Familienleben

17.02.17 - 12:18

Schreibaby / Regulationsstörungen - wie war das bei euch mit den KIds ab 3 Jahren?

Hallo,

ich bin so langsam am Verzweifeln und suche nach Gleichgesinnten.

Vorab:
Mein Sohn schrie sich ab dem ersten Tag im Krankehaus die Seele aus dem Leib! Bis zu einem Alter von 6 Monaten hat er eigentlich den ganzen Tag geschrien, vor allem hat er sich auch recht lange in den Schlaf geschrien; auch im Tragetuch! Er schlief von Anfang an nur 30 Minuten am Stück und wachte schreiend auf.....Kinderwagen ging ganz lange nicht!
Wir waren damals auch in der Schreiambulanz, die nur bestätigte, dass wir alles richtig machen und sich das verwächst...

Nun, mit 3 1/4, schreit er immer noch recht viel. Vor allem wenn er müde ist. Morgens nach dem Aufwachen, nach dem Aufwachen vom Mittagsschlaf. Wenn er keinen Mittagschlaf machen will schreit er ab 17 Uhr meist ne Stunde.... Was ich damit sagen möchte: er schreit meines Erachtens nach für das ALter viel zu viel. Er lässt sich dann auch absolut nicht beruhigen, von Niemandem! Ich habe das Gefühl, er kann seine Gefühle immer noch nicht angemessen regulieren. Das tut mir manchmal sehr im Herzen weh, wenn ich ihn so leiden sehe.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, Gesagtes kommt nicht an, obwohl er es definitiv versteht. Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass er mit Absicht ignoriert, denn auch Positives wie "Willst du einen Nachtisch?" kommt sehr oft einfach nicht an....Obwohl er mich direkt anschaut. Hören tut er gut.

Auch gegenüber den meisten Personen ist er wie versteinert. Wenn ihn jemand anspricht, verkriecht er sich richtig in mich hinein, bewegt sich keinen Zentimeter und macht die AUgen zu.....Fremden gegenüber eigentlich immer, sehr oft eben auch bei Freunden von mir oder der Kinderärztin....Schüchtern ist noch nett ausgedrückt. Ich zwinge ihn auch zu NIchts. Derletzt stand er im Kinderturnen eine Stunde lang nur herum, meinte "ich will heute nur stehen". Er kennt die halbe Gruppe auch aus dem Kindergarten....

Der ganze Alltag ist so extrem erschwert. Er verliert so schnell die Fassung und rastet extrem aus, natürlich immer mit Schreien verbunden. Kleinigkeiten können einen Schreianfall von bis zu einer Stunde auslösen. Vor allem Wut, Trauer und Freude kann er nicht regulieren...

Selbst anziehen oder ausziehen macht er auch nur unter extremen Protest, trotz Hilfestellung. Faul ist er bestimmt auch, aber es geht schon ins Extreme. Er ist im Kindi immer der Letze im Garten - das stört ihn auch nicht....es ist ihm egal, sagt er. Seine ganzen Sachen liegen unten auf dem Boden....

Alleine beschäftigen kann er sich eigentlich ganz gut, wenn er was Geeignetes findet, was leider nicht oft vorkommt! Er spricht sehr gut und ist auch ansonsten fit im Köpfchen. Er ist sehr leicht ablenkbar und extrem Sprunghaft in Allem.

Um was es geht:

mir geht es an die Substanz. Ich versuche immer ruhig zu bleiben, das gelingt mir natürlich nicht immer gut, ist ja menschlich.

Wie kann ich ihm helfen? Er tut mir einfach so schrecklich Leid!
Hat jemand Erfahrungen und kann mir Tipps geben??? Wie hat sich das bei euch entwickelt?

Kinderarzt hat nochmal an die Schreiambulanz verwiesen!

