich versuche auch, mich von ihr zu berfreien bzw. von dem Wunsch nach Anerkennung, aber irgendwie schaffst sie es immer wieder bei den kleinsten Situationen mir "Einen mitzugeben". Ich glaube, Distanz ist für mich sehr heilsam. Und ich habe eine tolle Schwiegermutter, die meinen Blick ab und zu wieder gerade rückt. :-)

Danke dir!

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Am Ende des Tages: Auch sie kann nicht aus ihrer Haut. Das darfst du niemals vergessen! ich hab erst wieder vorher mit meinem Vater telefoniert. Meine Mutter hatte einen hirntumor als wir Kinder noch alle in der Grundschule waren. Und anstatt dass jemand mit uns redet haben wir nur Vorwürfe zu hören bekommen. Also wir Kinder. nicht von unserer Mutter, aber von den Großeltern. Wir waren jung... wir haben vieles verinnerlicht von dem. und viele eingeredete Schuldgefühle sind noch immer präsent.

Aber während mein Vater da offensichtlich noch redebedarf hat, bin ich der Meinung, dass zeit ist die Vergangenheit ruhen zu lassen. Für uns alle :)

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huhu,

ist sie denn eine gute oma? wenn ja, dann würde ich versuchen, den kontakt auf kleiner flamme für dein kind weiterzuführen. ich war auch lange in so einer situation und habe meine mutter nur noch als eine person gesehen, die ich halt kenne. wir haben belanglose telefonate geführt und geguckt, dass wir alle heiklen themen auslassen. aber sie ist einfach eine lausige oma, ihr gehen alle 3 enkel am allerwertesten vorbei. anfangs kamen sie immer an wie die weihnachtsmänner und haben die kinder mit geschenken überhäuft--und wollten nach der geschenkübergabe aber nichts mehr mit ihnen zu tun haben, es war wohl einfach nur eine pflichterfüllung. ganz komisch irgendwie.
auf jeden fall kamen dann noch ein paar klopper und seit einem jahr haben wir keinen kontakt mehr. mir hat das buch von susan forward "vergiftete kindheit" die augen geöffnet und ich habe ihr wahres gesicht erkannt. auch dass sie an keinem einzigen menschen je ein gutes haar gelassen hat, ist mir da erst aufgefallen. es war ein schmerzhafter prozess und mein mann musste etliche abende als kummerkasten herhalten--aber jetzt geht es mir besser und ich fühle mich frei. in ihren augen konnte ich eh nur verlieren. alles was ich tat, war mies, schlecht und nicht gut genug. unser auto war ein "türkenkarren", unser haus ein "schrotthaus", unser wohnort scheiße, ich habe meine kinder völlig falsch erzogen und als ich meinen schlaganfall bekommen habe, hatte sie noch die dreistigkeit mir vorzuwerfen, ich sei selber schuld.

men mann fragte mich dann, was ich eigentlich tun würde, wenn es bekannte wären und nicht meine eltern--tja, da gab es dann nur eine antwort drauf und das habe ich auch durchgezogen....
meine kinder vermissen sie nicht--sie waren ja vorher quasi auch nicht da!

lg und alles gute #klee

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Huhu du!
Also bis jetzt wiederholen sich viele negative Dinge bei meinem Sohn, die ich als Tochter erlebt habe. Ich glaube, deshalb kommt auch so viel hoch, was ich eigentlich ruhen lassen wollte. Da unser Sohn aber erst 1,5 Jahre alt ist, kann ich das aber noch nicht sicher sagen und will auch nicht zu vorschnell urteilen, nur weil ich schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht habe. Aber das mit dem Schenken ist eins zu eins bei uns auch so. Sie schenkt auch nicht, damit er sich freut. Sie schenkt nur, wenn sie auch dabei ist und er es mit ihr in Verbindung bringt, sonst "lohnt" es sich für sie ja nicht.

Bei meiner Mutter ist immer alles was ich tue erst ganz schrecklich, aber am Ende oft dann etwas, womit sie bei ihren Freunden angibt. Sobald sie eben gemerkt hat, dass andere meine Sichtweise teilen, will sie nicht fehlen.

Ich werde mir das Buch mal anschauen. Ich weiß zwar nicht, was unser "grundlegendes" Problem ist, aber ich merke, dass ich mich schützen muss. Sie hat einen viel zu großen und wiederkehrenden negativen Einfluss auf mein Gefühlsleben. Das kann und will ich nicht mehr.

Vielen Danke für deinen Beitrag!

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Hallo,

meine Schwiegermutter hat genau die gleichen Charakterzügen wie deine Mutter. Mein Mann war auch sein ganzes Leben hin und hergerissen zwischen Wut und schlechtem Gewissen. Erst als wir uns mal mit dem Thema Narzissmus auseinandergesetzt haben konnte er das Verhalten langsam einorden. Heute hat er völlig den Kontakt abgebrochen. Es geht ihm gut und er hat auch kein schlechtes Gewissen mehr. Natürlich kann er die vielen seelischen Verletzungen nicht vergessen, aber sie sind nicht mehr Alltag.

Nur ein paar Beispiele aus seinem Leben mit seiner Mutter.

Sie hat alle Geschwister mit Lügen gegeneinander aufgehetzt, so dass der Kontakt völlig abgebrochen ist. Damit hat sie erreicht, dass immer sie der Ansprechpartner war.

Geschenke (so billig wie möglich) wurden nur gemacht um Dankbarkeit einzufordern. Es war ihr immer gleichgültig ob das Geschenk gefällt oder gebraucht wurde.

Als ihr Mann sterbenskrank im Krankenhaus lag, ging sie in ihrer Rolle als aufopferte Ehefrau völlig auf. Es ging ihr nie um ihren Mann sondern um sich selber.

Als ihre Tochter an Krebs erkrankte besuchte sie sie kein einziges Mal im Krankenhaus, da sie das sowieso nicht mit bekam ob sie da war oder nicht. Nichtmal zu ihrer Beerdigung ging sie, da sie solange nicht stehen konnte und sie wollte nicht wie eine alte Frau auf einem Stuhl am Grab sitzen. Aber das Mitleid nahm sie gern entgegen, weil es nichts Schlimmeres gibt als sein eigenen Kind zu beerdigen.

Solche Charakterzüge sind narzistisch. Kein Mitleid, kein Mitfreuen, alles wird nur daran gemessen, ob man selber davon was hat. Bei so einem Menschen kannst du nichts ändern oder Einsicht erwarten. Das einzige was du tun kannst dich selber schützen. Du hast genug damit zu tun deine Vergangenheit und Erlebnisse aufzuarbeiten. Lass es nicht mehr zu, dass noch mehr dazu kommt. Auch für deine Kinder ist es besser keine Oma zu haben als so eine.

LG
Sini