Wie Neid abstellen?

    • (1) 22.06.16 - 10:09

      Hallo zusammen,

      ich habe im Moment ein kleines Problem mit dem heiklen Thema Neid.
      Gleich vorweg: Ich möchte das Gefühl nicht haben, ich will es los werden.
      Es geht um den kleinen Bruder meines Mannes. Meine Schwiegereltern haben ihm sowohl ein Auslandsjahr als auch das Studium (studiert noch) finanziert. Soweit so gut. Seine Frau hat ebenfalls studiert und war nach dem Studium ca. ein halbes Jahr arbeitslos (hat erst vor wenigen Tagen einen Job gefunden). In diesem halben Jahr sind die beiden zusammengezogen, außerdem steht die Hochzeit bevor.
      Die Schwiegereltern tragen seitdem die komplette Miete und finanzieren auch den Löwenanteil an der Hochzeit (Offiziell zwar als kostenloser Kredit, aber uns allen ist klar, das sie das Geld nicht zurückbezahlen müssen/werden).
      Mein Mann und ich sind während der Ausbildung zusammengezogen, das war meinen Schwiegereltern nicht so ganz recht. Finanzielle Unterstützung bekamen wir nicht und wir haben mit unseren Azubi-Gehältern alleine unseren Lebensunterhalt bestritten. Was bisher auch immer ein Grund für mich war, stolz auf uns zu sein.

      Seit wir aber mitbekommen, was mein Schwager alles von den Eltern finanziert bekommt und wie gut die beiden leben können, werde ich immer unzufriedener.

      Versteht mich nicht falsch, ich war immer stolz auf das, was mein Mann und ich uns alleine aufgebaut haben. Wir haben beide auf eigenen Wunsch hin nach dem Abi nicht studiert und es geht auch nicht darum, dass die Eltern ihn während des Studiums unterstützen. Es geht um das Ausmaß.
      Wir konnten während der Ausbildung nicht mehrfach die Woche essen gehen, unser größter Urlaub in diesen 2,5 Jahren waren 4 Tage Gardasee für nicht mal 200,- €, wir mussten Auto + Versicherung selbst bezahlen, unsere Hochzeit mit knapp 60 Leuten haben wir uns selbst zusammengespart. Und dann sieht man den studierenden Bruder, der ständig auswärts isst, z. T. mehrfach im Jahr in einen Kurzurlaub fahren kann, ein fast neues Auto bekam und eine riesen Hochzeit finanziert bekommt.
      Mir ist klar, dass der Bruder nur bedingt was dafür kann und es in erster Linie an den Eltern liegt, die Geschwister gleich zu behandeln. Und ich bin deswegen auch nicht sauer auf ihn. Aber ich bin neidisch.
      Gleichzeitig bemerke ich, wie mein Mann deswegen ein immer schlechteres Verhältnis zu seinen Eltern bekommt. Für ihn geht es nicht in erster Linie um Geld, das er nicht bekommt. Es geht ihn im Wertschätzung und dass er sich wie das Kind zweiter Wahl fühlt. Denn die Bevorzugung des Bruders hört beim Finanziellen leider lange nicht auf...

      Trotzdem: gibt es einen Weg, dieses Neidgefühl los zu werden? Wie würdet ihr damit umgehen?
      Ich hoffe ihr versteht meine wirren Gedanken #schwitz

      (4) 22.06.16 - 10:17

      Neid ist etwas völlig normales. In dem Fall finde ich aber nicht dass du neidisch bist. Du/ Ihr fühlt euch ungerecht behandelt und das völlig zu recht.

      Damit das Verhältnis nicht noch schlechter wird, wenn ihr das weiter in euch reinfresst,
      würde ich das Gespräch mit den Eltern suchen.

      Ob Ihr dann auch mal eine finanzielle Zuwendung bekommt weiß ich nicht, aber zumindest habt Ihr es dann mal ausgesprochen.

