Mein Mann und seine Zähne

    • (1) 08.08.17 - 07:07

      Hallo an alle :)
      Ich nutze die Gelegenheit hier mal um mir Rat zu holen und mich auszuheulen, ich weiß nämlich nicht mehr weiter. Seid 6 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen, er war gepflegt und sah wirklich toll aus. Er war für jeden Spaß zu haben und wir hatten Anfangs eine wirklich tolle Zeit miteinander. Es fing recht früh an, kam so schleichend dass er immer träger wurde, außer am Laptop zu zocken war wenig mit ihm los in seiner Freizeit, wir fingen an für jeden Mist zu streiten und optisch ist er leider mittlerweile ein Extrem geworden. Er ist mittlerweile total übergewichtig, trägt einen großen Bauch mit sich rum und was noch viel schlimmer ist, er hat keine Zähne mehr im Mund bzw nur noch wenige schwarze Stumpen als Zähne. Ich komme mir so mies dabei vor das hier zu schreiben aber hier bin ich anonym und stelle ihn nicht wirklich bloß. Ich weiß halt wirklich nicht mehr wie ich damit umgehen soll. Tausende Gespräche brachten nix. Ich kann es garnicht mehr deutlicher sagen. Er hat nicht einmal Angst vorm Zahnarzt. . Er ist einfach zu faul und genau das gab er schon zu. Jetzt war er 2 oder 3 mal beim Zahnarzt vor einigen Wochen aber wird die Behandlung nicht weiter machen, aus Bequemlichkeit obwohl er momentan sogar Urlaub und alle Zeit der Welt hätte. Egal wohin wir gehen, ich schäme mich mittlerweile für ihn... Ich liebe ihn sehr aber kann damit nicht mehr leben und überlege ihn zu verlassen... bei einer Eheberatung waren wir Anfang des Jahres... das wurde leider wenig ernst genommen und ständig Termine abgesagt von meinem Mann. Was kann ich noch machen außer weglaufen ?

      • Was kannst du noch machen ausser weglaufen? Noch schneller weglaufen! Übergewicht ist eins, nur vorm pc hocken was anderes, aber die mundgeschichte ein no go!!! Hinschleppen wird wohl schwer und vlt bewegt er seinen hintern mal, wenn du weg tatsächlich weg bist! Ich bin eigentlich nicht schnell im sagen, dass man gehen soll, aber das ist ja nun wirklich eklig! Der wird sich ja ewigkeiten nicht mehr zähneputzen und der rest der hygiene wird dann nicht besser aussehen! Würd mich echt ekeln vor dem, entschuldigung!

        Nimm die beine in die hände und geh, verpass ihm damit vlt nen denkzettel! Und wenn nicht, sei froh dass du weg bist!

        • Erstmal lieben Dank für deine Antwort. Eine Zahnbürste hat er seid...puuh... 3 Jahren? Nicht mehr ? Oder länger .... wir haben 2 Kinder... uns natürlich auch etwas aufgebaut und trotz aller Schwierigkeiten liebe ich ihn.. aber ich kann das so nicht mehr ertragen...

          • Eltern können ihre Kinder mit Karies anstecken.
            Du liebst einen Mann den du nicht (mehr) küssen kannst.
            Diese Verwahrlosung würde ich persönlich nehmen.
            Hier würde ich ein Ultimatum stellen.

            L.G.

          • Hallo

            Igitt kann ich nur sagen. Ich würde mich schämen, sowas ala meinen Mann zu bezeichnen. Vor allem.tun mir die Kinder leid. Die werden irgendwann für ihren Vater auch gehänselt.

            Das wäre für mich ein Grund mich zu trennen.

      Ich glaube, dass es vielen Menschen (insbesondere als 'männlich' erzogenen Kindern) leichter fällt, Faulheit zuzugeben als Angst. Insofern würde ich auf seine Begründung 'Faulheit' nicht so viel geben.

      Ich gehe auch äußerst ungern zum Zahnarzt. Es gibt da zwei verschiedene Ängste, die sich kombinieren. Zum einen die Angst vor dem Zahnarzt und was genau bei dieser Sitzung womöglich gemacht werden könnte an sich und zum anderen die Angst vor schlechten Zähnen und allem was damit einher geht (hässliches Erscheinungsbild, schmerzhafte+kostspielige Behandlungen, schlechtere Nahrungsaufnahme und vor allem dieses furchtbar schlechte Gewissen, sich nicht besser um seine Zähne gekümmert zu haben + eine diffuse Angst, dass ich noch gar nicht recht einschätzen kann, was alles schlimmes kommen könnte, es aber sicher furchtbar sein wird). Nun sollte man meinen, dass diese zweiten Ängste ja gerade ein Anlass sind, sich um seine Zähne zu kümmern und regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Rational gesehen ist das auch so. Je nachdem wie man gestrickt ist, kann es aber eben auch sein, dass man Situationen vermeidet, die einen mit diesen Ängsten konfrontieren. Gerade Zahnärzte neigen ja dazu, einem noch mehr schlechtes Gewissen zu machen und auf einen einzureden. Also bleibt man lieber zuhause und lenkt sich mit Zocken ab. Dann muss man sich mit diesen Ängste nicht auseinandersetzen. Das gleiche kann auch schon für Zähneputzen gelten. Dabei schaut man sich ja seine Zähne auch sehr genau an und wenn man Makel entdeckt, fragt man sich, hätte man diese durch besseres Putzen verhindern können und was wird jetzt auf einen zukommen? Auch diesem inneren unangenehmen Zwiegespräch kann man entfliehen, wenn man sich gar nicht erst die Zähne putzt und alles, was damit zu tun hat, weit von sich schiebt.