Ich habe noch einen zweiten Sohn von 1,5 Jahren, der ist absolut nicht so! Und zwischen den beiden liegen Welten! Mein Kleiner kann sich um einiges besser regulieren wie der Große! Der kLeine schaut sich aber so langsam Verhaltensweisen vom Bruder ab, die absolut nicht gehen!

Mir scheints, als würde eben ein Schalter fehlen, der ihm hilft runter zu kommen....

Grüße
Marta

10 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

17.02.17 - 12:37

Nachtrag:
Er ist generell schwer lesbar. Oma, Opa und Bekannte haben oft Probleme mit ihm. Vor allem wenn er überdreht. Keiner kann ihn runterholen. Im Kindi ist er oft zurückhaltend, wenn viel los ist. Wenn er in kleinen Grüppchen ist und sich sicherer, dann dreht er oft gleich extrem auf. Ich habe das Gefühl, die Erzieherinnen wissen manchmal auch nicht so recht wie sie mit ihm umgehen sollen. Er hat eine sehr große Fantasie und hat die Erzieherinnen einmal in eine brenzlige Situation gebracht, weil er zur KiTaleitung gegangen ist und etwas Unwahres gesagt hat....natürlich war ihm nicht bewusst, dass das Gesagte Konsequenzen für die Erzieherinne gehabt hätte, wenn es wahr gewesen wäre....

17.02.17 - 12:50

Hallo,

habt ihr mal abklären lassen, ob es nicht andere Ursachen haben könnte, daß sich Dein Sohn so verhält? Ich meine, mit 3 Jahren ist ein Kind kein "Schreibaby" mehr. Ich würde mir dringend Rat beim KiA holen, aber nicht wegen der Tatsache "Schreibaby", ich glaube, hier liegt mehr im Argen und Dein Sohn braucht Hilfe.

LG und alles Gute!

17.02.17 - 13:16

Er ist kein Schreibaby im klassischen Sinne, ich vermute da eher einen anderen Hintergrund. Ich würde ihn mal einem Psychologen oder in einem SPZ vorstellen, wo man sich sehr gut mit besonderen Kindern auskennt.

Bevor Du jetzt erschrickst: Es geht nicht darum, ihm einen Stempel in Form einer Diagnose aufzudrücken, sondern besser zu verstehen, was in ihm vorgeht, wie er fühlt, denkt und seine Umwelt erlebt. :-)

17.02.17 - 14:04

Hallo

ich würde da der Ursache auf den Grund gehen wollen. Gibt es sowas wie KInderzentrum in euerer Nähe, wo er von Kopf bis Fuß angeschaut wird.

Vielleicht wird ihm auch leicht alles zuviel um ihn herum und es ist seine Art dies dann "mitzuteilen"....
Nehmen wir mal die Situation im KiGA - er ist immer der letzte im Garten und das stört ihn nicht - ich höre da ein deutliches ABER .... wen stört das denn so extrem? Was ist so schlimm daran, daß man es nicht einfach so hinnehmen kann und evtl. insgeheim drauf vertraut, daß sich dies i-wann ändern wird?
Hat er die Möglichkeit, tagsüber einfach mal zur Ruhe zu kommen? Ohne das großartig auf ihn eingeredet wird, oder er i-welche Aktivitäten machen soll?
LG

17.02.17 - 14:11

Also ich hab auch ein Schreibaby gehabt. Heute ist er fast 3,5. Das viele Schreien war ca. mit einem halben Jahr vorbei, zumindest tagsüber. Er hat nachts noch oft geschrien und war ein Schlechtschläfer. (Das ist er zum Teil noch heute). Aber sonst hat er sich vollkommen normal entwickelt. Das klingt für mich icht gesund und ich würde wirklich mal zum Arzt vonwegen SPZ-Überweisung.

17.02.17 - 16:15

Hallo liebe Marta,

ich antworte Dir Jett nicht als Gleichgesinnte aber als Mensch, der genau mit solchen Menschen vom Amts wegen zu tun hat.