      Vielleicht ist den Eltern aktuell gar nicht so bewusst wie ungleich die Behandlung ist und vielleicht ändert sich dann etwas zum Positiven.

      Wenn die Eltern das nicht einsehen würde ich den Kontakt sehr einschränken. Mich persönlich würde das auf längere Sicht zu sehr belasten immer diese Ungerechtigkeit mit anzusehen.

      LG Luna

      • (5) 22.06.16 - 11:58

        Hallo,

        mein Mann hat bereits versucht seinen "Unmut" darüber auszudrücken und ein Stück weit ist es den Eltern durchaus bewusst. Verbessert hat sich seitdem nichts, eher verschlimmert.
        Ich wage zu bezweifeln, dass wir auch eine Summe X bekommen würden (in den Augen der Schwiegereltern geben wir zu viel Geld unnötig aus, für Urlaub z.B. ... ). Aber dieser Zug ist vermutlich jetzt sowieso abgefahren - jetzt brauchen wir keine Unterstützung mehr. Zu Azubi-Zeiten wäre es aber doch schön gewesen, zumindest mal gefragt zu werden, ob wir klar kommen...

    Hallo
    Bei sowas würde ich mir vor Gesicht halten wie nicht erstrebenswert es ist in dem Alter auf Kosten von Mutti und Vati sonst wie ein tolles Leben zu führen.
    Ich kenne das in anderer Form, meine älteste Tochter ist jetzt 19 und in ihrem Umfeld bzw. die Kinder von Bekannten waren teilweise in dem Alter schon längst mit eigenem Auto usw. außer Haus, am besten noch mit privaten Studium, und natürlich soooo selbstständig.
    Das man in dem Alter noch zuhause wohnt ist ja sooo komisch.
    Wenn man alles finanziert bekommt ist sowas natürlich leicht gesagt und für mich/sie sich nicht etwas mit dem man prahlen sollte.
    Warum auch, keine Waschmaschine bedienen können aber große Töne mit dem was man hat raus bringen.
    Über sowas könnte ich mich nicht richtig aufregen aber es ist wie es ist.

    LG

    • Hallo,

      ja, das versuche ich mir auch oft selbst zu sagen. Dann stehe ich in unserer Wohnung und denke mir "Das habt ihr gut gemacht!"
      Vielleicht kommt uns das Wissen, dass Geld nicht einfach so auf dem Konto landet, ja noch einmal mehr zu Gute als wir denken ;-)

(8) 22.06.16 - 10:46

>>Trotzdem: gibt es einen Weg, dieses Neidgefühl los zu werden? Wie würdet ihr damit umgehen?
Ich hoffe ihr versteht meine wirren Gedanken #schwitz<<
Klar, ich würde das den Eltern brühwarm auf die Bemme schmieren und fragen, wann Euer Anteil nachgezahlt wird. Das wird dann aus dem Ruder laufen, ihr verkracht Euch und habt mit dieser Ungerechtigkeit nichts mehr zu tun...

LG

Hallo,

wir - vor allem mein Mann - haben diese Situation auch durch.

Mein Mann hat sich wirklich hochgearbeitet - vom Lehrberuf über den meister bis hin zum Studium. Er hat sich das alles selber verdient. Von seinen Eltern kam da sehr wenig; das Studium haben sie gar nicht unterstützt, denn aus irgendeinem Grund waren sie damals beleidigt, als er studieren wollte.

Sein jüngerer Bruder hingegen war lt. meinem Mann schon immer das "Liebe Kind".
Der musste sich nie groß anstrengen.
Seine Ausbildung und den Meister hat er mehr schlecht als recht hingelegt, die Meisterprüfung mit ach und Krach bestanden.

Meinem Mann wurde stets mündlich ein Haus zugesagt, welches er später mal erben sollte. Als sein Bruder und dessen Freundin Eltern wurden, hat sein Bruder das Haus bekommen - mein Mann hat eine kleine Summe Erbteil ausbezahlt bekommen (Pflichtteil) und den Löwenanteil bekam sein Bruder.