      Man macht damit seine Probleme natürlich nach hinten raus größer und darum ist diese Strategie nicht besonders sinnvoll. Aber die Psyche lässt uns eben nicht immer rational handeln. Hier soll vor allen Dingen jetzt gerade im Moment Stress vermieden werden und das funktioniert. Für mich sind das die Früchte eines destruktiven Erziehungsstils: "Mach immer brav XY, sonst passiert was ganz Schlimmes, das willst du nicht erleben." Ich glaube, dass diese Verdrängungsmechanismen auch gar nicht jedem so bewusst sind. Sie könnten bei deinem Mann also aktiv sein und er weiß nicht mal was davon und wenn er dir sagt, es wäre bloß Faulheit, glaubt er das vielleicht wirklich.

      Ebensogut könnte er natürlich wirklich einfach faul sein, wer weiß das schon? ;-)

      Am Ende sollte es für dich auch gar nicht die entscheidende Rolle spielen. Du bist ja nicht der Psychotherapeut deines Mannes. Wenn du mit diesen Zahnstumpen nicht leben kannst - was ich sehr gut verstehen kann - dann musst du daraus wohl die für dich angemessenen Konsequenzen ziehen. Du lebst ja nur einmal und du hast einen Partner an deiner Seite verdient, mit dem du dich wohl fühlst.

      Du fragst aber explizit, was du außer weglaufen noch tun kannst. Ich glaube ja, dein Mann ist irgendwie in einem großen Loch im Moment. Hat er denn einen Job? Mag er den? Ist er glücklich mit seinem Leben? Was waren mal seine Ziele und was sind sie im Moment? Ich denke, dein Mann müsste wieder Ziele vor Augen haben und diese angehen, Schritt für Schritt. Dann würde das Computerspielen weniger, der Bauch kleiner und vielleicht auch der Wunsch, ein schönes Lächeln im Gesicht zu haben, wieder größer. Also er braucht einen Antrieb, etwas für ein gutes Ziel zu tun und nicht (mehr), um eine schreckliche Konsequenz zu vermeiden.

      Wenn ich Recht hatte mit meinen Vermeidungsstrategien, kannst du ihn allerdings dazu nicht antreiben. Weder durch gutes Zureden noch durch Druck. Das einzige was du tun könntest, ist sein Selbstwertgefühl zu verbessern, so dass er aus seinem Loch erstmal ein Stück herauskommt und dann seinen inneren Antrieb wieder spürt. Dazu müsstest du selbst deinen Mann wieder in einem positiven Licht sehen und ihn das dann merken lassen. Es gibt einen wirklich schönen Text von Brad Pitt über Angelina Jolie, wo er beschreibt wie er gemerkt hat, dass es ihr schlecht geht und dass er daraufhin angefangen hat, jedermann in ihrem Beisein von ihren Qualitäten zu erzählen und sie zu loben, bis sie wieder selbst an sich geglaubt hat und aufgeblüht ist. So kann es vielleicht funktionieren. Dabei sollten tunlichst alle Schreckensszenarien ("Wenn du nicht bald, dann wird bestimmt ...") vermieden werden.

      Ich habe leicht reden, bin aber da auch total schlecht drin und mache meinem Mann ständig Vorwürfe, obwohl ich weiß, dass ihn das klein hält und er eigentlich ebenfalls dringend einen größeren inneren Antrieb bräuchte. Es ist wirklich schwer, da alte Muster abzulegen und sein Verhalten zu verändern.

      Aber das ist der einzige Tipp, den ich dir geben kann, von dem ich denke, dass er funktionieren kann.

      Liebe Grüße! #winke

      • Wow???? Lieben Dank für die Antwort und die Mühen die hinter deinem Text stecken.

        Klar die Zähne sind ein riesenProblem. Wir haben Kinder, es gibt Gespräche mit Lehrern und Erziehern, das ist für mich jedesmal ganz schlimm und ich versuche zu vermeiden dass er dabei ist, was auch nicht optimal ist , das weiß ich.

