Müde Doppel-Mama...wie ist es bei Euch?

    • (1) 22.04.16 - 09:59

      Guten Morgen,

      ich möchte einfach mal etwas "loswerden" und freue mich über rege Antworten.Ich bin "Ende" 30, Mama von 2 Kindern (3 und 8 Monate). Bin glücklich verheiratet. Und genau das ist es: eigentlich müsste alles prima sein, wenn ich mir das Leben nicht selbst so schwer machen würde.

      Fühle mich aktuell sehr ausgebrannt. Der Alltag mit zwei kleinen Kindern fordert oder stresst mich oft. Ich muss dazu sagen,dass meine Kids wirklich lieb sein. Also keine Schreikinder. Die Große ist bis 13.30h im KIGA.Dennoch hetze ich nur so durch meinen Alltag. Die Kleine schläft tagsüber immer nur mal ihre 30 Minuten. Zu wenig Um Kraft zu tanken.Wir sanieren gerade ein Haus komplett. es steht sehr viel Arbeit an, meinen Mann (der unterstützt wo es nur geht) sehe ich nicht viel, da er oft auf der Baustelle ist. Dennoch versuche ich irgendwie mit allen Mitteln die perfekte Mama, Ehefrau usw. abgeben zu müssen. was natürlich nach Hinten losgeht. Ich gucke in den Spiegel und erschrecke vor den Augenringen. Die Kids waren oft krank, die Nächte schlecht. Mein Nervenkostüm daher dünn. Ab und zu sitze ich auch fertig auf der Couch und vergieße ein paar Tränen, weil ich so k.o. bin. Ich weiss, dass ich extrem streng mit mir selbst umgehe. Ich hatte vor 5 Jahren schon eine Psychotherapie. Ursache war eine jahrelange KIWU Behandlung und sehr viel Stress und Verantwortung im Job. Irgendwie habe ich das Gefühl,dass keine Ruhe in mein Leben kommt. Kurz nach der Geburt des ersten Kindes stirbt mein Vater, 2 Tage vor der Geburt des 2. Kindes vor 8 Monaten meine Mutter. Bin 4 Tage nach der Geburt zur Beerdigung gefahren, dann Elternhaus aufgelöst usw. ja, das war viel.

      Viele Außenstehende sagen:"Geniess die Zeit mit Kind"....ich kann den Satz aber nicht mehr hören. Ich würde das gern, aber es gelingt mir nicht immer. Und das ärgert mich. Ich fühle mich wie eine Jammertante. Habe eben auch sehr viele Freundinnen, die 2 Kinder haben und Job und Mann alles unter einen Hut kriegen. Wie ist es bei Euch? Habt ihr auch solche "Phasen" bzw. Tage. Bei mir ist es nicht jeden Tag so...aber hin und wieder schon. LG

      • Hallo,

        Du solltest Dir selber den Stress raus nehmen. Nach außen wirken zu wollen, als wäre alles perfekt, ist in meinen Augen schon krank und das meine ich wirklich nicht böse.

        LG

        Hallo,

        glaube mir, die anderen kriegen auch nicht alles unter einen Hut, erzählen kann man ja viel.

        Du hast die letzten Monate sehr viel durchmachen müssen, das tut mir sehr leid. Bitte suche dir Entlastung. Kann deine Große eine Stunde länger in der Kita bleiben? Könntet ihr euch alle 1-2 Wochen eine Putzfee leisten? Kannst du deinen Mann bitten hin und wieder auf die Kids aufzupassen, damit du mal weg gehen kannst o.ä.

        Ich habe meine Ansprüche stark herunter geschraubt. Seit 3 Monaten habe ich eine Putzfee, die alle 2 Wochen kommt und mich unterstützt. Ich gehe jetzt auch mal alleine weg und auf Arbeit mache ich, seit unser Sohn (4) auf der Welt ist, auch keine zig Überstunden mehr.