Die konnten natürlich Vollgas geben. Das Haus wurde sehr schick renoviert.

Teure Küche, megaschweineteures Bad, für den Garten kam ein Landschaftsgärtner, Sauna hier, teurer Boden da, usw.
Das Babyzimmer kostete gleich mal 4000 € - unser Highlight waren ein Gitterbettchen und ein Wickeltisch von Ikea...;-)
Meine Schwiema hat auch gerne im Beisein meines Mannes "geschwärmt", was für "tolle Möbel" die beiden nun wieder gekauft haben und wie teuer die sind.
Oder dass er seiner Frau nun ein neues Auto kauft.

Zu uns - wir haben ein schönes Haus, aber vieles (Möbel etc) sind noch provisorisch.
Die Tilgung ist uns wichtiger und eher wird mal irgendwas umgestrichen statt neu gekauft.
Denn wir wollen nicht irgendwas schnell-schnell und billig haben, sondern es sollen gute und hochwertige Sachen sein. Aber wir können halt finanziell nicht so die Sau rauslassen, und mal ohne mit der Wimper zu zucken etliche Tausender für Möbel rauspulvern, wie mein Schwager und seine Frau.

Auch nach unseren Kindern wird kaum groß gefragt - die Kids meines Schwagers werden da mehr umtüddelt.

Und ich gebe zu - ja, ab und an hat mich auch mal der richtig schöne giftgrüne Neid gepackt und ich dachte mir "Ach Schitt, das hätte ich auch so gerne...!"

Aber dann kam mir auch wieder in den Kopf - wäre ich damit wirklich zufrieden?
Wenn man durch eine Erbschaft und die Gunst der Eltern so ein Leben führen kann?
Oder ist man eher stolz, wenn man Dinge aus eigener Kraft schafft?
--> letzterer Gedanke siegt hier eigentlich immer.

Ich denke auch, wie eine der Vorposterinnen schrieb, es ist kein Neid.
Sondern eher dieses Gefühl, dass man ungerecht behandelt wird.
Mein Mann kämpfte eine Weile sehr damit.

Und er sagte auch mal, es geht ihm nicht um die schicke Badewanne oder um die Stühle, von denen einer rund 1000 € kostet.
Sondern darum, dass seine Arbeit, sein Fleiß, seine Erfolge und sein Engagement nicht gewürdigt werden und sein Bruder, der ohne Hilfe von den Eltern bisher nichts auf die Kette bekommen hat, von diesen derart unfair bevorzugt wird.

LG

(10) 22.06.16 - 10:57

Hallo,

warum solltest du nicht neidisch sein dürfen? Das ist doch völlig menschlich und in eurem Fall auch verständlich!

Wenn Geschwister ungleich behandelt werden sei es finanziell oder durch Zuwendung, kommt es nunmal zu Neid!

Ich habe keine Geschwister, aber genug "Anschauungsmaterial" bei Freunden, Bekannten und bei meinem eigenen Mann.

Dort läuft es so ähnlich wie in eurem Fall. Dem einen Kind wird es förmlich hinten reingeblasen und das andere muss schauen wie es alleine zurecht kommt.

Das Resultat ist immer dasselbe. Neid zwischen den Geschwistern und ihren Familien. Das führt dann oft zu Streit und Kontaktabbruch zu Geschwistern und Eltern.

Schuld in meinen Augen haben die Eltern. Sie verursachen den Neid und schüren somit die Konflikte zwischen den Geschwistern und schaden auch ihrer eigenen Elternkindbeziehung erheblich damit.

Ob sie es in eurem Fall unabsichtlich oder in vollem Bewusstsein tun, erfahrt ihr nur wenn ihr sie darauf ansprecht. Und das würde ich machen. Sprecht mit ihnen, legt eure Sicht auf die Dinge dar und wartet ab was passiert.

