Probleme mit dem Gotti meines Sohnes

    • (1) 10.03.16 - 22:56

      Hi zusammen

      Ich versuche mich kurz zu fassen, aber falls ich etwas vergesse zu erwähnen dürft ihr gerne nachfragen...

      Das ganze Thema belastet mich ziemlich und ich freue mich über zahlreiche Ratschläge und Meinungen.

      Und zwar geht es um das Gotti (nennt ihr das in DE Patin!?) meines (bald 3 Jahre alten Sohnes. Sie ist meine Schwester (31Jahre alt), aber wir sind keine leiblichen Geschwister. Wir sind alle adoptiert und standen uns nie nahe. Es bestand immer Konkurenzkampf und Neid. Als Kind ganz klar auch von meiner Seite aus. Inzwischen aber zumindest von meiner Seite her überhaupt nicht mehr.
      Ich bin seit 3 Jahren verheiratet und Mutter. Sie wünscht sich das beides schon lange, ist aber mit ihrem Freund erst seit kurzen zusammen und er steckt zurzeit noch in einer Zweitausbildung und will diese zuerst beenden.

      Als ich damals schwanger war mit meinem Sohn,habe ich mir sehr lange überlegt ob es aufgrund unserer „Beziehung" oder besser gesagt „Nicht-Beziehung" überhaupt sinnvoll ist sie als Gotti auszuwählen.
      Ich habe mich schlussentlich dazu entschieden sie zu fragen, weil ich gedacht habe es könnte eine Chance sein für unsere Beziehung. Aber auch weil es „alle" erwarteten und als selbstverständlich betrachteten. Schliesslich ist es ja „üblich"dass der Bruder Götti wird und die Schwester Gotti. Man kann also auch sagen ich habe mich damals vor allem dem Frieden zuliebe so entschieden.
      Ein Fehler wie sich jetzt heraus gestelkt hat......

      Am Anfang lief es recht gut. Sie und auch wir nahmen uns regelmässig Zeit uns zu treffen, ich schickte ihr regelmässig Bilder und Videos, sie schrieb uns oft und fragte nach wie es läuft, wir meldeten uns regelmässig bei etc. Als sie sich kurz vor dem 1.Geburtstag unseres Sohnes von ihrem Freund trennte, war sie oft bei uns, rief viel an und weinte sich bei uns aus.
      Damals hatte ich das Gefühl wir standen uns so nah wie noch nie und es war ein tolles Gefühl.... Gleichzeitig wusste ich aber bereits da schon, dass es nicht so bleiben wird....

      Ein paar Monate später lernte sie dann ihren neuen Freund kennen und der Kontakt flachte immer mehr ab.
      Sie meldete sich nie mehr, fragte nie mehr nach wie es unserem Sohn geht, reagierte nie darauf wenn ich ihr Bilder schickte oder ihr sonst schrieb und irgendwann schickte ich dann auch keine Fotos mehr und lud sie auch nicht mehr ein.

      Auf den 2.Geburstag versprach sie meinem Sohn ein Geschenk (welches sie selber aussuchte) und wir warteten darauf monatelang. Ich fragte mehrmals nach, wurde aber immer wieder vertröstet. (Es ging um Nachtvorhänge). Über ein halbes Jahr später bot uns jemand anderes seine alten Vorhänge an und nachdem ich mich bei meiner Schwester erkundigte ob sie schon etwas gekauft habe, nahmen wir die Vorhänge dann an. Daraufhin eskalierte die Situation zum ersten Mal. Meine Schwester flippte völlig aus.

      Zwei Wochen vor Weihnachten 2015 informierte ich meine Adoptiveltern, dass wir an Weihnachten nicht kommen würden, da es für uns einfach nicht stimmt wie sie mit unseren Kindern umgehen etc.

      (Die zahlreichen Gründe die uns zu dieser schwierigen Entscheidung kommen liessen, würden meinen Beitrag hier viel zu lang machen, aber vllt. kann sich ja jemand von euch noch an meine älteren Beiträge erinnern....)

      Meinen Geschwistern teilte ich ebenfalls mit dass wir nicht kommen, erläuterte aber nur kurz unsere Beweggründe.

      Seither ist meine Schwester stinksauer, zickt mich ständig wegen allem Möglichen an, macht mir ständig Vorwürfe und behandelt mich noch mehr als sonst wie ein kleines Kind.

      Besonders weil ich wegen dem gem. Geburtstagsgeschenk für unsere Adoptivmutter Bedenken äusserte.

      Vor ein paar Tagen wehrte ich mich dann endlich einmal und sagte ihr klipp und klar dass sie mich nicht immer so behandeln soll. Daraufhin warf sie mir unter anderem an den Kopf dass ich spinne, mich ihr gegenüber nie dazu geäussert hätte, wieso wir (mein Mann, die Kids und ich) an Weihnachten nicht zu unseren Adoptiveltern kamen (meine Geschwister waren dann an diesem Tag alleine dort) und sie aber genug gut gwesen sei meinem Sohn Geschenke zu schenken.