Wenn du bei mir wärest, würde ich Dir folgendes raten. Auf keinen Fall eine Schreiambulanz. Ich würde dich bitten, dass du dir beim Minderarzt eine yüberweisung ins SPZ holst. Dann es bis dahin bis zu 3/4 Jahr dauern kann, würde ich dir noch raten sich an den Kinderpsychiateischen Dienst zu wenden bzw, in manchen Landkreisen heißt es nur Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, Diese bestehen in der Regel aus Kinderärzte, Kinderpsychiatern, Sozialarbeitern und Psychologen. Dort wird die Ersteinschätzung gemacht. Es kann eine Beobachtung im Kindergarten gemacht werden und es können Empfehlungen ausgesprochen werden. Die Termine kriegt man in der Regel schnell und die Bwgleitung ist hochprofessionell.
Oft geschieht es sogar in der Form von Hausbesuchen.

Eine Sache, die eventuell zu überlegen wäre, wäre auch eine Frühförderung. Diese geschieh auch nur mit minimalem Aufwand.

#winke

17.02.17 - 16:37

Hi du, Ich hoffe du nimmst mir meine Ehrlichkeit jetzt nicht übel. Aber irgendwie hat er nicht nur Regulationstörungen sondern scheint schon von vielen Sachen überfordert. Von veränderten Abläufen eigentlich auch??? Auch wenn viel auf ihn eintrifft, wenn viel um ihn herum passiert, er kommt nicht alleine runter, er ist sehr sprung- und wechselhaft in dem was er tut. Ich denke da ein wenig an meinen Sohn, dieser ist Autist und ADHSler.

Ich will damit nichts behaupten was ich nicht weiß, aber es ähnelt schon ein wenig.

Aber ich denke hier kann vielleicht auch ein guter Kinder- und Jugendpsychiater helfen oder testen. Es wäre für euch alle vielleicht auch ne Erleichterung hier mehr zu wissen oder man kann wieder etwas ausschließen. Ich weiß noch wie ich selbst fdas erste Mal den Verdacht hatte und das störte mich gar nicht. Als aber jemand mir damals schrieb könnte es sein... Hmm das passte mir gar nicht, daher sei mir bitte nicht böse ob meiner Äußerungen!

Liebe Grüße Ela

18.02.17 - 13:15

Hallo!
Endlich (sorry) mal jemand, der genauso ein kind hat, wie wir. Alles gaaaanz genauso bei unserem 4. Kind (ja Hölle). Ich habe ihn bis zum 4. Geburtstag stillen, ja fast müssen, ohne ging nichts.

Ich habe leider gerade keine Zeit, aber ich mache dir Hoffnung.
Unser hat mirt ca. 3,5 Jahren das erste mal durchgeschlafen und ab 4 Jahren wurde es sehr schnell besser mit Schreierei usw. Jetzt ist er 6 und ein ganz normaler, sehr reflektierter und intelligenter Junge, der im Sommer eingeschult wird und sich JETZT fast problemlos von mir trennen kann und auch überall (endlich) zu FReunden geht.

ES wird besser, ich habe oft aufgeben wollen, aber das durchhalten hat sich gelohnt!

Lg Sportskanone

P.S Du kannst mich auch anschreiben!

25.02.17 - 18:31

Hallo,

Dein Text hätte von mir sein können. Mein Sohn verhält sich genauso. Ich selbst bin Erzieherin und zerbreche mir auch den Kopf. Von hochsensible bis dysregulation. .. Es passt aber alles nicht.

Ich werde jetzt auch Kontakt zum spz aufnehmen, weil ich nicht mehr weiter weiß. Tageweise verhält er sich ganz normal und dann gibt es wider so heftige Phasen.

Lg hannah

22.04.17 - 14:51

Hallo ,

Gehe mal auf die Seite vom ZePP Bremen . die können Dir sicher weiterhelfen.
War bei uns ähnlich , die Hilfe dort ist super.

Lg

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