Im besten Fall denken sie darüber nach und ändern etwas, im schlechtesten Fall reagieren sie mit Unverständnis. In diesem Fall ist es eh besser Abstand von der Familie zu nehmen. Wäre über kurz oder lang sowiso passiert. Da euer Neid völlig berechtigt ist und sich die Situation sichererlich nicht ändern wird.

Wir leben mit dem Abstand zur Familie sehr gut und fragen uns oft, warum wir solange damit gewartet haben.

Och, ich bin auch manchmal neidisch.

Meine Freundin, Einzelkind, und ihr Mann haben von den Eltern und Schwiegereltern einen Riesenkredit bekommen, 500 000 Euro teures Haus, tolle Möbel, es gibt immerzu Geschenke und Klamotten für die Kinder, den Partykeller gibt`s dann zu Weihnachten, die Großeltern stehen immerzu zur Enkelbetreuung zur Verfügung, meine Freundin und ihr Mann haben ganze Wochenenden und Urlaube lang kinderfrei und meine Freundin kann voll arbeiten.

Wenn man da lange genug drüber nachdenkt, macht man sich selber nur unglücklich. ;-)

Unsere Kinder sind bestens befreundet und spielen gern miteinander. Übrigens auch sehr gerne bei uns: da kann man im (unmanikürten) Garten und im Gelände frei laufen und wunderbare Lager bauen.

Ich genieße daher lieber die Spielnachmittage mit unseren Kindern in deren toll gemachten Garten da und die Partys in ihrem Keller und lasse mich inspirieren.

(12) 22.06.16 - 11:14

Hallo,

ich glaube, in vielen Familien herrschen derartige Unausgewogenheiten, das beobachte ich sowohl in der meines Mannes als auch in meiner.

Selbes Spiel: Geschwister bekommen Haus bzw. Wohnung und man selbst kann alles selbst finanzieren. Der eine Teil hat kein Problem, die Kinder über Nacht zu bringen, um feiern zu gehen, man selbst muss Babysitter bezahlen (und vorher mal gute finden!), um alle heiligen Zeiten ohne Kinder unterwegs sein zu können.

Einerseits bin ich froh über die Unabhängigkeit, andererseits knabbert es doch zum Teil recht heftig.

Bei meiner Mutter sprach ich die Problematik mal an. Rausgekommen ist nicht wirklich etwas. Außer vielleicht, dass wir zu weit weg sind und dass das Geld jetzt nicht mehr in dem Umfang vorhanden ist, wie zu dem Zeitpunkt, als die Geschwister Hilfe brauchten. Und wir kämen doch sehr gut zurecht.
Klar, verstehe ich... Aber trotzdem. :-p

Helfen kann ich Dir wahrscheinlich nicht wirklich, aber Dir den Gedanken mitgeben, es nicht persönlich zu nehmen.

LG
Karin

hi,

hier ähnlich. mein mann und ich haben nach dem studium direkt gearbeitet, unser ganzes leben alleine bewältigt und auch unser haus alleine ohne finanzspritzen bezahlt.
mein bruder, 10 jahre jünger, musste schon als kind keinen finger rühren. während ich quasi den haushalt geschmissen habe, durfte er spielen gehen. das änderte sich auch nicht, als er in mein alter kam. heute ist er 30, meine mutter macht ihm noch die wäsche, bekocht ihn, hat ihm die ganze bude renoviert und eingerichtet etc.

aber ich bin absolut nicht neidisch. worauf denn? auf einen armen kerl, der nichts alleine auf die reihe bekommt, da sofort mutti zur stelle ist? der wahrscheinlich nie eine frau dauerhaft an sich binden kann, weil meine mutter alle verschreckt mit ihrer herrischen art? mein mann und ich können stolz darauf sein, dass wir alles alleine geschafft haben. mein bruder kann auf garnichts stolz sein, weil er nie eine chance bekommen hat, selber was zu erarbeiten.

lg

Hallo!

Ich verstehe, was du meinst.

So etwas oder ähnlich kommt in vielen Familien vor.