        LG

        Hallo,

        es tut mir sehr leid. Ich wollte Dir zu dem Satz: Genieße es, etwas sagen Das ist so ein Schwachsinn. Meine Kinder haben den gleichen Alterabstand, nur sind sie inzwischen 5 und 8. Natürlich waren die Zeiten, als sie klein waren, auch wunderschön. Neber ever will ich wie sie zurück. Mit äkteren Kindern kannst du weitaus mehr anfangen. Und ganz ehrlich - meine Kinder helfen inzwischen. Meine Tochter macht die Waschmaschine komplett alleine. Sie räumen den Tisch auf. Mein Sohn saugt die Treppe...In deinem Alter ist es doch irgendwie alles Einbahnstraße.

        Wir haben bis auf die Haupttatsache deiner Eltern alles gemeinsam. Meine Konder hatten beide das frühlindliche Astma, was praktisch hieß, dass sie dauerkrank waren. Ich war sehr erschöpft.

        Die Bauphase bedeutete bei uns, dass mein Mann gar nicht zuhause lebte.

        Das Problem dieser Phase ist das einseitige ,,Geben" und permanente Ansprechbarkeit. Da wird man irre.

        Warum wiederholst du die Psychotherapie nicht ?
        Sind dir deine Schwiegereltern zumindest eine Stütze ? Hast du jemanden, der dich stützt ?

        Du sprichst, dass man sich nicht ausruhen kann. Kann man. Mein Sohn schlief, schläft seehr wenig. Seit dem ersten Jahr hat er seinen Mittagschlaf gänzlich aufgegeben. Und vorher war es sich seeeehr wenig. Was ich gemacht habe, sobald er loskrsbbelte. Alles gefährliche weggemacht und dann dabei gelegen und geschlafen. Wenn Kind auffällig ruhig war, wird man dann instinktiv wach. Aber Auruhephasen sind wichtig.

        Als mein Sohn dann 2 war, hatte ich die Schnauze so voll, dass ich trotz dieser chronischen Krankenheiten arbeiten ging. Ich hatte erste Traumanzeige, die natürlich sofort klappte und ich landete unüberlegt in einem Arbeitsverhältnis.

        Erst seitdem ging es bergauf. Jetzt sind 3 Jahre vergsngen und ich würde es immer wieder tun. Ich musste Therapie wegen meiner Traumatisierung machen, was seeeehr gut war.

        Im Gegensatz zu eich habe mich aber in Ausnahmesituationen meine in Ausland lebende Eltern gerettet. Ohne sie. Puuh.

        #herzlich

      • (5) 22.04.16 - 13:13

        -------. Dennoch versuche ich irgendwie mit allen Mitteln die perfekte Mama, Ehefrau usw. abgeben zu müssen. --------

        Warum? Musst du irgendwem was beweisen?
        Was geht es Dich an, was andere über Dich denken?

        Du hast viel durchgemacht, da darf man auch mal fertig sein und auch fertig aussehen.

        Und das Leben mit so kleinen Kindern ist nicht immer so, dass es man es genießen kann.

        Huhu,

        deine Kinder sind in einem sehr pflegebedürftigen Alter - man ist nur am machen und tun. Mir ging es damals ähnlich wie dir. Es kommen wieder bessere Zeiten. Und höre nicht auf andere - dort läuft es auch nicht perfekt.

        Alles Gute!

      • Hallo.
        Mein Beileid zu Deinen Verlusten, es muss sehr hart sein, beide Eltern so kurz hintereinander zu verlieren...

