Ein kind sehr anstrengend, belastet familie - was tun?

    • (1) 01.05.17 - 21:28

      Hallo ihr lieben,

      ich hab wirklich ein problem und brauche mal denkanstösse...

      Wir haben drei kinder mit grösseren abständen, fast 12 jahre, 7,5 jahre und fast 1 jahr. Sie sind wirklich zauberhaft aber die mittlere treibt uns wirklich alle in den wahnsinn! Sie ist sehr anstrengend, aufgedreht, redet ununterbrochen und hat dazu noch eine sehr hohe quietschige stimme was wirklich oft sehr nervenaufreibend ist, sie ist immer auf körperkontakt, will knuddeln, küssen, raufen etc., fasst ständig andere an, ihre geschwister im gesicht, bei mir spielt sie ständig mit meinrm armband am esstisch beispielsweise.

      Sie ist schon immer aufgedreht aber aeit das baby da ist, wird es immer anstrengender. Ich denke nicht dass es schlimmer geworden ist aber die nerven werden halt mit zunehmender kinderzahl nicht mehr.

      Sie ist wirklich ein tolles kind, sehr mitfühlend, will immer alles richtig machen, kreativ und eigentlich auch ganz lieb aber eben grad diese "liebe" ist bisweilen sehr anstrengend, vor allem für das baby, das ständig geknuddelt und geküsst und rumgezerrt wird. Sie meint das aber lieb.

      Mein mann und ich und auch unser grosses kind sind nur noch am meckern in letzter zeit. Sie hört auch nicht, manchmal dringt man gar nict zu ihr durch, sie hört erst wenn man dann laut wird oder sie fest hält. Aber auch dann wirkt es höchstens zwei minuten und dann ist wieder alles wie vorher.

      Alles in allem liegen unsere nerven lsngsam aber sicher blank. Das grosse kind wird dann auch angemotzt und sie selbst viel mehr als es eigentlich sein müsste. Ich nehme mir oft morgens vor - heute bist du ganz ruhig und versuchst nicht zu meckern und spätestens am frühstückstisch muss ich dann laut werden und sagen "woah kind hör bitte auf!!"

      Ich weiss nicht was mit ihr los ist - und ich weiss auch nicht was ich tun unf mit der situation umgehen soll. Alle pädagogisch wertvollen tipps wie auf augenhöhe begeben und deutlich formulieren was man will bringen gar nix. Manchmal wenns msl wieder sehr geballt war und ich abends im bett nochmal mit ihr spreche, tut ihr das auch alles furchtbar leid und wir vereinbaren, dass sie vor allem das ständige küssen und umarmen des babys mal lassen soll aber es hat sich seit 10 monaten rein gar nix geändert.

      Mich macht das alles total traurig weil es sie ja traurig macht. Und die angespannte sitation belastet uns als familie sehr.

      Was kann ich denn noch tun?

      Ach ja, bis 10 zählen oder tief durchatmen bringt gar nix! Ich selbst bin auch recht emotional und impulsiv...

      Danke fürs lesen und evtl neue denkanstösse.

      Liebe Grüsse

      • wie ist es woanders?
        also wie ist sie in der Schule?
        wie war es im Kindergarten?
        hat sie Freunde?
        was bekommt ihr an Rückmeldungen?

        • Sie ist überall gleich, durch ihre grundsätzlich liebe art ist sie aber überall beliebt. Eigentlich lacht jeder über sie. Andere eltern haben uns noch nie gesagt dass sie sie anstrengend finden. Aber ich hab auch noch nie anderen eltern gesagt, dass mir ihre kinder aufn wecker gehen ;o) - wenn du verstehst was ich meine. Unsere eltern (also ihre grosseltern) finden sie auch anstrengend, vor allem im vergleich zum grossen kinf. Mein vater sagt, bei ihr hätten wir die erziehung vergessen, was definitiv nicht stimmt, sie wurde und wird nach den gleichen grundsätzen erzogen. Die lehrerin sagt, sie ist aufgeweckt aber unaufdringlich... hausaufgaben sind im übrigen auch ein riesen-thema bei uns...

          Freunde hat sie sehr viele, weil sie überall beliebt ist, ein hans-dampf in allen gassen. Sie macht auch dreimal die woche sport, die restlichen zwei tage ist sie mit sicherheit verabredet und wir sind viel draussen, da wir auch einen hund haben, der raus muss...