Versuche einmal, deinen Blick weg von den finanziellen/materiellen Dingen auf das zu lenken, was man nicht kaufen kann: Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Zeit miteinander.

Vielleicht gibt es das ein oder andere, von dem ihr besonders viel habt/hattet und wo es dem jüngeren Bruder irgendwie schlechter erging.
Vielleicht wollen deine Schwiegereltern etwas "ausgleichen". Nur als Gedanke.

Alles Gute
Vanessa

  • Hallo,

    nein, eigentlich nicht. Der jüngere Bruder war schon immer der Liebling. Mit ihm wird mehr Zeit verbracht, mehr unternommen. Bei jedem seiner Wünsche wird gesprungen. Und auch davon, dass wir mehr Glück hatten als die beiden kann man nicht sprechen, eher im Gegenteil.

    Der einzige Grund, den ich mir noch vorstellen kann: Der Bruder lebt sein Leben so, wie die Eltern es gerne hätten. Mein Mann viel schon aus der Rolle, weil er nach dem Abi nicht studiert hat...das macht man nämlich so... #augen

    Hey,

    glaubst du denn, dass der bevorzugte Part (der, der das Geld in den Hintern geblasen bekommt und sich für Wohnung, Job oder Urlaub nicht anstrengen muss) weniger zufrieden oder glücklich ist? Oder dass er gesünder ist? Gesünder ist wahrscheinlich der, der weniger beruflichen oder privaten Stress hat oder? Und Geld zu haben nimmt einiges an Stress. Zeit miteinander hat das Paar ja auch, denn sie brauchen ja neben dem Studium nicht arbeiten und haben die Zeit miteinander. Außerdem gehen sie regelmäßig auswärts essen, auch miteinander vermutlich.

    Diese Argumentation liest man ja häufig, aber ich kann sie leider nicht ganz nachvollziehen.

    Als ich damals studieren gegangen bin, waren meine Eltern sauer und wollten mich nicht unterstützen. Sie haben sich außerdem geweigert, den Bafög Antrag auszufüllen, weil ihnen die finanziellen Auskünfte zu privat waren. Mittlerweile hat mein kleiner Bruder seinen gut bezahlten Job hingeschmissen um einen Studienplatz zu ergattern (den er bei der Kündigung noch nicht hatte!). Und die Chance einen Platz in diesem Studiengang zu bekommen waren sehr gering. Das wiederum fanden meine Eltern toll. Er war halt immer der Liebling. Aber das hat mich wohl zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Ich musste immer für alles selber kämpfen. Aber ich wäre nicht weniger zufrieden, wenn mir finanziell einiges mehr in den Hintern gepustet worden wäre;)

    Aber neidisch bin ich eher auf eine Bekannte, die so gut aussieht, ein Hammer-Studium hingelegt hat und nun einen gut bezahlten Job hat, und ihr Mann hat auch einen noch besser bezahlten Job und das Kind ist soooo süß und da ist einfach alles toll. Auch wenn mir mein Leben total gefällt, bin ich auf sie neidisch;) Sie ist aber auch hübsch:) Was solls.

    Schöne Grüße

(17) 22.06.16 - 13:05

Hallo.