        Weglaufen ist schon oft mein Gedanke gewesen und wir waren auch mal getrennt für kurze Zeit. Ich war mir irgendwann meiner Gefühle nicht mehr bewusst aber habe festgestellt dass diese Stimmen, so schwer es mit ihm auch ist, die Liebe ist aufrichtig und ungern möchte ich mich trennen und eventuell sogar scheiden lassen... die Theorie klingt auch logisch, wäre dem so, würde es mir die ganze Sache erleichtern denn so ist es kein Vorsatz, so macht er es nicht weil ich ihm egal bin sondern weil seine Psyche ihn lenkt, lieben Dank für diese Theorie. Ich werde wohl an meiner Haltung ihm gegenüber arbeiten müssen, denn momentan fällt es mir schwer für tollen Seiten an ihm zu sehen, geschweige denn ihn zu loben aber ein Versuch ist es allemal wert.

        Da spielen einfach auch viele Emotionen eine große Rolle, ich fühle mich so wertlos, es fühlt sich so an dass ich es ihm nicht wert sei dass er sich pflegt, etwas verändert und wir gemeinsam wieder glücklich die Wege gehen. Natürlich ist Aussehen nicht alles und ich bin überhaupt nicht oberflächlich aber es ist halt schon schwer, diese extremen Veränderungen zu sehen, gerade eben die Zähne. Ja er ist berufstätig und da auch sehr erfolgreich.... Er lacht wohl nie und spricht verhalten während der Arbeit, anders kann ich mir nicht erklären dass es da noch keine Probleme gab

    ... so weit laufen, wie Du kannst :-(
    Das klingt wirklich schlimm und kann auf eine Depression hin deuten.
    Du kannst ihm nur noch einmal nahe legen, daß er etwas unternehmen muss. Er ist sicher depressiv, da helfen Termine und gut zureden leider nichts, sondern nur der Spezialist.
    Sollte er sich auf überhaupt gar nichts einlassen, würde ich meine Konsequenzen daraus ziehen.

    LG

    Hallo, ich selbst hab grad sehr schlechte Zähne obwohl ich geputzt habe ist erblich bedingt leider da ich aber wahnsinnige Angst vorm den Zahnarzt habe und dessen Reaktion hab ich es ewig vor mir her geschoben ja eig schon zu spät hin gegangen aber es muss bei ihn selbst Klick machen mein Mann hat mich nie gezwungen oder Unterdruck gesetzt es wäre mir wahrscheinlich egal gewesen da ich so große Angst habe/hatte. Aber ich wollte nicht mehr so leben mit den Zähnen also bin ich zum Arzt und hab mich dort beraten lassen usw und der zweite Punkt ich mache es für meine Kinder ich möchte ihn nicht peinlich sein

    Frag ihn ob er es schön findet solche Zähne zu haben und wie Freunde euer Kinder mal darüber lachen könnten

    Liebe Grüße

    (10) 08.08.17 - 09:20

    Innerhalb von 6 Jahren sind ihm die....... bis dahin tollen...... Zähne fast alle verfault und ausgefallen? Im Ernst? Das kann ich nicht glauben.

    Er muss ja Schmerzen gehabt haben .....und noch haben ......ohne Ende.

    Was arbeitet er, dass er so dort auftauchen kann?

    • Genau das dachte ich mir auch gerade beim Lesen! In 6 Jahren alle verfault und ausgefallen, das kann ich mir auch nicht vorstellen!

      • (12) 08.08.17 - 12:17

        Nee, niemals.

        Von den Schmerzen mal abgesehen

        (13) 09.08.17 - 12:30

        Hä? 6 Jahre Dind doch eine gewaltig lange Zeit?
        Eltern schaffen es sogar, ihren Kindern innerhalb von 2-4 Jahren die Zähne verfaulen zu lassen, indem sie ihnen täglich eine Abend- und Nachtflasche mit Kakao oder Saft geben. Da hilft auch morgentliches Zähneputzen nicht bei so einer langen Zeit...

        Ich halte das schon für realistisch, frage mich aber auch, welcher AG das so lange mitmacht.

        • (14) 09.08.17 - 12:37

          >>>Eltern schaffen es sogar, ihren Kindern innerhalb von 2-4 Jahren die Zähne verfaulen zu lassen,<<<

          Dir ist aber schon klar, dass zwischen Milchzähnen und bleibenden Zähnen ein Unterschied besteht?

    (15) 08.08.17 - 11:28

    Das war auch mein Gedanke.
    Innerhalb von sechs Jahren nur noch Ruinen im Mund?

    Ist ja bei jedem anders, aber wie soll das gehen, ohne dass man zwischendurch vor Zahnschmerzen die Wände hochgeht?

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