          Wie gesagt, sie ist überall so bisschen der clown und alle mögen sie gern - klar, die können sie ja auch wieder bei uns abliefern ;o)

          • hm... bitte nicht übel nehmen, was ich jetzt schreibe ... ist nur eine Möglichkeit ... bzw. mehrere Gedankengänge....

            vorweg, ich habe es selbst ;-)
            und ich meine nicht die negative medien-vorbelastete Version, sondern die reale in vielen verschiedenen Facetten auftretende Version....

            habt ihr schon mal an ADHS gedacht?

            passen würde es, wenn ich das so lese - eben weil es auch die freundliche - sehr aktive Version gibt. (Version = Symptome)

            ist nur ein Gedankengang, der mir gleich beim Lesen aufgefallen ist
            Das heißt nicht, dass es das sein muss! Eher ein .... wenn du Interesse hast, könntest du dich informieren oder gerne mich fragen (antworte sobald mein Postfach wieder Platz hat #schein #hicks)

            wenn es das nicht ist, könntest du die Informationen wieder verwerfen und Platz haben für andere Richtungen... falls doch weitere Anzeichen in diese Richtung deuten würden, würde ich dir raten, dich einfach zu informieren ... schauen, ob es in diese Richtung geht

            seriös informieren, dann verliert das Ganze auch seinen Schrecken. ;-)

            darfst natürlich auch gerne fragen, welche der Punkte mir da in die Augen gesprungen sind
            auch jetzt in deiner weiteren Antwort.

            Fakt ist, das gebe ich noch mit auf den Weg:

            - ADHS tritt immer auf, egal wo, ist nicht ans Elternhaus gebunden.

            - und ADHS ist sehr viel mehr (auch Gutes!!) als das, was so im "öffentlichen Meinungsbereich" damit verbunden wird
            - es ist nicht schlimm, ADHS zu haben, nur eine Erleichterung es zu wissen (wenn es das ist), weil ich so lernen konnte mit mir selbst besser umzugehen ... und Erleichterung, wenn es das nicht ist (weil man dann den Kopf frei hat, für andere Möglichkeiten!)
            - ADHS kommt nicht plötzlich. Rückblickend auf die gesamte Entwicklung ergeben viele Kleinigkeiten plötzlich Sinn. Allerdings kann es sich ab Schulalter durchaus verstärkt zeigen, weil manches früher einfach mit dem Alter des Kindes noch erklärbar war (wenn auch doch irgendwie "anstrengender", aber noch .... irgendwie unauffällig und doch auffallend nur noch nicht auffällig...

            es zu haben, ist gar nicht mal schlimm. Seit ich weiß, ich mit mir selbst besser umgehen kann ;-)

      (5) 01.05.17 - 22:38

      Vielleicht fehlt ihr Aufmerksamkeit und denkt, das Baby steht jetzt an erster Stelle?

      Sandwichkind.

      Kannst du gerne mal googeln. Zumeist haben es die Kinder wirklich schwer und haben nicht selten Psychologische Probleme im späteren Leben. Sie sind weder die großen, noch die kleinen. Sollen aber immer beides sein. Gegenüber dem Nesthäkchen sind sie immer die großen und gegenüber den Prinzen immer die kleinen.

      Hier versucht ein Kind eine neue Rolle zu finden. Euere Ungeduld und meckerei würde ich nicht allein auf das Kind zurück führen....ihr seid an der Belastungsgrenze. Die Nerven liegen eh schon blank und dann buhlt da jemand um seine Rolle. Das große Kind geht seiner eigenen Wege. Ihm wurde nichts weggenommen durch das Baby. Aber das nunmehr sandwichkind ist nunmal noch ein Kind und hat noch keinen neuen Platz gefunden.
      Ein patentrezept gibt es sicherlich nicht. Aber du solltest eine 7 jährige nicht wie eine 12 jährige behandeln bzw. von Ihr Erwarten dass sie sich so verhält.

      • Danke für deine antwort - da hast du sicher sehr recht. Ich lauf zur zeit echt nur noch auf einem zylinder um mal in der autosprache zu reden und da geh ich noch nicht mal wieder arbeiten... wie es dann werden soll, weiss ich noch nicht.

        Sie belommt definitiv am meisten aufmerksamkeit auch weil sie ja erstklässlerin ist und schon allein dadurch ein erhöhter zeitaufwand da ist. Ich bemühe mich auch wirklich wirklich extra ruhig mit ihr umzugehen aber in einem haushalt mit drei kindern und hund ist das nicht immer möglich... so langsam bin ich mit meinem latein am ende - wir haben drei wunderbare kinder und könnens zur zeit einfach nicht geniessen :o(

        Naja ich werde das bei unserem kinderarzt ansprechen wenn sie nicht dabei ist, er ist auch kinderpsychologe und kann uns vielleicht weiterhelfen.