Genaus aus diesem Grund habe ich ein distanziertes Verhältnis zu meinen Eltern. Wir sind drei Kinder. Großer Bruder und kleine Schwester und ich mittendrin. Ich habe schon immer das Gefühl gehabt, ich werde nur geduldet. Bin auch mit 18 ausgezogen. Was nicht wirklich dann auffiel. Mit den Jahren habe ich auch mitbekommen, wie mein Bruder und seiner Familie Urlaube bezahlt wurden oder meiner Schwester mit einem Autokredit ausgeholfen wurde (Summen brauche ich hier nicht zu nennen). Zu mir sind sie nie rangetreten. Zu meinen Geschwistern habe ich ein neutrales Verhältnis. Aber erst, seit dem es vor ein paar Jahren zum Knall kam. Da wurden die Fakten auf den Tisch gelegt. In letzter Zeit ist es so, dass sie sich bei mit regelrecht auskotz..... über das Verhalten meiner Schwester und meines Bruders. Und ich habe nur gesagt, ihr seid selber Schuld. Ihr gebt jetzt nicht mehr so viel und das ist der Dank dafür. Aber ich habe auch gesagt, ich möchte nicht, dass sie uns nur besuchen kommen, wenn sie nur über meine Geschwister sich ausheulen wollen. Bin ja kein Mülleimer. Naja, die Besuche sind der sporadisch. Telefonieren tuen wir wöchentlich, aber nur kurz. Ich habe auch nicht das Bedürfnis, meine Eltern ständig sehen zu müssen. Zumal auch das Verhältnis zu den Enkelkindern (meinerseits) sehr distanziert ist.Ich glaube, ich habe mich mit den Jahren damit abgefunden. Zumal ich meine eigene Familie habe, wo es herzlich und harmonisch zugeht. Ich brauche keine Neider oder Heuchler. Und ich brauche mir nichts vorwerfen zu lassen und ewige Dankbarkeit zeigen müssen.

<<<Seit wir aber mitbekommen, was mein Schwager alles von den Eltern finanziert bekommt und wie gut die beiden leben können, werde ich immer unzufriedener.>>>

Versucht es nicht zu sehr an euch ranzulassen. Notfalls brecht den Kontakt ab, sagt aber auch was euch nicht gefällt.

Alles Gute.

Egal welchen Namen das Gefühl hat, es scheint dich ja zu stören.

Nun kannst du die Umstände die zu dem Gefühl führen nicht ändern.
Aber du kannst deine Einstellung und deinen Umgang damit ändern.

Zum Einen kannst du dir immer wieder vor Augen führen, dass ihr so stark, selbstbewußt wart/seid dass ihr solcher finanziellen Unterstützungen und Zuwendungen nicht bedürft.
Zum Anderen würde ich mir sagen, Gott sei Dank so und nicht anders, so entstehen zumindest keine moralischen Abhängigkeiten.
Denn deine Eltern werden von dem jüngsten Spross auch so einiges erwarten und so ebenmal Pläne ändern ohne Veto der Eltern , dass wird schwierig.
Ich glaube Liebling der Eltern zu sein,ist auch nicht immer so erstrebenswert.
Oft hängt ein nicht geringer emotionaler Druck auf den Lieblingskindern.

Desweiteren könnt ihr euren Blickwinkel von dem wenden, was den Bruder und die Eltern betrifft insbesondere ihrem Verhältnis zueinander.
Konzentriert euch auf Dinge die euch erfreuen (Treffen mit Freunden, deiner Familie) und macht das zu eurem "Lebensinhalt"
Focussiert euch auf die Dinge die ihr habt und nicht auf die Dinge die ihr nicht habt!
Am Anfang nicht leicht, aber dieses Denken ist ein Lernprozess und bei konsequenter Wiederholen wird es ein Automatismus wie es deine jetzigen Gedanken sind.
Und andere Gedanken erzeugen andere Gefühle :-)

Vor allem gib nicht auf , wenn es dich von Zeit zu Zeit wieder einholt oder am Anfang nicht gleich klappt.
Verhaltens- und Denkmuster können manchmal echt hartnäckig sein ;-)

LG
Karna

(19) 22.06.16 - 14:03

Hallo!

Ich möchte die Geschichte meiner Schwiegerfamilie nicht großartig breit latschen. Aber auch da ging einiges ungerecht zu. Auch ich fühlte heftig Neid. Irgendwann schaffte ich mir zu sagen, dass das nicht meine Familie ist und prompt ging es mir besser. Das wahrt eine gewisse Distanz.

Meine Mutter bevorzugte meine Schwester auch immer. Je älter wir wurden, desto mehr. Der Kontakt wurde dadurch nicht besser. Zudem sie mal sagte, dass sie ein Kind lieber hatte als das andere. 1 und 1 kann ich wohl zusammen zählen...