        Würde meine Freundin vor mir sitzen und hätte soviel hinter sich wie Du, würde ich sie erst fest drücken und sie dann so lange bequatschen, bis sie freiwillig zur Kur fährt...
        Oder wenigstens versucht, sich etwas runter zu fahren...
        Hattest Du in den vergangenen Monaten irgendwann mal Zeit für Dich?
        Es klingt, als ob Du nicht eine Verschnaufpause hattes und dabei brauchst Du die dringend.
        Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, Dir zu raten, dass Du mal zwei-drei Gänge runter fahren solltest- wahrscheinlich ist es Dir selbst bewusst, dass Du Dir zu wenig Zeit und Ruhe für Dich selber gönnst.
        Ich rate es Dir trotzdem.
        Sch*** auf Perfektion.
        Eins nach dem anderen- was muss wirklich gemacht werden? Was kann? Und vor allem: was kann warten?
        Ich habe auch erst so gelernt, mich nicht mehr fertig zu machen. Der eigene Anspruch an sich selber ist härter als jeder von aussen und ich weiß, wie schwer es ist, dann mal locker zu lassen.
        Oder Hilfe anzunehmen.
        Nimm Hilfe an- ob Freunde, Nachbarn oder auch Therapie.
        Und habe kein schlechtes Gewissen dabei!
        Ich war auch positiv überrascht, wie viele Menschen gerne helfen, einfach weil es ihnen Freude macht. Das Gefühl, nicht alleine alles stemmen zu müssen, hilft schon manchmal, etwas leichter in die Zukunft zu blicken.

        Alles Gute für Dich und Deine Familie,
        Locke

        • Der Gedanke mit der Mutter Kind Kur kam mir auch, aber ich befürchte dafür sind die Kinder (zumindest das kleine) noch zu jung. Das bringt warscheinlich nicht viel Erholung und Kraft für die Zukunft. Aber auf jeden Fall sollte die TE das Thema Kur im Auge behalten und nochmal in 1-2 Jahren aufgreifen.

      Hallo,

      erstmal herzliches Beileid zum Verlust deiner Eltern.

      Zu deiner Frage: ja natürlich habe ich auch solche Phasen und Tage an denen ich nur noch weglaufen möchte ....#winke

      Als unsere Zwillinge vor 2 1/2 Jahren geboren sind, meinte meine Frauenärztin zu mir, dass ich mir unbedingt Unterstützung im Alltag mit den Kindern organisieren muss. Wenn alle Verantwortung und Aufgaben an einer Person hängen, und die Person irgendwann unter der Last zusammenbricht, ist keinem geholfen.

      Das ist unheimlich schwer umzusetzen, besonders wenn man keine Familie hat, die einen unterstützt, aber man muss immer versuchen sich Freiräume zu schaffen.

      Ihr habt im Moment viel zu tun, aber das wird besser. Der Umbau ist irgendwann fertig, die Kinder werden selbständiger und die Nächte werden wieder erholsam. Bis dahin kannst du nur versuchen an deiner Einstellung etwas zu ändern. Schau nicht so sehr auf andere. Ich weiß, dass ist schwer, aber das ändert nichts an deiner Situation.

      Ich komme mir meistens auch vor wie ein Hamster im Rad. Nichts wird fertig, immer liegt was rum und richtig schön ordentlich und sauber war es schon lange nicht mehr, obwohl ich permanent putze und aufräume #augen, und man selbst sieht auch nicht mehr super dabei aus. 2 1/2 Jahre Minimum Schlaf und eine Kinderkrankheit nach der nächsten hinterlassen nunmal Spuren. Sei bitte nicht so streng mit dir und sieh auch was du alles schaffst. Du hast selbst geschrieben, dass du eine jahrelange Kiwubehandlung hattest, natürlich hinterlässt das zusätzlich Spuren, dazu immer der Gedanke, dankbar sein zu müssen.

      Ich kenne natürlich auch Frauen, da ist alles perfekt (auf den 1. Blick)
      Eine hat 2 Omatage pro Woche, die andere eine Putzfrau, bei der nächsten essen die Kinder mittags in der Kita (obwohl sie noch zu Hause ist), eine andere hat einen Ehemann, der schon um 16.00 Uhr zu Hause ist. Aber das alles spielt keine Rolle, es ändert nichts an eurer Situation. Es erklärt höchstens, dass diese Fauen auch nicht alles unter einen Hut kriegen.

      Ich wünsche dir alles Gute

      Magnumweiss

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