        Vielen dank
        Bianca

    Es gibt etwas tolles pflanzliches gegen den inneren Stress und Angespanntheit. Rhodiola. Google das mal. Mir hilft das sehr sehr gut.

    Wo ist denn das Problem daran, wenn sie das Baby knuddelt? Unser Kleiner wird von seinen Brüdern auch den ganzen lieben Tag abgeknutscht. Mittlerweile kann er sich wehren, wenn er nicht mag und dann lassen sie ihn auch in Ruhe.

    Hast du mal in Richtung adhs geschaut? Kann ja nicht schaden, mal testen zu lassen.

    Alles Gute für euch.

    • Vielen dank für den tipp - das werd ich sicher probieren...

      Das problem am dauer-knuddeln ist, dass es die kleine in der intensität nicht mag. Sie kann sich keinen meter bewegen ohne dass sie getragen oder festgehalten wird. Es bricht dann geheul und geschrei los was das betüdeln aber noch verstärkt, weil sie sie trösten will. Sie rückt dem baby ununterbrochen auf die pelle. Wir sind alle eher "raumliebende" menschen, ich schätze, beim baby wird dasvielleicht genauso sein.

      Ja adhs hab ich auch schon überlegt aber ich möchte halt nicht dass ihr der stempel einer modekrankheit aufgefrückt wird. Nichtsdestotrotz werde ich mit unserem doc mal drüber sprechen, der ist auch kinderpsychologe.

      Vielen dank! Bianca

      • Sehr gern. Hoffentlich schlägt es bei dir auch so gut an, wie bei mir. Adhs ist keine Modekrankheit. Man braucht sich dafür auch nicht schämen oder sich grämen.

        Wenn dein Kind seinen Arm brechen würde, würdest du doch auch damit zum Arzt gehen und es verarzten lassen. Versuche es bitte so zu sehen. Und selbst wenn du die Diagnose ADHS bekommst, musst du es ja sonst nirgends kommunizieren.

        Ich in übrigens ein sehr "körperlicher" Mensch. Ich kann gar nicht genug Berührungen bekommen. Meine Kinder kommen Gsd nach mir und mein Mann hat sich angepasst:)

Ich habe keinen Tipp, nur eben viel Aufmerksamkeit und Liebe schenken.

Ein bisschen leid tat es mir fast beim lesen.
Deiner Tochter scheint es viel zu sein dass da ein Baby ist was so viel Zuwendung bekommt.
Ich bin ein Mensch der extrem viel körperliche Nähe braucht und kann daher deine Tochter total gut verstehen.

Die anderen können da eigentlich niemals genug zurück geben wenn der Bedarf so extrem erhöht ist...

Hallo!
Ich habe keinen wirklichen Tipp für dich, aber ich wollte dir zumindest schreiben, dass du mit diesem "Problem" nicht allein bist. Bei uns ist es ähnlich, auch wenn unsere Tochter nicht genauso tickt wie deine. Trotzdem sticht sie irgendwelche heraus und es gab eine Zeit, in der es wirklich jeden Tag so viel Stress gab und ich das Gefühl hatte, unentwegt mit ihr zu meckern. Auch sie ist unser 2.Kind, allerdings haben wir 4 Kinder. Momentan läuft es gerade besser, aber sie hat immer mal wieder ihre "Aussetzer". Und wie du bin ich leider sehr impulsiv und emotional. Daher rasseln wir dann auch gut aneinander.
Entweder es verwächst sich etwas oder unser 4.Kind hat auch noch eine Veränderung gebracht, wer weiß...
Ich denken, wir müssen ein Stück weit akzeptieren, dass sie so ist. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger. Das Thema "Sandwichkind" fällt mir echt schwer. Wir waren 3 Mädels zu Hause und meine "Sandwich"-Schwester hatte auch immer das Gefühl zu kurz zu kommen und hat es noch heute.

Alles Gute Euch!
Grüße Jujo

Hallo
Also ich würde die Kleine mal auf ADHS testen lassen. Vllt hat sie auch eine Wahrnehmungsstörung?? ADHS ist auch keine Modekrankheit das gab es schon immer nur eben nicht unter doesem Namen.

Aber wenn euer Kinderarzt auch Psychologe ist dann seod ihr da in den besten Händen.