Versuche dir zu sagen, dass es nicht deine Familie ist und wenn es dir gut tut, habe nicht so viel Kontakt zu der Schwiegerfamilie. Dann ärgerst du dich nicht mehr so.

Deine Gedanken verstehe ich gut. Während in meiner Schwiegerfamilie bspw alle anderen im fünfstelligen Bereich Zuzahlungen für Eigentum bekommen haben, kam bei uns null Komma nichts. Höchstens blöde Sprüche, dass man für ein Haus sparen muss. Machen wir. Haben nie Geld verlangt und nur vom Traum erzählt. Das macht einen dann zeitweilig einfach traurig und neidisch.

Alles Gute

  • (20) 22.06.16 - 18:53

    Hey,

    ich arbeite viel mit Geschwistern in Familientherapien. Es ist tatsächlich so, dass viele Mütter sagen, sie hätten ein Kind lieber und aus einem großen, schlechten Gewissen heraus gewähren sie dem anderen Kind dann Dinge, die das "Lieblingskind" nicht bekommt. Sie überschütten das Nicht-Lieblingskind beispielsweise mit Geld und Geschenken, das andere dafür mit Liebe, die sie aber nicht zeigen, um nicht ungerecht zu sein;)

    Denk mal drüber nach in einer ruhigen Minute:)

    Alles Gute#winke

    • (21) 22.06.16 - 21:25

      Danke für deinen Denkanstoß. Da mag was dran sein. Allerdings verglich mich meine Mutter immer mit ihrer Mutter und meinem Vater, die sie beide für schlechte Menschen hält. Und es wurde generell viel genörgelt und am Charakter kritisiert.

      Aber richtig beurteilen, ob meine Schwester oder ich das Lieblingskind waren, kann ich natürlich nicht. Es wurde nie explizit ein Name genannt. Am Ende ist es auch tatsächlich egal. Zwischen meiner Schwester und mir ist alles im Lot.

      Ich bin froh, dass ich kein Lieblingskind habe und hoffe, dass es so bleibt. Das ist für das Elternteil mit Sicherheit extrem schwierig und für die Kinder auch.

      Liebe Grüße :-)

(22) 22.06.16 - 14:04

Hallo,

ich kann das total nachvollziehen. Ich komme selbst ganz schwer mit Ungerechtigkeiten klar.

Aber egal, worum es im Leben geht, egal, was dich unglücklich macht, du kannst immer versuchen, deinen Fokus auf gute Dinge zu richten. Denk doch einfach jeden Abend mal drüber nach, wofür du dankbar bist, was dich heute glücklich gemacht hat oder was gut gelaufen ist. Das kann jede Kleinigkeit sein.

Wenn du dir das regelmäßig bewusst machst, wirst du generell viel positiver sein können.

An vielen Dingen kannst du vielleicht nichts ändern, aber dann grüble nicht unnötig drüber nach. Ich würde auch meine Gedanken nicht so ausrichten "wir sind selbstständiger, die würden es allein nicht schaffen..." So bleibst du negativ, wartest vielleicht sogar nur darauf, dass dort etwas schief läuft und wirst noch frustrierter.

Schau einfach positiv auf euer Leben!

Alles Gute!

Hallo,

ich habe hier so ein ähnliches Thema. Gilt auch für meinen Mann, aber ich bleibe mal bei mir.

Ich habe Eltern und Schwiegereltern, die Familie nicht so verstehen und leben, wie es viele von uns tun. Die Kombination daraus, dass meine Eltern viele Dinge, die gemeinhin so getan werden, nicht getan haben, meine Schwiegereltern aber schon für ihre Tochter, nicht aber für ihren Sohn (meinen Mann), hat es stellenweise für mich unerträglich gemacht.

Beispiel: Als mein Mann und ich zusammen gekommen sind (ich war noch Schülerin), waren wir oft finanziell unpässlich. Das lag im Wesentlichen natürlich daran, dass ich gar kein Einkommen hatte, mein Mann beruflich gerade nicht gesichert war und meine Eltern null,nix bezahlt haben für mein Studium.