      Daraufhin habe ihr geschrieben dass der Weg von ihr zu uns genau so weit sei, wie von uns zu ihr und sie jederzeit hätte vorbei kommen können um ihren Göttibueb oder uns zu sehen. Ausserdem schrieb ich ihr, dass ich bez. unserer Entscheidung bez. Weihnachten von ihrer Seite immer nur Vorwürfe zu hören bekam und sie auch später nie in Ruhe nachfragte.
      Zum Schluss schrieb ich dann noch dass wir nie die Erwartung an sie als Gotti hatten, dass sie unserem Sohn etwas schenken muss. Die einzige Erwartung die wir als Eltern an sie als Gotti, wie auch den Götti oder die Grosseltern hätten sei es dass die Kinder Zeit mit ihnen verbringen können aber Geschenke seinen nicht wichtig. Dass sie ihm etwas geschenkt habe sei ihre eig. Entscheidung gewesen, genau wie es ihre Entscheidung sei, ob sie sein Gotti sein möchte oder nicht.

      Daraufhin war dann wieder ein paar Tage Funkstille und heute kam folgende Antwort:

      ......., du hattest Chancen dich bez. Weihnachten zu erklären, du hättest dich einfach mal melden können. Dass die Chance auch Du ergreiffen musst liegt doch wohl auf der Hand wenn du schon alles absagst. Der Rest den du schreibst, versteh ich ehrlich gesagt nicht, weil es in meinen Augen nichts zur Sache beiträgt.

      (Ich muss mir zig Vorwürfe anhören wegen einer Entscheidung die ich zum Schutz meiner Kinder und mir getroffen habe, sie hat keine Ahnung worum es geht zumindest nicht aus der Sicht meines Mannes und mir und hat sich ihr Urteil nur aufgrund der Aussagen meiner Adoptiveltern gemacht und wundert sich dann wenn ich in dieser Situation nicht sofort bereit bin, detailiert auf alles einzugehen. Ich war und bin auch heute noch der Meinung dass sie zuerst selber Kinder bekommen soll und dann sehen wir ja dann ob sie den Umgang so i.O. findet. Ausserdem ist es meine Beziehung zu meinen Adoptiveltern und soll aufgrund meiner Erlebnissen mit ihnen ihre nicht neg. verändern. In dieser Zeit wäre ich vllt. einfach auch mal froh gewesen wenn sie gesagt hat sie findet es schade dass wir nicht kommen hört sich die Gründe für diesen Entscheid aber jederzeit gerne an wenn ich darüber sprechen mag. Damals als ihr die Entscheidung mitteilte meinte ich, ich mag zurzeit nicht darüber sprechen. Auch das verstand sie nicht, war stinksauer und zickte mich an.

      Ausserdem wirft sie mir so quasi vor sie muss unserem Sohn etwas schenken, wir nutzen sie dafür aus und wenn ich mich bez. den Geschenken äussere tragen meine Aussagen nichts zur Sache bei!?)

      Ich habe keine Lust mehr. Ständig gibt es ein riesen Theater, ich muss mir von ihr anhören dass ich spinne, höre ständig dass sie recht hat und ich nicht und blablabla....
      Manchmal komme ich mir vor wie 12 und sie ist meine Mutter. Sie stellt mich vor anderen ständig blöd dar, putzt mich vor allen herunter, spricht nur das nötigste, behandelt mich oft wie Luft etc....

      Ich bin der Meinung wenn es ihr wichtig wäre Gotti zu sein von unserem Sohn, dann hätte sie doch das klipp und klar schreiben können nach meinem letzten Whatsapp. Irgendwie bekomme ich immer mehr das Gefühl dass sie es gar nicht so recht will weil sie vllt. durch den Kontakt zu uns zu sehr an ihren eig. Kinderwunsch erinnert wird, oder was meint ihr!?

      Ich habe keine Lust dass mein Sohn ein Gotti hat, mit dem wir ständig Streit haben, dass glaubt es muss Geschenke machen und mit dem wir gar nicht mehr abmachen wollen weil es einfach vom zwischenmenschlichen nie gepasst hat und vermutlich auch nie mehr passen wird.

      Was denkt ihr zu meinem vermutlich völlig wirren und langen Text!?

      Wie soll es weiter gehen!?
      Kontakt abbrechen? Auf ein Minimum beschränken? Ein neues Gotti aussuchen und ihr so mitteilen? Ruhig sein dem Frieden zuliebe?

      Was ratet ihr mir? War jemand von euch schon einmal in einer ähnlichen Situation?