Hallo!

Wenn das Sandwich-Kind schon immer aufgedreht war nur nicht ganz so extrem, wie jetzt, aber durchaus auffallend, dann liegt es nicht wirklich am neuen Baby .....
Solange es sonst nirgends stört (oder noch nicht stört) würde ich versuchen als Mutter (/Eltern) damit einfach zu leben.

Aber offensichtlich fällt es bei den Großeltern auch (negativ) auf: "Erziehung vergessen...."

Ich würde versuchen zuerst kleine Baustellen abzubauen: Essen ohne Hampeln, Anfassen, etc.

Ein "Stopp" respektieren lernen.

Manche Kinder KÖNNEN das trotz Erziehung und eigenen Willen nicht hinbekommen. Dann würde ich einen Arzt aufsuchen, sofern es wirklich über negative Rückmeldungen an Deine Tochter für sie störend wird.

LG, I.

Hallo.

Du hast wirklich ganz genau unsere knapp 4 Jährige beschrieben. Ihre Schwester ist 1 und hier läuft unser Alltag genauso anstrengend ab. Erschreckend, wie oft ich nun ADHS gelesen habe. Ich dacjte bislang imner, es sei einfach typsache. Aber vielleicht sollte man dem wirklich mal nachgehen...

Alles Gute für euch.

  • (16) 03.05.17 - 14:16

    Hallo!

    ADHS ist eben Typsache - gehört zum Kind wie seine blauen /braunen /grünen Augen und seine blonden / braunen / schwarzen Haare ..... und man wird es ungefähr genauso leicht los!

    Also muss man damit leben lernen!

    Man muss aber definitiv ganz genau unterscheiden zwischen zappeligen 4-jährigen und ADHSlern, die mit 7 oder 9 oder 11 Jahren immer noch die Bude auseinander nehmen und trotz eigener Bemühung nicht anders können - spätestens dann wenn sie von allen anderen als nichterziehbar / Rabauken aktiv und offen ausgeschlossen werden, muss im Sinne des Kindes gehandelt werden!

    LG, I.

    PS. Meine beiden ADHSler waren übrigens im Kleinkindalter eher sehr unkompliziert und meistens wohlerzogen! Nur mit sich selber waren sie selten zufrieden und im Reinen.

Hallöchen!
Versuche mal mit deiner Tochter jede Woche einen Mama-Tochter Tag zu machen! Einen Nachmittag alleine mit ihr verbringen ohne den Geschwistern! Auf den Spielplatz gehen ein Eis essen, Fahrrad fahren oder oder ... 2 h reichen und eure Maus hat deine vollste Aufmerksamkeit! Dort kann man die Zeit genießen und auch danach mal in Ruhe über manche Dinge sprechen die im Alltag nicht so schön sind.

Bei uns hat das super geholfen!

Viel Kraft! Und nicht zu Vergessen...
Kinder mit 7 Jahren machen auch einen großen Sprung im Gehirn!
Lg, Sarah

Hallo,

erst einmal: puh, man möchte dir beim Lesen des Beitrags gerne eine Tasse Tee rüberschieben und dich mal in den Arm nehmen #tasse#liebdrueck.

Deine Tochter hat anscheinend auch eine gewisse Ähnlichkeit mit meiner mittleren ;-). Hier ist es kein ADHS. Bei ihr sind ihre Besonderheiten unter anderem durch eine Wahrnehmungsstörung bedingt. Sie braucht stärkere Reize, um sich zu spüren. Sie ist ein ganz großartiges Mädchen, lieb, lacht ...spricht bei Aufregung in einer Tonlage, bei der uns massenweise die Fledermäuse vor die Fenster klatschen und mein Tinnitus Amok läuft #schock, muss viel herumfingern etc.. Seid ihr "Gehabe" einen Namen hat, nicht an 'schlechter Erziehung liegt etc kann ich es tatsächlich viel leichter damit umgehen #schein. Zusätzlich bekommt sie natürlich auch Unterstützung und macht ganz tolle Fortschritte.

Unabhängig von der Situation mit deiner Tochter würde ich dich fragen (auch gerne nur im Stillen für dich ;-)): wie sind denn deine Nächte? Unsere drei haben in dem Alter deines Babys alle noch grottenschlecht geschlafen, und Schlafmangel macht auch ohne weitere "Belastung" mürbe. Hast du etwas für dich, woraus du Kraft tanken kannst?
Egal, warum deine Tochter so ist, sie braucht dich!

Dir viel Kraft und Gelassenheit!

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