In der gleichen Zeit hat meine Schwägerin auch (noch) studiert. Sie hat alles bezahlt bekommen, nebenbei noch etwas BaföG bekommen und war regelmäßig mit meiner Schwiegermutter im Urlaub.

Man, was war ich zwischendurch neidisch. Denn uns hätte manchmal ein Notgroschen auch gereicht.

Und das heißt übrigens nicht, dass sie nie was für uns getan haben. So haben sie mir nach der Geburt meiner Großen einfach so ein Auto vor die Tür gestellt. Bräuchte eine junge Mutter mit Baby ja.

Nee, brauchte ich nicht. Ich hatte es die Monate vorher ja auch ohne geschafft. Und die Kosten (die wir uns damals definitiv nicht leisten konnten) hatten wir ja dann auch an der Backe. Den *A..* in der Hose, damals zu sagen: Nein, danke! oder es zu verkaufen, hatte ich nicht!

Ich hätte es soooo gebraucht, dass sich mal jemand KURZ um MICHT kümmert. Mir ein neues Kleid kauft oder so. Nein.

Später dann erzählten mir meine Schwiegereltern jahrelang, wie toll das doch sei, wenn man Bafög vorzeitig zurückzahlt. Wieviel man da spart. Haben sie für ihre Tochter übernommen. Und wieder: Inzwischen bin ich der Hauptverdiener, zahle aber kräftig monatlich Bafög ab. Ich ernähre unsere Familie, wir haben uns als Familie gemeinsam weiterentwickelt, aber natürlich tut uns dieser monatliche Abzug. Mir hilft da keiner. Ich allein kann es nicht auf einmal zurückzahlen.

Es gibt da noch soooo viele Beispiele, in denen ich neidisch war. Und jetzt? Ich bin bei sowas situationsbezogen immernoch neidisch! Ja. Und ich stehe dazu.

Seither geht es mir besser. Es ist objektiv betrachtet ungerecht. Aber es ist so. Also darf ich auch neidisch sein!

(24) 22.06.16 - 14:22

In erster Linie liegt es an deinem Mann mit seinen Eltern zu sprechen!
Gerade wenn es um Geld geht könnte man DICH sonst schnell als geldgeil abstempeln...
Aber bevor das Verhältnis völlig zerrüttet ist macht es m.E Sinn da mal ein Gespräch zu suchen. Vermutlich sehen seine Eltern das Problem gar nicht...

<<<Was bisher auch immer ein Grund für mich war, stolz auf uns zu sein.>>>

Damit habt Ihr beiden auch verdammt noch mal Recht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bist Du Dir sicher dass es wirklich Neid ist.....oder vielleicht doch ein "bisschen" Enttäuschung darüber, dass seine Eltern ihre Kinder mit zweierlei Maß behandeln?

Letzteres kann ich gut verstehen.....so was ist in meinen Augen sehr traurig. Neid könnte ich nicht verstehen, denn ihr habe alles was ihr braucht....und ihr habt dafür schwer geschuftet, und müsst niemandem Rechenschaft ablegen, oder dankbar sein, nur Euch selbst.

Eine in meinen Augen viel kostbarere Sache als Geld.

Auch wenn das im Moment so gar kein Trost für Dich/Euch ist: Ich kenne das Spielchen. Bei meinem Vater und dessen Bruder war es genauso wie bei Euch. Irgendwann haben meine Großeltern es dann aber kapiert.....mein Onkel und seine Brut leider bis heute nicht....und dafür tun die mir eigentlich eher leid.

In meinen Augen sollte man nie danach schielen was andere haben, sondern mit den Dingen zufrieden sein, die man sich selbst erarbeitet hat, einfach weil es viel befriedigender und lang anhaltender ist, als immer alles in den Ar.....ins Gesäß geschoben zu bekommen.

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