      Traurige Grüsse
      thetina89

      • Also wenn ein Gotti das Gleiche ist, wie ein Taufpate, kann man da nicht einfach jemand anderen benennen.

        Ich würde das Gehampel aber nicht mitmachen und den Kontakt deutlich einschränken. Hinterher laufen würde ich auf keinen Fall. Auch, wenns schade ist fürs Kind.

        LG
        Sassi

        • Hi

          Danke für deine Antwort.
          Ob es das gleiche ist weiss ich leider nicht.
          Ja für unseren Sohn ist es einerseits schade, auf der anderen Seite ist er ja zum Glück relativ klein.

          • In D bezeugt dein Taufpate dieTaufe und soll das Kind auf seinem Christlichen Weg begleiten. Man kann ihn weder "streichen" lassen, noch nachträglich jemand anderen benennen.

            Euer Verhältnis scheint insgesamt völlig verfahren und zerrütet und der Kontakt scheint niemandem von Euch gut zu tun. Ich würde ihn einstellen aber ohne Deiner Schwester noch "einen mitzugeben", sondern mich einfach zurückziehen.
            Die Geschenkegeschichte ist m. E. einfach deshalb eskaliert, weil Du das Geschenk mehrfach angemahnt hast. Das macht man genau so wenig wie man Geschenke voraussetzen sollte.

            LG

            • Das stimmt so nicht ganz. Der Taufpate meines Sohnes, meinte auch er müsse sich nach einem Jahr einfach gar nicht mehr melden.

              Nach sehr langem warten, ob sich das noch ändert, bin ich zu uns in Pfarramt um zu fragen, ob man da was ändern kann.

              Streichen ging natürlich nicht, aber man darf jemanden dazu eintragen. Er hat nun die gleiche Patentante wie seine Schwester, die sich sehr toll um beide kümmert.

              Gruß
              Mona

        Sorry, Deine Aussage ist nicht unbedingt korrekt.

        In der evangelischen Kirche in Baden Württemberg kann man Paten auch zu einem späteren Zeitpunkt benennen.

        Die Umstände sind dabei unrelavant...und können sehr vielfältig sein:
        - bevorzugter Pate ist bei der Taufe kein christliches Kirchenmitglied und tritt später bei
        - man verliert zu einem Paten den Kontakt und möchte dafür einen anderen diese Aufgabe übertragen
        nur als Beispiel.

        Viele Grüße
        Fahima

        • Das gefällt mir, ist mir aber absolut neu. Ich kenne es nur so, dass der Pate auch wirklich bei der Taufe anwesend sein muss.

          LG
          Sassi

          • Ich finde es auch klasse!

            Sollte der Pate unserer Kleinen wieder in die Kirche eintreten, können wir ihn auch offiziell eintragen lassen :-)
            Und wenn zu einem Paten der Kontakt komplett abbricht, kann man sich noch jemanden suchen, der den "Job" übernehmen möchte...

            Viele Grüße
            Fahima

    Hallo!
    Ich hab nicht alles gelesen muss ich gestehen ;)
    Ich finde, das Leben ist zu kurz um sich mit soetwas aufzuhalten, du hast es versucht mit ihr auszukommen etc und es klappt nicht. Lass sie, mach dich mal rar, mach deine Sache und wenn sie dann irgendwann ernsthaft deine Naehe sucht, versuch es, aber denk in erster linie an dich! Alles gute!

"das Gotti" "ein neues Gotti" ... das hört sich ja furchtbar an, als wären es keine Menschen #zitter

Ich finde, ihr macht viel zu viel Tamtam um diese Sache. Deine Schwester hat offenbar kein wirkliches Interesse an dieser Rolle und dann musst du das eben so hinnehmen.
Dein Sohn wird davon keinen Schaden nehmen, er ist noch klein und bisher hatte er ja in ihr auch keine Bezugsperson.
Ich würde den Kontakt massiv einschränken, so jemanden braucht man nicht im Leben.

Das ist wieder so eine Situation, in der man nur sagen kann, dass man andere Menschen halt nicht ändern kann.

Aber du kannst dein eigenes Verhalten überprüfen. Ich erkenne in dem Text einiges von deiner Seite aus, das diesen Streit befeuert.

  • Hallo

    Auch dir danke für deine Antwort.
    Ja du hast recht auch ich trage meinen Teil dazu bei, dass es zurzeit ist wie es ist.
    Aber ich habe mich immer wieder bemüht... Inzwischen bin ich einfach an einem Punkt an dem ich nicht mehr kann und will....

    • vielleicht änderst du deine Strategie.

      Wenn ich mir euren Streit so durchlese, kann ich deine Schwester ein wenig verstehen, dass sie sauer ist.

      Du sagstdu bemühst dich. gleichzeitig machst du ihr aber auch ziemlich viele Vorwürfe.

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